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Deutscher Bundestag: Microsoft soll zeitnah aus der Infrastruktur fliegen

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Redaktion
Deutscher Bundestag: Microsoft soll zeitnah aus der Infrastruktur fliegen
von Kevin Kozuszek
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Nachdem in Deutschland und Europa immer stärker über die digitale Unabhängigkeit von US-Anbietern wie Microsoft, Google oder Amazon diskutiert wird, macht nun auch der Deutsche Bundestag ernst und will dabei ein ambitioniertes Tempo vorlegen. Wie Table.Media in der vergangenen Woche berichtete, wird eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Vizepräsidentin Andrea Lindholz (CDU) noch im Mai ihre Strategie vorlegen. Geplant sind voraussichtlich zwei Schritte.

Konkret soll die neue Digitalstrategie fünf Kernbereiche besonders adressieren: Bürosoftware, KI-Anwendungen, eine sichere Cloud zur Speicherung von Daten, Kollaborationsdienste zur besseren Zusammenarbeit und eine weitreichende und nachhaltige Sicherheitsarchitektur. Betroffen sind mehr als 10.000 Arbeitsplätze im Parlament selbst sowie in den Wahlkreisbüros, die derzeit eine Kombination aus dem klassischen Microsoft 365 und der quelloffenen Phoenix Suite von Dataport benutzen, welche verschiedene Projekte wie Nextcloud oder Open-Xchange bündelt.

Eine Entscheidung wurde bereits beim neuen Messenger getroffen, bei dem der Deutsche Bundestag aller Voraussicht nach auf Wire setzen wird, welcher bereits vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert wurde. Bei der Cloud dürfte es dagegen auf eine Loslösung von Microsoft in zwei Schritten hinauslaufen.

Zunächst könnte SAP-Tochter Delos mit der gemeinsam mit Microsoft geplanten und in Deutschland gehosteten Cloud als Übergangslösung dienen, um sehr kurzfristig schon mehr Kontrolle zu bekommen. Langfristiger Ersatz dürfte aber Stackit von der Schwarz-Gruppe werden, die hierzulande als Betreiber hinter Lidl bekannt ist und auch in andere Technologieunternehmen wie das KI-Startup Aleph Alpha investiert hat.

Noch werden einige Diskussionen geführt, der Weg ist aber mit den meisten Fraktionen im Bundestag bereits Konsens. Workshops zwischen Verwaltung und Fraktionen haben bereits stattgefunden, die diskutierten Probleme mit den digitalen Anwesenheitslisten wurden gelöst. Ob sich die Grünen mit ihrer Forderung, die kommende neue Infrastruktur weitgehend auf freier und quelloffener Software aufzubauen, durchsetzen können, wird sich aber noch zeigen müssen.

Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz hofft jedenfalls, dass die Neuausrichtung im Deutschen Bundestag ein Vorbild für digitale Souveränität werden kann. Je mehr Nutzer allgemein künftig auf europäische Alternativen setzen werden, desto besser und nachhaltiger können diese auch weiterentwickelt werden.

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Artikel im Blog lesen
 
Da kommt einem doch unwillkürlich der Spruch:

"Wenn man nicht mehr weiter weiss, gründet man einen Arbeitskreis"

in den Sinn. Völlig unabhängig hat das schon Goethe in seinem Faust
treffend formuliert: :

"Die Worte hör ich wohl....allein mir fehlt der Glaube"

Ernst nehmen kann man das erst dann,wenn den Worten auch Taten folgen.

Lass den Bundesadler mal regeln. ;)
Das deutsche Wappentier ist der Kaiseradler(und der hat keinen weissen Kopf) ...nicht der Seeadler
(der ist bei den Amis angesagt).Bei deinem Bild wäre somit der Bock zum Gärtner gemacht worden.😉
 
„Wie Table.Media in der vergangenen Woche berichtete, wird eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Vizepräsidentin Andrea Lindholz (CDU) noch im Mai ihre Strategie vorlegen“


Ja so macht man das:
„When possible, refer all matters to committees, for "further study and consideration." Attempt to make the committees as large as possible- never less than five.“

Quelle: https://www.cia.gov/static/5c875f3ec660e092cf893f60b4a288df/SimpleSabotage.pdf
😉
 
Da kommt einem doch unwillkürlich der Spruch:

"Wenn man nicht mehr weiter weiss, gründet man einen Arbeitskreis"

in den Sinn. Völlig unabhängig hat das schon Goethe in seinem Faust
treffend formuliert: :

"Die Worte hör ich wohl....allein mir fehlt der Glaube"

Ernst nehmen kann man das erst dann,wenn den Worten auch Taten folgen.
Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.
 
Danke Kevin für den informativen Artikel.

Wieso die sich gerade so auf Microsoft einschießen bzgl. "Loslösung", aber z.B. bei Handys (Google-Android und/oder Apple-iPhone) und/oder wahrscheinlich auch bei der Netzinfrastruktur weiterhin auf US-Produkte setzen, die auch sicherheitsrelevant sind, bleibt unergründlich.

Ist Microsoft (MS-365) wirklich ein größerer Datenabgreifer als z.B. Google-Android/Handy?
 
Was ich nicht verstehe, dass jahrelang über die Befreiung von der Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen geredet wird. Dabei haben wir in Nürnberg mit Softmaker eine Softwarefirma, die ein gutes Office hat. Das wäre doch schon Mal ein Anfang. Konnte in den über 10 Jahren, wo ich die Software nutze, auch keine gröberen Probleme oder Inkompatibilitäten zu MS-Produkten feststellen.
 
Ist Microsoft (MS-365) wirklich ein größerer Datenabgreifer als z.B. Google-Android/Handy?
Wenn man es in dem konkreten Kontext betrachtet, dann tatsächlich ja. Aufgrund der besonderen Rolle verwenden Politiker und andere Mitarbeiter nachrangiger Behörden spezielle Smartphones und Tablets, die zwar grob auf bekannten Geräten basieren, die auch Consumer kaufen können, aber die gleichzeitig mit zusätzlichen Chips etwa für die Kryptografie ausgestattet werden und wo das Betriebssystem ansonsten sehr restriktiv aufgesetzt wurde.

Das wäre im Bereich digitaler Souveränität sogar eine der leichteren Übungen, das loszuwerden. Das reguläre AOSP als Basis zu nehmen und die zusätzlichen Sicherheitsanforderungen als zusätzliche Schicht darüber zu legen, würde ja reichen, zumal Google damit automatisch draußen wäre. Sicherheitsupdates würde ein vom Bund zertifizierter und vom BSI überwachter Dienstleister ausrollen und für App-Updates kann man das System von F-Droid kopieren und eigene Repositories für die minimal notwendigen Apps darin hinterlegen, die dann besonders gesichert werden. Dafür würde der Bund sicherlich gesonderte Verträge mit den Entwicklern für angepasste Versionen ohne Google Play Services abschließen können.

Hier in der EU gäbe es mit Volla OS aus Deutschland und /e/ OS von Murena aus Frankreich ansonsten auch zwei europäische Android-Distributionen, die so ein Vorhaben besonders einfach machen.

Was ich nicht verstehe, dass jahrelang über die Befreiung von der Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen geredet wird. Dabei haben wir in Nürnberg mit Softmaker eine Softwarefirma, die ein gutes Office hat.
Stimmt, aber was die Politik möchte, ist ja vollständige digitale Souveränität. Der ODF-Standard ist für Bürodokumente der europäische Standard. Den kann SoftMaker zwar auch, aber LibreOffice ist deswegen besonders attraktiv, weil es a) die Referenzimplementierung für den ODF-Standard ist und b) die IT-Abteilungen LibreOffice selbst betreuen und keine gesonderten Wartungsverträge abschließen müssen, was wiederum Kosten spart.

National spielt das keine Rolle, weil SoftMaker und LibreOffice beide aus Deutschland kommen.
 
Was ich nicht verstehe, dass jahrelang über die Befreiung von der Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen geredet wird. Dabei haben wir in Nürnberg mit Softmaker eine Softwarefirma, die ein gutes Office hat. Das wäre doch schon Mal ein Anfang. Konnte in den über 10 Jahren, wo ich die Software nutze, auch keine gröberen Probleme oder Inkompatibilitäten zu MS-Produkten feststellen.
Darf ich mal fragen, ob du bei Softmaker arbeitest oder sonstwie mit denen klungelst? Ich habe nach einem deiner Kommentare mal Softmaker im Web gesucht und eher kritische bis sehr kritische Aussagen dazu gefunden. Aber du schwört irgendwie Stein und Bein auf die.
 
Ich habe nach einem deiner Kommentare mal Softmaker im Web gesucht und eher kritische bis sehr kritische Aussagen dazu gefunden.

Ich nicht, eher nur Positives darüber gelesen.

Und bei heise (c't Magazin) mehrere Vergleichstests alle Jahre wieder, Webseite leider hinter Paywalls.

Ich arbeite nicht bei Softmaker, aber hatte das auch mal vor Jahren ausprobiert und auch für gut befunden.

Aber inzwischen brauch ich Office Programme privat gar nicht mehr und auf der Arbeit ist sowieso
M365 vorinstalliert.

Leider!!!

Gerade z.B. EXCEL verleitet mit seinen mächtigen Funktionen die Leute eine Schatten IT aufzubauen, die Daten aus
Firmendatenbanken zu saugen und dann lokal damit weiterzuarbeiten und mit Daten aus dem Web über EXCEL zu verknüpfen. Und dann ist nichts mehr konsolidiert, weil die abgeleiteten Daten dann irgendwo lokal herumlungern.

Oder die Leute Schattenreporting dann selber bauen.

Daher wäre ich froh wenn generell viel von dem Office Krams in Unternehmen verschwindet.
 
Zuletzt bearbeitet:
@MathiasS Nein, ich schaffe weder bei Softmaker noch vertreibe ich Software. Ich habe beruflich und privat seit 1994 mit MS-Produkten (Word, Excel, Outlook) geschafft. Vor über 10 Jahren war ich so genervt, dass ich mich nach Alternativen umgesehen habe. Habe auch einige freie Office-Pakete probiert. So auch das Freeoffice von Softmaker. Letztlich bin ich vor über 10 Jahre auf die Pro Version von Softmaker Office umgestiegen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich seither zufrieden.
Sicher ist nicht alles Gold was glänzt, aber das ist beim MS Office bei weiten auch nicht. Im Grunde könnte man bei allen Office-Paketen kritische Aussagen tätigen. Letztlich muss jeder abwägen, was für jeden selbst wichtig ist. Ich habe die letzten 10 Jahre noch nie Kompatibilitätsprobleme zu MS-Produkten gehabt. Hinsichtlich des Datenschutzes fühle ich mich bei Softmaker auch besser aufgehoben. Zudem gibt es ein Anwenderforum, was unmittelbar bei Softmaker angesiedelt ist. Bei der Oberfläche habe ich auch die Wahl zwischen Menü oder Ribbon. Die Kaufversion ist auch um einiges günstiger und kann auf mehreren PC's installiert werden. So hat es für mich doch einige Vorteile. Aber letztlich kann und muss das jeder für sich selbst entscheiden.
 
Ich teile die grundsätzliche Kritik an der schleppenden Digitalisierung in unserem Land und bin für mehr digitale Souveränität. Aber mir missfallen einige unsere Politik verächtlich machende Kommentare in diesem Thread. Manches ist den grundsätzlich guten demokratischen Verfahren geschuldet. Vieles hängt auch an genereller Bräsigkeit und Änderungsfeindlichkeit von Bürgern.

Ich habe einige Erfahrung mit SW-Migrationen. Das ist häufig deutlich komplexer, als man von aussen so denkt. Ich erinnere eine fürchterlich schiefgegangene Migration von MS auf Linux und ein Office-Paket (hiess glaube ich Asterix) und einige extrem schwierige Migrationen von Unternehmensanwendungen.
Oft weiss nur noch die Software, wie Organisationsabläufe funktionieren, und vor Jahren eingeführte "Kleinigkeiten" können überraschend grosse Hürden sein.

Und man sollte vorsichtig sein, von persönlicher Nutzung auf Team-Nutzung zu schliessen. So ist z.B. Ende-zu-Ende verschlüsselter Cloud-Speicher persönlich eine einfache und gute Lösung, für Teamarbeit müssen die Daten aber auf dem Server entschlüsselt verarbeitet werden können.

Das Vorhandensein von Schattenlösungen, z.B. in Excel, erwähnte ja schon jemand.
 
@anthropos Das Video von The Morpheus hatte ich schon gesehen und ich mag seine Videos sowieso ganz gerne, weil er sehr tief in ein Thema eintauchen kann, aber in einer Art, dass es durchaus auch weniger technische Leute verstehen können. Wobei es sei kann, dass von mir bald ein ähnlicher Beitrag im Blog kommt, der sich aber schwerpunktmäßig dem Gaming widmet. Da habe ich in diesem Jahr ja ein privates Projekt laufen. ;)
 
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