VW ID.3 GTX Fire+Ice im Test: 286 PS, Bogner-Design – „Elektro-Golf“ mit Kultfaktor
Zum VW ID.3 ist schon viel geschrieben worden, seit das vollelektrische Golf-Klassen-Pendant im Jahre 2019 das Licht der Welt erblickte. Ich persönlich habe eine besondere Beziehung zu diesem Elektroauto, denn ich durfte den ID.3 als Prototypen 2019 in Berlin sehen. Auf Einladung von VW ging es damals zum Technik-Workshop, an dem die Niedersachsen die technische Basis MEB erklärten. Für die damals noch existente Webseite Mobilegeeks.de schrieb ich daraufhin einen Artikel, der etwa im Webarchiv aufrufbar ist.
Nun, 6 Jahre später, hatte ich die Gelegenheit, einen ID.3 für Euch zu fahren. Dabei konnte ich hinter das Steuer eines besonderen ID.3, nämlich vom Sondermodell „Fire + Ice“. Gemeinsam mit der Münchner Mode-Brand Bogner Sports Wear entstand dieser VW ID.3 GTX Fire + Ice. Das Modell ist zu Ehren von Willi Bogner entstanden, dessen Film „Fire + Ice“ im Jahr 1990 debütierte. Der leidenschaftliche Skifahrer entwarf auch die legendären Skianzüge des DSV, die bis heute auf den Skipisten von Sankt Moritz bis zu Kitzbühl getragen werden. Funfact: Die schwarzen Streifen auf den Anzügen der Skifahrer des Deutschen Ski-Verbands sollen nicht an ein Zebra erinnern, sondern die Olympische Flagge zitieren. Doch genug von der Skipiste, rein in den „Bogner-VW“.
Was ist der ID.3?
Der ID.3 ist von seinen Abmessungen her in der Golf-Klasse zu verorten. Schließlich ist er rund 4,26 m lang, 2,07 m breit (mit Außenspiegeln) und 1,56 m hoch. Im Vergleich zu einem Golf 8 ist das „Elektro-Pendant“ sozusagen 10 cm höher gelegt. Zwar ist dies vor allem dem Akkupaket zu verdanken, doch damit gelingt vor allen Dingen der Ein- und Ausstieg aus dem ID.3 besonders leicht. Er erinnert daher an den Golf Plus. Mit dem Radstand von 2,77 m hat der „Elektro-Golf-Plus“ jedoch einen um 15 cm längeren Radstand als der Golf 8. Damit liegt der ID.3 auf dem Niveau eines Passat B8. Das Plus macht sich im Innenraum spürbar bemerkbar. So hat man auf allen Plätzen viel Platz. Hinter einem 1,92 m großen Fahrer kann auch eine 1,85 m große Person sitzen – absolut bemerkenswert stark!
Auch der Kofferraum weiß zu überzeugen und bietet mit 385 Litern das gleiche Stauvolumen wie ein Golf 8. Schade ist nur, dass es unter der vorderen Haube keinen Frunk gibt, sodass das Ladekabel im Fach unterm Kofferraum mitreisen muss. Hier wäre ein vorderer Kofferraum die praktischere Lösung, VW. Wie das geht, zeigt Ford, die für den Elektro-Explorer einen kleinen 16,5 Liter großen Stauraum zum Nachrüsten unter der vorderen Haube anbieten. Da der Ford Explorer EV die gleiche MEB-Technik wie der VW ID.3 nutzt, zeigt es, dass es möglich wäre. Ebenfalls verbesserungswürdig erscheinen die Türtaschen beim ID.3. Zwar sind die Materialien im getesteten Facelift-Modell deutlich angenehmer anzufassen, als beim 2019er-Modell, aber die Ablagefächer fallen zu klein aus, um eine 1,5-Liter-PET-Flasche darin unterzubringen. Bitte hier noch nachbessern, VW.
- Mit 1,56 m Höhe ist der VW ID.3 rund 10 cm höher als ein Golf 8. Der Autor dieses Artikels ist 1,85 m groß.
- Der VW ID.3 GTX als limitiertes Sondermodell „Fire+Ice“ ist in Zusammenarbeit mit der Mode-Brand Bogner Sports Wear entstanden.
- Es gibt nur 1990 Exemplare des ID.3 Fire+Ice. Passend zum Erscheinungsjahr des Bogner-Films „Fire+Ice“.
- Nur das Sondermodell besitzt die 20 Zoll großen Alufelgen „Locarno“ in Violett-Metallic.
- Exklusiver Sitzbezug.
- Das Sondermodell „Fire+Ice“ ist in der Farbe „Ultra Violet“ Metallic lackiert, die es nur für dieses Modell gibt.
- Schimmernder Lack, je nach Lichteinfall.
- Optionaler „Frunk Organizer“ bietet Ford an, aber leider NICHT VW (Quelle: Ford).
Verbesserungspotenzial
Ebenfalls verbesserungswürdig erscheinen die Türtaschen beim ID.3. Zwar sind die Materialien im getesteten Facelift-Modell deutlich angenehmer anzufassen, als beim 2019er-Modell, aber die Ablagefächer fallen zu klein aus, um eine 1,5-Liter-PET-Flasche darin unterzubringen. Bitte hier noch nachbessern, VW. Im Alltag nerven regelrecht die Türzuziehgriffe mit Klavierlack. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, Klavierlack bei Türgriffen zu nutzen, sollte für den Rest seines Lebens nur noch mit dem ID.3 fahren müssen. Es zieht magisch Fingerabdrücke an, ist also völlig deplatziert, bei einem Bauteil, das bei jeder Fahrt angefasst wird. Bitte dringend diesen Fauxpas korrigieren, VW.
Bedienung: Touch too much
Ebenso zu korrigieren, ist die umständliche Touch-Bedienung am Lenkrad. Das muss wohl der selbe Typ gewesen sein, der Klavierlack-Türgriffe für eine gute Idee hält. Am Lenkrad haben Touchfelder nichts verloren. Punkt. Die Bedienung gestaltet sich ungenau, etwa wenn man die Lautstärke verändern oder den Tempomat einstellen möchte. Hier sind Tasten, Drehregler, Walzen, die bessere Wahl.
Apropos Bedienung: Auch die Klimabedienung hat nichts am Touchscreen oder an Touchslidern zu suchen. Denn: Während der Fahrt lenkt diese Klimabedienung extrem ab. Schließlich muss man von der Straße wegschauen, um das Bedienfeld zu suchen. Eine Sprachsteuerung geht zwar auch, doch einfache Tasten/Drehregler für die Klimatisierung sind durch nichts zu ersetzen. Hier muss es wieder intuitiv zu bedienen sein, VW. Ebenso sollten sich die – von der EU vorgeschriebenen – Fahrassistenzsysteme zum Spurhalten und Tempolimit-Warner einfacher deaktivieren lassen, als über den Touchscreen im Untermenü. Wie das schnell und einfach geht, zeigt aktuell Renault beim Renault 5, der beim Lichtschalter einen „My Assist“-Knopf anbietet. Ein Knopfdruck und nur die gewünschten Assistenzsysteme sind aktiv.
- Klimabedienung im ID.3 über Touchscreen und mittels Touchslider lenkt zu stark ab.
- Türtasche beim ID.3-Facelift mit Kunstleder, aber leider Klavierlack am Türgriff.
- Touchfelder am VW-Lenkrad sind ungenau und schlecht bedienbar.
- Die Assistenzsysteme lassen sich nur via Untermenu am Touchscreen deaktivieren. Eine separate Taste wäre besser.
Technische Daten zum VW ID.3 GTX
- Modell: VW ID.3 GTX (interner Name: E1, seit 04-2023 als Facelift erhältlich),
- Fahrzeugklasse: Kompaktklasse, Konkurrenten, z. B. Kia EV3, Cupra Born, Opel Astra Electric
- Antrieb: Permanenterregter Synchronmotor mit 210 kW/286 PS mit 545 Nm Drehmoment,
- Abmessungen: 4,26 m Länge, 2,07 m Breite (inkl. Außenspiegel), 1,56 m Höhe,
- Radstand: 2,77 m,
- Kofferraum: 385 Liter (bei umgeklappten Rücksitzen: 1.267 Liter),
- Reifen: 215/45 R20, mit 20 Zoll Alu-Felgen Locarno, glanzgedreht, speziell fürs Sondermodell entworfen
- Akkugröße (nutzbar): 79 kWh
- Basispreis: 47.225 €; als Sondermodell „Fire+Ice“: 56.020 € (limitiert auf 1990 Exemplare)
- Sonderausstattung:
- + Interieurpaket Plus inkl. Top-Sportsitze mit Massagefunktion, elek. Verstellung, Harman/kardon Soundsystem 8+1 Lautsprecher, 480 Watt, Augmented-Reality-Head-up-Display, Ambientebeleuchtung (enthalten im Sondermodell; sonst 3.550 € extra)
- + Komfortpaket mit: beheizbarem Multifunktionslenkrad, Navigationssystem Discover Pro, Climatronic mit 2-Zonen, Comfort-Telefonschnittstelle mit induktiver Ladeschale, Sitzheizung (enthalten im Sondermodell; sonst 1.390 € extra)
- + 1.400 €: Assistenzpaket IQ. Drive mit: Toter-Winkel-Warner, 360-Grad-Rückfahrkamera mit Einparkassistent „Park Assist Pro“, erweiterter Travel Assist mit Level-2-automatisiertem Fahren,
- +1.060 €: Fahrdynamikpaket DCC mit adaptiv regelbarem Fahrwerk DCC,
- + 80 €: Gepäckraumboden in 2 Höhen verstellbar,
- + 990 €: Wärmepumpe,
- + 415 €: Vorrichtung zur Befestigung eines Fahrradträgers (bis 75 kg Stützlast)
- Testwagenpreis: 59.965 €
Was macht der ID.3 als GTX anders?
Beim vollelektrischen VW-Kompaktklassevertreter gibt es verschiedene Modelle, wobei nur der GTX über den Achs-Parallelen-Permanentmotor, kurz APP550, verfügt. Der APP550 debütierte im „Elektro-Passat“ ID.7 im Herbst 2023 und ist seit Mai 2024 auch im ID.3 verfügbar. Neben der Leistungsstufe mit 210 kW alias 286 PS gibt es diesen Permanenterregten Synchronmotor auch mit 240 kW alias 326 PS, wobei beide Versionen über 545 Nm Drehmoment verfügen. Besonders am APP550 ist, dass dies der erste VW-E-Motor ist, bei dem ein neu entwickelter Stator mit erhöhter Windungszahl und größerem Drahtquerschnitt verbaut ist, sodass er höhere Ströme verkraftet. Zudem verfügt der Rotor über neue Permanentmagnete aus Neodym. Darüber hinaus ist die Kühlung optimiert worden und ein neuer Pulswechselrichter wurde verbaut, der dank neuer Steuerung die elektrischen Verluste minimiert und zur Gesamteffizienz beiträgt. Im Endeffekt ist der APP550 deutlich effizienter als sein Vorgänger, der APP310.
Doch gibt es den ID.3 auch weiterhin mit dem Vorgänger-E-Motor zu kaufen. Der APP310 verrichtet im ID.3 Pure sowie dem ID.3 Pro und Pro S seinen Dienst. In der höchsten Ausbaustufe leistet er 170 kW/231 PS.
Das Fahren mit dem ID.3 GTX mit seinen 210 kW / 286 PS macht einfach gute Laune! Denn der E-Antrieb aus dem ID.7 agiert im rund 70 cm kleineren und leichteren „Elektro-Golf-Plus“ sehr giftig, wenn man es denn möchte. In unter sechs Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100 km/h. Dabei bietet dieser E-Motor immer genügend Leistung. Im Performance-Modell sind bis zu 200 km/h Vmax drin, der normale GTX kann „nur“ 180 km/h abgeregelt. Schade, da wäre rein fürs Gefühl über 200 km/h möglich gewesen. Sei es drum, denn das beim GTX immer verbaute Sportfahrwerk ist angenehm straff ausgelegt und dürfte Ex-BMW-/Mini-Fahrern gefallen. Doch dank DCC kann man es auch komfortabler einstellen. So ist es (fast) für jeden Geschmack geeignet, auch wenn der ID.3 GTX nie eine Sänfte wird. Andere ID.3-Modelle müssen hingegen extra mit dem Fahrdynamikpaket ausgerüstet werden, um ein derartiges DCC-Fahrwerk zu bekommen.
Mit Liebe zum Detail: Feuer und Eis
Das getestete Modell ID.3 GTX ist das auf 1990 Stück limitierte Sondermodell namens „Fire+Ice“. Gemeinsam mit Bogner Sports Wear hat VW hier ein eigenes Fahrzeug auf die Räder gestellt, das mit seiner Liebe zum Detail an „die gute alte Zeit“ bei VW erinnert. Exklusiv für das Modell gibt es die Metallic-Lackierung namens Ultra Violet, also ein Violett/Lila-Metallic mit Perleffekt. Nachdem die Premiere auf dem ID.Treffen 2024 erfolgreich war, entschloss sich VW aus dem Einzelstück eine Kleinserie zu fertigen, die seit wenigen Wochen im Handel erhältlich ist. Neben der Farbe sind die 20 Zoll Alu-Felgen eine Sonderanfertigung nur für dieses Modell.
Im Innenraum zeigt sich die Liebe zum Detail bei den Sitzen. Aufgrund des „Plus“-Pakets des Interieurpakets sind die Top-Sportsitze statt der normalen ergoActive-Sitze verbaut. Doch haben diese Integralsitze des Plus-Pakets ein spezifisches Sitzpolster bekommen, dessen Design an der Rückenlehne an einen Reißverschluss erinnern soll. Getreu dem Bogner-Film „Fire+Ice“ ist der Fahrersitz mit roter Ziernaht versehen, als „Fire-Seite“, und der Beifahrersitz mit blauer Ziernaht versehen, die „Ice-Seite“. Rot und Blau ziehen sich durch den gesamten Innenraum, etwa bei den Türtafeln, den Fußmatten oder der Lichtprojektion in den Türen beim Ein-/Ausstieg.
- Die „Top-Sportsitze mit integrierter Kopfstütze“ sind in einem speziellen Kunstlederbezug bespannt, den es nur fürs Sondermodell gibt.
- Blauer Sitzbezug auf der Beifahrerseite und roter Sitzbezug auf der Fahrerseite.
- Fire+Ice-Vinyl auf dem Dach des ID.3-Sondermodells.
- C-Säule mit Muster als Aufkleber
- Lichtprojektion Feuer-Symbol auf der Fahrerseite.
- Lichtprojektion Ice-Symbol auf der Beifahrerseite.
Wie unterscheiden sich die ID.3-Modelle?
Es gibt verschiedene Modelle des VW ID.3. Die folgende Übersicht stellt die größten Unterschiede dar:
- ID.3 GTX / GTX Performance: Beide GTX-Modelle setzen auf den effizienten APP550 als E-Motor, wahlweise mit 210kW / 286 PS oder im Perfomance mit 240 kW / 324 PS. Der E-Motor, der auch im ID.7 seinen Dienst verrichtet, ist immer gebunden an die größtmögliche Akkugröße mit 79 kWh (nutzbare Kapazität). Das sorgt für knapp 605 km Reichweite, laut Hersteller. Kostenpunkt: 47.225 Euro.
- ID.3 Pro S: Auch das Modell Pro S verfügt seit 05/2025 über den 79 kWh großen Akku, kombiniert diesen aber mit dem APP310, also dem E-Motor der alten Generation. Der Pro S leistet 170 kW / 231 PS. Doch da der APP310 nicht ganz so effizient ist, wie der GTX, gibt’s knapp 40 km weniger Reichweite. Kostenpunkt: ca. 44.000 Euro.
- ID.3 Pro: Hier ist nur ein 59 kWh großes Akkupaket verbaut, was in gut 130 km weniger Reichweite im Vergleich zum Pro S resultiert. Der APP310 leistet im ID.3 Pro 150 kW / 204 PS. Kostenpunkt: 36.425 Euro.
- ID.3 Pure: Das Einstiegsmodell nutzt einen auf 125 kW / 170 PS gedrosselten APP310 als E-Motor. Zugleich wurde das Akkupaket auf 52 kWh verkleinert, was nochmals 50 km weniger Reichweite als beim ID.3 Pro bedeutet, womit man dann unter 390 km liegt. Kostenpunkt: 33.330 Euro.
Los geht die Preisliste beim ID.3 Pure bei 33.330 Euro (Stand: November 2025). Damit ist der „Elektro-Golf-Plus“ in der Basisausstattung 860 Euro günstiger als der günstigste VW Golf 8 mit Automatikgetriebe DSG und nur 85 kW / 116 PS. Der ID.3 Pro S mit dem größten Akkupaket mit 79 kWh liegt auf dem preislichen Niveau des Plug-in-Hybrids VW Golf 1.5 eHybrid.
Wie weit man mit dem 79 kWh großen Akkupaket des ID.3 „Fire+Ice“ kommt, erfahrt ihr im zweiten Teil meines Alltagstests.
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Über den Autor

Claus Ludewig
Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.




















