Verunsicherung um Telemetrie-Komponente in Sicherheitsupdate für Windows 7

Verunsicherung um Telemetrie-Komponente in Sicherheitsupdate für Windows 7

Am vergangenen Dienstag war Patchday und Microsoft hat die neuesten Sicherheitsupdates veröffentlicht. Während es für Windows 10 am Patchday immer kumulative Updates gibt, die grundsätzlich auch Fehlerbehebungen enthalten können, sind Sicherheits- und Wartungsupdates bei Windows 7 und 8 streng getrennt.

Für Verunsicherung sorgen daher Berichte, dass Microsoft mit dem Sicherheitsupdate KB4507456 für Windows 7 auch das Kompatibilitäts-Tool „Compatibility Appraiser“ aktualisiert hat. Dieses Tool dient dazu, mögliche Inkompatibilitäten bei einem Upgrade auf Windows 10 zu identifizieren und entsprechend zu vermeiden.

Es ist durchaus nachvollziehbar, wenn die Nutzer, die einen ganz besonders hohen Wert auf Datenschutz legen, sich nun fragen, ob ihnen da vielleicht etwas untergeschoben werden soll. Meine persönliche Meinung dazu ist zwar, dass wir die Diskussionen über Telemetriedaten endlich bleiben lassen sollten, da sie ausnahmslos sinnvoll und unkritisch sind, aber darüber streiten wir ein anderes Mal wieder.

Für den Moment können wir feststellen, dass wir nicht genau wissen, was da passiert ist. Kollege Ed Bott hat die Vermutung, dass im Appraiser selbst eine Sicherheitslücke entdeckt wurde und dass die Auslieferung als reines Sicherheitsupdate daher auch korrekt ist. Auf konkrete Nachfrage wollte Microsoft das allerdings weder bestätigen noch dementieren, und das ist dann wieder so ein Punkt, wo sich die Redmonder das Leben selbst schwer und den Kritikern das Leben leicht machen. Wo man keine verbindlichen Infos hat, ist der Spekulation Tür und Tor geöffnet.

Den Compatibility Appraiser gibt es andererseits schon sehr lange, er wurde als optionales Update ausgeliefert und dürfte daher auf den meisten Windows 7 PCs ohnehin schon drauf sein. Fragwürdig wäre das Vorgehen beispielsweise dann, wenn im Zuge des aktuellen Sicherheitsupdates der Appraiser auch auf die Systeme kommt, auf denen er vorher durch Ausblenden des optionalen Updates blockiert wurde. Dazu gibt es aktuell aber noch keine Erkenntnisse.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Mein weiß doch schon in der Schule, dass Telemetrie ganz unheimlich ist, weil man alle Leute komplett heimlich überwachen will, statt so effektiv und effizient wie in China, wo man schon wirklich tolle Mittel entwickelt hat, um die Leute in der Spur zu halten.
    Man kann das Thema Telemetriedaten sicher nicht einfach mit der Feststellung abschließen, dass sie ausnahmslos sinnvoll sind. Die Frage ist immer für welchen Zweck. Ich will gar nicht behaupten, dass auch nur ein Datum, das Microsoft da erhebt nicht sinnvoll sei, aber wichtig und gesetzlich gefordert ist, dass man transparent über Umfang und Zwecke der Datenverarbeitung aufklärt.
    Alle regen sich über Telemetrie-Daten von MS auf bei denen es ja offiziell um die Hardware und Software geht auf.
    Das größere Problem sind doch die "tollen Assistenten von allen Herstellern", da regt sich anscheinend kaum jemand drüber auf, da werden nämlich die wichtigsten Sachen für die Unternehmen gesammelt und an wer weiß wen weiter gegeben.
    Und nicht vergessen: Die Daten, die mehr oder weniger freiwillig an "Interessenten" weitergegeben werden via:
    Nutzen von Payback- und Kundenkarten, Bezahlen per EC-Karte, diverse Registrierungen, Teilnahme an Online-Umfragen usw.
    Aber Telemetrie ist ein Aufreger.
    Worauf basiert eigentlich diese Annahme, daß Kunden, welche die Telemetrie ablehnen, gleichzeitig Alexa und Co. zu Hause stehen haben oder Payback o.ä. nutzen? Daß Medien jedes Thema, das zur Aufregung taugt, ausschlachten, ist ja nicht weiter überraschend. Die haben keine Skrupel in derselben Ausgabe Alexa hochzujubeln und Windows 10 wegen der Telemetrie zu verteufeln. Aber die Endkunden, die angeblich diese Schnittmenge bilden, kann doch sowieso niemand ernst nehmen, so es die überhaupt gibt.
    Grundsätzlich ist doch die Kritik an der Telemetrie heuchlerisch, wenn sie sich nicht nur darauf bezieht, daß man sie in modernen Windowsversionen für Privatkunden nicht komplett abschalten kann. Die Telemetrie gab es nämlich schon in früheren Windowsversionen und zumindest bestimmtes wurde auch da schon automatisch an Microsoft übertragen - man mußte schon tiefer in Windows einsteigen als heute, um irgendetwas daran zu ändern.
    Ganz heuchlerisch ist die Kritik aus Behördenkreisen insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes. Würde man nämlich die Empfehlungen eben jener Behörden zum Betrieb der IT-Infrastruktur umsetzen, hätte man auch ohne Windows speziell einzustellen die volle Kontrolle. Solange aber Rechner und Netze nur halbherzig abgesichert mit dem Internet verbunden werden, kann man ja über die Telemetrie meckern.
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