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Twitter startet Progressive Web App für Windows offiziell, alte Versionen laufen aus

Twitter startet Progressive Web App für Windows offiziell, alte Versionen laufen aus

Nachdem am Montag das Windows 10 April Update an den Start gegangen ist, hat Twitter seine neue Progressive Web App ebenfalls ganz offiziell vorgestellt. Bisher war diese ja nur Insidern zugänglich gewesen, die das April Update vorab getestet hatten.

Microsoft und Twitter feiern das Release mit eigenen Blogposts, aber auch wenn die Twitter-PWA in der Tat in vorbildlicher Weise aufzeigt, was mit diesen neuen Web Apps möglich ist, so bleibt dennoch ein leicht fader Beigeschmack. Dieser betrifft vor allen Dingen die Nutzer älterer Windows (Phone)-Versionen, denn diese bleiben nun komplett außen vor. Die älteren Versionen der Twitter-App wurden bereits aus dem Store entfernt und werden ab dem 1. Juni 2018 nicht mehr unterstützt. Aus der Ankündigung geht nicht klar hervor, ob die Apps für Windows (Phone) 8.1 zu diesem Datum auch tatsächlich abgeschaltet werden, da allerdings empfohlen wird, unter diesen Systemen künftig den Browser zu benutzen, wird es wohl so sein.

PWA ist Fort- und Rückschritt zugleich

Die neue Twitter-PWA hat einige Funktionen, welche die App vorher nicht hatte: Unterstützung für 280 Zeichen, Lesezeichen und eine überarbeitete „Explore“-Seitenleiste. Diese Vorteile beruhen allerdings einzig auf dem Umstand, dass die Universal App bereits seit vielen Monaten inoffiziell eingestellt war und keinerlei Pflege mehr erhielt. Im Gegenzug fehlen leider auch ein paar Funktionen wie beispielsweise Multi-Account-Support und Nachtmodus. Letzteren will Twitter allerdings zusammen mit anderen Funktionen „in den kommenden Wochen und Monaten“ nachliefern.

Um die Twitter-PWA sind einige Grundsatzdiskussionen entbrannt. Sind PWAs grundsätzlich „schlechter“ als native Apps? Zweifellos sind sie das, das Twitter-Beispiel zeigt allerdings auch, dass sie durchaus „gut genug“ sein können. Mit Live Tile, Anbindung an die „Teilen“-Funktion, Einbindung ins Info-Center und der Unterstützung von Sprunglisten beweist Twitter, dass PWAs viel mehr sein können als „dumme Web Wrapper“. Viele Apps für Windows waren in der Vergangenheit schlecht oder gar nicht erst vorhanden – wenn wir stattdessen nun PWAs auf dem Niveau von Twitter bekämen, wäre das unter dem Strich ein riesiger Fortschritt. Leider muss man dahinter jedoch ein Fragezeichen setzen. Das Twitter-Beispiel zeigt nämlich ebenfalls, dass PWAs sehr wohl plattformspezifischen Aufwand erfordern, es wird also weiterhin davon abhängen, wieviel Liebe die jeweiligen Entwickler der Windows-Plattform entgegen bringen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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