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US-Senatoren rufen FTC zu sorgfältiger Prüfung der Activision-Übernahme durch Microsoft auf

US-Senatoren rufen FTC zu sorgfältiger Prüfung der Activision-Übernahme durch Microsoft auf

Vier US-Senatoren haben die Vorsitzende der Aufsichtsbehörde FTC dazu aufgefordert, die Übernahme von Activision durch Microsoft sorgfältig zu prüfen. Sie fürchten, der knapp 69 Milliarden Dollar schwere Deal könnte dazu genutzt werden, die Vorwürfe rund um sexuellen Missbrauch unter den Tisch zu kehren und Arbeitnehmerrechte zu schwächen.

Elizabeth Warren, Bernie Sanders, Sheldon Whitehouse und Cory A. Booker haben das Schreiben unterzeichnet, das sich persönlich an die FTC-Chefin Lina Khan richtet. In diesem Schreiben wird auf die zahlreichen Vorwürfe und Berichte rund um sexuelle Belästigung und Diskriminierung bei Activision hingewiesen. Microsoft habe, so die Senatoren, die Gunst der Stunde genutzt, um sozusagen auf dem Rücken der betroffenen Angestellten einen günstigen Deal einzufädeln. Nachdem die Vorwürfe bekannt wurden, war der Aktienkurs von Activision eingebrochen.

Die Senatoren werfen Microsoft opportunistisches Handeln vor. Die Redmonder hätten erst öffentlich erklärt, ihre Beziehung zu Activision zu überdenken, aber kurz darauf ein Übernahmeangebot vorgelegt.

Es wird befürchtet, dass bei Absegnung der Übernahme keine Aufarbeitung der Vorwürfe mehr erfolgt. Bobby Kotick, dem CEO von Activision, wurde mehrfach vorgeworfen, die internen Ermittlungen nicht nur behindert, sondern Beschuldigte bewusst gedeckt zu haben bzw. selbst in entsprechende Vorfälle verwickelt gewesen zu sein. Dass Microsoft überhaupt kein Interesse an einer sauberen Aufarbeitung habe, würde man daran erkennen, dass man Kotick mit einer neunstelligen Summe abgesichert habe, falls er nach der Übernahme vor die Tür gesetzt wird – und niemand zweifelt daran, dass genau das passieren wird. Kurz gesagt werfen die Politiker Microsoft vor, dieses unangenehme Thema mit viel Geld unter den Teppich kehren zu wollen.

Ähnlich hart gehen die Absender des Schreibens mit der geplanten Gründung einer Gewerkschaft bei der Activision-Tochter Raven ins Gericht. Die Zusage Microsofts, die Gründung dieser Gewerkschaft nicht zu behindern, sei nichts weiter als ein Lippenbekenntnis. In diesem Zusammenhang wird auf einen Vorfall aus dem Jahr 2014 verwiesen, als 38 befristet Beschäftigte bei Microsoft eine Gewerkschaft gründen wollten – alle verloren in der Folge ihren Job.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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