Treiberaktualisierung über Windows Update: Neues Verfahren tritt am 5. November in Kraft

Treiberaktualisierung über Windows Update: Neues Verfahren tritt am 5. November in Kraft

Seit einem Jahr hat Microsoft intensiv an einer Verbesserung der Treiber-Aktualisierung via Windows Update gearbeitet und dabei einige organisatorische und technische Veränderungen vorgenommen. Nun ist der Prozess abgeschlossen, zum 5. November treten alle getesteten Neuerungen in Kraft – allerdings nur für die Nutzer der Windows 10 Versionen ab 2004 und später.

Die wichtigste Neuerung ist eine klare Trennung zwischen automatischen und manuellen Treiber-Updates. Sobald man eine Webcam, einen Drucker oder was auch immer anschließt, sucht Windows Update nach dem aktuellen Treiber und installiert ihn automatisch.

Für alle Geräte, die dem PC bereits bekannt waren, kann es sowohl automatische als auch manuelle Treiberupdates geben. Die automatischen Updates werden nach wie vor ohne Zutun des Nutzers installiert, manuelle Updates werden zwar ebenfalls via Windows Update angeboten, aber nicht automatisch installiert. Sie tauchen stattdessen als „Optionale Updates“ auf, deren Installation vom Nutzer manuell angestoßen werden muss.

Mit diesen Maßnahmen will Microsoft die optimale Balance zwischen sorgenfreiem Plug&Play und der Kontrolle des Nutzers über Treiberupdates auf seinem System schaffen, heißt es in der zugehörigen Ankündigung.

Für die Leser, die sich für Details interessieren, was Microsoft in den letzten 12 Monaten so alles unternommen hat, um die Qualität von Windows-Treibern zu verbessern, habe ich die Stationen im Schnelldurchlauf zusammengefasst:

Im November 2019 begann der Test der Auslieferung von Treibern als optionale Updates mit den Windows Insidern. Im Januar 2020 gab man den Hardware-Herstellern eine Möglichkeit an die Hand, Treiber als inkompatibel zu markieren und so deren Verteilung via Windows Update zu verhindern. Im März wurde dieses Verfahren in die Praxis umgesetzt, Hardware-Hersteller können seither ihre Treiber auch direkt in Windows Update einsteuern und diese schubweise ausrollen, um auf eventuelle Probleme schneller reagieren zu können.

Ebenfalls seit März liefert Microsoft neue Treiber zuerst an besonders aktiv genutzte Computer aus, um möglichst viele Daten über deren Stabilität zu bekommen. Dabei kommt dieses Teufelszeug mit dem Namen Telemetrie zum Einsatz. Eben diese Telemetriedaten werden seit Mai in einer neuen Art und Weise ausgewertet, wodurch man bei auftretenden Problemen schneller die Zusammenhänge erkennen kann. Für Grafiktreiber gelten dabei seit Mai besonders strenge Regeln, sie werden schon bei den ersten Hinweisen auf Instabilitäten aus dem Verkehr gezogen.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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