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Digitale Souveränität: BMDS legt Gesetzentwurf für die EUDI-Wallet vor

DrWindows

Redaktion
Digitale Souveränität: BMDS legt Gesetzentwurf für die EUDI-Wallet vor
von Kevin Kozuszek
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Betrachtet man das Thema Digital Souveränität für die Deutschen im privaten Alltag, dürfte das kommende Digitale Identitätengesetz (DIdG) wahrscheinlich der wichtigste Baustein in diesem Jahr sein. Das BMDS unter Bundesminister Karsten Wildberger hat den Gesetzentwurf, welcher die EUDI-Wallet bis Ende des Jahres in Nationales Recht gießen soll, nun veröffentlicht. Neben dem Ausweis sieht er einige weitere Elemente vor.

Zunächst regelt das neue Gesetz die Zuständigkeiten auf Behördenebene, wobei hier keine Überraschungen zu erwarten sind. Neben dem BMDS selbst spielen die Bundesnetzagentur, die hierzulande die Marktaufsicht inne haben wird, und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationssicherheit (BSI), welche Wallet-Lösungen zertifiziert und das Thema Sicherheit überwacht, eine Rolle. Außerdem sind das Bundesverwaltungsamt und eine Akkreditierungsstelle in weiteren Rollen involviert.

Inhaltlich geht der Gesetzentwurf allerdings ans Eingemachte. Das BMDS sichert sich weitgehende Durchgriffsrechte und könnte bestimmte Änderungen per Rechtsverordnung und damit an Bundestag und Bundesrat vorbei auf den Weg bringen. Das betrifft technische Detailfragen, neue Funktionen und die Verfahren zur Identifizierung um die Wallet freizuschalten. Auch eine Experimentierklausel ist enthalten.

Neben der Ausweisfunktion, wo neben dem Personalausweis auch sowas wie der Führerschein hinterlegt werden kann, soll die neue App auch als zusätzliches Zahlungsmittel genutzt werden können. Hier setzt der Gesetzentwurf engere Grenzen, indem etwa das Finanzministerium, derzeit unter Vizekanzler Lars Klingbeil, neben anderen Vorgaben hier zustimmen müsste. Auch für mögliche kommende Alterskontrollen beugt das Gesetz bereits vor – die Wallet soll ab 12 Jahren genutzt werden können.

Insgesamt werden mit dem Gesetzentwurf zahlreiche Gesetze an die neuen EU-Vorschriften angepasst. Dazu gehören zentrale Vertreter wie das Onlinezugangsgesetz (OZG), das Vertrauensdienstegesetz und zahlreiche Telekommunikationsverordnungen. Eine gute Zusammenfassung haben die Kollegen bei netzpolitik.org veröffentlicht. Das Gesetz selbst soll im Sommer ins Bundeskabinett und noch deutlich vor Weihnachten in Kraft treten – hier greift das Zeitlimit der EU.

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Digitale Souveränität
Da muss ich doch gleich ketzerisch fragen: Benötigt man für diese App ein Smartphone mit amerikanischem Betriebssystem? Oder läuft sie ohne wenn und aber mit alternativen OS?
Bekommen wir auch mal ein souveränes EU-Smartphone-OS, auf dem alles Wichtige (z. B. Banking, Wallet, Wero, AusweisApp, digitale Fahrzeugpapiere) ohne Einschränkungen funktioniert?

Auf mein Smartphone kommt jedenfalls kein digitaler Ausweis etc., solange nicht diverse Sicherheitsfragen geklärt sind.
Mein Banking läuft auch nicht nur mit Fingerabdruck. Ich kann meinen Fingerabdruck nicht wechseln wie ein sicheres Passwort.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Utilisator Fenestrarum Ich hatte das an anderer Stelle schon mal gesagt: Einerseits wird ja Sailfish OS von Jolla weiterentwickelt und bekommt meines Wissens nach sogar Fördergelder aus Brüssel, und zum anderen arbeiten mehrere große europäische Android-Distributionen mit der e Foundation an vorderster Front an einer Alternative zu Google Play Integrity, die dann microG ergänzen soll und von /e/ OS und anderen Android-Distributionen direkt übernommen wird.

Letztlich sind Sailfish OS als unabhängiges mobiles Betriebssystem und /e/ OS von Murena, was direkt namhafte Smartphones (die man auch direkt bei denen im Shop kaufen kann) unterstützt, als Android-Distribution mit microG und weiteren Modulen das Beste, was wir in Europa haben. /e/ OS ist auch bekannt dafür, dank microG und weiteren Technologien normale Android-Apps bis auf wenige Ausnahmen wie Googles eigene Apps gut zu unterstützen. Und wer ein unabhängiges Android will, hat auf direkten Kontakt zu Google ja sowieso keinen Bock.

Unabhängig davon baut das so oder so auf der Infrastruktur der AusweisApp auf, hier geht es nur um rechtliche und keine technischen Fragen. Das ist schon bekannt und korrespondiert mit anderen nationalen Projekten wie der Bürger-App und der Infrastruktur Neo auf Basis von Matrix. Hier wird also weiterhin auch das Lesegerät am PC gehen und es wird nach meinem Wissen ausdrücklich auch Webversionen geben.

Nur eines kann ich noch nicht sagen: Ob die Bürger-App eine Neuentwicklung ist oder, was ich für wahrscheinlicher halte, die AusweisApp auf allen unterstützten Betriebssystemen ein großes Update bekommt. Da dürften wir im Juni/Juli schlauer sein, da soll eine große Präsentation mit Karsten Wildberger und weiteren Leuten stattfinden, wo das vorgestellt wird.
 
Die Ausweis App gibts im Fdroid Store und läuft auf meinem googlefreien Shiftphone ohne Probleme.
 
  • Danke!
Reaktionen: JCR
Die Ausweisapp läuft auch unter Windows oder Linux, da habe ich keine Bedenken und bin unabhängig vom Smartphone.
Was ich noch nicht weiß, da mir Infos fehlen, ist die Kompatibilität zwischen verschiedenen Banking- und anderen Verwaltungs-Apps und alternativen Handy-OS.
Aussagen wie "viele Apps funktionieren" heißen nach meiner Erfahrung: Ausgerechnet meine App ist die Ausnahme.

Ich erspare euch lange Texte aus der KI-Abfrage zu den von mir genutzten Verwaltungs-Apps: die Tendenz ist, dass es oft unsicher ist, ob die Apps funktionieren. Das klingt alles schon wieder abschreckend für mich.

Schade, dass ich keinen lokalen Verein kenne, der mir das präsentieren könnte, bevor ich 500 € oder mehr für ein neues, sicheres Handy hinlege.
 
Digitale Brieftasche Großteil der Bevölkerung kennt EUDI-Wallet nicht
Der Branchenverband Bitkom fordert eine Aufklärungskampagne, damit die digitale Brieftasche der EU bei der Einführung breit angewendet wird.
"Großteil" dürfte zart untertrieben sein. Im oberen 90% Bereich eher
 
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