Windows 10 Mobile als Dashcam: Erfahrungsbericht zur App Dashcam GTX
Mit Dashcam GTX bzw. Dashcam GTX+ hat man die Möglichkeit, sein Smartphone mit Windows 10 Mobile zu einer Auto-Kamera zu machen, was sehr praktisch ist. Unser Community-Mitglied Markus präsentiert uns hier seinen Erfahrungsbericht zum praktischen Einsatz, der auf Dashcam GTX+ basiert, also der kostenpflichten Version (2,99 €).
Grundvoraussetzung ist die Windows 10-Version 10586.0 oder höher, wobei es die App nicht nur für das Windows 10 Smartphone gibt, sondern auch für den Windows 10 PC, was wahrscheinlich jene Nutzer freuen wird, die mit einem Windows 10 Tablet unterwegs sind. Allerdings werden wohl nicht Viele z.B. ihr Surface 2in1-Gerät im Auto mit entsprechender Halterung im Auto zur Dashcam aufbauen wollen. Man wird eher zum Windows 10 Mobile Smartphone greifen, wofür die App hervorragend geeignet ist.
Lumia-Besitzer werden sicherlich auf die Original-Halterung CR-201 von Nokia zurückgreifen wollen, die sogar das 6 Zoll große Lumia 1520 sicher klemmen kann. Da diese Halterung aber nicht mehr produziert wird und allenfalls gebraucht oder, sofern neu, nur noch maßlos überteuert und aus dem Ausland bezogen werden kann, sollte man sich nach einer Alternative umsehen.
Eine günstige und gute Alternative fand ich in der Kfz-Halterung der Fa. Herbert Richter GmbH & Co. KG aus Pforzheim in Baden-Württemberg. Für weniger als 13 Euro erhielt ich von einem Ebay-Händler eine Saugnapf-Halterung mit um 360 Grad drehbarer Handy-Aufnahme.
Konkret handelt es sich um folgenden Artikel:
HR Swivel Neck Suction Mount 6 (PH1697) + PDA Gripper
– 1 x Artikel: 4025372701641 HR Swivel Neck Suction Mount 6 (PH1697)
– 1 x Artikel: 4000444212577 HR Mini PDA Gripper
Diese Halterung klemmt Smartphones bis 89mm Breite. Das bedeutet, dass auch ein Lumia 1520 gehalten werden kann, allerdings nur ohne Tasche. Verwendet man eine Ledertasche, die ja aufträgt, so muss man das 6 Zoll große 1520er in die Halterung quetschen, was nicht sinnvoll ist. Das 5,7 Zoll große Lumia 950 XL hingegen bereitet keinerlei Schwierigkeiten, auch mitsamt seiner Ledertasche nicht.
Doch zurück zur Dashcam GTX+-App. Startet man diese, so zeigt sich ihr blauer Basis-Bildschirm:
Die App ist funktional sehr umfangreich. Sie zeigt nicht nur das Datum und die aktuelle Uhrzeit, sondern auch permanent die gefahrene Geschwindigkeit an. Daneben werden u.a. noch Informationen zur Neigung des Fahrzeugs, die Himmelrichtung (Kompass) und die Entfernung zum Horizont angezeigt. Letzteres, also der Horizont-Wert, erschien mir nicht unbedingt so aussagekräftig und wichtig zu sein. Alle diese angezeigten Werte finden sich in der späteren Video-Aufnahme wieder.
Eine Aufnahme lässt sich am Besten durch das Antippen des Aufnahme-Buttons mit dem roten Punkt auf dem Display starten:
In den Einstellungen lässt sich auch der automatische Start eingeben, so dass die Aufnahme kurz nach Öffnen der App beginnt. Wer lieber die Kontrolle über den Start der Aufnahme behält, der startet die Aufnahme manuell über den Record-Button. Während der Aufnahme bleibt der Bildschirm blau und zeigt „Recording …“
Möchte man sehen, was aufgezeichnet wird, so tippt man einfach kurz das Display an, danach zeigt sich, was die Kamera aufnimmt.
Nutzt man die App erstmals, so ist der jeweils aufgenommene Video-Clip 150 MB groß.
Dazu muss man wissen, dass die App die aufgezeichneten Bild-Daten in ihrem eigenen Speicherbereich unterbringt. Bei mir liegen die gespeicherten Apps im Phone-Speicher, einfach deshalb, weil bekanntlich die Zugriffszeiten schneller sind als auf einer externen Micro SD-Karte, und weil aus Erfahrung grundsätzlich weniger Probleme / Störungen mit Apps auftreten.
Dieser interne Speicher des Phones kann, je nach Modell, 8, 16 oder 32 GB groß sein.
Bei Phones mit nur 8 GB Speicher kann es natürlich dann schon knapp werden, wenn die Video-Clip-Daten intern abgelegt werden. Möglicherweise funktioniert das Installieren der App auch problemlos auf der MicroSD-Speicherkarte, sodass alles auf dieser stattfinden kann.
Nach Beendigung einer Video-Aufnahme, also wenn man am Fahrtziel angekommen ist und den Record-Button wieder gedrückt hat, um die Aufnahme zu beenden, generiert die App ein .mp4-Video aus dem zuletzt aufgenommenen Video-Clip. Dieses .mp4-Video wird aber dann im Ordner „Eigene Aufnahmen“ bzw. „Camera Roll“ gespeichert. Die anderen Video-Clips, die im Laufe der Fahrt aufgezeichnet wurden, bleiben in der App gespeichert.
Wie oben erwähnt, zeichnet die App Video-Clips in der Regel mit der Größe von 150 MB auf. Je nach gewählter Auflösung dauert das spätere Video z.B. 3 Minuten bei einer Auflösung von 1280×720 Pixel (HD), oder 7,5 Minuten bei Auflösung 640×480 (VGA).
Die gesamte Autofahrt wird in aneinandergereihten Video-Clips aufgezeichnet. Nach dem Erreichen der voreingestellten Größe von 150 MB des jeweiligen Clips, die aber in den Einstellungen der App geändert werden kann, schaltet die Aufnahme zum nächsten Video-Clip weiter. Die Video-Clips findet man dann im Video Clip Management der App:
Von dort aus kann man sich den jeweils ausgesuchten Video-Clip zu einem Video zusammensetzen lassen oder man kann den Video-Clip löschen.
Dazu tippt man den gewünschten Video-Clip an.
Dann wählt man „Create“, um das Video zu generieren:
Nach Fertigstellung des .mp4-Videos erhält man eine Bestätigung:
Stattdessen kann man den ausgewählten Video-Clip auch löschen, ohne ihn zu einem Video zu machen, dann drückt man einfach „Yes“ in der Lösch-Dialog-Meldung:
Video-Clips, aus denen man Videos generiert hat, werden, wie beschrieben in „Camera Roll“, einem Unterordner im Verzeichnis „Pictures“ gespeichert. Wenn man in den Einstellungen des Phones voreingestellt hat, dass Videos auf der SD-Speicherkarte abgelegt werden, so landen die Videos dort. Phones, die über keine SD-Speicherkarten-Erweiterungsmöglichkeit verfügen, wie etwa das Lumia 930, speichern die Videos gleichfalls in Pictures => Camera Roll, nur eben in ihrem internen Speicher.
Eine weitere Funktion erlaubt es, Video-Clips automatisch nach einer Weile unter festzulegenden Voraussetzungen überschreiben zu lassen, wie bei einer echten Dashcam. So tief in die Materie bin ich aber dann doch (noch) nicht eingestiegen. Abends „räume“ ich mein Phone sowieso manuell auf.
So sieht es dann im Dateimanager „Dateien“ oder „Files“ aus:
Von dort aus kann man die fertigen Videos abspielen, hochladen, per USB oder drahtlos per WLAN verschieben, kopieren, teilen, was man eben tun möchte.
Nun noch ein Überblick der Einstellungen. Da sind zunächst die Basis-Einstellungen, in denen z. B. die Geschwindigkeit in km/h und automatisches Starten der Aufnahme / des automatischen Generierens des letzten Video-Clips zum fertigen .mp4-Video voreinstellen kann.
Weiters kann man die Video-Auflösung auswählen:
Wie erwähnt, kann man auch die Größe des Video-Clips voreinstellen:
Dazu gibt es noch die Design-Einstellungen, in denen man die gewünschten eingeblendeten Infos an- oder abwählen kann:
Ein interessantes Feature der App ist auch die Übersicht der aufgenommenen Spitzenwerte von Geschwindigkeit, Neigung und Horizont. In welchem Video-Clip sich die Spitzenwerte befinden, wird ebenso angezeigt.
Im Menü findet sich auch die Möglichkeit, den Kompass…
…und den Horizont zu kalibrieren:
Selbst eine Bluetooth-Option ist in der App integriert:
Man kann also die App nutzen, um sein Phone mit anderen Bluetooth-Geräten zu koppeln. Alle Bluetooth-Geräte müssen jedoch über GATT und NMEA-0183 Protokoll verfügen.
Experimentierfreudige können die Option gerne versuchen, ich brauchte sie nicht und kann daher auch nichts dazu sagen.
In der App wird übrigens darauf hingewiesen, dass Video-Clips mit der gleichen App auf dem PC vom Phone aus dorthin exportiert werden können, um diese dann schneller / bequemer zu .mp4-Videos zu konvertieren. Diese Funktion testete ich nicht, weil das Generieren der Videos auf dem Phone ausreichend schnell vonstatten ging.
Man sollte natürlich, verwendet man die App konsequent, spätestens am Abend seine Videos kreieren oder löschen, um nicht die Übersicht über die Clips zu verlieren und nicht zuviel Speicherplatz in der App zu belegen. Hat man die fertigen Videos auf der Speicherkarte, so hat man, wenn diese groß genug ist, erst einmal wieder etwas Ruhe.
Getestet wurde die Dashcam GTX+-App auf dem Lumia 930, 950 XL, sowie auf dem Samsung Ativ S, allesamt unter W10 Mobile.
Die App funktionierte problemlos, die angezeigte Fahrgeschwindigkeit entspricht quasi exakt der des Tachometers des Kraftfahrzeugs. Der Ton wird im Übrigen mit aufgezeichnet. Die Installationsdatei besitzt eine Größe von 19,3 MB, als Berechtigungen verlangt die App Zugriff auf Bluetooth, Position, Webcam, Mikrofon und die Bildbibliothek. Dass die App englischsprachig ist, sollte kein Problem darstellen.
Alles in allem wirkt die App sehr funktional und ausgereift. Die Entwickler, Gekar Tech, haben sich wirklich Mühe gegeben. Hoffentlich wird es ihnen durch entsprechende Download-Zahlen, positive Bewertungen und den Kauf der Plus-Version gedankt.
Bei mir läuft das Windows Smartphone bei keiner Autofahrt mehr ohne die Dashcam GTX+ App.
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