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Zuverlässigkeit: Kunden setzen die Marke Surface auf den letzten Platz

Zuverlässigkeit: Kunden setzen die Marke Surface auf den letzten Platz

Die Verbraucherorganisation Consumer Reports führt in den USA regelmäßig Umfragen durch, um die Qualität und Zuverlässigkeit von Produkten zu ermitteln. Bei einer solchen Umfrage unter 90.000 Besitzern von Laptops und Tablets schnitt Microsoft mit seiner Surface-Reihe geradezu verheerend schlecht ab: 25 Prozent der Käufer eines Surface gaben an, binnen zwei Jahren mindestens ein Problem mit dem Gerät gehabt zu haben. Damit landete Microsoft im Hersteller-Ranking auf dem letzten Platz und handelte sich eine offizielle „Warnung“ ein. Wer besonderen Wert auf Zuverlässigkeit legt, sollte sich besser bei anderen Herstellern umschauen, kommentiert Consumer Reports die Ergebnisse.

Dass man auf dem letzten Platz landet, wenn ein Viertel der Kunden Probleme hat, wundert mich nicht. Fast noch schockierender finde ich aber, dass man mit einem Fünftel unzufriedener Kunden noch unter den Top 5 landet. Die Werte der anderen Hersteller sind mindestens ebenso desolat.

Microsoft zweifelt die Ergebnisse in einer ersten Reaktion an. Jede Generation des Surface übertreffe ihren Vorgänger in Punkto Performance und Zuverlässigkeit, die Rückläuferquote sei mindestens so gut oder besser als der Industrie-Durchschnitt, heißt es aus Redmond.

Ich muss zugeben, mein erster Gedanke war auch „das kann doch nicht sein“. Aber erinnern wir uns daran, das bislang jedes Surface mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte, die durch Firmware-Updates ausgemerzt werden mussten. Beim Surface Book war es besonders schlimm, viele Kunden gaben die Geräte deshalb in den USA zurück. Außerdem sei an die Probleme mit dem Akku beim Surface Pro 4 erinnert, als die Firmware irrtümlich eine rapide nachlassende Kapazität meldete. Die Akkus waren nicht defekt, aber viele Kunden schickten ihr Gerät zur Reparatur ein.

Mein Surface Book darf demnächst auch zum Kundendienst, die Gummileiste an der Unterseite löst sich ab, und meine Versuche, sie selbst wieder festzukleben, waren nicht von Erfolg gekrönt. Im Grunde nur eine Kleinigkeit, aber eben etwas, was bei einem Gerät jenseits 2.000 Euro nicht passieren darf.

Es liegt mir fern, an diesem Ergebnis irgend etwas zu beschönigen, ich sehe aber zwischen der Stellungnahme von Microsoft und der obigen Tabelle nicht unbedingt einen Widerspruch. Vielleicht ist die Surface-Reihe mindestens so gut – oder besser gesagt so schlecht – wie die Geräte der anderen Hersteller. Beim Surface aber fallen Probleme mit dem Betriebssystem aus nachvollziehbaren Gründen sehr viel stärker direkt auf den Hersteller zurück, als das bei anderen OEMs der Fall sein mag. Aber auch das hat ja irgendwo seine Berechtigung.

Nachdem der Marke Surface zuletzt ein wenig die Innovationskraft auszugehen schien, ist diese Geschichte hier ein Schlag in die Magengrube. Das Image der Microsoft-Vorzeigemarke ist nun wohl definitiv angekratzt.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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