Test zeigt: Kinderschutz von Microsoft, Apple, Google und Amazon hat Luft nach oben

Test zeigt: Kinderschutz von Microsoft, Apple, Google und Amazon hat Luft nach oben

Kinder wachsen ganz selbstverständlich mit Smartphone, Tablet, PC und Internet auf. Das ist auch gut so, allerdings lauern dabei so einige Gefahren. Alle namhaften Hersteller haben sich daher den Kinder- und Jugendschutz auf die Fahnen geschrieben und entsprechende Funktionen in ihre Software integriert.

AV-Test hat sich die Schutzfunktionen näher angeschaut und untersucht, wo deren Stärken und Schwächen sind. Die Unterschiede sind je nach Kategorie gravierend, unter dem Strich sehen die Tester die Mac Parental Controls ganz vorne, gefolgt von Microsoft Family Safety und den iOS Parental Controls. Der Jugendschutz von Google wird dagegen als schwach angesehen, und die Kindle Fire Parental Controls sind quasi keine Erwähnung wert.

In insgesamt sieben Kategorien wurde getestet:

  • Schutz vor Cyber-Mobbing
  • Zugangskontrolle zu Erwachsenen-Inhalten
  • Schutz privater Daten
  • Kontrolle der Nutzungszeit von Geräten
  • Schutz vor Online-Geldfallen
  • Schutz vor sexuellen Online-Anfragen (Grooming)
  • Gesicherte Privatsphäre

Aus der folgenden Tabelle kann man ablesen, welche Lösung welche Funktionen bietet.

Kinderschutz-Funktionen von Windows, iOS, MacOS und Android im Vergleich

Interessant sind die Ergebnisse im Detail, zum Beispiel was den Schutz vor nicht kindgerechten Webseiten angeht. Was Pornographie angeht, leisten alle integrierten Webfilter einen guten Schutz. Geht es aber um Gewalt, Drogen, Waffen, Dating, Glücksspiel, illegale Downloads und dergleichen, wird wenig bis gar nichts gefiltert. Außer bei Amazon: Der Jugendschutzfilter blockt nach der Aktivierung einfach alle Webseiten. Hier hätte ich naturgemäß Google ganz vorne erwartet, denn niemand kennt das Web besser.

Kinderschutz-Funktionen von Windows, iOS, MacOS und Android im Vergleich

Ganz düster sieht es beim Schutz vor dem sogenannten Grooming aus: Über soziale Netzwerke, Chatrooms und dergleichen geben sich Pädophile als Kinder und Jugendliche aus, nehmen Kontakt zu Kindern auf und versuchen sie z.B. zu sexuellen Handlungen vor der Webcam zu animieren. Kein Anbieter bietet davor derzeit irgendeinen Schutz, während Drittanbieter dafür bereits entsprechende Tools anbieten. Diese will AV-Test in Kürze unter die Lupe nehmen.

Das Fazit fällt insgesamt recht ernüchternd aus: Keine der getesteten Lösungen bietet alle Funktionen, und dort, wo diese vorhanden sind, ist die Leistungsfähigkeit nicht immer befriedigend. Da haben alle Hersteller noch Nachholbedarf.

Den ausführlichen Testbericht könnt ihr auf dieser Seite lesen.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Microsoft muss lernen, getätigte Einstellungen in einem Kinderkonto auch zu respektieren. Erst kürzlich wurden die Datenschutzeinstellungen in Skype "zurücksetzt". Mein Kurzer erhielt lauter dubiose Freundschaftsanfragen.
    Die letzte Konsequenz war, Skype endgültig zu verbannen. Nach der Verbannung von Mobile war dies ohnehin ein logischer Schritt. Hat sich jetzt endgültig ausgescypt.
    Meine Meinung: Im Rahmen seiner Möglichkeiten tut Microsoft sehr sehr viel für den Schutz allgemein u. die Familieneinstellung sind auch gut, wenn auch ausbaufähig. Das Hauptproblem sind aber die Eltern bzw. Anwender selbst, die teilweise nicht mal wissen, dass es die Möglichkeiten zum Einstellen gibt. Man schenkt den Kindern und Jugendlichen einfach ein Gerät und kümmert sich gar nicht mehr darum, bis etwas passiert. Auch in den Schulen wird das Thema nur gestreift. Na und wenn sich niemand rührt, dann ist ja alles ok?!?!
    Die Konfiguration des Kinderschutz ist einfach noch zu komplex. Bsp Family Safety. Eigentlich einfach eingerichtet, aber wehe es kommt noch eine Xbox One dazu, dort muss man die Kinderschutzeinstellungen nochmals auf der Xbox Seite konfigurieren anstatt alles zentral.
    MS Launcher funktioniert mit der Familienfunktion momentan gar nicht mehr. Hier gibt\'s es wirklich noch viel zutun.
    Klar, nichts ersetzt die Eltern. aber die sind meist selbst überfordert und wissen noch weniger als die Kinder. In den Schulen müsste das Thema auch intensiver behandelt werden, aber die Lehrer mit denen ich zutun habe, haben schlicht kein Interesse an sowas. Und warum? Weil nichts wirklich geregelt ist. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und jedes Land handhabt den Schutz im Internet wieder anders.
    Die Schutzfunktionen sind in der Regel auch viel zu versteckt. Bei Google war es mir noch am Jahresanfand, ein Kinderkonto einzurichten, wenn das Kind noch keine 13 war. Da ist schon die Annahme, ab wann Kids ein Handy haben, völlig realitätsfremd gewesen.
    Und generell nützt es ja nix, wenn sich auch Eltern nicht darum scheren, was auf das Gerät kommt. Man bedenke nur mal, ab welchem Alter man nach den Nutzungsbedingungen WhatsApp und Co. nutzen darf, aber alle Fünftklässler haben es trotzdem...
    Microsoft hinkt noch etwas hinterher, bei Google kann ich es nicht beurteilen, bei Apple klappt es gut, insbesondere seit man vom eigenen iOS-Gerät aus das Kindergerät verwalten kann.
    Naja, wenn Microsoft die Kreditkarte möchte oder ein Kopie vom Ausweis (macht google auch so) fällt wohl bei den Meisten der Vorhang.
    Kann ich verstehen- man kauft einen Rechner mit Windows und dabei soll es auch bleiben. Apps kann man sich an der Supermarktkasse auch kaufen.
    Ich muss sagen, dass ich die Schutzfunktion von ms überraschend gut finde. Leider leben wir 300 km auseinander. Ich kam auf die Idee, dass wir zusammen xbox spielen können. Er liebt Minecraft und ich finde es ebenfalls sehr gut. Bezahlen - geblockt. Kauf nur auf Anfrage. Freundschaftsanfrage geblockt. Kommunikation nur mit Freunden möglich. Webseiten - geblockt. X-Box Computerzeit konfiguriert. Inhalte beschränken aktiviert. Altersbeschränkung aktiviert. Usw. Usw. Ich denke, dass ich auf die Entfernung alles geregelt habe. Seine Mutter prüft ebenfalls. Das wichtigste und das ist der Punkt. Man muss viel mit den Kindern sprechen. Man muss sich mit den Themen auseinandersetzen. Egal ob am PC oder xbox. Ich spiele auch Spiele mit ihm online, die ich nie spielen würde. Aber man muss verstehen und sehen was dort betrieben wird. Man darf nix den Zufall überlassen. Einstellungen vornehmen und ausprobieren. Nach zwei Wochen nochmal wiederholen etc. Man schützt eben, was einem am wichtigsten ist. Punkt
    Ah, kann über die App nicht korrigiert werden. Die rede ist von meinem Sohn :)
    Ah, kann über die App nicht korrigiert werden. Die rede ist von meinem Sohn :)

    Das war auch so zu verstehen. ?
    Wir leben zwar alle in einem Haushalt, aber mich beschleicht das Gefühl, dass ich mich auch noch in diesen Sumpf begeben muss ...
    Es ist total einfach. Du musst nur Häkchen setzen und Zeiten einrichten. Aber ja, Kontrolle gehört dazu. Ich war anfangs auch sehr paranoid. Legt sich aber nach der Zeit. Gesetz den Fall, dass man sich mit der Thematik auseinandersetzt. Danach ist es einfach. :)
    Und danke Martin, dass du das hier erwähnt hast. Das Thema ist wichtig und hoffe nochmal was davon zu hören.
    Wenn man die Auswertungen mit den Unternehmen abgleicht, so sagen die roten Xe eher etwas über deren Geschäftsmodelle weniger über deren Interesse am Kinderschutz aus. Sollte letzteres nicht eher das Interesse des Staates sein? Immerhin hat er die Aufgabe, den Souverän, seine Bürger, zu schützen - ansonsten gilt ja das Naturrecht, oder ökonomisch: die unsichtbare Hand *feistgrins*
    Meine r Meinung nach sind die ganzen Einstellungen viel zu komplex als dass sie wirklich sinnvoll genutzt werden können. Jetzt nicht Bildschirmzeiten o.ä. sondern vor allem der Datenschutz. Probiert mal die Einstellung zu finden, damit ein 11 jähriger auf einen Minecraft Server verbinden kann. Ich glaube nicht, dass diese Einstellung von mehr als 2% der Benutzer gefunden wird. Es ist eine der 30 Datenschutzeinstellungen, die recht allgemein formuliert sind. Ist aber keine Kritik grundsätzlich an der Funktion, nur finde ich es derzeit noch nicht so ausgereift und verständlich dem Benutzer gegenüber, dass man es auch richtig einsetzen kann.
    Mich wundert auch die gute Bewertung von iOS, mit der ich (nach Sony) die schlechtesten Erfahrungen hatte. Zum einen können die Elternfunktionen nur dann wahrgenommen werden, wenn das Elternteil ebenfalls ein iOS Gerät verfügt. Apple ID reicht gerade mal zum Einrichten des Kind Accounts und ohne die AGB bestätigt zu haben oder eine Kreditkarte hinterlegt zu haben führt das zu "unbekannten Fehlern". Dann is auch die Prozedur für die Vergabe von Berechtigungen vanz Apple untypisch so eigenartig, dass ich selbst mit Anleitung sehr lange brauchte um z.b. Benachrichtigungen für App Käufe zu aktivieren. Und zu guter letzt können Apps ohne Altersbewertung mit einem simplen klick von "Ich bestätige dass ich bereits 17 bin" von 12 jährigen, denen man ein Kinderkonto einrichten MUSSTE, heruntergeladen und genutzt werden. Das habe ich dann etwas lächerlich gefunden.
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