Telegram veröffentlicht Quellcode seiner Client-Apps auf GitHub

Telegram veröffentlicht Quellcode seiner Client-Apps auf GitHub

Der Messenger Telegram hat sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zu einem etablierten Messenger-Service entwickelt. Natürlich kämpft auch Telegram wie alle anderen Messenger mit dem Problem, gegen den Quasi-Standard WhatsApp anzukommen, trotzdem oder gerade deshalb hat sich eine durchaus treue Fan-Community entwickelt.

Telegram steht allerdings immer wieder in der Kritik, auch weil das Geschäftsmodell nicht wirklich transparent ist. Immer wieder musste sich Pawel Durow aufgrund seiner russischen Staatsangehörigkeit Unterstellungen gefallen lassen, mit seiner Regierung gemeinsame Sache zu machen, obwohl er gerade mit dieser auf Kriegsfuß steht und Telegram in Russland schon mehrfach sanktioniert wurde.

Geheimdienste haben ebenfalls immer wieder vor Telegram gewarnt – ob das jetzt gut oder schlecht ist, mag sich jeder selbst zusammenreimen.

Spekulieren muss man jetzt jedenfalls nicht mehr, denn Telegram hat den Quellcode seiner Clients für alle Plattformen auf GitHub veröffentlicht. Jeder, der möchte, kann ihn jetzt untersuchen und als Grundlage für eine eigene App verwenden.

Das ist nicht nur aus Sicherheits-Gesichtspunkten interessant, sondern erleichtert auch die Entwicklung inoffizieller Telegram-Clients, von denen es eine ganze Menge gibt und die durchaus ihren Anteil am Erfolg der Plattform haben. Wer bei der Entwicklung eines eigenen Clients Probleme bekommt, kann nun also ganz einfach nachschauen, wie es im Original umgesetzt wurde.

Ob mit dem offiziellen oder einem inoffiziellen Client, ob als Telegram-Neueinsteiger oder alter Hase – im Dr. Windows Chat seid ihr alle willkommen.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Die kritischen Fragen zu Telegram sind vielschichtiger und konnten bis Dato nicht ausgeräumt werden. Die Kritik, das Durow ein Russe sei, ist hingegen eher eine Randerscheinung. Die Spannungen mit dem FSB sind weit bekannt und werden auch weniger angezweifelt.
    Auch diese Aktion wird nicht wirklich dazu beitragen die Kritiken zu mildern. Ich sehe da eher ein Placebo.
    auf Android find ich Bgram am besten, danach Plussmessenger. Also wenn man viele Chats hat, hat man mit den bessere Übersicht. Sonst reicht der normale auch
    Schon eine kranke Welt, in der Geheimdienste als das manifestierte Böse angesehen werden. Ich dachte immer, das sind die, die uns vor Terrorismus und ähnlichen Bedrohungen schützen.
    Schon eine kranke Welt, in der Geheimdienste als das manifestierte Böse angesehen werden. Ich dachte immer, das sind die, die uns vor Terrorismus und ähnlichen Bedrohungen schützen.

    Dass viele Geheimdienste heute als das manifestierte Böse sehen, liegt wohl daran, dass die einerseits oft unkontrollierte Alleingänge (Staat im Staate) gemacht haben, unter Umgehung der parlamentarischen (politischen) Kontrolle, andererseits schon öfters versagt haben, wenn es darum ging, etwas trotz Hinweisen und Kenntnissen zu verhindern. Kann die heutzutage kritische Haltung gegenüber Geheimdiensten absolut verstehen. Menschen, mit naiver Grundhaltung gegenüber der sog. "Obrigkeit" und solche, die der kindlichen Meinung sind, "ja nichts zu verbergen zu haben" und den Geheimdiensten damit noch mehr Überwachungsrechte verleihen möchten, gibt's aber auch zu hauf. Das hängt aber dann meist mit deren Bildung und Lebenserfahrung zusammen.
    Gibt es den Quellcode nicht schon viel länger??
    Im Gegensatz zu Whatsapp und Signal hat Telegram keine Ende-zu-Ende Verschlüsselung. (nur optional mit diversen Nachteilen)
    @ntoskrnl ganz ehrlich, den Gedanken "ist das überhaupt neu?" hatte ich zuerst auch. Aus den Reaktionen unter anderem auf Twitter habe ich dann aber abgeleitet, dass es neu sein muss.
    Hauptkritikpunkte sind der Server, dessen Code nicht öffentlich einsehbar sind und der Entwicklerstandort, wo auch der Serverstandort vermutet wird.
    So richtig öffentlich war der Code nicht. Aber teile, die drittanbierter APPs brauchen, wie Protokolle, waren es wohl. Aber solange der Server Code nicht veröffentlich wird, ist das nur ein kleines Bonbon. Wobei: selbst wenn der Code veröffentlicht würde: Wer soll prüfen, ob er wirklich der richtige ist?
    @ntoskrnl ganz ehrlich, den Gedanken "ist das überhaupt neu?" hatte ich zuerst auch. Aus den Reaktionen unter anderem auf Twitter habe ich dann aber abgeleitet, dass es neu sein muss.

    Neu ist, das es aktueller Code ist. Vor allem bei dem Android Client war der Code sehr alt.
    Setter
    Die kritischen Fragen zu Telegram sind vielschichtiger und konnten bis Dato nicht ausgeräumt werden. Die Kritik, das Durow ein Russe sei, ist hingegen eher eine Randerscheinung. Die Spannungen mit dem FSB sind weit bekannt und werden auch weniger angezweifelt.
    Auch diese Aktion wird nicht wirklich dazu beitragen die Kritiken zu mildern. Ich sehe da eher ein Placebo.

    Dass es am Ende nur ein Placebo ist, da gehe ich mit. Ich begleite die OpenSource-Szene ja nun schon viele Jahre und auch wenn Telegram seine Clients nun allesamt im Quellcode offenlegt und die aufgrund der GPL de facto sogar freie Software sind, ist das de facto kein OpenSource-Messenger. Sofern man sich da nicht auf Experimente wie XMPP oder Matrix einlassen will, sind in dem Bereich meistens entweder Wire, was für Einzelnutzer im großzügigen Rahmen kostenlos ist und sich solide über Business-Funktionen refinanziert, oder das nichtkommerzielle Signal von Open Whisper Systems die erste Wahl.
    Was halt schon immer eine Sache für sich war, war der Aufbau der Telegram Messenger LLP (wurde im Januar 2019 aufgelöst). Das war ja angeblich eine Non-Profit-Organisation bzw. ein Startup mit Sitz in Berlin, war bis zu seiner Auflösung aber in London registriert mit steuernden Verbindungen, was ich so rausfinden konnte, auf den Seychellen und den Britischen Jungferninseln sowie aus Belize. Warum man als eine angebliche Non-Profit-Organisation ein solches Netzwerk schmiedet, ist für mich in der Hinsicht schon die interessante Frage. Andererseits hat sich das ja mit der Auflösung der LLP sowieso erledigt. Mittlerweile sitzen die Leute im Wesentlichen (angeblich) in Dubai.
    Wir wissen ja mittlerweile, wo die Reise mit Telegram hingeht und dass sie genau wie Opera, Brave oder BitTorrent (zusammen mit der Tron Foundation) ganz massiv in das Geschäft mit Kryptowährungen einsteigen wollen. Dass Pawel Durow in die Richtung denkt und mit Gram eine eigene Währung aus dem Boden stampfen will, wurde ja schon 2018 bekannt, und seit Ende April 2019 arbeitet Telegram zusammen mit Wirecard auch schon an der entsprechenden Handelsplattform. Deswegen bin ich zwar nicht paranoid, aber gerade wenn Crypto ins Spiel kommt, vor allem bei OpenSource-Projekten, sollte man immer genauer hinsehen. Just sayin.
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