UGREEN NASync DH2300 ausprobiert: Top NAS für Einsteiger
Vor einigen Wochen habe ich bereits das UGREEN NAS DH4300 Plus getestet und war von dem kleinen, feinen NAS mit 4 Platten und einer sparsamen ARM-basierten Recheneinheit sehr begeistert. Neu hat UGREEN nun den kleinen Bruder DH2300 herausgebracht. Das DH2300 übernimmt die meisten Spezifikationen des DH4300 Plus, richtet sich noch stärker an Einsteiger und Sparfüchse.
Neben der Tatsache, dass das DH2300 nur zwei statt vier Festplatteneinschübe für 2,5″ oder 3,5″ SATA-Platten bietet, werkelt im DH2300 der etwas schwächere ROCKCHIP RK3576 anstelle des RK3588C im DH4300 Plus. Zuletzt sind noch der Netzwerkanschluss von 2,5 auf 1 GBit und der Arbeitsspeicher von 8 auf 4 GB reduziert worden. Alle weiteren Hardwarespezifikationen sind bei beiden Geräten identisch. Sollte euch in meinem Test das eine oder andere Detail fehlen, schaut doch bitte auch in den Test des DH4300, in dem ich auf einige Punkte noch deutlich detaillierter eingehe.
Das Gehäuse ist natürlich im Vergleich zum DH4300 entsprechend der zwei entfallenen Einschübe kleiner und mit 213,7 x 98 x 151 mm (HxBxT) deutlich schmaler als das DH4300 mit einer Breite von 155 mm. Auch das Leergewicht ist mit 0,95 kg sehr gering.
Der im DH2300 verbaute RK3576 sollte mit seinen vier Cortex-A72 und vier Cortex-A53 Kernen dennoch genug an Leistung für den täglichen Gebrauch bieten. Sogar eine NPU mit 6 TOPS ist mit an Bord, die zum Beispiel für die schnelle Gesichtserkennung in Bildern zum Tragen kommt.
Hier also zunächst einmal die Auflistung der technischen Daten:
- Betriebssystem: UGOS Pro
- Prozessor: Rockchip RK3576 (8 Cores/8 Threads / 4x Cortex A72, 4x Cortex A53)
- RAM: 4GB LPDDR4X
- Systemspeicher: 32 GB eMMC
- Festplatteneinschübe: 2x SATA3 (6Gbps) – Kompatibel mit 2,5″ und 3,5″ Festplatten
- 1x HDMI 2.1
- 1x 1 Gbps RJ45
- 1x USB-C 3.2 Gen 1 (5 Gbps)
- 2x USB-A 3.2 Gen 1 (5 Gbps)
- Stromversorgung: 12V / 4,2A
Unboxing
Der Verpackungsaufbau ähnelt dem des DH4300 Plus. In der Verpackung finden sich das NAS ohne Festplatten, ein 2 Meter langes LAN-Kabel, ein Netzteil, ein Schraubendreher, ausreichend Schrauben für die Installation von 3,5″ und 2,5″ Festplatten, eine Garantiekarte und Handbücher mit Schnellstartanleitungen. Die Verarbeitungsqualität ist auch hier hervorragend und wertig.
Die Inbetriebnahme ist ebenso einfach, wie auch schon beim großen Bruder. Die ebenfalls für den Test durch UGREEN bereitgestellten Seagate IronWolf-Festplatten in die Rahmen geschraubt, die Rahmen eingesetzt, LAN- und Netzkabel angeschlossen und schon kann es losgehen.
Die Rahmen befinden sich auch hier unter dem magnetisch gehaltenen Deckel. Durch kurzes Betätigen des Knopfes an der Vorderseite startet das NAS und ist nach etwa 2 Minuten betriebsbereit. Auf der Vorderseite befindet sich ein NFC-Tag, welches direkt auf die Downloadseite der UGREEN-NAS-App leitet. Mit der App wird das neue NAS binnen Sekunden im LAN gefunden und kann eingerichtet werden. Admin-Konto und Passwort vergeben und schon geht es los, natürlich mit einem Software-Update. Nach ein paar Minuten ist die Version 1.10.0 heruntergeladen und installiert, anschließend wird das System neu gestartet.
Natürlich müssen jetzt noch je mindestens ein Speicherpool und ein Volume hinzugefügt werden. Aufgrund der Beschränkung auf nur zwei Festplatten im DH2300 können als RAID-Level lediglich RAID 0, RAID 1 und JBOD ausgewählt werden. Um die Daten ausfallsicher zu halten, sollte hier in jedem Fall RAID 1 gewählt werden, bei dem alle Daten auf beide Platten gespiegelt werden.
Die Initialisierung gelingt kinderleicht dank sinnvoller Empfehlungen und übersichtlicher Schaubilder von UGREEN. Binnen weniger Sekunden steht der Speicher dann zur Verfügung und kann für so ziemlich alle möglichen Zwecke eingesetzt werden. Im Hintergrund läuft dann noch für einige Stunden, abhängig von der eingesetzten Festplattengröße, die Synchronisierung der Festplatten mit niedriger Priorität.
Wie auch schon beim DH4300 Plus und auch den UGREEN NASync-Geräten aus der DXP-Reihe können über das App Center weitere Applikationen, wie zum Beispiel eine Bild-, Musik- und Videoverwaltung heruntergeladen werden. Im Gegensatz zu allen anderen bislang getesteten Geräten von UGREEN stellt sich hier aber kurz eine Ernüchterung ein: Es ist kein Paket für Docker vorhanden. Das ist zwar schade, aber aufgrund des doch schwächeren Prozessors im Vergleich zu allen anderen Geräten aus dem gleichen Hause und dem auf 4 GB reduzierten RAM eine nachvollziehbare Entscheidung.
Für Enthusiasten oder Leute, die einfach mal was ausprobieren wollen, ist die Lösung des Problems aber nur eine kurze Websuche entfernt. Kollege Dennis Schröder hat hierzu bereits einen Blog-Artikel veröffentlicht. Mit dem Paket des DH4300 Plus lässt sich Docker somit auch auf dem DH2300 installieren, obwohl es offiziell nicht vorgesehen ist. Damit ist dann der Funktionalität keine Grenze mehr gesetzt und alles, was auf dem DH4300 Plus läuft, kann ebenso auf dem DH2300 in Betrieb genommen werden, wenn auch aufgrund der geringeren Prozessorleistung gegebenenfalls etwas langsamer.
Der Stromverbrauch lag bei mir mit aktiven Platten bei der Synchronisierung des RAIDs bei etwa 12 W. Mit hoher CPU-Last habe ich maximal 20 W beobachten können. In den Energieeinstellungen kann auch festgelegt werden, dass die Festplatten bei Nichtnutzung in den Ruhezustand versetzt werden. Wenn beide Festplatten vom System heruntergefahren werden, lag der Stromverbrauch bei meinem Gerät bei gerade einmal 3 W. Ein sensationeller Wert — besonders für ein Gerät, das die meiste Zeit im Leerlauf betrieben wird.
Die Lautstärke des NAS ist faktisch als nicht hörbar zu bezeichnen. Natürlich, gibt man dem kleinen ARM-Chip viele Fotos oder Videos, um sie zu verarbeiten, dreht der Lüfter auch mal kurz auf 800 Umdrehungen auf, ist dabei aber nie unangenehm laut. Hier sind es dann schon eher die drehenden Festplatten, die man beim Zugriff das eine oder andere Mal wahrnimmt. Für den Test hatte ich das NAS im Schlafzimmer/Büro aufgebaut. Weitere nennenswerte Geräuschquellen gibt es hier nicht und im Idle war das NAS faktisch nicht hörbar.
Fazit
Das UGREEN NAS DH2300 ist ein absolut solides Gerät. Die tolle Verarbeitungsqualität, der schmale Formfaktor und die niedrige Lautstärke sind Faktoren, welche das NAS nahezu für jeden, der keine große Sammlung von Anwendungen im Heimnetz betreiben möchte, aber gleichzeitig Wert auf die Sicherheit der eigenen Daten legt, empfehlenswert machen.
Fotos, Musik, Videos und Daten können hier in jedem Fall sicherer als auf dem eigenen PC abgelegt und zentral im Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Berechtigungen können granular konfiguriert werden, sodass auch nur das Familien- oder WG-Mitglied auf die Daten kommt, die für dessen Augen bestimmt sind. Durch ein RAID 1 darf eine Festplatte ausfallen und dennoch stehen weiterhin alle Daten zur Verfügung. Die Einrichtung ist schnell gemacht und das wirklich kinderleicht.
Schlussendlich kommt dann noch der Preis, der das DH2300 wirklich zur ganz klaren Empfehlung macht. Die UVP liegt bei 209,99 Euro. Mittels Coupon ist das NAS aktuell für 189,99 Euro bei Amazon, also knapp 10 % günstiger, verfügbar. Ein Preis, der günstiger ist als alles, was bei der Konkurrenz mit S oder Q zu finden ist, und dann auch noch deutlich mehr Leistung bringt als die Low-End-Geräte der „etablierten“ Hersteller.
Selbst für Leute, die nach dem Einstieg in den Betrieb eines eigenen NAS noch weitere Applikationen, wie ein Paperless NGX selbst betreiben möchten, bietet das DH2300 wirklich genug Leistungsressourcen, wenn auch die Installation von Docker manuell gemacht werden muss.
Entgegen der Meinung vieler anderer Testberichte sehe ich das Einsparen des 2,5‑GBit‑LAN‑Ports im Übrigen nicht als Kritikpunkt. Viele Leute haben bis heute Netzwerke mit maximal 1 GBit. Natürlich, neue Router und Switches kommen meist mit 2,5 GBit, aber genutzt wird es meiner Ansicht nach selten bis gar nicht in den Haushalten, die durch ein solches Gerät angesprochen werden.
Selbst in meinem Heimnetzwerk gehen nicht mehr als 1 GBit, da ich lediglich eine Fritz!Box 7590 AX nutze, die nicht mehr zur Verfügung stellt. Für die Zukunftssicherheit wären 2,5 GBit wünschenswert gewesen, ja, aber wer das wirklich benötigt, sollte sich vielleicht dann doch eher in Richtung DH4300 Plus bewegen, da dann wahrscheinlich auch die angeforderte Leistung eventuell in Zukunft ein wenig höher sein wird.
Lohnenswertes zum Black Friday
Normalerweise machen wir hier keine Werbung für Rabattaktionen der Hersteller. Hier muss ich aber noch Folgendes erwähnen: UGREEN bietet zum Black Friday in der Warm-Up Phase zwischen dem 14. und 19.11. einige NAS-Bundles über die eigene Webseite mit einem Rabatt von bis zu 25 % an. Während der Black Friday Aktion vom 20.11. – 01.12. werden dann viele der von uns getesteten und empfohlenen Produkte unter anderem aus der Nexode-Reihe von UGREEN mit bis zu 40 % Rabatt angeboten. Die NAS-Produkte werden auch hier weiter mit bis zu 25 % Rabatt und einer „Bestpreis des Jahres“-Garantie angeboten. Sollte das NAS also bis Jahresende noch einmal günstiger zu erwerben sein, bietet UGREEN sogar an, die Differenz zurückzuzahlen. Das hier getestete DH2300 wird in dieser Aktion mit 20 % Rabatt für nur 167,99 Euro bei Amazon und UGREEN und das DH4300 Plus sogar mit 25 % Rabatt für insgesamt nur 322,49 Euro bei Amazon und UGREEN zu erstehen sein. Top-Preise, auf die es sich definitiv zu warten lohnt.
Disclaimer: UGREEN hat uns die NAS-Server nebst Festplatten kostenlos zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gibt es nicht.
DrWindows News per WhatsApp: Abonniere unseren Kanal.Über den Autor

Alex Lüttgen
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.









