Windows 10 19H1 und die Update-Einstellungen: Nicht raten, sondern warten

Windows 10 19H1 und die Update-Einstellungen: Nicht raten, sondern warten

Die Optionen zu Windows Update weisen in den aktuellen Insider-Builds von Windows 10 ein paar kuriose Auffälligkeiten auf, die sich teilweise widersprechen. Das führt zu Spekulationen und voreiligen Schlussfolgerungen, die nicht wirklich hilfreich sind, weil sie im Zweifel mehr Verwirrung stiften als aufzuklären.

Zum ersten Mal kam mir das Thema in der letzten Woche unter, als AskWoody spekulierte, Microsoft könne in Windows 10 Pro die Option zur Verschiebung von Feature-Updates streichen. Der Grund: In seiner Insider-Build hatte er trotz Windows 10 Pro nur noch die Option, Updates um sieben Tage zu verschieben.

Ich machte die Gegenprobe und führte eine Neuinstallation von Windows 10 Pro mit der als ISO-Datei verfügbaren Insider-Build 18343 in einer virtuellen Maschine durch. Alle Optionen zum Aufschieben von Updates waren vorhanden. Auch ein Update auf die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Fast Ring Build 18351 änderte daran nichts. Ich recherchierte noch ein wenig und stellte fest: Bei manchen Nutzern sind die Optionen da, bei manchen wiederum nicht.

Ich habe versucht, über das Windows Insider MVP Programm an weitere Erkenntnisse zu gelangen, kam aber leider nicht weiter. Ich verbuchte das daher zunächst als Kuriosum und zog die Möglichkeit in Betracht, dass hier ein A/B-Test läuft, bei dem also ganz bewusst verschiedenen Nutzern unterschiedliche Optionen angezeigt werden.

Nun trat ein weiterer, ähnlicher Fall auf: Ein Reddit-User entdeckte in seiner Home-Insider-Version, dass er Updates bis zu 35 Tage pausieren kann. Aus Basis dieser Einzel-Beobachtung macht nun die Meldung die Runde, dass alle Home-User ab dem Frühlings-Update die Installation von Windows Updates für 35 Tage aussetzen können.

Tatsächlich aber haben alle diese Dinge für den Moment nichts zu bedeuten. Dass Microsoft die Optionen für Pro-User beschneidet, halte ich für ausgeschlossen. Dass man den Home-Nutzern die Möglichkeit gibt, (Feature-)Updates aufzuschieben, erscheint mir dagegen gut vorstellbar, weil sich Microsoft damit das zornige Prozent vom Hals halten würde. Beides aber ist geraten, und das sollte man besser nicht tun. Und wenn doch, dann sollte man es auch so kennzeichnen.

Grundsätzlich können sich Funktionen aus den Insider Builds bis zur finalen Version ändern, das ist keine neue Erkenntnis. Für Windows Update gilt das allerdings ganz besonders, weil die PCs im Insider Programm im Grunde gemanaged sind, die Update-Einstellungen werden durch das Insider Programm verwaltet und Microsoft ist auch in der Lage, diese serverseitig zu verändern. So lange hierzu also nichts Offizielles verkündet wird, sollte man mit Schlussfolgerungen entsprechend vorsichtig sein. Wir werden es früh genug erfahren.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Erstmal abwarten wer das Update diesmal überhaupt bekommt.
    Bei Oktober Update wurde auch viel diskutiert aber die Wenigsten haben es bis heute erhalten.
    Wer weiß ob MS überhaupt in der Lage ist uns diesmal mit einem Update zu beglücken das nicht nur alle bekomme, sondern das auch keine großen Katastrophen mitbringt.
    Mit einem der letzen kleineren Update hat MS es jedenfalls schon wieder geschafft mein W10 im Wlan Betrieb in Sachen Browser Nutzung förmlich lahm zu legen weil viele Seiten wegen eines DNS-Fehler nicht erreicht werden können.
    Das einzige was dagegen hilft ist ein kompletter Neustart des Routers, aber leider weiß man nie ob 5 Minuten später nicht wieder der gleiche Fehler auftritt.
    Bis auf meinen W10 Rechner habe ich schon alles von MS verkauft und jetzt arbeitet mein weiter daran das der Rechner auch bald auf dem Gebrauchtmarkt landet.
    Ich brauche ein OS das nahezu fehlerfrei läuft und nicht eines das immer neue überflüssige Features bekommt und jedes Jahr anders aussieht.
    "Ich brauche ein OS das nahezu fehlerfrei läuft und nicht eines das immer neue überflüssige Features bekommt und jedes Jahr anders aussieht."
    Benutzt Du Windows? Oder MacOS, oder Linux? Oder kannst Du nicht arbeiten weil das OS nicht läuft?
    Ich habe keine Ahnung welche Version bei mir am Rechner läuft, aber sie läuft.
    Mir gehen diese Features Updates auf die Nerven, hab nicht mal auf allen Geräten das Update von Oktober, Fragmentierung von windows im eigenen Haushalt, finde einmal im jahr würde reichen, dann aber fehlerfrei.
    @Paulchen73
    wenn dir nicht mal geläufig ist welche Build auf deinem Rechner läuft, spricht das nicht gerade für Kompetenz beim Thema Updates. Jeder freut sich wenn alles gut läuft, hilft demjenigen, wo es nicht so gut aussieht, so viel wie ein Kropf.
    Den Reboot vom Router mache ich seit November/Dezember konsequent sobald die ersten zwei aufgerufenen Seiten nicht antworten und nachdem mir die Telekom seinerzeit bestätigte, daß ihrerseits keinerlei Störungen vorlagen und Router selbst in Ordnung wäre. Router ist in Wohnung, insofern nur lästig.
    Nordlicht2112 hat mit seinem letzten satz völlig ins Schwarze getroffen. In 30 Jahren mit Windows hat man schon einiges mitgemacht. Leider wird das Betriebssystem Windows vor allem seit Windows 10 immer mehr mit für den eigentlichen Zweck überflüssigen Features vollgedröhnt.
    Ach @Schubse
    Dein Router ist mit egal, mir ist auch die Version meines Windows egal. Wenn es funktioniert ist mir das wurscht bis wünschenswert.
    Hast Du schon gemerkt dass die User in diversen Ringen (die Auskenner halt überhaupt) die meisten Probleme haben.
    Jetzt mal ehrlich: grassierende Idiotie (ist ein medizinischer Begriff) ist halt nicht aufzuhalten. Und hier sind halt die Leute leichter ansteckbar.
    (zum Löschen vorgemerkt)
    ach @Paule
    wenn du meinst, daß nur Insider Probleme bekommen, dann täuscht du dich gewaltig. Ein Insider (sog. Betatester) bekommt offiziell die Warnung, daß von "klappt super, paar kleine Fehlerchen, Systeminstabilität bis totalem Absturz" alles drin ist. Mit anderen Worten, ein Insider nimmt, wenn er schlau ist, nicht sein Produktivsystem.
    Ein Nicht-Insider wie ich stellt sich nach langen Jahren mit Windows und MS-DOS Rechner zuvor, auf PC-Unwägsamkeiten insofern ein, als daß ein Ersatzrechner immer parat ist und wenn der unwichtigste Rechner von allen nach einem Patch/Update nicht sauber startet wird aktiv verhindert, daß sich die Geschichte wiederholt. Trotz vorhandener Systemimages und verläßlicher Datensicherung tut sich niemand Rücksicherung freiwillig an.
    Verteilung im Netzwerk ist sowieso auf alle Zeiten gestrichen, die wichtigen Rechner laufen lt. Einstellung auf Datentarif bzw. mit Pro-Vorteil.
    @Henry E.
    ROFL
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