Xbox 20/20: Die Xbox Series X Show im Rückblick

Xbox 20/20: Die Xbox Series X Show im Rückblick

Um ein Sache kann man Marketing- und PR-Leute derzeit wirklich nicht beneiden, und das ist die Aufgabe, ein neues Produkt an den Markt heranzuführen, ohne die klassischen Marketing-Instrumente wie Messen oder Hands On-Evente nutzen zu können.

So wurde in den letzten Wochen über die sozialen Medien die Mai-Ausgabe von Inside Xbox gehyped. Steht die monatliche Show sonst für Xbox News, Updates und flotte Gags in Studioatmosphäre, so sollte die Show am Donnerstag im Home Office-Format den Countdown für die Xbox Series X einläuten.

Einmal im Monat wird nun zukünftig Neues um das neue Konsolen-Flagshiff berichtet. Den Anfang machen die 3rd Party Entwickler, die am Donnerstag speziell für Xbox Series X optimierte Spiele vorgestellt haben.

Angefangen hat es mit dem Spiel Bright Memory: Infinite, dessen Trailer viele verwirrt hinterlassen hat. Die ersten Sekunden wirkten mit Parcours-Einlagen wie ein lange gewünschtes Titanfall 3, es folgten Umwelt manipulierende Fähigkeiten wie in „Bulletstorm“, untote Soldaten mit Schwert und Schild, die man mit der Shotgun platt machte und am Schluss kam ein DeLorean angebraust, in dem man dann wegdüste. Mit dieser Flut an verschiedenen Stilen dachten nicht Wenige an eine Art „Ready Player One“ als Spiel.

Bemerkenswert ist, dass dieser 1st Person Shooter laut Microsoft von einer einzelnen Person entwickelt wurde.

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Anschließend gab es einen zügigen, knalligen Trailer zu Codemasters „Dirt 5“.
Der Racer, dem man Ähnlichkeiten zu Forza Horizon nachsagen kann, wird nicht nur 4K und 60FPS auf der Xbox Series X anbieten, nein auf der neuen Konsole sollen sogar knackige 120 FPS drin sein.

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Dann gab es ein Spiel, bei dem jeder Zuschauer falsch lag.
Betrachtete man den Trailer, dachte man sofort an die „Alien“-Filmreihe und auch das Sequel „Prometheus“.
Das Spiel „Scorn“ wird als albtraumhaftes und atmosphärisches Horror-Abenteuer in 1st Person Look beschrieben.

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Nächster Trailer war dann „Chorus“.
Das Spiel zeigt sich düster und die Protagonistin wird überwiegend in ihrem Raumschiff mit diversen Dogfights und waghalsigen Manövern gezeigt.

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Dann gab es natürlich auch neues Football-Futter mit einem kurzen Anteasern von „Madden 21“, vorgestellt vom NFL Star Patrick Mahomes.

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Die nächste Vorschau war dann „Vampire : The Masquerade – Bloodlines 2“
Ehrlich gesagt, war es grafisch wohl der am meisten enttäuschende Trailer. Da das Vampire: The Masquerade Franchise aber ein sehr ergiebiges Potential hat, hoffe ich auf entsprechende Spieltiefe.

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„Call of the Sea“ wiederum entführt euch auf eine Südseeinsel, auf der Norah, eine Frau in den 1930ern, versucht, die verschollene Expedition Ihres Mannes zu finden.
Grafisch ist eine Ähnlichkeit zu Sea of Thieves kaum zu vermeiden, es hat aber damit rein gar nichts zu tun.

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Einer der für mich wieder interessanteren Titel der Show war „The Ascent“.
Optisch angesiedelt in einem Cyberpunk Universum, kann man solo und in Co-Op durch die eine Mega Metropole streifen und jede Menge durch die Gegend schnetzeln.
Nicht wenige würden es als ein Tech-Noir Diablo bezeichnen.

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Interessant wurde es dann mit „The Medium“.
Von den Machern von Blair Witch bekommen wir ein Horror-Spiel mit psychologischer Tiefe. Ihr spielt Marianne, ein Mädchen, das Visionen hat und zwischen den Welten von Realität und Geisterwelt wechseln kann. Dies ist notwendig, denn mancher Weg ist in der realen Welt versperrt, in der Geisterwelt aber vielleicht ein Pfad vorhanden, den man beschreiten kann. Besonders gefiel mit der Wechsel Effekt, der stark an die Hölle im Kinofilm „Constantine“ erinnert.

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„Sacrlet Nexus“ wirkte als sehr Anime-lastiger Hack and Slay.

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Und dann kam „Second Extinction“. Ein Co-Op Survival Shooter in einer Welt, in welcher der Mensch die aussterbende Art ist und mutierte Dinosaurier die dominante Spezies sind.
Für Viele hat das Spiel Potential, Fans der alten Turok Reihe für sich zu gewinnen.

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Dann gab es die erste dickere Überraschung aus Marketing Sicht mit „Yakuza: Like a Dragon“.
Waren in der Vergangenheit Yakuza Spiele nahezu reine PS4- und PC-Titel, so hatte sich mit der letztjährigen Ankündigung, die alten Yakuza Titel in den Xbox Game Pass hinzuzufügen, bereits Einiges angebahnt. So ist „Yakuza: Lik a Dragon“ von Sega als Launchtitel auf der Xbox Series X sowie für Windows 10 und die Xbox One angekündigt, unter anderem mit Cross-Save Funktion.

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Dann gab es das, was die meisten Zuschauer am sehnlichsten erwartet hatten und wahrscheinlich auch am meisten enttäuscht wurden: „Assassin´s Creed Valhalla“.
Gab es durch die gesamte Show immer wieder Einblendungen für das Spiel, in der neues Material angekündigt wurde, gab es am Ende einen 90sekündigen „Gameplay-Trailer“ und ein Interview mit dem Chef-Entwickler. Ich setze mit Absicht den Begriff Gameplay-Trailer in Anführungszeichen, denn das Video wurde als Ingame Footage angekündigt, zeigte sich aber eher als schön gerenderter Trailer.

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Der AC: Valhalla Clip beschreibt wohl am besten, was viele Zuschauer kritisierten. Im Vorfeld wurde damit geworben, dass man bei dieser Inside Xbox Show die Schönheit der Spiele auf der Xbox Series X wird bewundern können. Da die Show erstaunlicherweise nur auf Youtube in 4K ausgestrahlt wurde und nicht zum Beispiel auf Mixer, konnte ich mir nur bei sehr wenigen Titeln ein Gefühl entwickeln, was die neue Konsole zu leisten vermag.

Vielleicht liegt es auch daran, dass „Gameplay“ angekündigt wurde und wir eventuell erwarten, Developer zu sehen, die tatsächlich ihr Spiel in der Show anspielen und so für ein echtes WOW sorgen. Da für Juli ein echtes Xbox Series X Event mit dem 1st Party Line Up angekündigt wurde, werden wir wahrscheinlich im Juni noch weitere 3rd Party Titel und  andere Neuigkeiten erwarten können.

Übrigens werden alle bislang gezeigten Titel außer Madden 21 und Vampire: The Masquerade- Bloodlines 2 die Smart Delivery Funktion unterstützen. Das heißt: Einmal auf der Xbox One kaufen und kostenlos auf die Series X upgraden. Ob und wann die beiden anderen Titel nachziehen bleibt abzuwarten:

Insgesamt war es eine solide Show, die aufgrund der „Work from Home“-Problematik ordentlich abgeliefert hat. Trotzdem hatte man auf „mehr“ gehofft. Dass unsere Erwartungen schwieriger zu erfüllen sind als sonst, liegt nicht nur am Xbox-Team.

Die fehlende Bereitschaft von Sony, Neuigkeiten zur neuen PS5, aber auch zu eventuellen Spielen, in die Welt zu tragen, sorgt natürlich dafür, dass wir jede neue Information aus anderen Quellen wie Xbox bereitwillig aufsaugen und umso kritischer beäugen.

Dass es zuletzt einen Leak von „Last of Us 2“ und eine Terminverschiebung gab, verschafft Sony in meinen Augen vielleicht einen psychologischen Vorteil. Eventuell senkt die Kritik an der Inside Xbox 20/20 Show auch die Erwartungshaltung an den zu erwartenden Content von Sony, wir werden sehen.

Ich freue mich jedenfalls darüber, dass das Xbox-Team so früh dran ist und versucht, auf lange Sicht bis November die Käufer von der Xbox Series X zu überzeugen.

Spannend wird sein, welcher Hersteller zuerst zuckt und den Preis der neuen Konsole verrät, und wie die Erwiderung der „Gegenseite“ dann aussieht.

Kurzum: Für mich ein solider Start der Kampagne für die Xbox Series X, der aber noch Luft nach oben lässt. Das Summer Game Fest liegt ja noch vor uns, bevor es dann auf die Zielgerade der Konsolen-Show geht.

Über den Autor
Daniel Heithorn
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Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

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Kommentare

  1. Mein Problem bei den ganzen Ankündigungen war, dass keins der Spiele grafisch einen Wow!-Effekt ausgelöst hat. Nichts sah nach Next-Gen aus.
    Scorn mit seinem Alien setting sah schon schön eklig aus, auch Bright Memory gefiel aber zum Beispiel enttäuschte Dirt 5 bei mir das nach weniger Grafik Kompetenz aussieht als das jetzt 2 Jahre alte Horizon 4
    Timbosteron
    Nichts sah nach Next-Gen aus.
    Sind halt alles keine Spiele, die exklusiv für die neue Generation erscheinen (oder dafür entwickelt wurde) und dann ist es natürlich auch nicht gerade einfach die immer schwerer zu erkennenden grafischen Verbesserungen in einem 1080p Stream mit eher dürftiger Bitrate zu erkennen. Ist ja aktuell schon teilweise notwendig, dass man Standbilder & Zoom braucht, um wirklich einen Unterschied zu erkennen, wenn etwa XBO/PS4 und One X / PS4 Pro vergleichen werden.
    Da kann noch so sehr für Performance und Ladezeiten getrommelt werden (das Hightlight der neuen Hardware-Gen), aber das kommt halt in einem In-Engine-Video nicht wirklich rüber.
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