Am Puls von Microsoft

Weiter Ärger um Supportende von Windows 10: Verbraucherschützer fordern EU-Regeln

Weiter Ärger um Supportende von Windows 10: Verbraucherschützer fordern EU-Regeln

Das Supportende von Windows 10 bleibt weiter im Gespräch. Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert in diesem Zusammenhang jetzt die EU auf, klare Regeln zu definieren. Es soll nicht mehr den Herstellern überlassen bleiben, wie lange sie ihre Soft- und Hardware unterstützen.

Die Verbraucherschützer kritisieren, dass Microsoft viele Verbraucher vor die Wahl gestellt hätte, entweder ein neues Gerät zu kaufen oder unsichere Software zu benutzen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die späte Bekanntgabe der Supportverlängerung um ein weiteres Jahr auch für Privatkunden. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich womöglich schon viele Kunden unnötigerweise ein neues Gerät gekauft (via Computerbase).

Unter Verweis auf eine Umfrage unter Windows 10-Nutzern führt der vzbv ins Feld, dass rund ein Drittel der Befragten einen neuen Computer angeschafft hat, was möglicherweise überflüssig gewesen wäre.

Um für die Verbraucher mehr Sicherheit zu garantieren, fordert der vbzv nun von der EU eine klare Regelung und verbindliche Fristen für Supportzeiträume. Eine Idee, die man grundsätzlich nur gutheißen kann.

Dennoch werden hier wieder ein paar Dinge durcheinandergeworfen und die Kritik schießt meiner Meinung nach übers Ziel hinaus. Fakt ist: Microsoft hat PCs von einem Upgrade auf Windows 11 ausgeschlossen, die technisch dazu in der Lage gewesen wären. Das kann und darf man kritisieren, zumal die Grenzen künstlich eingezogen wurden, um den Verkauf neuer Computer anzukurbeln.

Fakt ist aber auch: Das Supportende von Windows 10 im Oktober 2025 war lange im Voraus bekannt. Fast zwei Jahre vorher hat Microsoft verkündet, dass erstmals auch Privatkunden das ESU-Programm nutzen können, um über dieses Datum hinaus Sicherheitsupdates für Windows 10 zu erhalten.

Fakt Nummer drei: PCs, die im Oktober 2026, wenn endgültig der Hammer fällt(?), nicht auf Windows 11 aktualisieren können, haben dann auch das Ende ihrer natürlichen Lebenszeit erreicht und wären in den meisten Fällen so ersetzt worden.

Ich will hier nicht den Anwalt für Microsoft geben. Aber wenn es für Smartphones, Tablets, Fernseher und andere Geräte mit Betriebssystem ähnlich langfristige Garantien gäbe wie für Windows-PCs, dann sähe die Welt viel besser aus und es gäbe in der Tat weniger Elektroschrott.

Von mir aus soll die EU gerne Regeln aufstellen, meinetwegen sollen sie die Hersteller für 15 Jahre zur Softwarepflege verdonnern. Microsoft würde sich damit mutmaßlich sehr viel leichter tun als viele andere Hersteller.

 

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige