Windows 10 Redstone 4 bringt echte Mehrfach-Instanzen für Universal Apps

Windows 10 Redstone 4 bringt echte Mehrfach-Instanzen für Universal Apps

Mit dem kommenden Redstone 4 Update, dessen Veröffentlichung im März/April ansteht, wird es bei Universal Apps eine für Entwickler wichtige Änderung geben: Es wird dann erlaubt sein, mehrere voneinander unabhängige Vordergrund-Instanzen einer Universal App zu starten. Der Entwickler Pieter Nijs hat das beim Experimentieren mit dem aktuellen Vorschau-SDK entdeckt.

Um die Funktion zu aktivieren, muss die App über das entsprechende Appx-Manifest dazu ertüchtigt werden, das geschieht über den folgenden Parameter:

xmlns:desktop4=“http://schemas.microsoft.com/appx/manifest/desktop/windows10/4″

Mit dem Parameter desktop4:SupportsMultipleInstances=“true“ legt man anschließend fest, dass die eigene App mehrere Instanzen starten darf.

Der Parameter „SupportsMultipleInstances“ ist nicht neu, seit Windows 10 Version 1607 (Anniversary Update) kann er für Hintergrundprozesse verwendet werden, die mehrfach gestartet werden. Neu ist dagegen, dass er auch für den Vordergrund-Prozess, also die Benutzeroberfläche, anwendbar ist.

Der Unterschied ist für den Nutzer auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Universal Apps können schon heute „Multiple Views“, d.h. mehrere Anwendungsfenster gleichzeitig öffnen. Das beste Beispiel dafür ist die Taschenrechner-App. Sie lässt sich beliebig oft starten und ihr könnt euren kompletten Desktop mit Rechnern zukleistern, im Taskmanager wird man aber nur eine einzige Calculator.exe finden.

Viele Fenster, aber nur ein Prozess - UWPs unter Windows 10

Sobald man diesen einen Task „abschießt“, sind auch alle Rechner auf einen Schlag weg. Bei Edge hat man das bereits besser gelöst, hier verwendet jedes Tab eine eigene Instanz der MicrosoftEdgeCP.exe, sodass ein abstürzendes Tab nicht den ganzen Browser mitreißt. Allerdings ist Edge auch bestenfalls eine Pseudo-UWP.

Die neuen Mehrfach-Instanzen benötigen mehr Ressourcen, weil jede Instanz z.B. ihren eigenen reservierten Speicherbereich benötigt, im Gegenzug sind sie natürlich besser gegeneinander abgesichert, was Stabilität und Sicherheit angeht.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Am besten ich sage lieber nichts dazu.
    Wie kann man so ein Software Konzept wirklich ernst nehmen,
    Und damit winapi Anwendungen ersetzen wollen.
    Diese "apps" waren für winrt und mobile gedacht, Kleinanwendungen,
    dass sie auch auf dem Desktop laufen ist ja schön, aber eigentlich unnötig.
    Wenn PWA ein Erfolg wird ist UWP für die Entwickler sowieso Geschichte.
    (jetzt steinigt mich ruhig wieder, bin es schon gewohnt.)
    Nun hat du ja doch was gesagt... (-;
    Ich persönlich finde die UWP-Apps eine sinnvolle Ergänzung.
    Insbesondere, (aber nicht nur), wenn ich sowohl W10-Tabletts als auch Desktop-PCs verwende.
    Und mehrere Instanzen sind sinnvoll.
    Nutze ich zum Beispiel die Word-App, kann ich immer nur ein Dokument zur Zeit geöffnet haben. Das ist manchmal ziemlich unpraktisch.
    @prom: Da Microsoft ja im Rahmen der Ankündigung zu den PWAs selbst sagt, dass man genau überlegen muss, wo eine UWP überhaupt sinnvoll ist, wissen wir alle, wo der Hase hin läuft.
    Martin
    @prom: Da Microsoft ja im Rahmen der Ankündigung zu den PWAs selbst sagt, dass man genau überlegen muss, wo eine UWP überhaupt sinnvoll ist, wissen wir alle, wo der Hase hin läuft.

    Bisschen zu pauschal, wenn man ehrlich ist, ne.
    Letztlich wird es im Extremfall darauf hinauslaufen, dass die Progressive Web Apps die klassischen Universal Apps weitgehend ablösen werden. UWP ist aber mehr als das. Eine Anwendung wie Affinity oder ein Spiel wie Minecraft oder Forza kannste nicht mal eben komplett auf PWA umschreiben, das macht sowieso keiner, weil das ein enormer Mehraufwand wäre, nur weil Microsoft das will. Und in einem gewissen Umfang werden uns die normalen UWAs ja doch erhalten bleiben, sofern Microsoft nicht auch die Systemapps allesamt auf PWA umstellt. ;)
    Abgesehen davon wären die Kollegen von Windows Central jetzt ziemlich angesäuert wegen dir. Nach denen kann die Zukunft nur UWP lauten. :D
    zu @pakebuschr: Ja, das stimmt, aber wenn du den Task löscht, sind alle Instanzen weg.
    Ich denke das meinte Martin.
    Wenn man winapi Anwendungen mehrfach startet, kann man jede Instanz davon einzeln im Taskmanager löschen.
    zu @Kevin: Ich bin echter Windows Fan durch und durch. Genau deswegen wage ich auch mal was zu sagen,
    wenn ich denke es geht in die falsche Richtung ... und ob das Windows Central gefällt ... who cares ... :o
    "...sofern Microsoft nicht auch die Systemapps allesamt auf PWA umstellt." gg
    Das halte ich für so wahrscheinlich, wie es wahrscheinlich ist, dass der Tesla Roadster im space in meinem Vorgarten landet :)
    @Kevin Kozuszek - Für die Diskussion "PWA vs UWP" wäre es gut, wenn einfach herauszufinden wäre, was jetzt eigentlich die Limitierungen sind... Bisher ist mir das nicht ganz klar.
    Für mich entsteht bis jetzt sowieso meist der Eindruck, dass die meisten "Apps" nur touch-optmiert Nischen füllen, für die auf PCs auch ein Tab im Browser reicht, während die Funktionalität klassischer Desktopsoftware unter Einschränkungen wie eingeschränkten Zugriff auf das hierachische lokale Dateisystem zu stark leiden würden.
    PWAs sind im Grunde Web-Apps aka Webseiten, die durch gewisse API-Erweiterungen auf System-Features zugreifen können. Darüber hinaus, können(!) sie (sofern vom Browser unterstützt (auf Helferlein, wie das ausführliche Caching zugreifen, was einer Installation ähneln soll. Das Problem ist, dass PWAs immer im Browser laufen (das Browser-Fenster sieht man in diesem Fall einfach nur nicht). Vermutlich wird das von Edge einfach wie ein weiterer Tab behandelt. Im Gegensatz zu UWP sitzt also immer zusätzlich eine Browserkomponente dazwischen. Um das Beispiel von @Kevin Kozuszek fortzuführen, würde es bedeuten, dass z.B. Forza im Browser ausgeführt werden würde.
    Der Sinn eine System-App als PWA zu designen erschließt sich mir nicht ganz, zumal es (soweit ich weiß) wieder mal keine Entwickler-Tools speziell für PWAs gibt sondern nur Konverter.
    3 Jahre für solch ein grundlegendes Feature - sagt schon einiges über die Einsatzzwecke der UWP und/oder den Zustand von W10.
    Ob es jetzt dann endlich mal möglich ist mehrere Fenster der UWA-"Systemsteuerung" zu öffnen?
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