Was ist was? Die verschiedenen Xbox-Dienste im Überblick

Was ist was? Die verschiedenen Xbox-Dienste im Überblick

Zu einer News-Meldung über den Xbox Game Pass schlug dieser Tage ein interessanter Kommentar auf, in dem sich ein „Nicht-Gamer“ konfus zeigte: Was steckt eigentlich hinter all den verschiedenen Abonnements und Services, die rund um die Xbox existieren? Also habe ich mich hingesetzt und das so gut es geht zusammengefasst.

Zuallererst: Jeder ist Gamer. Sei es PC-Zocker, Konsolero, Solitär bei der Arbeit oder meine Mutter, die auf dem Smartphone Gardenscape suchtet und mit mir bei Angry Birds Friends wetteifert. Jeder spielt. Auf seine Art.

Bei Microsoft firmiert das Spiele-Erlebnis unter der allumfassenden Marke Xbox.

Wer sich 10-20 Jahre zurückerinnert: Früher gab es neben der Xbox für die PC Spieler auch Games for Windows Live mit eigenem Store und Client. Dieser ist mittlerweile eingedampft und für Windows gibt es unter Windows 10 die Xbox App und die Xbox Game Bar, um Spiele zu verwalten (Die Xbox App gibt es außerdem auch für Android und iOS).

Xbox Live Gold

Die Geschichte der Abonnements begann mit Xbox Live Gold und Silber.
War Xbox Live Silber ein Online Konto ohne kostenpflichtiges Abonnement, konnte man damit Freunde online sehen, Nachrichten schreiben und Gamerscore-Punkte sammeln. Seit ein paar Jahren heißt dieses Xbox Live Free oder Xbox Live Gratis Konto.

Xbox Live Gold ist, wie der Name suggeriert, die Premium Variante. Mit dem kostenpflichtigen Abonnement hat man auf der Konsole die Möglichkeit, online mit und gegen andere Spieler zu spielen sowie Party Chats mit Sprachfunktion zu nutzen. Außerdem erhält man auf die  regelmäßigen Sonderangebote im Marktplatz einen zusätzlichen Rabatt.

Früher benötigte man für Apps wie Twitter, Facebook, Netflix, Youtube etc. ebenfalls Xbox Live Gold. Dieses wurde aber abgeschafft, als Mitbewerber Sony auch darauf verzichtete.

Seit ein paar Jahren hat Xbox Live Gold ein zusätzliches Feature erhalten, die sogenannten Games with Gold. Dies ist ein Belohnungsprogramm von Xbox für treue Abonnenten, sie erhalten pro Monat zwei kostenlose Spiele für die Xbox One sowie die Xbox  360. Diese unterscheiden sich wesentlich. Die Spiele der Xbox 360 sind abwärtskompatibel auf der Xbox One spielbar und können auch noch genutzt werden, wenn das Gold Abonnement abläuft. Die Spiele für die Xbox One hingegen lassen sich nur so lange nutzen, wie auch das Xbox Live Gold Abonnement aktiv ist.

Weitere Informationen: Xbox Live Gold

Xbox Game Pass

Seit 2017 gibt es zusätzlich das Abonnement Xbox Game Pass.

Für Laien am besten zu beschreiben als Netflix für Spiele, wobei Project xCloud (siehe unten) dieser Beschreibung noch etwas näher kommt. Es gibt eine große Bibliothek an Spielen, die man mit dem Game Pass einsehen und mit aktiven Pass ohne Zusatzkosten herunterladen und spielen kann. Dabei kann es sein, dass Xbox Live Gold für Online Features benötigt wird, wie eine Online Welt wie GTA Online oder Multiplayer. Ähnlich wie bei einem Video on Demand-Angebot wird das Portfolio ständig überarbeitet und verändert, dabei kooperiert Xbox auch mit namhaften Publishern wie Ubisoft. Bethesda und Warner Bros.

In der Regel werden 2-3 mal im Monat neue Titel hinzugefügt, von Zeit zu Zeit fliegen auch Spiele nach Vorankündigung wieder raus.

Ein schöner Bonus ist, dass man alle Titel aus dem Game Pass mit 20 Prozent Rabatt kaufen kann. Auf Add-ons gibt es 10% Rabatt. Das ist vor allen Dingen dann attraktiv, wenn ein Spiel entfernt wird, man es aber unbedingt weiterhin noch spielen möchte.

Der größte Vorteil ist aber, dass sämtliche hauseigenen Titel der Xbox Game Studios, die neu erscheinen, ab dem ersten Tag in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Dabei ist es egal, ob es sich um die renommierten Titel wie Forza, Gears of War und Halo handelt, oder aber um kleinere Titel, die nicht weniger begehrt sind, wie das am 11. März erscheinende Animations-Wunder „Ori and the Will of the Wisps“ oder das Zombie Kult Spiel „State of Decay 2 -Juggernaut Edition“ (erscheint am 15. März.) Auch gibt es von Xbox die Zusage, das die eigenen Titel dauerhaft im Game Pass verbleiben.

Weitere Informationen: Xbox Game Pass

Xbox Game Pass Ultimate

Brandneu seit 2019 ist der Xbox Game Pass Ultimate.

Dieser bietet das, was am sinnvollsten ist, die Kombination von Xbox Live Gold und dem Xbox Game Pass.
Vorteil des Ultimate Pass ist, dass er Geld spart. Während Gold im Monat 6,99€ kostet und der Game Pass einzeln 9,99 €, kostet euch die Kombination monatlich nur 12,99 €. Das Sparvolumen variiert natürlich je nach Laufzeit oder unter Berücksichtigung von Sonderangeboten.

Dazu kommt, dass Besitzer dieses Ultimate Pass nicht selten Zugriff auf erweiterte Varianten von Xbox Titeln erhalten, wie zum Beispiel bei der Gears of War 5 – Ultimate Edition mit mehr Inhalten als bei der Standard-Edition. Ein weitere Schmankerl ist außerdem, dass der Xbox Game Pass Ultimate auch den Xbox Game Pass für den PC beinhaltet.

Weitere Informationen: Xbox Game Pass Ultimate

Xbox Game Pass für PC

Zeitgleich mit dem Ultimate Pass wurde das „Netflix“-Angebot auch auf Windows 10 PCs ausgeweitet. Der Game Pass für PC, den man auch separat abschließen kann, bietet allerlei Leckereien. Da sind beispielsweise ehemals Konsolen-exklusive Titel wie Halo Master Chief Edition, Forza Motorsport 7 und Horizon 4 oder Gears of War, aber auch echte PC-Juwelen wie die runderneuerten Age of Empires Titel und für PC optimierte Point and Klick Spiele wie „2 Point Hospital“. In diesem Frühling kommt noch der Strategie-Ableger „Gears Tactics“ und im Lauf des Jahres der heiß ersehnte Microsoft Flugsimulator.

Ein weiteres tolles Feature ist, dass der Game Pass auf dem PC auch von mehreren Personen genutzt werden kann. Heißt, der Papa hat den Pass aktiv, kann Gears of War und Halo frönen, und wenn die Kinder sich anmelden, können diese auf dem selben PC Age of Empires oder Forza Horizon nutzen. Der separat erhältliche PC Game Pass ist dabei günstiger als der alleinstehende Xbox Game Pass.

Weitere Informationen: Xbox Game Pass für PC

Project xCloud

Project xCloud ist kein Abonnement an sich, zur Zeit ist es ein Dienst im Beta-Test, von dem man noch nicht so genau weiß, wie er später realisiert werden soll. Als Phil Spencer 2015 die Leitung der Xbox-Sparte übernahm, hatte er eine Vision und eine Mantra: „No Boundaries“, keine Einschränkungen.

Damals achselzuckend und lächelnd zur Kenntnis genommen von Vielen, begann es damit, dass Spiele von Xbox selbst „Play Anywhere“ wurden. Spiele von Xbox selbst sollen auf der Konsole spielbar sein, aber auch am PC. Mittels Cloud-Save wird dabei auch der Spielfortschritt über die Plattformen hinweg synchron gehalten.

Die Vision und das Leitbild wurden aufgegriffen und so wurde Project xCloud 2018 der Welt vorgestellt. Dabei handelt es sich um das Streaming von Spielen aus der Cloud auf alle erdenklichen Endgeräte. Derzeit hat man es in erster Linie auf Smartphones abgesehen. Ihr verbindet einen Bluetooth Controller (am Besten natürlich euren Xbox Controller) mit eurem Smartphone oder Tablet und könnt dann auswählen, ob ihr aus der Cloud, also einem Azure Data Center, oder von der eigenen Konsolen streamen möchtet.

Bei Letzterem ist es eine Erweiterung dessen, was ihr schon von Windows 10 und der Xbox App kennt. Ihr aktiviert Streaming und die Oberfläche der Konsole wird auf euer Endgerät gespiegelt. Großer Unterschied ist, dass man bei Windows 10 noch innerhalb des Netzwerks sein musste und die Konsole an sein musste. Beim neunen Konsolen-Streaming ist es so, dass eure Konsole im Instant On Modus für Anfragen von außerhalb empfänglich ist und ihr von jedem beliebigen Punkt der Erde mit entsprechender Verbindung die Konsole aufwecken und Streamen könnt.

Ich selbst habe es in London in meinem Hotelzimmer mal getestet und muss sagen, dass es relativ gut funktionierte. Neben der Download-Geschwindigkeit eures mobilen Endgerätes ist dabei auch die Uploadrate zuhause entscheidend. Dabei wird unterwegs LAN oder LTE empfohlen und zu Hause 10-20 Mbit Upload.

Beim echten Cloud Streaming ist der Upload irrelevant, da ihr direkt aus dem Data Center streamt. Dabei wird 5G oder LTE empfohlen. Da sich all diese Dinge derzeit noch im Betatest befinden, gibt es noch diverse Einschränkungen.

Project xCloud ist zur Zeit nur für USA, UK und Südkorea verfügbar und die Bibliothek der zur Verfügung stehenden Spiele wächst ständig. Hier gibt es eine Liste.

Hier in Deutschland gibt es über das Xbox Insider Programm den Zugang zu dem Beta Test des Konsolen-Streaming, bei dem ihr auf eure komplette Spielebibliothek zugreifen könnt. Das bedeutet mit dem Xbox Game Pass nahezu endlosen Spielgenuss.

Ich persönlich hoffe, dass Project xCloud später kostenlos zum Xbox Game Pass Ultimate hinzugefügt wird, sodass Phil Spencers Vision „Play Anywhere, at any time, on any device“ zur Realität wird.

(Anmerkung: Das Konsolenstreaming ist hier mit rein gerutscht, streng genommen sind xCloud und das Konsolenstreaming zwei Paar Stiefel. Aber wie schon weiter oben angemerkt, noch ist nicht so richtig klar, wie Microsoft hier die Puzzleteile zu einem Geschäftsmodell zusammenfügen wird.

Weitere Informationen: Project xCloud

Xbox All Access

Für die USA gibt es außerdem noch das Leasingangebot Xbox All Access, es sei der Vollständigkeit wegen hier ebenfalls erwähnt.

US-Nutzer haben die Option, die Konsole für die festgeschriebene Laufzeit von 24 Monaten zu mieten. Diese können dabei zwischen der Xbox One S All Digital, der Xbox One S und der Xbox One X wählen mit einer Mietgebühr zwischen 19,99$ und 30,99$. Das Besondere an dem Programm ist: Neben der Konsole gehört auch der Xbox Game Pass Ultimate zu diesem Angebot, und nach 18 Monaten hat man die Option, auf die neue Xbox Series X umzusteigen. Ob und wann es dieses Angebot bei uns gibt, ist unklar.

Weitere Informationen: Xbox All Access

Ich hoffe, dieser Überblick über die verschiedenen Services rund um die Xbox hilft euch ein wenig. Und wenn ihr neugierig seid, checkt den einen oder anderen Link, da zum Beispiel der Game Pass Ultimate und der PC Game Pass immer mal wieder attraktive Einstiegsangebote haben.

Schaut dazu bitte auch im Forum vorbei und lest den tollen Beitrag von _Sabine_ mit noch ein paar weiteren Infos.

Über den Autor
Daniel Heithorn
  • Daniel Heithorn auf Facebook
  • Daniel Heithorn auf Twitter
Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Zuallererst: Jeder ist Gamer.
    Ich nicht! ;) Danke aber Trotzdem für deinen Bericht um das Xbox Gedöns.
    Das ist nicht böse gemeint. Und ja es gibt Menschen die keine Spiele am PC oder Smartphone oder Konsole spielen.
    Vor ein paar Jahren hatte ich mal mit dem Gedanken gespielt eine Xbox zu kaufen aber nicht zum Spielen. (Xbox 360 als Windows Media Center Extender). Das ist das einzige mal gewesen das ich mich mit Xbox beschäftigt habe. Gekauft hab ich dann doch keine.
    och...nicht Mal ne Runde Solitaire auf'm PC oder Angry Birds auf dem Smartphone? Damit bist du eher die Ausnahme inzwischen ;-)
    Warum werden beim Xbox-Game-Pass Spiele auch mal entfernt? Ist es nicht von Vorteil, die Spiele-Bibliothek ständig anwachsen zu lassen?
    Nö auch kein Solitaire oder Angry Birds. Das Letzte Elektronische Spiel das ich gemacht habe ist Snake gewesen als ich das Nokia 3310 neu hatte. Ist ein paar Jahre her.
    @skalar das betrifft ja die 3rd Party Spiele, Microsofts eigene Spiele bleiben drin. Heißt wiederum: Für alle 3rd Party Spiele, die Microsoft in den Game Pass integriert, müssen sie für die Dauer der Nutzung zahlen. Und dann kommt's eben drauf an, wie die Konditionen sind.
    skalar
    Warum werden beim Xbox-Game-Pass Spiele auch mal entfernt? Ist es nicht von Vorteil, die Spiele-Bibliothek ständig anwachsen zu lassen?
    Zusätzlich zu dem, was Martin schon geschrieben hat, gilt es auch zu bedenken, dass Entwickler & Publisher auch möglichst viel verdienen wollen (Es sei ihnen auch zum Großteil gegönnt, weil sie durch die Einnahmen ja auch weitere Spiele entwickeln können).
    X€ via GP ist eine feine Sache, aber bei Spielepreisen von 10 bis 100+€ (Super Delux Edition) ist es schon lukrativ, dass die Spiele nicht dauerhaft im Pass angeboten werden, sondern auch als Marketing-Tool verwendet wird. Sei es, um Leute für Spiel X zu begeistern, wenn demnächst der Nachfolger im Laden steht oder ein DLC erschienen ist, via GP kann man einen MP-Spiel leicht einer großen Masse zugänglich machen, etc.
    Da das aber alles nur temporär ist "ruiniert" man sich die Verkaufszahlen nicht komplett. Wem das Spiel gefällt, der investiert z.B. in den DLC, der kauft das Spiel wenn es aus dem Game Pass verschwindet oder Leute werden überhaupt erst darauf aufmerksam, weil der Titel im Game Pass erscheint und dadurch etwas präsenter ist.
    Bei MS wird man es einfach als Werbung / Argumente für den GP / das Xbox Ökosystem ansehen und deswegen bleibt einfach alles drin. (Bis auf Ausnahmen natürlich, wo Lizenzen nach X Jahren dafür sorgen, dass etwa ein Forza nur ~4 Jahre verfügbar sein wird.)
    skalar
    Warum werden beim Xbox-Game-Pass Spiele auch mal entfernt? Ist es nicht von Vorteil, die Spiele-Bibliothek ständig anwachsen zu lassen?
    Das ist eben der Nachteil beim Kauf von Nutzungsrechten für eine Bibliothek, deren Zusammenstellung man nicht selbst kontrolliert. Dem hast Du aber auch beim Kauf des Game-Pass zugestimmt. Also kein Problem.
    Da Microsoft mit den Drittanbietern kaum zeitlich unbegrenzte Verträge geschlossen haben wird, können derartige Titel jederzeit aus dem Angebot verschwinden. Es kann sogar passieren, daß ein Titel zwar weiterhin verfügbar ist, aber nur zeitlich begrenzt Teil eines solchen Abos sein darf.
    PS: kleiner Fehler ist drin, Forza 7 ist nicht im Gamepass, zumindest zeigts das bei mir nicht an, aber gibts ja inzwischen fast hinterher geschmissen und Forza 8 steht ja auch fast vor der Türe
Nach oben