Tribit XFree Tune im Test: Umständliches Klangwunder

Tribit XFree Tune im Test: Umständliches Klangwunder

Aller guten Dinge sind mal wieder drei: Nachdem ich in den letzten Monaten schon zwei Bluetooth-Lautsprecher von Tribit im Test hatte, ist mit dem „XFree Tune“ nun ein Kopfhörer an der Reihe. Sowohl der XBoom als auch der XSound Go erwiesen sich in den Tests als durchaus brauchbar, von daher war ich positiv gespannt. Angesichts des Preises von 45 Euro hatte ich allerdings auch keine allzu hohen Erwartungen.

Dass ich eine Überraschung erleben könnte, ahnte ich schon nach dem Auspacken. Das Gewicht (rund 290 Gramm) vermittelte eine gewisse Wertigkeit, das setzte sich beim ersten Abtasten fort. Man hat nicht sofort das Gefühl, einen Billig-Klopper in den Fingern zu haben. Das Gehäuse besteht nicht aus dem üblichen Hartplastik, sondern aus einem weichen Kunststoff, die Polsterung am Kopfband und an den Hörmuscheln hinterließ ebenfalls einen guten ersten Eindruck (der sich dann auch bei längerem Tragen bestätigte).

Tribit XFree Tune

Bevor wir weiter machen, hier die technischen Basis-Informationen:

  • zwei 40mm-Treiber
  • Frequenzgang 20 Hz – 20 KHz
  • Bluetooth 4.1
  • Bluetooth-Profile: A2DP, AVRCP, HFP, HSP
  • Gewicht: 288 Gramm
  • angegebene Laufzeit: bis zu 40 Stunden

Der Tribit XFree Tune ist nicht nur ein Kopfhörer, sondern kann über das integrierte Mikrofon auch als Freisprech-Headset verwendet werden. Durch gleichzeitiges Drücken von Leiser und Lauter kann man außerdem einen digitalen Assistenten starten. Das habe ich erst in der Bedienungsanleitung gelesen, nachdem ich an meinem Windows-PC versehentlich Cortana geweckt hatte. Ich glaube, sie hat sich mindestens genau so erschrocken wie ich.

Nun aber ab auf die Ohren damit: Wer die kleinen seitlich eingestanzten Buchstaben nicht sofort sieht, dem wird beim Blick ins Innere der Ohrmuscheln klar, welches Ohr wo rein gehört.

Tribit XFree Tune

Die erste Hörprobe fand mit dem Smartphone statt und hier bekam ich das, was ich erwartet habe: Einen Sound der Marke „ok“. Nicht herausragend, aber alles andere als billig oder gar schlecht. Eben das, was man für 45 Euro erwarten darf. Dieser Eindruck änderte sich schlagartig, als ich den XFree Tune mit meinem Windows-PC koppelte.

Man kann via Bluetooth übrigens mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden sein, um z.B. Musik vom PC zu hören, ohne einen Anruf auf dem Smartphone zu verpassen. Sehr praktisch.

Aber zurück zum PC-Sound: Hier gab es jetzt so richtig Druck auf die Ohren, und zwar sowohl was die Lautstärke als auch die Klangfülle angeht. Es ist ja immer schwer, die Klangqualität zu beschreiben, dazu kommt, dass die Eindrücke subjektiv sind. Aber das ist definitiv kein 50-Euro-Sound, sondern deutlich mehr. Den krassen Unterschied zwischen dem Klang am Smartphone und am PC erkläre ich mir mit der schlechteren Streaming-Qualität von Spotify.

Bis zu 40 Stunden Dauer-Beschallung sollen mit einer Akkuladung möglich sein. Da ich den Kopfhörer nun zwei Wochen lang genutzt habe, davon zweimal auf einer mehrstündigen Zugfahrt, gehe ich davon aus, dass diese Angaben nahe an der Wahrheit liegen. Ich musste ihn nämlich noch nicht aufladen und die Akku-Anzeige behauptet, es wären noch 90 Prozent Kapazität vorhanden. Das stimmt mit Sicherheit nicht, aber ein Dauerläufer ist der XFree Tune in jedem Fall. Sollte ihm zum falschen Zeitpunkt die Puste ausgehen, braucht man allerdings ein wenig Geduld: Vier Stunden dauert es, ehe der Akku (via Micro USB) wieder voll aufgeladen ist. Alternativ kann man den XFree Tune auch über den klassischen 3,5mm-Anschluss betreiben, ein passendes Kabel liegt bei.

Tribit XFree Tune

Wenn man den Kopfhörer nicht benötigt, kann man ihn zusammenklappen und im mitgelieferten Etui verstauen. Dabei entstehen an den Hörmuscheln allerdings regelmäßig Druckstellen, die sich nur sehr zögerlich wieder auflösen. Hat keinen Einfluss auf Komfort oder Funktion, sieht halt aber unschön aus.

Die Bedienung gestaltet sich leider sehr „fummelig“. Man tut sich schwer, die auf der rechten Seite angebrachten Funktionsknöpfe überhaupt zu ertasten, außerdem fühlen sie sich kaum unterschiedlich an. Man muss sich also einprägen, dass die Power-Taste vorne und die Lautstärkewippe hinten sitzt.

Mit der Power-Taste kann man den Kopfhörer nicht nur ein- und ausschalten, sie dient auch zum Pausieren/Fortsetzen der Wiedergabe sowie zum Annehmen bzw. Beenden eines Anrufs.

Mit den Lautstärke-Tasten kann man außerdem zum vorigen oder nächsten Titel springen, muss dafür aber sehr lange (ca. drei Sekunden) drücken.

Positiv aufgefallen ist mir, dass die Bluetooth-Verbindung nach dem Einschalten wirklich blitzschnell aufgebaut wird. „Power on“ und „Paired“ ertönen sozusagen im selben Atemzug.

Wie lautet das Fazit?

Für 45 Euro bekommt man mit dem Tribit XFree Tune einen Kopfhörer, der hinsichtlich der Klangqualität das Zeug zum Preis-/Leistungssieger hat. Dazu gesellt sich die für diese Preisklasse wirklich gute Verarbeitung. Getrübt wird das Bild lediglich durch die umständliche Bedienung.

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Disclaimer: Wie auch schon zuvor die beiden Lautsprecher wurde mir auch der Kopfhörer kostenlos für den Test überlassen.

Tribit XFree Tune

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Den krassen Unterschied zwischen dem Klang am Smartphone und am PC erkläre ich mir mit der schlechteren Streaming-Qualität von Spotify.

    Vielleicht hätte man dem etwas mehr auf den Zahn fühlen sollen? So steht der Leser auch nur schultertzuckend da und fragt sich ob es nicht auch an den Klangprofilen von PC und Smartphone liegen könnte?
    In der beiliegenden Produktbeschreibung steht jedenfalls nichts davon. Wie ich das sehe, ist das aber auch eher eine Rauschunterdrückung für das integrierte Mikrofon.
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