Surface: Microsoft verzichtet aus Sicherheitsgründen auf Thunderbolt und austauschbaren RAM

Surface: Microsoft verzichtet aus Sicherheitsgründen auf Thunderbolt und austauschbaren RAM

Bei seiner Surface-Reihe nimmt Microsoft gerne für sich in Anspruch, innovativ zu sein. Gleichzeitig müssen sich die Remonder aber auch immer wieder Kritik gefallen lassen, dass ihre Geräte nicht auf Höhe der Zeit sind. Die Surface-Geräte waren die letzten, die keinen USB-C Port hatten, Thunderbolt sucht man bis heute vergeblich. Die offizielle Haltung von Microsoft hierzu war stets, dass man Thunderbolt nicht brauche, weil man mit dem Surface Connector eine passende Alternative hat.

Aus einer Präsentation, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, geht nun hervor, dass Microsoft (auch) aus Sicherheitsgründen auf Thunderbolt verzichtet. Auch die Tatsache, dass sich der Arbeitsspeicher in Surface-Geräten nicht einfach austauschen lässt, hängt mit Sicherheitsaspekten zusammen.

Womöglich habt ihr schon davon gelesen, ich bin ein wenig spät dran. Die Enthüllung macht seit dem Wochenende die Runde.

https://twitter.com/h0x0d/status/1253917701719769088

Im geleakten Video erklärt ein Surface-Techniker, dass Thunderbolt ein Anschluss ist, der direkten Zugriff auf die Inhalte im Arbeitsspeicher ermöglicht. Mit einem speziell präparierten Stick könnten Inhalte aus dem RAM gelesen werden, darunter auch sensible Informationen wie beispielsweise der Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel.

Würde sich der RAM einfach austauschen lassen, so könnte man ihn mit flüssigem Stickstoff „schockfrosten“, den RAM entfernen und die gespeicherten Informationen mit einem speziellen Lesegerät sichtbar machen.

Natürlich handelt es sich hier um ein eher theoretisches Risiko. Dass dies gegenüber der Kundschaft nicht als schlagkräftiges Argument taugt, weiß man bei Microsoft selbst, sonst hätte man das in der Vergangenheit sicherlich schon in irgendeiner Form im Marketing eingesetzt. Als Teil der Wahrheit, warum sich Microsoft gegen Thunderbolt und austauschbaren RAM entschieden hat, dürfen wir es aber immerhin zur Kenntnis nehmen.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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