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Windows Update: Ein Bonbon für das zornige Prozent

Windows Update: Ein Bonbon für das zornige Prozent

Manchmal schreibe ich Artikel und lösche sie wieder, noch bevor ich sie veröffentliche. So passierte das auch mit einem Kommentar zum Thema Windows Update, den ich irgendwann im Herbst 2018 schon fast fertig hatte. In diesem hatte ich geschrieben, dass es für Microsoft so einfach wäre, eine immer wieder aufkommende Kritik an Windows Update zum Schweigen zu bringen – nämlich jene, dass man den Nutzern die Updates „aufzwingt“.

Gebt doch einfach allen Nutzern einen Schalter, mit dem sie (Feature-)Updates zumindest aussetzen oder verschieben können, unabhängig von der Edition – und schon ist Ruhe im Karton. Das hätte natürlich den Nachteil, dass der Auslieferungsgrad von Sicherheitsupdates sinkt und Windows 10 eine Fragmentierung droht.

So richtig groß wäre dieser Nachteil aber wohl gar nicht, denn die Kritik, die man immer wieder in den Blogs und Foren liest, kommt von der Fraktion, die man eine „laute Minderheit“ nennt. Es sind nur wenige Leute, die das wirklich interessiert, die meisten Heimnutzer kümmert das nämlich überhaupt nicht. Ich habe mir für diese laute Minderheit eine andere Bezeichnung ausgedacht: Ich nenne sie „Das zornige Prozent“. Zugegeben, das ist ein wenig provokativ, außerdem ist Kritik, die nur von einer kleinen Minderheit geäußert wird, deshalb ja nicht automatisch falsch. Trotzdem sollte man sich immer wieder vor Augen halten, dass wir in einer Blase leben und eine alles andere als repräsentative Mehrheit darstellen.

Ich habe den Kommentar nicht veröffentlicht, weil meine ganz persönliche Meinung zum Thema Windows Update äußerst militant und mindestens ebenso provokativ ist wie die obige Formulierung. Was Wartungs- und Sicherheitsupdates angeht, bin ich nämlich der Auffassung, dass der Standard-Heimnutzer gar keine Möglichkeit haben sollte, störend in diese Prozesse einzugreifen. Diese „Mein PC gehört mir“-Mentalität ist Unsinn. Es käme ja auch niemand auf die Idee, die Bremsen seines Autos mit der Begründung zu manipulieren, dass man ja selbst bestimmen dürfe, was man mit seinem Auto macht. Meine Idealvorstellung eines Consumer-Windows ist inzwischen ein „Windows 10 im S Mode ohne Store-Bindung“. Der Nutzer darf jegliche Art von Software installieren und wieder entfernen, von allem Anderen aber soll er bitte die Finger lassen, dann geht auch nichts kaputt.

Nun, zurück zum Thema: Mit dem nächsten Update für Windows 10 wird Microsoft die „Update-Pause“ auch in der Home-Version ermöglichen. Wenn neue Updates zur Verfügung stehen, können diese für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen ausgesetzt werden.

Windows Update mit Pause auch für Home-User

Das geht übrigens sogar dann noch, wenn die Installation eines Updates bereits begonnen hat. Es geht allerdings auch nur ein einziges Mal. Man kann also nicht ein Update für sieben Tage aussetzen und beim nächsten Start der Installation wieder auf die Pause-Taste drücken.

Alles, was man also als Nutzer von Windows 10 Home bekommt, ist ein wenig Aufschub. Dieses „Entgegenkommen“ seitens Microsoft hat unter dem Strich also auch so ein bisschen was von „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“. Eine echte Kontrolle über Windows Update gibt es also auch nach wie vor nicht. Obwohl ich wie gesagt grundsätzlich anderer Meinung bin, sollte Microsoft darüber nachdenken, den Home-Nutzern mehr Optionen an die Hand zu geben – oder umgekehrt Windows 10 Home tatsächlich so vernageln, wie ich das oben beschrieben habe. Wer mehr will, muss dann halt ein paar Euro für das Update auf Pro in die Hand nehmen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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