Ungenutzte Microsoft-Konten verfallen nach zwei Jahren

Ungenutzte Microsoft-Konten verfallen nach zwei Jahren

Zum 1. Juli hat Microsoft seine allgemeinen Nutzungsbedingungen, genannt „Servicevertrag“, geändert. Wer ein Microsoft-Konto nutzt, sollte über die Änderung bereits per E-Mail informiert worden sein.

Ich habe etwas völlig Verrücktes gemacht: Ich bin dem Link in der E-Mail gefolgt und habe mir den Servicevertrag durchgelesen. Dabei sind mir Änderungen aufgefallen. Ok, geschummelt, das war nicht schwer, denn Microsoft macht das äußerst vorbildlich und informiert nicht nur, dass der Servicevertrag geändert wurde, sondern listet die Unterschiede zur vorherigen Version auf einer eigenen Seite auf.

Die wichtigste Änderung tritt zum 30. August 2019 in Kraft: Ab diesem Zeitpunkt werden Microsoft-Konten automatisch stillgelegt bzw. gelöscht, wenn sich der Besitzer für den Zeitraum von zwei Jahren nicht angemeldet hat. Es gibt allerdings viele Ausnahmen von dieser Regel.

Besteht ein aktives, bezahltes Abonnement, wird das Konto unter keinen Umständen stillgelegt. Gleiches gilt für Konten, auf denen ein Guthaben  oder ein Zahlungsrückstand besteht. Wurde das Konto für den Kauf eines digitalen Produkts oder für eine Zertifizierung verwendet, droht ebenfalls keine Löschung wegen Inaktivität. Entwickler, die über ihr Microsoft-Konto eine App im Microsoft Store veröffentlicht haben, sind ebenfalls ausgenommen, und last but not least werden auch die Konten von „Familienoberhäuptern“ nicht angefasst, wenn über diese bestimmte Rechte an Familienmitglieder vergeben wurden.

Vereinfacht könnte man sagen: Wer sein Microsoft-Konto in irgendeiner Weise aktiv genutzt hat, dem droht keine automatische Löschung, denn mindestens eine der oben aufgeführten Ausnahmen trifft in diesem Fall ziemlich sicher zu.

Die restlichen Änderungen am Servicevertrag sind reine Formalitäten. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass für Kunden außerhalb von USA und China nun Microsoft Irelands der Vertragspartner für Skype ist und nicht mehr die Skype Communications Sarl in Luxemburg.

Quelle: Microsoft

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Nur um den unvermeidlichen Fragen zuvorzukommen!
    Ganz wichtig zu erwähnen, obwohl es ja im Artikel angesprochen wurde:
    MS Konten, die lediglich genutzt wurden, um Windows 10 damit zu verknüpfen, werden natürlich in keinem Fall automatisch gelöscht. Es können also keine Aktivierungen von Windows 10 plötzlich verloren gehen, weil im Konto über die Verknüpfung hinaus keine weiteren Aktivitäten erfolgten!
    Ich vermute mal stark, dass eine mit dem Microsoft-Konto verknüpfte Windows 10-Aktivierung in die Ausnahme-Kategorie "Digitaler Kauf" fällt. Auch wenn der Kauf 0 Euro gekostet hat.
    @Martin
    Davon ist auszugehen, ich wollte nur entsprechenden Fragen zuvorkommen, denn die sind hier vorprogrammiert.
    Es betrifft dann wohl nur diejenigen, die einst einen MS-Account erstellten, Windows und diverse Dienste nutzten und sich irgendwann von allem verabschiedet hatten.
    Linux- oder Macnutzer zum Bleistift.
    So richtig erschließt sich mir der Sinn hinter der Sache aber trotzdem nicht so recht. Jeder, der von einer solchen Löschung betroffen ist, kann sich bei Bedarf doch jederzeit wieder einen neuen Account erstellen.
    Es geht ja auch nicht darum. Leute rauszuwerfen, sondern um digitale Entrümpelung. Warum sollten sie Daten von Kunden ewig abspeichern, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gar nicht mehr da sind?
    Die Wahrscheinlichkeit gibt es bei all den anderen Konten auch, die ewig inaktiv, aber aus Grund XY nicht gelöscht werden. Wird - und das ist gut - aber nicht gemacht, weil eben doch digitale Güter, Dienste, etc. damit verbunden sind.
    Sollen die Konten halt auf inaktiv umgestellt werden (mit Reaktivierungsmöglichkeit), aber dann kann auch im "Worst Case" keine Löschroutine eine Konto fälschlicherweise entfernen.
    Mich würde interessieren ob danach die E-Mail Adresse dauerhaft gesperrt wird oder ob man sich nach einer gewissen Zeit wieder neu registrieren kann.
    Wenn man bei Google das Konto löscht kann man die E-Mail Addy danach nie wieder verwenden.
    Ich denke mal, dass diese Aufräumaktionen vor allem die Konten betreffen, deren Ersteller sie mit E-Mail Adressen erstellten, die nie existierten. Gab ja einige, die MS-Konten mit Fake Adressen erstellten.
    Wer sich als (ehemaliger) Insider damals mit mehreren Konten angemeldet und auch die 30GB Cloudspeicher erhalten hat sollte sich mal kümmern. Neu anmelden wird wohl funktionieren aber dann nur noch mit den üblichen 5GB.
    Also ich kann ich noch erinnern als ich damals mein Konto erstellt habe war das auch schon Standard. Das löschen muss dann wohl irgendwann mal abgeschafft worden sein und nun wieder eingeführt.
    Viele Nicht- ITler haben sich beim Einrichten ihres Windows Phones ein MS Konto angelegt, ohne zu wissen was sie tun. Seit sie dann beim Einrichten ihres neuen Android Phones einen Google Account angelegt haben, auch ohne zu wissen was sie tun, ist das MS Konto verwaist. Sie schwören hoch und heilig niemals ein MS Konto angelegt zu haben....
    Ein Microsoft-Konto von mir, das ich vollkommen vergessen hatte, wurde vor kurzem von Microsoft gelöscht. Habe dazu eine entsprechende E-Mail bekommen, einige Monate, bevor das Konto dann gelöscht wurde. War mir nur recht, das Konto habe ich ohnehin nicht mehr benutzt.
    @Martin: Wo habe ich jetzt Tomaten auf den Augen. Ich habe mal den Service Vertrag durchgescrollt und auch gesucht. Mir werden keine 2 sondern 5 Jahre ausgeworfen - und es muss jedes Jahr eine Anmeldung erfolgen. Hast Du einen anderen Service Vertrag vorliegen?
    Kommando zurück - hab's gefunden: Alter Vertrag: 5 Jahre mit jährlicher Anmeldung. Neuer Vertrag: 2 Jahre mit einer Anmeldung in dieser Zeit.
    Wenn ein Konto maximal 10 Jahre nicht genutzt wird, dann sollte es auf jeden Fall gelöscht werden. Die Wahrscheinlichkeit ist dann sehr hoch, dass der Kunde gar nicht mehr unter den Lebenden weilt. Man kann ja nach 9 Jahren beginnen monatlich eine entsprechende E-Mail zu schicken.
    Steht auch drin, dass Mails von Telekom-Servern wieder mal abgelehnt werden - oder gehört das als Service einfach dazu??
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