Surface Go: Das Fazit nach 11 Wochen
Vor elf Wochen kam das Surface Go auf den Markt, und genau so lange ist es auch schon mein mobiler Begleiter. Ich wurde schon mehrfach gefragt, wann denn nun endlich mein finales Review zu dem Gerät kommt, und ich habe geantwortet: „Noch etwas Geduld bitte, ich bin bald soweit“.
Der Grund, warum es länger gedauert hat, waren weder Zeitmangel noch Faulheit. Es lang vielmehr daran, dass ich gar nicht so richtig wusste, wo ich anfangen bzw. was ich schreiben soll. Wenn ich auf meine bisherigen Artikel zum Surface Go schaue, dann steht da eigentlich schon alles drin. Insofern bleibt mir also zunächst nur die Feststellung, dass sich alle frühen Eindrücke auch auf lange Sicht bestätigt haben. Ich nutze diesen Beitrag also in erster Linie, um das bisher Geschriebene zusammenzufassen. Die eine oder andere Langzeit-Erkenntnis gibt es abschließend dann aber doch noch.
Was es zur Hardware zu sagen gibt, hatte ich noch am Erscheinungstag im Beitrag Ausgepackt: Die ersten Eindrücke vom Surface Go aufgeschrieben. Kernaussage: Das Surface Go ist genau das, was man sich darunter vorstellt, nämlich eine Miniaturausgabe des Surface Pro. Es ist die gleiche hochwertige Hardware, nur eben kleiner. Und genau das ist es, was mich dazu veranlasst hat, auf das Surface Go zu setzen und mein Surface Pro zu verkaufen. Ich habe das Pro nie als „vollwertigen PC“ genutzt, sondern immer nur für das mobile Arbeiten. Und dafür war es mir tatsächlich zu groß, das Surface Go hingegen passt perfekt.
Damit sind wir schon beim nächsten Punkt und bei der Frage: Was ist das Surface Go, und was ist es nicht? Für mich ist es, wie ich nach rund einer Woche festgestellt hatte, ein ganz neues Windows-Erlebnis. Ich zitiere aus diesem Beitrag:
Ist das Surface Go ein vollwertiger Windows-PC? Die Antwort ist: „Nein“. Ist es in der Lage, irgendein Windows-Gerät zu ersetzen? Die Antwort ist: „Nein“. Das Surface Go ist nichts, was du schon hast. Möglicherweise ist es auch nichts, was du haben willst. Vielleicht ist es aber genau das, was dir noch gefehlt hat.
Diese Zusammenfassung würde ich nach wie vor so unterschreiben. Ich nutze das Surface Go anders als jedes andere meiner Geräte. Ich nutze den Stift und den Tablet-Modus sehr viel häufiger, und ich verwende diverse Apps, die ich ansonsten am PC nicht mal installiert habe.
Da kommt natürlich unweigerlich die Frage auf, ob denn ein iPad oder ein Android-Tablet nicht vielleicht die bessere Wahl wäre. Abgesehen davon, dass iOS und ich ein vermutlich unüberwindbares Kompatibilitäts-Problem miteinander haben, bezeichne ich das Surface Go als „iPad für alle, die kein iPad wollen“. In diesem Artikel habe ich das Surface Go als faulen Kompromiss bezeichnet, und genau diesen als Kaufgrund hervor gehoben. Das Surface Go macht als Tablet vielleicht nicht die beste Figur, aber zur Not ist es dann halt doch immer noch ein PC. Und das ist nun mal genau das, was ich brauche und haben möchte.
Was die Performance des Surface Go angeht, so hat sich herausgestellt, dass ich zu viel Geld ausgegeben habe. Die 64 GB Speicher der kleineren Version würden mir vermutlich auch auf lange Sicht genügen, zur Not kann man den Speicher ja auch per MicroSD-Karte erweitern. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist beim kleinen und großen Modell (bezieht sich nur auf RAM und Nutzspeicher, ansonsten sind die Modelle identisch) nahezu gleich und der Unterschied fällt nur im direkten Vergleich auf:
Was bleibt ansonsten als Fazit nach 11 Wochen übrig? Zunächst die Feststellung, dass das Surface Go alle meine Erwartungen und Vorurteile bestätigt hat, ich wurde weder enttäuscht noch positiv überrascht. Nachdem die anfängliche Euphorie verflogen ist, gibt es allerdings drei Punkte, die ich ein wenig relativieren möchte.
- Tastatur: Ich mag die Surface-Tastaturen alle unheimlich gerne, und auch auf dem Surface Go fühlte ich mich sofort heimisch. Es klingt vielleicht negativer, als es wirklich gemeint ist, aber irgendwie hat man dann doch den Gedanken „immer wollte ich damit nicht arbeiten müssen“. Während mich das kleine Display auch nach mehreren Stunden Nutzungszeit nicht stört, fühle ich mich auf dem Type Cover dann doch zunehmend eingeengt.
- Akkulaufzeit: Fünf Stunden Laufzeit sind das höchste der Gefühle beim Surface Go, wenn man damit arbeitet. Beim reinen Medienkonsum hält es länger durch. Ja, man kann es via USB-C Anschluss mit einem externen Akku aufladen, sofern dieser Power Delivery unterstützt. Der Vorteil des geringen Gewichts beim Surface Go ist allerdings dahin, wenn man auch noch die Powerbank mitschleppen muss.
- Der dritte Punkt, für den mir kein fett gedrucktes Stichwort einfallen will: Ich habe mich schon mehrfach dabei erwischt, dass ich mein Surface Go einpacken wollte, bevor ich aus dem Haus gehe, dann aber doch zum Laptop gegriffen habe. In dem Moment dachte ich vermutlich so etwas Ähnliches wie „nimm doch lieber was Richtiges“.
Dramaturgisch ist dieser Artikel nun genau falsch aufgebaut. Erst das Positive, dann das Negative, das droht den Leser mit der Botschaft zu entlassen, dass ich das Surface Go unter dem Strich dann vielleicht doch nicht so toll finde. Darum sage ich nochmal ausdrücklich: Doch, das tue ich, ich würde es mir jederzeit wieder kaufen. Es ist ein feines Teil, das ich in meinem „Gerätepark“ unter keinen Umständen missen möchte.
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- Hardware
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


