TerraMaster D8 Hybrid 2 im Test: externes Datengehäuse mit vielen Möglichkeiten
In der Vergangenheit haben wir bereits einige NAS-Systeme verschiedener Hersteller getestet. Die meisten waren sehr vielseitig einsetzbar, und konnten nicht nur Daten über das Netzwerk bereitstellen, sondern auch zahlreiche Dienste betreiben, die im Heimnetz mehr oder weniger Sinn ergeben.
Doch was ist eigentlich, wenn man gar keinen Bedarf hat, einen Server – denn etwas anderes ist ein modernes NAS ja gar nicht – selbst zu betreiben? Wenn man gar keine Dienste mit dauerhaftem Zugriff auf Daten an verschiedenen Stellen benötigt, aber dennoch ablegen möchte, die nicht auf den internen Speicher des PCs oder Laptops passen?
In der Vergangenheit kann ich mich noch daran erinnern, dass nahezu jeder irgendwo eine externe Festplatte herumliegen hatte, auf der dann Fotos, Musik, etc. gespeichert wurden. Und wenn die Festplatte dann einmal kaputt gegangen ist, war das Geschrei groß, denn eine Sicherung gab es oftmals nicht. TerraMaster hat mir für genau solche Zwecke eine hybride Lösung zukommen lassen, die ich euch hier vorstellen möchte: Das TerraMaster D8 Hybrid 2. Letzten Endes ist das D8 Hybrid genau das: Eine externe Festplatte, oder besser ein externes Datengehäuse / DAS (Direct Attached Storage). In dieses Gehäuse passt nämlich nicht nur eine Festplatte, sondern gleich – das D8 im Namen lässt es schon vermuten – acht. Acht Datenträger insgesamt, davon 4x SATA und 4x M.2 NVMe. In der Theorie sind damit Speichermengen bis zu 152 TB möglich (4x 30 TB HDD + 4x 8 TB M.2 NVMe).
Zunächst hier einmal die technischen Daten:
- 4x SATA
- 4x M.2 NVMe
- USB-C 3.2 gen 2 (10 GBit/s)
- Maximal 1020 MB/s lesen (M.2 NVMe)
- Maximal 980 MB/s schreiben (M.2 NVMe)
- Größe: 222 x 179 x 154 mm
- Leergewicht: 1,9 kg
- Lüfter: 120 mm / 21 dB(A)
- Netzteil: 12 V / 90 W
Unboxing
In dem Paket befinden sich neben dem Gehäuse selbst das Netzteil, ein Stromkabel, ein USB-C-Kabel, ein Tütchen mit Schrauben für 2,5″-Festplatten, eine Garantiekarte, eine Kurzanleitung mit Installationsvideos und Aufkleber zur Beschriftung der Datenträger.
Das System ist gut verarbeitet und vollständig aus Kunststoff. Fasst sich zwar nicht so wertig an wie ein Metallgehäuse, wirkt sich aber positiv auf das Gewicht aus. Lediglich der Übergang zwischen Haupteinheit und der Seitenabdeckung für die M.2-Slots sitzt bei meinem Muster nicht zu 100 % plan.
Auf der Vorderseite befinden sich die Laufwerkseinschübe und der Hauptschalter. Die einzelnen Einschübe können über einen Federmechanismus herausgezogen werden. Oben eindrücken, und schon wird die Unterseite zum Hebel.
Dazu gibt es fünf LEDs, die den Betrieb und die HDD-Aktivität anzeigen.
Auf der Seite befindet sich das TerraMaster-Logo, welches mit Lufteinlässen versehen ist. Hierüber können die M.2 NVMes ein wenig gekühlt werden. Auf der Rückseite befindet sich der Stromanschluss, der USB-C-Anschluss und ein Schalter, mit dem der Power-Modus ausgewählt werden kann.
Installation von HDDs
Die Installation von Datenträgern ist kinderleicht: Nachdem die Einschübe entfernt wurden, können an den Seiten jeweils zwei Schienen herausgenommen, die HDD eingelegt und die Schienen wieder eingesetzt werden. Diese fahren dann direkt in die Schraublöcher der HDDs. Dank Gummirahmen an diesen Stellen sind die HDDs vom Gehäuse grundsätzlich entkoppelt. 2,5″ HDDs und SSDs müssen jedoch trotz schraubenloser Konstruktion am Rahmen festgeschraubt werden.
Die nötigen und standardisierten Schrauben werden von TerraMaster mitgeliefert. Ebenso M.2 NVMes müssen verschraubt werden, die Schrauben sind an den jeweiligen Slots schon vorinstalliert. Ein Schraubendreher mit entsprechender Größe gehört jedoch nicht zum Lieferumfang und müsste gegebenenfalls noch beschafft werden. Um auf die M.2 Slots zuzugreifen, müssen die zwei Daumenschrauben auf der Rückseite aufgedreht werden. Anschließend kann das von vorne rechte Seitenteil entfernt werden und darunter befinden sich unmittelbar die vier M.2 Slots. Hier passen alle M.2 NVMes mit einer 2280er Länge. Befestigungen für kürzere Modelle sind nicht vorhanden.
Power Management
Im aktiven Modus bleibt das D8 Hybrid auch bei schlafenden Platten aktiv und der Lüfter dreht weiter. Dadurch sind die Platten sehr schnell wieder betriebsbereit. Hier verringert sich die Leistungsaufnahme um ca. 70 % auf rund neun Watt bei vier installierten, schlafenden Platten. Im Modus Power Save werden alle Systeme heruntergefahren, wenn die Platten in den Schlaf geschickt werden, und nur der Controller zum Aufwachen bleibt aktiv. Dadurch lässt sich die Stromaufnahme um 98 % reduzieren und auf unter 0,5 Watt bringen. Drehen die Platten, ist die Stromaufnahme abhängig von den installierten HDDs. Bei mir waren es ca. 28 Watt bei 4 x Seagate IronWolf 4 TB.
Leistung
Bauart bedingt sind HDDs nicht so schnell und kommen im besten Fall auf maximal ca. 200 MB/s. Die von mir genutzte Seagate IronWolf ST4000VN006 hat laut den Kollegen von Harddrivebenchmark.net eine maximale Datenrate von ca. 173 MB/s im sequentiellen Schreiben. Ich habe vier dieser Platten auf meinem Mac testweise zu einem RAID 10 und zu einem RAID 0 zusammengepackt und konnte nahezu diese Datenraten erzielen.
- 4x HDD RAID 10
- 4x HDD RAID 0
Im RAID 10 lag die Datenrate laut AJA sogar bei 176 MB/s im Schreiben. Durch die Beschränkung von USB-C 3.2 Gen 2 mit 10 GBit liegt die maximale Datenrate bei ca. 1 GB/s. Das kann so nur bei SSDs, die bei einem Anschluss per SATA theoretisch mit bis zu 600 MB/s Lesen / Schreiben können, bzw. bei M.2 NVMe SSDs erreicht werden, es sei denn, man nutzt wirklich High End Festplatten, die im Peak mal auf 250 MB/Stück kommen.
Das D8 Hybrid schleift alle Datenträger direkt an den Computer durch. Eine eigene RAID-Verwaltung zum Zusammenschluss mehrere Datenträger bringt das DAS nicht mit. RAIDs können aber mit der Datenträgerverwaltung und Windows oder mit dem Festplattendienstprogramm unter MacOS kinderleicht erstellt werden und funktionieren dann problemlos auch mit diesem DAS. Unter Linux gibt es dafür das Tool mdadm. Hier sollte es auch nicht schwierig sein, sich mit aktuellen KI-Tools die passenden Befehle zusammenzusuchen oder alternativ eine grafische Verwaltungsoberfläche zu finden.
Fazit
Das TerraMaster D8 Hybrid 2 ist ein spannendes Gerät für alle, die zwar externe Daten neben der Festplatte von PC, Laptop oder ähnlichem benötigen, aber kein NAS wollen. Das D8 Hybrid ist eben ein DAS und kann dabei deutlich mehr, als nur eine einzelne „dumme“ externe Festplatte und das ohne eigene Rechenleistung mitzubringen.
Letztendlich kann man mit diesem Gerät mit einem Kabel bis zu 8 Datenträger auf einmal an den Computer anschließen. Verwendungszwecke wird es da viele geben. Heiße Daten, wie Material zum Videoschnitt, können performant auf M.2 NVMes hinterlegt und abgerufen werden. Kalte Daten wie beispielsweise eine Datensicherung finden Platz auf günstigeren und langsameren SATA HDDs. Die Verwaltung bleibt gänzlich auf dem Betriebssystem des Nutzers.
Für Windows liefert TerraMaster zusätzlich ein kostenloses Datensicherungstool (TPC Backupper) mit, welches bei Bedarf heruntergeladen werden kann.
Einzig und allein die Tatsache, dass TerraMaster hier auf USB 3.2 Gen2 und damit auf maximal 10GBit/s gesetzt hat, kann ich nicht vollständig nachvollziehen. Für die Nutzung von Festplatten reicht diese Verbindung natürlich vollständig aus. Für die Nutzung von NVMes wäre eine Verbindung mit USB 4 oder Thunderbolt >= 3 durchaus wünschenswert, um auch das volle Potential von M.2 NVMes auszuschöpfen.
Die UVP des D8 Hybrid liegt bei 329,99 Euro. Aktuell ist das Modell bei Amazon um 10 % reduziert und für 296,99 Euro zu erstehen. Nicht gerade günstig, aber für ein solches Gerät meines Erachtens ein fairer Preis. Zu beachten ist allerdings, dass hier keine Festplatten oder SSDs mitgeliefert werden. Die kommen natürlich nochmal mit derzeit leider sehr hohen Preisen dazu.
TERRAMASTER D8 Hybrid 2 8-Bay Gehäuse für HDD & NVMe SSD(Diskless)
Disclaimer: Enthält Affiliate-Links. Die Testmuster wurden mir vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.
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Alex Lüttgen
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.










