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Diskussion Der große Linux-Thread - Hier ist der Pinguin zu Hause!

Aber da geht's mal wieder um's Finanzielle...
Bezeichnend ist vor allem, dass sich ausgerechnet die Linux Foundation mit dahinter klemmt, was auch einer Aufwertung von Chromium an sich gleichkommt, indem man den Industriestandard weiter stärkt. Das ist eben auch das Problem, dass Firefox und darauf basierende Browser wie Waterfox keinen großen Einfluss hier mehr ausüben können, und von WebKit2-basierten Browsern brauchen wir ohnehin nicht reden. Abseits von Safari, den es nur noch auf den Apple-Plattformen gibt, ist höchstens noch Epiphany hier relevant, und das ist schmeichelhaft ausgedrückt.
 
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Google joined by Linux, Microsoft and more to make Chrome, Edge better
Übersetzung sinngemäß: "Das Produkt gibt es schon viel zu lange, machen wir ihm jetzt gemeinsam den Garaus."

Interessant auch das Statement von Opera:

"Für uns ist die Mitgliedschaft bei den Unterstützern von auf Chromium basierenden Browsern von Anfang an eine Gelegenheit, eine noch aktivere Rolle bei der Entwicklung und der zukünftigen Ausrichtung von Chromium zu übernehmen."

Arschkriechen, ganz fein formuliert...
 
Arschkriechen, ganz fein formuliert...
Ist grad groß in Mode in den USA!
Man staunt eh schon über nix mehr.

Die Tech-Konzerne Google, Microsoft, Meta, Amazon und sogar Apple (bisher in der Wolle gefärbte Demokraten! bzw. deren Proponenten wie TimCook) spenden neuerdings eine "Inauguration-Donation" für die Feier zur Amtseinführung von D.J. Trump!
In schöner Harmonie jeweils eine Million Dollar für den Don.
Hoffen die, von Don a Lago zum Grafen von Panama, Erzherzog von Grönland, Prinz von Kanada oder Bademeister vom Golf von Amerika ernannt zu werden?
Oder ist das einfach nur normal, wenn ein neuer Pate Angebote macht, die man nicht ablehnen kann?

"The people of Greenland would love to become a state of the United States of America. Now, Denmark maybe doesn't like it. But then we can't be too happy with Denmark and maybe things have to happen with respect to Denmark having to do with tariffs." (Donald Trump TV-Statement 2025-01-08)

Schöner hätte es Don Corleone auch nicht formulieren können.
Der Pate, Teil 2, aber diesmal richtig!
 
In schöner Harmonie jeweils eine Million Dollar für den Don.

Das sind für die ja nun Peanuts. Sie müssen halt die nächsten Jahre mit Trump leben und arbeiten. Und man arbeitet mit dem am besten, indem man ihm schmeichelt.

Schlimmer finde ich die Katzbuckelei z.B. von Mark Zuckerberg.

Das ist eben auch das Problem, dass Firefox und darauf basierende Browser wie Waterfox keinen großen Einfluss hier mehr ausüben können

Wo wäre das Problem?
Chromium ist ein offenes Projekt. Wenn alle an einer Engine arbeiten, ist das sicherlich nicht verkehrt. Eine Konkurrenz-Engine ebenfalls als offenes Projekt zu bauen, ist ja eigentlich Verschwendung von Ressourcen.

Am Ende ginge es halt auch da nur um eine Form von Politik. Irgendjemand möchte mit "seiner" Engine in eine andere Richtung als andere Leute.
 
Wo wäre das Problem?
Chromium ist ein offenes Projekt. Wenn alle an einer Engine arbeiten, ist das sicherlich nicht verkehrt. Eine Konkurrenz-Engine ebenfalls als offenes Projekt zu bauen, ist ja eigentlich Verschwendung von Ressourcen.
Das hat weder etwas mit Ressourcenverschwendung noch mit politischen Ambitionen zu tun. So funktioniert schlichtweg die Entwicklung und Standardisierung neuer Webtechnologien und -standards, die von den verschiedenen Akteuren innerhalb des W3C und teilweise der IETF vorangetrieben werden. Man kann sich eine einfache Faustformel merken: Damit es wirklich ein Webstandard ist und keine Monopoltechnologie, braucht es eine unabhängige Implementierung in mindestens zwei unabhängigen Engines. Vorher kann ein Webstandard nicht abschließend verabschiedet werden. Dass sich an diesen Regelungen in der Zwischenzeit etwas verändert hätte, ist mir nicht bekannt und hätte ich eigentlich auch mitbekommen.

Vor gut 20 Jahren war das keine große Sache. Mit Gecko (Mozilla), Presto (Opera), Webkit (Apple, später auch Google) und Trident (Microsoft) gab es untereinander eine gewisse Konkurrenz und die Entwickler mussten sich einigen, damit es zu einem Standard kommt. Heute sind wir in einer Situation, wo Blink den Markt dominiert und Google sich im Prinzip aussuchen kann, ob es einen neuen Standard bzw. eine Wunschtechnologie lieber mit Mozilla oder lieber mit Apple durchbringen will, wenn der jeweils andere störrisch ist. Deswegen wird diese Dominanz von Chromium von vielen Fachleuten auch so skeptisch gesehen.

Das Grundproblem ist bloß, dass es zwar noch andere Engines gibt (z.B. Goanna oder Dillo), aber die Projekte sind zu irrelevant und haben teilweise auch eine seltsame Ausrichtung, als dass sie künftig einen Unterschied machen könnten. Andere wie Vivaldi haben notgedrungen in den sauren Apfel gebissen, weil denen die Ressourcen für eine eigene Engine fehlt. Mehr Konkurrenz wäre derzeit insofern nur noch möglich, indem man Apple dazu verdonnert, WebKit2 und Safari auch wieder für Windows und ggf. für Linux zu bringen. Dann könnte auch ein Browser wie Epiphany leicht portiert werden.
 
Damit es wirklich ein Webstandard ist und keine Monopoltechnologie, braucht es eine unabhängige Implementierung in mindestens zwei unabhängigen Engines. Vorher kann ein Webstandard nicht abschließend verabschiedet werden.

Warum? Das ist doch nicht in Stein gemeißelt. Ein Webstandard ist doch nicht die US-Unabhängigkeitserklärung.

Wenn es nur eine Engine gibt, dann IST das, was die da machen, de-fakto der Standard. Und wenn diese Engine als Opensource-Projekt unter einer echten OSS-Lizenz entwickelt und veröffentlicht wird, sehe ich dabei überhaupt kein Problem.

Vor gut 20 Jahren war das keine große Sache. Mit Gecko (Mozilla), Presto (Opera), Webkit (Apple, später auch Google) und Trident (Microsoft) gab es untereinander eine gewisse Konkurrenz und die Entwickler mussten sich einigen, damit es zu einem Standard kommt.

Und heute müssen sich nur noch die Entwickler innerhalb des Chromium-Projektes einigen. Und da reden ebenfalls diverse Beteiligte mit.

Wenn Firefox plötzlich auf Blink wechseln würde, würde das kein Nutzer merken.
 
Wenn es nur eine Engine gibt, dann IST das, was die da machen, de-fakto der Standard. Und wenn diese Engine als Opensource-Projekt unter einer echten OSS-Lizenz entwickelt und veröffentlicht wird, sehe ich dabei überhaupt kein Problem.
Natürlich ist das nicht in Stein gemeißelt, aber es ist eben die gängige Regelung, die ich hier auch nur neutral mal zum Besten gegeben habe. Abgesehen davon blendest du bei Chromium auch ein paar Sachen aus, Ingo - angefangen damit, dass Chromium keine Engine ist, sondern eine Plattform. Und auch sonst ist die Sache mit Chromium nicht so einfach.

Du kannst mit der Lizenzfrage schon anfangen. Chromium und angeschlossene Projekte verwenden die BSD-Lizenz, ihrerseits eine sog. Permissive License, die wie die MIT-Lizenz kein Copyleft kennt und was sie zu anderen Lizenzen wie der GPL oder MPL zumindest teilweise inkompatibel macht. Das macht sie bei Unternehmen beliebt, die aber auch mal gerne Zusatzklauseln ergänzen, wie Meta das früher mal bei React Native gemacht hat und sich dafür eine Abreibung von den Entwicklern abholen durfte. Lizenzen sind kein einfaches Thema im FOSS-Bereich.

Zweitens ist Chromium ein enorm heterogenes Projekt und es gibt unter den Chromium-Browsern durchaus Unterschiede bei den Kompatibilitäten. Die Debatten und Anekdoten habe ich damals ja zu Hauf mitbekommen. Google hatte bei Chrome zusätzliche Technologien direkt mit der Basis verwurzelt, was ein Hauptgrund dafür war, dass viele Seiten teilweise bis heute nur in Chrome richtig funktioniert haben. Opera hatte wiederum damit geworben, eine besonders hinsichtlich Leistung optimierte Variante von Chromium zu verwenden, während Brave und Vivaldi vereinfachte Implementierungen einsetzen und bestimmte Änderungen nicht mitmachen. Microsoft hatte sich bei Edge meines Wissens nach damals wiederum weitgehend der Google-Linie angeschlossen, um die Kompatibilität für die Großkunden zu gewährleisten.

Die sind sich also so schon auch nicht grün und einig. Was man dann noch nicht vergessen darf, ist, dass Chromium als Plattform deswegen ein Industriestandard ist, weil es über die Browser hinaus ausgestrahlt hat. Typische JavaScript-Frameworks wie Express, Vue oder Angular setzen darauf auf, egal ob Front- oder Backend verwendet wird. Entwickler-Toolkits wie Qt oder .NET, die für sich sonst nicht auf Webtechnologien aufbauen, verwenden es als WebView-Komponente. Bei den Webanwendungen ist es ein wesentlicher Grund, warum sich Progressive Web Apps gegen WebRT durchsetzen konnten. All sowas.

Es ist schon ein bisschen komplizierter und dass die Regeln des W3C so sind, wie sie sind, ist nicht schlecht. So wurde öfter mal auch verhindert, dass Google einen völligen Durchmarsch mit seinen Technologien hinlegen konnte. Statt QUIC verwenden wir heute immer noch HTTP, auch wenn Version 3.0 auf QUIC basiert, und auch in anderen Bereichen wurde Alphabet eingebremst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit Calam Arch Linux Installer auf dem Lenovo B50-45 installiert.
Zu einem späteren Zeitpunkt folgt noch ein kurzer Erfahrungsbericht.
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