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Digitale Souveränität: Microsoft bietet seinen Kunden eine „Offline-Cloud“

DrWindows

Redaktion
Digitale Souveränität: Microsoft bietet seinen Kunden eine „Offline-Cloud“
von Martin Geuß
Satya Nadella auf der Microsoft AI Tour in München


Im Rahmen der Microsoft AI Tour machte Microsofts CEO Satya Nadella Station in München. Wie es der Name schon sagt, ging es primär darum, für Microsofts KI-Angebote zu werben. Quasi nebenbei kündigte Nadella aber Neuerungen für jene Kunden an, die mehr Wert auf digitale Souveränität legen.

Verschiedene Azure-Dienste als auch Microsoft 365 können künftig souverän auf eigener Infrastruktur betrieben werden. Microsoft stellt zwar die Produkte zur Verfügung, für den Betrieb sind die Kunden allerdings selbst verantwortlich, was sie gleichzeitig unabhängig von der Microsoft-Cloud macht.

„Azure Local Disconnected“ und „Microsoft 365 Local Disconnected“ heißen die neuen Angebote. Die Pressemitteilung von Microsoft beschreibt sie wiefolgt:

  • Azure Local Disconnected: Kunden können geschäftskritische Infrastrukturen jetzt vollständig entkoppelt betreiben. Damit sind die Azure-Governance- und -Richtlinienkontrollen auch ohne Cloud-Anbindung nutzbar und gewährleisten so die Kontinuität und Resilienz in souveränen, klassifizierten oder isolierten Umgebungen. Für Souveränität ohne Kompromisse.
  • Microsoft 365 Local Disconnected: Mit M365 steht Kunden das fortschrittlichste und sicherste Produktivitätspaket nun ebenfalls ohne Cloud-Anbindung zur Verfügung. Zentrale Kollaborationstools wie Exchange-Server, SharePoint oder Skype-for-Business-Server können vollständig in der souveränen Umgebung von Kunden betrieben werden. So bleiben Teams auch ohne Cloud-Anbindung produktiv. Die tiefgreifende und nahtlose Integration von Outlook, Teams, Word, Excel, PowerPoint, SharePoint und Copilot stellt bei M365 die maximale Produktivität ins Zentrum. Tausende Entwickler sorgen kontinuierlich für innovative Funktionen, während ein ebenso großes Expertenteam die Sicherheit der gesamten M365-Suite auf höchstem Niveau gewährleistet. Dadurch setzen nicht nur die weltweit größten Unternehmen, sondern auch Organisationen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen auf M365.

Mit „Foundry Local“ können Kunden zudem auch KI-Anwendungen auf ihrer eigenen Infrastruktur betreiben. Last but not least bietet das neu eröffnete „Microsoft European Sovereignty Studio“ in München die Möglichkeit, sich mit Microsoft-Experten auszutauschen und mit deren Unterstützung eigene souveräne Lösungen zu designen.

Der „Elefant im Raum“ bleibt unerwähnt, und dennoch weiß jeder, warum Microsoft diese Wege genau jetzt beschreitet. Die Verunsicherung aufgrund der geopolitischen Lage ist groß, das Interesse an souveränen Lösungen ebenso.

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Das hatten wir doch schon mal vor einigen Jahren mit der Deutschen MS-Cloud bei T-Systems, hat irgendwie nicht funktioniert.

Können die MS-Oberen bei diesem Konstrukt garantieren, als tatsächlich beeiden, nicht nur Marketinggeblubber, dass hier kein Cloud-, Patriot-, oder was auch immer Act eine Hintertür offen lässt?
Hat diese Cloud einen eigenen Haupt-Schlüssel, der nicht von den Chinesen oder anderen im Internet gefunden werden kann und der nicht bei einer Three-Letter-Agency liegt oder ausgehändigt werden kann, wie die Bitlocker-Schlüssel?

Wenn nicht: Haken dran.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin ja kein Anwalt oder so. Aber wenn Microsoft den scheiß komplett in Deutschland hostet, fällt es ja trotzdem unter dem Digital Service Akt, oder wie das heißt. Weil MS eine US Firma ist.
Nach meiner Logik, selbst wenn man es nun selbst hosten darf, was ja auch nicht sinnlos wäre, fällt es doch immer noch unter diesen US Gesetz 🤔
 
Die meinen wirklich, wir haben ein 7-Sekunden-Gedächtnis wie ein Goldfisch, ne...


 
Das hatten wir doch schon mal vor einigen Jahren mit der Deutschen MS-Cloud bei T-Systems, hat irgendwie nicht funktioniert.
Das war etwas völlig anderes. Da lagen nur die Daten in Deutschland. Rechtlich war das so gestrickt, dass Microsoft keinen Zugriff mehr auf diese Daten hatte, weil sie der Telekom gehörten. Gescheitert ist das daran, dass viele Funktionen gefehlt haben, eben weil man das so strikt umgesetzt hat. Und teurer war es logischerweise auch.

Der wesentliche Unterschied an diesem neuen Angebot ist, dass man alles auf der eigenen Infrastruktur betreiben kann. Somit kann da auch niemand legal auf Daten zugreifen. Selbst der Cloud Act greift da zumindest in der Theorie ins Leere. Vorausgesetzt natürlich, das ist wirklich so entkoppelt wie dargestellt.
 
Das klingt so, als wäre es für viele deutsche Unternehmen eine geeignetere Lösung. Vermutlich wurde Microsoft mit Anfragen überhäuft, ob das Unternehmen seine Dienste nicht „lokalspezifischer” und digital souveräner anbieten könne.

Weiß jemand, ob es bisher schon möglich war, sämtliche Microsoft-365-Zugangsdaten für Unternehmensmitarbeiter komplett auf deutschen Servern durch Microsoft „verwalten zu lassen”? Was ja letztlich, was das Durchgriffsrecht von Microsoft angeht, erst einmal keinen Unterschied macht. Oder gab es sowas wie lokale Lösungen, die zwar selbst om Unternehmen verwaltet wurden, aber die Speicherung der Anmeldedaten notwendigerweise weiterhin in den USA stattfindet.

Bisher habe ich nämlich völlig verschiedene Versionen gehört.

„Ja, nach langen Verhandlungen wandern die Zugangsdaten nicht mehr in die USA.“

VERSUS

„Nein, das ist nicht möglich.“

Oder ist das ausschließlich eine Preisfrage bzw. Verhandlungssache oder liegt es an der Unwissenheit der Unternehmensverantwortlichen? Diese im Blog neu angekündigte Variante würde ja gewährleisten, dass die Anmeldedaten aller Mitarbeiter komplett intern und nicht mehr durch Microsoft gespeichert werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist eigentlich nichts neues sondern der klassische Weg die Server selber zu betreiben.

Problem: Microsoft wird vermutlich immer mehr Produkte nur noch als Abo anbieten. z.B. Exchange Server.
 
Da Microsoft bei "Local Disconnected"-Produkten keine Rechenleistung in der Cloud vorhalten muss, müssen die Produkte ja zwangsläufig günstiger sein als die M365-Pläne.

Ich lach mich schonmal tot.
 
Ich finde das aber schon einmal einen sehr positiven Ansatz. Über Kosten/Rentabilität/Expertise
die dann nötig wäre das selber zu Hosten muss ich selber Gottseidank nicht entscheiden :) .
 
Ich bin nicht sicher ob es auf eigener Hardware läuft oder nur bei zertifizierten Dienstleister in Deutschland unabhängig von MS.
 
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