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Windows 10 Bluescreen beim Drucken nach März-Patchday: Ein Hoch auf die Telemetrie?

Windows 10 Bluescreen beim Drucken nach März-Patchday: Ein Hoch auf die Telemetrie?

Nach der Installation der neuesten Windows 10 Updates sind zahlreiche PCs mit einem Bluescreen und der Meldung APC_INDEX_MISMATCH abgestürzt, wenn versucht wurde, eine Datei zu drucken. Microsoft hat die Probleme inzwischen bestätigt und die Supportseite zum Update KB5000802 für Windows 10 Version 2004 und 20H2 um einen entsprechenden Hinweis ergänzt. Man untersucht das Problem und arbeitet an einer Lösung.

Dass ein Windows Update zu einem solch fatalen Problem führt, ist hochgradig unschön und wieder einmal ein gefundenes Fressen für jene, die gerne die Klischees pflegen, wonach Windows Updates eine grundsätzlich schlechte Sache sind – was selbstverständlich falsch ist.

Die Frage wiederum, wie es ein Update durch die interne Freigabe schafft, welches so kurz nach der Veröffentlichung negative Auswirkungen entfaltet, ist wichtig und berechtigt. So etwas darf grundsätzlich nicht passieren.

Dass der entstehende Flächenbrand schnell gestoppt werden konnte, haben wir aber mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Funktion zu verdanken, die immer wieder Gegenstand kontroverser Datenschutzdiskussionen ist: Der Übermittlung von Telemetriedaten an Microsoft.

Die Auslieferung des Updates KB5000802 wurde bereits nach wenigen Stunden gestoppt. Wer am späten Dienstagabend oder am Mittwochmorgen deutscher Zeit nach Updates suchte, dem wurde angezeigt, dass sich das System auf dem aktuellen Stand befindet. An „Großkampftagen“ wie dem Patchday sind die Windows-Leute bei Microsoft naturgemäß aufmerksam und beobachten die eingehenden Daten genauer als sonst. Schon bald nach Veröffentlichung der aktuellen Patches wurde anhand der eingehenden Datenströme klar: Hier stimmt etwas nicht. Also zog man die Notbremse.

Die Geschichte geht allerdings noch weiter: Obwohl Microsoft das Problem bestätigt hat, wurde die Verteilung des Updates KB5000802 inzwischen wieder aufgenommen. Mir wurde es beispielsweise am Mittwoch nicht angeboten, aber als ich heute früh meinen PC einschaltete, wurde es automatisch installiert. Leicht nervös habe ich nach dem Neustart diverse Druck-Szenarien durchgespielt, einen Bluescreen erlebte ich dadurch aber nicht.

Offenbar konnten die Umstände, unter denen der Absturz auftritt, anhand der gesammelten Daten so gut eingegrenzt werden, dass sich die Microsoft-Techniker sicher fühlten, den Rollout des Updates wieder anzustoßen und dabei (hoffentlich) zuverlässig nur jene Systeme zu beliefern, auf denen keine Probleme zu erwarten sind. Ob das auch funktioniert, müssen wir abwarten.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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