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Wann kann man eine Kununu-Bewertung löschen lassen?

Wann kann man eine Kununu-Bewertung löschen lassen?

Bewertungsplattformen wie Kununu spielen eine immer größere Rolle für das Image von Unternehmen. Positive Rückmeldungen können die Reputation stärken und neue Talente anziehen, während negative Bewertungen erhebliche Schäden verursachen können. Doch nicht jede kritische Äußerung muss unwiderruflich stehen bleiben. Es gibt klare Kriterien, wann eine Kununu-Bewertung gelöscht werden kann. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die rechtlichen Grundlagen: Meinungsfreiheit versus Persönlichkeitsrecht

Im Kern der Debatte um Online-Bewertungen stehen zwei wichtige Rechtsgüter: die Meinungsfreiheit des Bewertenden und das Persönlichkeitsrecht sowie das Unternehmenspersönlichkeitsrecht des Bewerteten. Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut. Sie schützt grundsätzlich auch kritische und überspitzte Äußerungen. Allerdings findet sie ihre Grenzen dort, wo andere Rechte verletzt werden. Das ist der Fall bei unwahren Tatsachenbehauptungen, Schmähkritik oder Beleidigungen.

Kununu selbst ist als Betreiber der Plattform in der Pflicht, bei Kenntnis von Rechtsverletzungen zu handeln. Dies folgt aus der sogenannten Störerhaftung. Wird ein Unternehmen auf eine potenziell rechtswidrige Bewertung aufmerksam gemacht, muss Kununu den Sachverhalt prüfen und gegebenenfalls die Bewertung entfernen. Mehr Infos hierzu finden Sie bei chip.de.

Wann eine Bewertung angreifbar ist: Unwahre Tatsachen und Co.

Nicht jede negative Kritik berechtigt zu einer Löschung. Reine Meinungsäußerungen, auch wenn sie harsch ausfallen, sind in der Regel geschützt. Schwierig wird es, wenn die Bewertung unwahre Tatsachenbehauptungen enthält. Beispiele hierfür sind Behauptungen über nicht gezahlte Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, die objektiv nicht gegeben sind, oder die Behauptung einer Straftat. Kann der Bewertende die aufgestellte Behauptung nicht beweisen, ist die Bewertung angreifbar.

Ein weiterer Löschungsgrund ist die sogenannte Schmähkritik. Hierbei steht nicht die Auseinandersetzung in der Sache im Vordergrund, sondern die Diffamierung der Person oder des Unternehmens. Auch Beleidigungen fallen in diese Kategorie. Wenn eine Bewertung ausschließlich der Herabwürdigung dient und keinen Sachbezug mehr aufweist, kann eine Löschung verlangt werden.

Vorsicht ist geboten bei Bewertungen, die ein ehemaliger Mitarbeiter nach einem Gerichtsverfahren abgibt, das er verloren hat. Hier kann der Verdacht auf eine Rachebewertung entstehen, die ebenfalls gelöscht werden kann, wenn sie keinen Bezug zu tatsächlichen Erfahrungen mehr hat und lediglich der Schädigung dient.

Formale Mängel als Ansatzpunkt

Neben inhaltlichen Aspekten können auch formale Mängel eine Löschung begründen. Viele Plattformen haben eigene Richtlinien für Bewertungen, die eingehalten werden müssen. Dazu gehören oft:

  • Verstoß gegen die Netiquette: Obszöne, rassistische oder diskriminierende Inhalte sind in der Regel untersagt.
  • Fehlender Bezug zum Unternehmen: Wenn eine Bewertung offensichtlich nicht das bewertete Unternehmen betrifft oder von einer Person stammt, die nie eine Beziehung zu diesem Unternehmen hatte (z.B. ein Kunde, der nie Kunde war, oder ein Bewerber, der nie dort war), kann dies ein Löschungsgrund sein.
  • Falsche Identität: Wenn der Bewertende nachweislich eine falsche Identität vortäuscht oder die Bewertung unter einem Pseudonym abgibt, das keinen Rückschluss auf die Person zulässt, kann dies ebenfalls relevant sein. Kununu selbst fordert oft einen Nachweis der tatsächlichen Beziehung des Bewertenden zum Unternehmen.

Der Prozess der Löschung: So geht man vor

Wer eine negative Bewertung auf Kununu löschen lassen möchte, sollte zunächst Ruhe bewahren und die Bewertung genau analysieren. Es ist ratsam, einen Screenshot der Bewertung zu machen, um den Inhalt zu dokumentieren.

Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit Kununu. Man sollte präzise darlegen, warum die Bewertung rechtswidrig ist und die entsprechenden Belege liefern. Kununu fordert dann den Bewertenden zur Stellungnahme auf. Kann dieser seine Behauptungen nicht beweisen oder reagiert nicht, wird die Bewertung oft entfernt.

Bleibt Kununu untätig, kann der nächste Schritt die Einschaltung eines Rechtsanwalts sein. Dieser kann Kununu mit einer Abmahnung zur Löschung auffordern und gegebenenfalls gerichtliche Schritte einleiten. Ein spezialisierter Anwalt kennt die aktuelle Rechtsprechung und kann die Erfolgsaussichten einer Löschung realistisch einschätzen. Es ist wichtig, schnell zu handeln, da die Gerichte oft eine Frist von wenigen Wochen für die Prüfung von Bewertungen ansetzen.

Bildquelle: Pixabay

 

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