Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 - ein etwas anderes Review

Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 - ein etwas anderes Review

Das Surface Pro 6 und das Surface Laptop 2 sind da, die ersten Reviews ebenfalls. Ich hatte direkt nach der Präsentation der neuen Modelle vor zwei Wochen die Entscheidung getroffen, keinen ausführlichen Test zu machen, es sind ja die selben Geräte vom letzten Jahr, nur halt mit neuem Innenleben. Sehen und anfassen wollte ich die jüngsten Mitglieder der Surface-Familie natürlich trotzdem, also habe ich mich am Montag auf den Weg nach München gemacht, wo Microsoft das Surface Laptop 2 und Surface Pro 6 in gemütlicher kleiner Runde präsentierte.

Alles, was ich im Vorfeld erwartet hatte und was der Auslöser für den Entschluss war, diese Geräte zu überspringen, hat sich bestätigt. Das soll aber nun nicht so negativ sein, wie es sich vielleicht anhört. Ein paar positive Überraschungen gab es außerdem auch.

Was ist neu und wie wirkt sich das aus?

In den neuen Modellen stecken die Intel Core-CPUs der achten Generation und neue SSDs. In synthetischen Benchmarks wird man je nach verwendeter Software eine Performance-Steigerung von bis zu 80 Prozent bei den CPUs sowie eine Verdreifachung der SSD-Leistung messen. Das klingt unglaublich beeindruckend, aber es sind halt nur Messergebnisse. Im „echten Leben“ hat sich an der gefühlten Arbeitsgeschwindigkeit nicht so sehr viel verändert, es fällt aber angenehm auf, dass sowohl das Surface Pro 6 als auch das Surface Laptop 2 deutlich schneller starten und auch viel schneller aus dem Standby aufwachen (nicht, dass das vorher lange gedauert hätte). Ich hatte mein persönliches Surface Laptop der ersten Generation dabei, glücklicherweise in der selben Konfiguration wie das Demo-Gerät (Core i5, 8 GB RAM, 256 GB SSD), somit konnte ich das recht gut vergleichen.

Davon ab sind alle Komponenten exakt gleich wie beim Surface Pro (5) und beim Surface Laptop (1). Microsoft sagt zwar, dass beim Surface Laptop 2 die Tastatur leicht verbessert wurde, ich konnte allerdings nicht den geringsten Unterschied feststellen, was das Tippgefühl angeht, auch die Lautstärke ist identisch. Mit etwas Fantasie klingt die Leertaste beim Laptop 2 ein wenig gedämpfter – auf die wurde aber anders als auf meinem Laptop auch nicht schon seit einem Jahr eingehämmert.

Neu ist natürlich die Farbe Schwarz für die beiden Geräte, wobei das Type Cover für das Surface Pro 6 nicht neu ist, es ist das altbekannte schwarze Modell ohne Alcantara. Wie widerstandsfähig die schwarze Lackierung ist, wird sich in der Praxis weisen – ich persönlich habe Bedenken, dass kleine Macken bei den schwarzen Modellen stärker auffallen, Gleiches gilt für den schwarzen Alcantara-Bezug beim Surface Laptop 2. Mein blaues, ein Jahr altes Gerät sieht noch aus wie neu, aber ich hätte einfach Angst, dass schon minimaler Abrieb zu sichtbaren Veränderungen führt. So gilt für die schwarzen Modelle: Sie sehen toll aus, ich schau sie mir wirklich gerne an – aber ich würde sie nicht haben wollen.

Überrascht war ich, dass sich das schwarze Surface Pro 6 ganz anders anfasst als das platingraue – und zwar sehr viel besser, weil die Oberfläche fühlbar rauer ist.

Ein weiteres Detail zum Surface Laptop 2: Wer ein Gerät der ersten Generation besitzt, der kennt vielleicht das Gefühl: Fährt man mit den Fingern den Übergang zwischen Alcantara-Überzug und dem Gehäuse ab, so spürt man teilweise einen „Grat“, einen minimalen Überstand – es fühlt sich nicht 100%ig perfekt an. Beim Surface Laptop 2 scheint man diese kleine Macke beseitigt zu haben, zumindest alle Demo-Geräte vor Ort waren in dieser Hinsicht makellos.

(Das blaue Surface Laptop in der Galerie ist mein eigenes, das ich seit ca. einem Jahr nutze)

Was ist nicht neu und wie schlimm ist das?

Äußerlich gleichen die Nachfolger ihren Vorgängern wie ein Ei dem anderen. Auch die Materialien, die Bildschirme und alles andere, mit dem der Nutzer in Berührung kommt, sind gleich geblieben.

Das zu beurteilen, fällt mir ein wenig schwer. Über USB-C wurde nun schon oft und meiner Meinung nach auch genug gesprochen. Im letzten Jahr war es entschuldbar, im Jahr 2018 wirken Geräte ohne USB-C aus der Zeit gefallen – ganz unabhängig von der Feststellung, dass es nach wie vor kaum Gründe gibt, warum ein Gerät einen solchen Anschluss haben muss.

Davon abgesehen: Als Fan hätte man sich natürlich „irgendwas Neues“ gewünscht. Irgendwas, mit dem man sich das Upgrade, obwohl irrational, irgendwie schönreden kann. Andererseits wüsste ich nicht, was ich verändern würde, wenn ich dürfte. Das Surface Pro ist konzeptionell nach wie vor die beste 2in1-Lösung, und das Surface Laptop für mich noch immer „one of the sexiest Laptops alive“. Schlimmer als Stillstand wäre irgendeine Veränderung, die förmlich „wir mussten unbedingt was Neues machen“ schreit.

Vielleicht tut man dem Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 ein wenig Unrecht, wenn man sie mit den Vorgängern vergleicht und sagt „meh, so viel Neues gibt’s da ja gar nicht.“ Das sind Ansichten aus der Fan-Blase, wo man die „alten“ Geräte schon in- und auswendig kennt. Die neuen Modelle sind nicht angetreten, um Bestandskunden zum Umstieg zu animieren, das wäre Geldverschwendung (ich sage das immer wieder zu mir selbst und hoffe, es wirkt) – Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 sollen primär Erstkäufern eine modernisierte Option anbieten, und diesen Anspruch erfüllen die neuen Geräte allemal. Surface Laptop 2 und Surface Pro 6 bieten solide Evolution. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. "Andererseits wüsste ich nicht, was ich verändern würde, wenn ich dürfte. "
    Ach, da fällt mir schon einiges ein. Natürlich ist auch das Surface Pro 4 noch ein super Gerät, mit dem ich unglaublich gerne arbeite. Es bereitet mir einfach jeden Tag Freude. Aber ein zukünftiges Surface kann gerne ein größeres Trackpad haben, USB-C (ob man es nun braucht oder nicht), ein noch schärferes Display evtl. mit weniger Rand und einen handlicheren Ladeadapter. Da gibt es schon noch so einiges, was ich haben möchte. Hoffentlich gibt es beim Surface Pro 7 einen etwas größeren Sprung.
    Ich habe mir heute das surface pro 6 / i7 - 512 gb in schwarz bestellt. Im moment nutze ich das S3 Pro I7 und brauchte ein Ersatz Gerät für Notfälle,da ich als Musiker immer lang unterwegs bin. Außerdem kann ich meine Dockingstation (mit Distanzstück) Tastatur und Stift weiter verwenden. Usb A reicht mir...habe nur ein Audiointerface daran angeschlossen. Nun bin ich mal gespannt wie die Performance im vergleich zum S pro 3 ist und wie die schwarze Lackierung sich im Gebrauch verhält.
    Gespräch zwischen meiner Frau und mir:
    Ich: "Schau mal, es gibt das neue Surface jetzt auch in schwarz"
    Sie: "Warum soll ich mir ein schwarzes holen? All die Jahre über gab es nur schwarz"
    Hmm...... Da hat sie recht. ;)
    "Überrascht war ich, dass sich das schwarze Surface Pro 6 ganz anders anfasst als das platingraue – und zwar sehr viel besser, weil die Oberfläche fühlbar rauer ist."
    Vielleicht haftet darauf der schwarze Lack besser? ;)
    Aber, was ist daran jetzt "ein anderes Review?
    Ich würde mir ein Surface Display in Gestalt vom Studio wünschen. Die Rechenleistung wäre aber nicht im Gerät, sondern ein Surface pro / book / laptop stellt diese über den Surface Connector bereit.
    ASDF00
    Aber, was ist daran jetzt "ein anderes Review?

    Eigentlich ist es ja gar keines, weil ich auf sehr viele Aspekte gar nicht eingegangen bin. Ich wollte es halt einfach in die beiden Kapitel unterteilen.
    Zwei kleine Anmerkungen zum obigen "Review":
    es sind ja die selben Geräte vom letzten Jahr

    Dieselben? Das glaub ich kaum. Wenn, dann allerhöchstens die gleichen. ;)
    im Jahr 2018 wirken Geräte ohne USB-C aus der Zeit gefallen – ganz unabhängig von der Feststellung, dass es nach wie vor kaum Gründe gibt, warum ein Gerät einen solchen Anschluss haben muss.

    Nun ja, da wohl selbst Apple bei seinen neuen iPad-Pro-Modellen auf Lightning verzichten und USB-C einsetzen wird, scheint es durchaus gute Gründe zu geben, warum solche Geräte einen USB-C-Anschluss haben müssen. Einer wäre z.B. die Ausgabe von 4K-Inhalten auf externen Bildschirmen. Ein anderer die universelle Nutzbarkeit und Kompatibilität.
    Gruß,
    Thorsten
    also mich persönlich interessiert am meisten welche farbe kratzer auf dem schwarzen surface pro 6 haben. ist es schwarz lackiert und bei kratzern kommt das graue magnesiu zum vorschein oder bleibt alles schwarz.
    ... na bitte auf dem 5.Bild ist ja das lang ersehnte Surface Phone aufgeklappt, liegt leider nur auf der Surface-Seite...
    Warum USB-C an nen Laptop? Schon mal nen USB-C-fähigen 4k-Monitor über USB-C mit nen Notebook verbunden?! Alles über ein Kabel, der Monitor ist gleichzeitig 4k-Großbild-Darstellung ? bzw. Zweiter Bildschirm, Ladegerät, Dockingstation für "USB 2/3"-Geräte wie Drucker, Maus, Tastatur, Sticks, Festplatten, weitere HUBs, ...whatever... DARUM!
    Das Platin fühlt sich ja schon geil an, wenn das Schwarze jetzt noch rauer ist dann hüt ab/ sexy.
    Wollte eigentlich weiterhin Platin kaufen, weil dan alles schön zusammenpasst. Hab mir aber schon seit dem Pro 2 wieder Schwarz gewünscht.
    War heute die Neuen angreifen. Muss sagen schon eine schöne feine Sache und das GO ist in der freien Wildbahn wesentlich performanter, wie es in den virtuellen Weissagungen prophezeit wird. Hatte die 8/128 Version zum Spielen. Das Kleine sollte möglichst rasch auf 399€ fallen, dann macht es als reine Webflunder auch Sinn. 500€ ist für Mail & Surf und a bisserle office.com überteuert, auch wenn gute Hardware am Werken ist. Sollte ich mir das Teil zulegen habe ich dann nur mehr Panik dass 3-6Monate später ein Surface mit 8" rauskommt. Das SL2 ist ein Traum und wäre sofort gekauft, wenn ein neues Notebook auf der Agenda stünde.
    Ich würde mir ein Surface Display in Gestalt vom Studio wünschen. Die Rechenleistung wäre aber nicht im Gerät, sondern ein Surface pro / book / laptop stellt diese über den Surface Connector bereit.

    Meinst du jetzt als Touchscreen zum Kreativarbeiten, oder wegen der Bildqualität? Zweiteres lässt sich doch mit EIZO wunderbar realisieren ;-) .
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