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Willkommen in der KInflation: Wie der Hype um Künstliche Intelligenz alles teurer macht

Willkommen in der KInflation: Wie der Hype um Künstliche Intelligenz alles teurer macht

Die Preise für Arbeitsspeicher, SSDs und andere Hardware-Komponenten haben sich in den vergangenen Monaten vervielfacht. Aber das ist nur der Anfang. Der Hype um Künstliche Intelligenz und das Wettrüsten der Tech-Konzerne sorgen dafür, dass unser aller Leben teurer wird. Und das auch in Bereichen, die damit so gar nichts zu tun haben.

Rund um den Globus schießen derzeit die KI-Rechenzentren wie die Pilze aus dem Boden. Tech-Größen wie Microsoft, Google und Amazon liefern sich ein Wettrennen. Wo das Ziel liegt, weiß noch niemand so genau. Aber alle Teilnehmer an diesem Rennen wollen vorn dabei sein und glauben, es sich nicht leisten zu können, auch nur eine Sekunde abzuwarten. Da wurde eine gigantische Geldverbrennungsmaschine angeworfen, ohne zu wissen, ob sie sich eines Tages bezahlt macht. Und solange das niemand weiß, rennen alle auf Verdacht mit voller Geschwindigkeit weiter.

Die alte Grundregel von Angebot und Nachfrage hat zunächst die Preise für Arbeitsspeicher explodieren lassen. Ein kleines Beispiel: Im April 2025 kaufte ich 32 GB RAM für meinen NAS-Server. Kostenpunkt: knapp 60 Euro. Das exakt gleiche Modul kostet derzeit 300 Euro. Beim Arbeitsspeicher ist die Teuerung am auffälligsten, sie wirkt sich allerdings auch auf andere Hardwarekomponenten aus. Grafikkarten, SSDs, Mainboards – überall steigen die Preise, wie Kollege Günter Born vor einigen Tagen zusammengefasst hat.

In der Folge davon steigen auch die Preise für Smartphones und PCs. Die Angst vor galoppierenden Preisen treibt die Kunden aktuell in die Geschäfte, nach dem Motto: Schnell noch zugreifen, bevor man es sich nicht mehr leisten kann. PC-Hersteller Acer meldet ein Umsatzplus von 40 Prozent, Dell hat ebenfalls 39 Prozent zugelegt. Gleichzeitig warnen alle Hersteller davor, dass steigende Preise zu sinkenden PC-Absätzen führen.

Der Teuerung im Technik-Bereich kann man noch einigermaßen leicht entgehen. Geplante Anschaffungen kann man in der Hoffnung verschieben, dass sich die Preise wieder normalisieren. Oder man schraubt seine Ansprüche etwas zurück und kauft dann eben das günstigere Modell.

Die Teilnehmer an dem oben genannten Wettlauf warten aber nicht darauf, dass ihre KI-Ambitionen Früchte tragen. Sie legen die Kosten bereits jetzt auf ihre Produkte um. Nicht nur die Hardware selbst, auch die Software-Dienste steigen im Preis. Demzufolge werden auch die damit verbundenen Dienstleistungen teurer. Und weil wir in Zeiten leben, in denen nichts mehr ohne IT läuft, schlägt die durch das KI-Wettrüsten generierte Teuerung früher oder später in nahezu allen Lebensbereichen auf.

Selbst im Brot von Eurem Bäcker um die Ecke steckt vielleicht bald jede Menge KI. Und sei es nur im Preis.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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