Windows on ARM: Gekommen, um zu bleiben

Windows on ARM: Gekommen, um zu bleiben

Vor rund neun Monaten erschien an dieser Stelle ein Beitrag, der Windows on ARM eine düstere Zukunft prognostizierte – oder besser gesagt: gar keine. Das Scheitern von Windows on ARM wird wahrscheinlicher – und das ist jammerschade schrieb ich seinerzeit.

Gründe für diesen Pessimismus gab es reichlich: Das Surface Pro X schien weit und breit das einzige Gerät zu sein, die Software-Verfügbarkeit machte wenig bis keine Fortschritte, mit Samsung schien sich ein prominenter OEM bereits vor Einführung eines geplanten Produkts wieder zu verabschieden.

Ein dreiviertel Jahr später stelle ich erfreut fest, dass ich mich getäuscht habe. Windows on ARM ist gekommen, um zu bleiben, daran besteht nun kaum ein Zweifel mehr. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt irgendwelche euphorischen Vorhersagen treffen möchte, was den Erfolg entsprechender Geräte betrifft, das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Die jüngsten Entwicklungen stärken jedoch das Vertrauen, dass alle Beteiligten langfristig engagiert sind.

Das Samsung Galaxy Book S ist bekanntermaßen doch noch erschienen, Qualcomm hat unlängst die zweite Generation des Snapdragon 8cx vorgestellt, auf dessen Basis Acer, Lenovo und HP entsprechende Geräte entwickeln. Die OEM-Basis wird breiter, und das Fragezeichen hinter dem Surface Pro X mit SQ2-CPU dürft ihr hiermit streichen. Das Gerät kommt. Schon ganz bald. Alle anderen Gerüchte aus dem verlinkten Beitrag stimmen ebenfalls.

Fast noch wichtiger als die Hardware ist selbstverständlich die Software. Native ARM-Programme sind weiterhin Mangelware, man munkelt aber, dass sich diesbezüglich im Herbst noch etwas tun wird. Da die 64 Bit-Emulation auf die Zielgerade einbiegt, werden in Zukunft zumindest fast alle klassischen Windows-Programme über die Emulation lauffähig sein. Mit Performance-Nachteilen, die mal messbar, mal spürbar sind, aber lauffähig.

Einen weiteren wichtigen Baustein, der die Ernsthaftigkeit unterstreicht, mit der Windows on ARM vorangetrieben wird, hat Microsoft im Rahmen der Ignite angekündigt: Windows on ARM wird Teil des „App Assure“ Programms für Unternehmenskunden. Dieses Programm garantiert kommerziellen Käufern, dass jede geschäftskritische Software funktioniert. Dort, wo sie das nicht tut, sorgen Microsoft-Entwickler kostenlos für Abhilfe, im Fall von Windows on ARM tun sie das mit aktiver Unterstützung durch Qualcomm. Vereinfacht gesagt lautet die Botschaft: „Ihr könnt euch diese Geräte jetzt bedenkenlos kaufen, wir halten euch das Händchen“.

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare

  1. Ein Surface Go mit ARM würde ich bedenkenlos kaufen. Leider haben wir uns anfangs alle noch Wunderpreise ausgemalt, wie billig die Geräte evtl. sein könnten. Das ist ja nach wie vor überhaupt nicht der Fall.
    Haben die ARM Geräte alle keinen OpenGL Treiber?
    "Please note that there are a few instances where we have limitations: apps that rely on software drivers that aren’t compatible with ARM64 devices, use OpenGL or OpenCL, or are only available in 64-bit (x64)"
    Bis OpenGL 1.1 meine ich geht's. Aktuell arbeiten sie an Unterstützung bis 3.3:
    https://devblogs.microsoft.com/directx/in-the-works-opencl-and-opengl-mapping-layers-to-directx/
    Viel Erfolg. Irgendwie interessiert mich das alles nicht mehr... Sollen sie mal liefern, aber wenn nicht auch gut.
    Na ja nur weil das nicht direkt wieder eingeäschert würde heißt das nicht gleich das es dauerhaft bleiben wird.
    Nur ein neuer Prozessor und etwas Hardware ändern ja nichts an den eigentlichen Problemen die noch gelöst werden müssen.
    Also weiterhin erstmal abwarten wie lang der Atem von MS in diesem Fall tatsächlich ist.
    Ein OpenGL 1.x Softwarerenderer ist seit Windows NT 3.51 dabei.
    Gut wenn sie jetzt einen OpenGL Wrapper für neuere Versionen mittels D3D12 bauen.
    Heißt aber für mich umgekehrt, daß sie keine OpenGL Treiber erwarten.
    Na ja nur weil das nicht direkt wieder eingeäschert würde heißt das nicht gleich das es dauerhaft bleiben wird.
    Nur ein neuer Prozessor und etwas Hardware ändern ja nichts an den eigentlichen Problemen die noch gelöst werden müssen.
    Also weiterhin erstmal abwarten wie lang der Atem von MS in diesem Fall tatsächlich ist.

    Es ist nicht der große Game-Changer oder die große Trendwende oder was auch immer, aber es ist zumindest ein struktureller Ansatz, wie Microsoft weiterhin mit W10onARM verfahren möchte.
    Zum Thema OpenGL: Also ich bin da ehrlich gesagt Laie, aber müsste nicht Vulkan unterstützt werden?
    Also ein Pro X ersetzt vollumfänglich ein Pro4(m3) für mich. Gut ein Dock für mehr USB-Ports HDMI usw. habe ich auch, den hatte ich aber auch schon für das Pro4(m3). Und für Menschen die unbedingt Photoshop, Highend-spiele Steam usw. 64Bit only Anwendungen nutzen können wollen müssen (Das heißt nicht das das spaß auf einem Pro 4,5,6,7 macht) sollen sich doch bitte ein solches kaufen.
    Der usecase entscheidet über die Sinnhaftigkeit ... Und ein Ford Transit ist kein Porsche trotzdem haben beide ihre Zielgruppe mit entsprechenden usecase.
    Die Benutzerzahlen sind eben im mobilem Bereich am höchsten weshalb auch Apple OSX über eine IOS App Integration und MS Windows über eine Android / IOS App Integration den Weg dorthin ebnen will. Dafür braucht es jetzt auch ARM Geräte die wohl als letzte übrig bleiben
    @Mamagotchi
    Stimmt es ist bisher weit entfernt von großen Game Changer, aber genau das ist es was ein MS oft dazu führt verfrüht den Stecker zu ziehen.
    Darum denke ich einfach es ist zu früh zu sagen das sie gekommen sind um zu bleiben.
    Mich persönlich würde es allerdings freuen wenn ARM sich irgendwann durch setzt ohne das man unnötige Kompromisse eingeht. Im Moment sieht das aber halt noch nach einem feuchten Traum aus.
Nach oben