Windows 10: Vorerst werden nur wenige Nutzer den neuen Edge per Update erhalten

Windows 10: Vorerst werden nur wenige Nutzer den neuen Edge per Update erhalten

Seit Mitte Januar ist die neue Version von Microsoft Edge verfügbar. Die alte Version hat zwar nach wie vor ihre Fans, inzwischen dürfte es aber dennoch nicht mehr allzu viele Zweifler geben, dass es der richtige Schritt war, auf einen neuen Unterbau zu setzen. Chromium hin oder her, der neue Edge tut einfach viel besser das, was ein Browser tun sollte, und darüber hinaus wird bereits sichtbar, welche Vorteile es hat, wenn man sich verstärkt auf eigene Funktionen und die User-Experience konzentrieren kann.

Es ist daher auf den ersten Blick verwunderlich, dass Microsoft beim Rollout des neuen Edge nicht auf’s Gas drückt, sondern ihn nur sehr langsam ausrollt. In der Vergangenheit war man bei weniger beliebten Produkt-Ablösungen nicht so schüchtern. Der schnellste Weg zum neuen Edge ist nach wie vor der manuelle Download, per Windows Update (KB4559309) erhalten ihn nur sehr wenige Nutzer. Ich habe ein paar Infos vorliegen, die zeigen, dass es dabei vorerst auch bleiben wird.

Microsoft praktiziert hier den bereits bekannten stufenweisen Rollout, der mehrere Phasen umfasst. In den ersten beiden Wellen werden jeweils eine Million Systeme mit dem neuen Edge versorgt. Das klingt nach viel, ist aber gerade mal ein Promille der weltweiten Installationsbasis von Windows 10. In der dritten Welle sind es drei Millionen, in den folgenden Wellen fünf Millionen Systeme, die das oben verlinkte Update erhalten. Insgesamt umfasst diese erste Phase des Rollouts rund 20 Millionen Systeme. Wie lange diese erste Phase genau dauert, weiß ich leider nicht, wir stehen derzeit aber noch am Anfang.

Gut möglich also, dass die allermeisten Nutzer von Windows 10 den neuen Edge erst mit dem 20H2-Update erhalten werden, das im Herbst 2020 veröffentlicht wird. Da steckt der neue Edge nämlich standardmäßig drin. Das letztjährige Herbstupdate ist aktuell auf rund 40 Prozent aller PCs weltweit installiert. Bei einem vergleichbaren Verlauf hätten heute in einem Jahr also immer noch weniger als die Hälfte aller Nutzer von Windows 10 den neuen Edge. Das kann ich mir dann doch nicht vorstellen, irgendwann wird Microsoft den Hahn aufdrehen.

Den betont langsamen Rollout werte ich allerdings nicht als „Schüchternheit“ oder als mangelndes Vertrauen in das eigene Produkt, ich denke eher, dass man sich der Wichtigkeit des Projekts bewusst ist und es auf keinen Fall „versauen“ möchte. Angesichts der stabilen Machtverhältnisse im Browsermarkt und der vergleichsweise geringen Relevanz von Microsoft Edge hat man tatsächlich alle Zeit der Welt. Wenn es überhaupt so etwas wie eine Aufholjagd auf Chrome gibt, dann wird sie viele Jahre dauern, da kommt es auf ein paar Monate hin oder her wirklich nicht an.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Es ist aber dennoch witzig zu lesen, dass jetzt der Edge kommt und dann wieder ähnliche Artikel und man sich fragt: ja wo denn?
    Ich habe überall den schon manuell installiert und bei Deinen Gedanken zu den Gründen würde ich auch zustimmen, es kommt wirklich nicht darauf an, wie schnell das abläuft, und die Leute, die den neuen Browser wollen und hier lesen, die werden wissen, wie man den bekommen kann.
    Im Gegenzug dafür bekommt man ja auf Microsoft-Seiten wie MSN oft eingeblendet dass es einen neuen Edge gibt und man diesen doch ausprobieren sollte. Man will wahrscheinlich den "Zwang" so gering wie möglich machen und dass die Leute _freiwillig_ wechseln. Die Leute nicht mit Gewalt zu beglücken sondern sie aus freien Stücken wechseln lassen, das ist etwas das Microsoft in den letzten Jahren ja oft nicht wirklich konnte. Aber anscheinend jetzt. Und mit so etwas wie dem neuen Edge könnte das auch wirklich gut klappen, er ist ja auch wirklich gut :-)
    Könnte es vlt auch daran liegen, dass man aus der Vergangenheit gelernt hat, wenigstens in diesem Punkt, und neue Klagen und millionenschwere Vergleiche mit der US Aufsichtsbehörde aus dem Weg gehen will? Denkt mal an die Anfänge von IE und MSN und den Streit mit Novell und anderen Anbietern solcher Webbrowser Software. Das war damals sehr negativ belastet und die Strafen für angebliche Marktmanipulierung waren extrem teuer.
    Auf dem Rechner meines Vaters ist der Edge mittlerweile auch automatisch installiert worden, ich wollte das für meinen Laptop eigentlich auch abwarten, war dann aber doch zu ungeduldig und habe ihn manuell installiert ?
    Hallo Martin, Du kannst ja nichts dafür, aber der erste Abschnitt erscheint mir nach meinen Erlebnissen vom WE wie Hohn. Leider kann ich nicht bestätigen, dass der neue Unterbau der richtige Schritt war. Das erste wirklich "richtige" Aufeinandertreffen war eine totale Katastrophe. Nachdem mir beim letzten Patchday der neue Edge mit installiert wurde, hatte ich am WE eine kleine Recherche mit ein paar geöffneten Seiten, mit Infos in OneNote kopieren und ein paar Website-Übersetzungen aus dem Englischem. Jedenfalls hab ich dann entnervt aufgegeben, nachdem der "TOLLE" neue Edge sich ständig aufhing und auch Systemneustarts nicht den erhofften Erfolg brachten. Ich hoffe nur MS bekommt das schnellstens hin, denn mit dem "alten" Edge war ich schon zufrieden. Es gab nur ein paar Ausnahmen in denen ich auf Firefox oder im Extremfall auch auf Chrome zurückgreifen musste.
    Bei mir ist er auf einem von 3 Windows 10-Geräten angekommen. Werde aber wohl bei Opera bleiben.
    Kaum schreibt Martin es, ist der "neue" Edge auf zwei von drei Geräten bei mir per Update eingetrudelt. Martin hat magische Kräfte. :)
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