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Übernahme von Activision durch Microsoft: Britische Kartellbehörde beginnt formale Prüfung

Übernahme von Activision durch Microsoft: Britische Kartellbehörde beginnt formale Prüfung

Die britische Wettbewerbsaufsicht CMA (Competition and Markets Authority) hat heute bekanntgegeben, die Übernahme von Activision durch Microsoft zu prüfen. In weniger als zwei Monaten soll es bereits eine erste Entscheidung geben.

In der Erklärung heißt es wörtlich:

‎Die Competition and Markets Authority (CMA) prüft, ob es der Fall ist oder sein kann, dass diese Transaktion, wenn sie durchgeführt wird, zur Schaffung einer relevanten Fusionssituation nach den Fusionsbestimmungen des Enterprise Act 2002 führen wird, und, wenn ja, ob die Schaffung dieser Situation zu einer erheblichen Verringerung des Wettbewerbs auf einem Markt oder Märkten im Vereinigten Königreich für Waren oder Dienstleistungen führen kann.‎

Holprig übersetztes Amtsenglisch, es würde von einer deutschen Behörde formuliert allerdings nicht weniger schwulstig klingen. Mit einfachen Worten kann man sagen: Die Behörde macht ihren Job. Zu prüfen, ob eine solche Übernahme den freien Wettbewerb behindert, ist ihre ureigenste Aufgabe.

Insofern ist der Start dieser Untersuchung für Microsoft weder eine gute noch eine schlechte Nachricht, sondern Business as usual und eine weitere Etappe auf dem Weg zur Vollendung der teuersten Übernahme aller Zeiten in der Technikbranche. Wenn alle Behörden grünes Licht geben, wird Microsoft für Activision 68,7 Milliarden US-Dollar auf den Tisch legen.

Call of Duty, Warcraft, Candy Crush, Tony Hawk, Diablo, Overwatch, Spyro, Hearthstone, Guitar Hero, Crash Bandicoot, StarCraft – die Liste der Toptitel von Activision Blizzard ist ist lang, und der Einfluss einer solchen Übernahme entsprechend hoch. Allerdings schwingt sich Microsoft damit hinter Sony und Tencent „nur“ zum drittgrößten Spielehersteller der Welt auf, insofern dürfte der Deal am Ende mit vergleichsweise geringem Widerstand durch die Instanzen marschieren.

Die Aktionäre von Activision Blizzard hatten die Übernahme im April bereits abgesegnet und dem Kaufpreis von 95 Dollar je Aktie zugestimmt. Es gibt aber auch Widerstand, in den USA haben mehrere Senatoren der Demokraten die Aufsichtsbehörde FTC aufgefordert, bei der Übernahme genau hinzusehen. Dabei geht es allerdings nicht um eine mögliche Monopolstellung Microsofts in der Spieleindustrie, vielmehr fürchten die Senatoren, durch die Übernahme könnten Arbeitnehmerrechte geschwächt und die Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe behindert werden.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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