Thunderbird: Entwickler geben Version 68.0 des Mailclients frei

Thunderbird: Entwickler geben Version 68.0 des Mailclients frei

Seitdem Mozilla die Entwicklung des eigenen Mailclients Thunderbird in die Hände der Community übergeben hat und mittlerweile nur noch als rechtliche und fiskalische Heimat für das Projekt dient, erhält das OpenSource-Projekt analog zum ESR-Zyklus von Firefox nur einmal pro Jahr ein größeres Funktionsupdate und wird ansonsten mit Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen bedacht. Am gestrigen Dienstag haben die Entwickler nun Thunderbird 68.0 im stabilen Kanal freigegeben, der allerdings vorerst nur als direkter Download bezogen werden kann. Mit dem Update auf Thunderbird 68.1 können Nutzer auch über die reguläre Updateroutine auf die neue Generation aktualisieren.

Neben zahlreichen Fehlerkorrekturen bringt Thunderbird 68.0 auch viele neue Funktionen, von denen einige auch von Firefox schon bekannt sind. So wurden verschiedene Optimierungen an der Benutzeroberfläche vorgenommen, darunter ein neues Hamburgermenü, ein verbessertes Einstellungsmenü, welches wie bei Firefox in Tabs gewandert ist, und ein neues dunkles Farbthema. Außerdem wurde die Software komplett auf WebExtensions umgestellt und unterstützt nun auch Gruppenrichtlinien. Parallel dazu sind nun auch ein MSI-Installationspaket sowie eine offizielle 64-bit Version für Windows verfügbar. Allerdings wurde mir über die offizielle Thunderbird-Seite aktuell noch die 32-bit-Version angeboten.

Aber auch sonst bringt Thunderbird 68.0 weitere, eigenständige Verbesserungen. Nutzer von Yandex können nun oAuth2 verwenden, zudem wurde die Filelink-API für Cloud Attachments ebenfalls auf WebExtensions umgestellt und bietet nun mit WeTransfer, Box.com und Dropbox vorerst drei Anbieter. Innerhalb eines Mailkontos können nun automatisch alle Ordner als gelesen markiert werden. Auch der integrierte Kalender Lightning wurde überarbeitet und gleicht nicht nur seine Versionsnummer der von Thunderbird an, sondern kann nun unter anderem auch besser mit Zeitzonen umgehen.

Thunderbird 68.0 steht ab sofort für alle unterstützten Systeme zum direkten Download bereit. Alles wichtigen Informationen findet ihr wie immer in den Release Notes.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Warum wird noch immer keine Thunderbird-App für Mobilgeräte angeboten, wie es z.B. bei Windows 10 und Windows Phone möglich war (bzw. noch ist)?
    Warum sollte Mozilla sich entgegen besseren Wissens einer toten Plattform widmen? Vielleicht, aber auch nur vielleicht mal für Android, da werden sie aber einen schweren Stand haben (was da bislang vorhanden ist, ist nicht von Mozilla und alt).
    @Domviller
    Einerseits liegt das an fehlenden Entwicklerressourcen. Thunderbird an sich ist schon ein großer Modernisierungsfall und muss in dem Bereich noch einiges aufholen. Version 68.0 ist der erste Schritt, jetzt wird das nochmal mindestens ein Jahr dauern, bis dann Thunderbird 76.0 als nächstes Funktionsupdate hoffentlich die restlichen Features, die sie Anfang 2019 umrissen hatten, mitbringt. Ist nunmal so, dass an Thunderbird insgesamt nur 14 Personen hauptamtlich arbeiten, wovon nicht alle Entwickler sind. Mozilla hat da mit seinen Plänen, die Codebasis von Thunderbird von der von Firefox zu trennen, seinen Beitrag zum Chaos geleistet, aber auch sonst ist bei Thunderbird während dem 24er-, 31er-, 38-er, 45-er und 52er-Zyklus zu wenig passiert. Das waren etwas mehr als fünf verlorene Jahre, rechnet man die Reste von Thunderbird 17.0 ESR mit ein. Erst seit letztem Jahr passiert wieder mehr.
    Die größte Chance auf einen mobilen Ableger hätte wohl Android, vorausgesetzt, dass das Thunderbird-Team sich dazu entscheidet, die Android Components zu verwenden, die aktuell für Fenix von Mozilla aufgebaut werden. Ob das jemals so kommt, keine Ahnung.
    Peinlich wie stiefmütterlich Mozilla Thunderbird behandelt. Die Prioritäten liegen bei der Firma total falsch.
    @iCON
    Mozilla behandelt Thunderbird nicht stiefmütterlich. Sie sind die rechtliche und fiskalische Heimat für das Projekt, mehr aber auch nicht. Mit der technischen Weiterentwicklung des Mailclients haben sie seit mehreren Jahren überhaupt nichts mehr zu tun, da haben sie sich mit dem Release von Thunderbird 17.0 ESR vor knapp 6 Jahren schon zurückgezogen. Seitdem obliegt die Leitung des Projekts dem Thunderbird Council und die Vertretung einem kleinen Kreis um Ryan Sipes.
    Mozilla selbst macht nur noch die Firefox-Familie, Pocket und einige Nebenprojekte wie WebThings, Rust und Common Voice.
    Mit Thunderbird habe ich seit Jahren nichts mehr am Hut. Früher war's mal mein Standard-Mail-Client, aber... so wirklich gefallen hat mir das Programm nie. Zu kompliziert, zu träge, und auch das Interface war nie meins. Ich nutze jetzt seit einiger Zeit den GMail Webmailer, nachdem ich vorher die Windows 10 Mail-App verwendet habe. Wie bei vielem finde ich auch da, dass Google einfach den besseren Job macht, als die Konkurrenz. Mag sein, dass Profis, die den Mail-Client auch geschäftlich nutzen, bei GMail einige Funktionen vermissen werden, aber, mir reicht das völlig aus...
    hi
    bin mit thunderbird schon jahre zufrieden. auch die neue version funktioniert einwandfrei.

    gruß
    Solange die Addons nicht funktionieren, vor allem Dont Restore Tabs, kommt mir diese Version nicht ins Haus.
    Ich bin zurück auf 60.8.0
    Ich habe jetzt auf allen Rechner die 64-Bit-Version upgedatet. Meine Add-ons funktionieren (nachdem sie neu installiert wurden) mit TB 68.0 fehlerfrei (Provider für Google Kalender und gContactSync).
    chakko
    Mit Thunderbird habe ich seit Jahren nichts mehr am Hut.
    Ich nutze jetzt seit einiger Zeit den GMail Webmailer, nachdem ich vorher die Windows 10 Mail-App verwendet habe. Wie bei vielem finde ich auch da, dass Google einfach den besseren Job macht, als die Konkurrenz.

    Das sind zwei Paar Schuhe.
    Lutz
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