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Wider dem Grabstein: Petition für Offenlegung von Flash gestartet

Wider dem Grabstein: Petition für Offenlegung von Flash gestartet

Wenn man wie ich seit Jahren neben dem Microsoft-Universum auch in der OpenSource-Welt unterwegs ist, dann gehört es unweigerlich zu den zentralen Erkenntnissen, dass die OSS-Community immer für eine Überraschung gut ist. Das gilt ganz besonders dann, wenn ein Status Quo zementiert oder alte Techniken oder Bedienkonzepte zum Beispiel durch Forks erhalten werden sollen. Zwei der bekanntesten Beispiele sind da zweifelsohne der Pale Moon-Browser oder auch der Mate-Desktop, den sicherlich viele Anwender von Linux kennen und der den Weg des alten Gnome 2-Desktops konsequent weiter verfolgt.

Dass das auch manchmal ziemlich schräge Züge annehmen kann, zeigt momentan eine neue Petition auf GitHub. Während Adobe zusammen mit seinen wichtigsten Partnern erst vor wenigen Tagen seine Roadmap zum Ende von Flash veröffentlicht hat, fordert ein Nutzer nun dort, Flash im Quellcode komplett oder zumindest zu großen Teilen offen zu legen und so allgemein zugänglich zu machen. Begründet wird das in erster Linie mit Archivierungsvorhaben für die Zukunft, aber auch weitere Ideen kursieren im Raum. Darunter sind neben einer Konvertierung zu offenen Standards wie HTML5 und Web Assembly auch Gedankengänge, die dann quelloffenen Teile des originalen Flash Players mit denen bestehender OpenSource-Varianten wie Gnash oder Lightspark zu verschmelzen und den Player auf diese Weise weiter am Leben zu erhalten.

Aktuell hat die Petition schon 1.400 Unterstützer, ist in meinen Augen aber (hoffentlich) zum Scheitern verurteilt. Flash hat in früheren Jahren sicherlich, die Sicherheitsprobleme mal außenvor gelassen, viel ermöglicht, aber für 80 bis 90 % der möglichen Anwendungsbereiche gibt es mittlerweile bessere Alternativen. Außerdem würde der Schritt, den Quellcode von Flash offen zu legen, für Adobe sicherlich unweigerlich zum Boomerang werden. Liegt der Quellcode erstmal vor, dürften sich ganz schnell Sicherheitsforscher aus aller Welt darauf stürzen und ihn auseinander nehmen. Würden deren Ergebnisse zur Qualität des Quellcodes dann öffentlich, wäre ein PR-Desaster für Adobe fast schon sicher.

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Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.

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