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Digitaler Euro: Wero-Chefin Weimert kritisiert unnötige Doppelstrukturen

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Redaktion
Digitaler Euro: Wero-Chefin Weimert kritisiert unnötige Doppelstrukturen
von Kevin Kozuszek
WERO Logo


Europa will auch im digitalen Zahlungsverkehr eigenständiger werden und treibt mit dem PayPal-Konkurrenten Wero sowie dem digitalen Euro zwei zentrale Vorhaben auf EU-Ebene voran. Bei letzterem könnte der zugehörige Gesetzentwurf im Juni vom EU-Parlament beschlossen und der Weg zur Einführung ab 2029 frei gemacht werden. Wero-Chefin Martina Weimert übte in der Süddeutschen Zeitung (Paywall) nun Kritik an dem derzeitigen Vorhaben.

Das berichten die Kollegen bei Golem. Hintergrund sind vor allem der laut ihrer Ansicht unnötige Doppelstrukturen, die mit einer zusätzlichen „EZB-App“ aufgebaut würden, anstatt Wero und den digitalen Euro miteinander zu koordinieren und zu harmonisieren. Angesichts aktueller geopolitischer Entwicklungen habe Wero, an dem aktuell 50 europäische Banken beteiligt sind, mögliche Standards selbstständig vorantreiben müssen, darauf können man nun aufbauen.

Wero selbst erreicht aktuell 50 Millionen Nutzer, davon 2,7 Millionen in Deutschland. Umgerechnet hat also derzeit etwa jeder neunte Bürger in der EU Zugriff auf den Bezahldienst. In der jüngeren Vergangenheit machte Wero allerdings mit noch vorhandenen Restabhängigkeiten bei AWS sowie einem Disput zwischen sich und dem Einzel- und Onlinehandel von sich reden, wo Weimert bei letzterem nun ebenfalls Besserung gelobte. Derzeit geht man allerdings davon aus, dass Wero aber erst gegen 2030 profitabel sein würde.

Wero und der digitale Euro verfolgen damit ähnliche Zeitpläne und ähnliche Funktionen, wobei Wero selbst bereits zur Verfügung steht und für mehr Unabhängigkeit von den USA derzeit auch die beste Chance darstellt. Gleichwohl könnte der digitale Euro mittelfristig die führende Rolle übernehmen. Der besagte Gesetzentwurf könnte Händler zur Akzeptanz des Zahlungsmittels verpflichten und er funktioniert, anders als Wero, auch ohne Internetverbindung. Bluetooth und NFC sollen dann reichen.

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Wero ist doch privat. Der Digitale Euro ist von der EZB Verwaltet. Man will zwar eine option zur Lösung amerikanischer services haben, um nicht von Gebühren von Paypal, master card, visa abhängig zu sein, aber Wero wäre da doch auch nur ne Scheinlösung. Ein unabhängiges Zahlungsmittel kann die EZB nur alleine bereitstellen
 
Ja aber das ist ja der Punkt. WERO ist weder noch will es ein Währungsmittel sein. Da muss man aufpassen. Der digitale Euro steht als Währungsmittel nur dem echten Euro in Konkurrenz.
WERO ist nur ein Zahlungsmittel, auf welchem der Euro oder der digitale Euro ausgetauscht werden.
Deswegen bin ich persönlich eher gegen den digitalen Euro. Denn ich brauche innerhalb des €Raumes keine weitere Währung. Eine reicht ja, deswegen wurde sie auch damals eingeführt.
 
Ja das stimmt @Norbie und ich kann sie verstehen. Ich habe den Sinn und den Gedanken, den die EZB da hat noch nicht so ganz verstanden. Aber um Aufklärung kann man da ja nicht wirklich bitten oder hoffen. Da sind die EZB und das EU-Parlament leider sehr gute Schüler von Microsoft. 🤷
 
@Thomas.g.8235

Die Vorteile des digitalen Euros sind, dass er anonym, kostenlos und offline ist und jedem EU-Bürger zusteht.
Er funktioniert also wie Bargeld, wobei Bargeld für Händler auch Kosten verursachen kann.

Wero hingegen ist nicht anonym, zwingend online und kostet für Händler mit Wero Pro 0,55% vom Umsatz.
Wero sowie Banken können außerdem Kunden kündigen oder diese nicht als Kunden annehmen.

Da der Wero weiterhin mit dem Giralgeld arbeitet und der digitale Euro eben nicht, untergräbt der digitale Euro das fundamentale Geschäft der Banken, weswegen die mit allen Mitteln gegen den digitalen Euro wettern.
Das weiß auch die EU und will ein Limit von 3.000€ einführen.

Widerstand kommt vor allem von Geschäftsbanken, die sich ausgebootet fühlen sowie den Wettbewerb mit einem öffentlichen System und den hohen Programmierungsaufwand fürchten. Der Handel ist anderer Ansicht. Die EZB selbst betreibt derweil vehement Lobbying für den digitalen Euro und überrascht durch ständig neue Ideen.

Die Höhe des Haltebestands soll voraussichtlich die EZB vorschlagen, die Regulierungsvorgaben dafür die Mitgliedsländer im Rat festlegen. Die Bandbreite reicht aktuell zwischen 800 Euro und 10.000 Euro – im Gespräch ist vor allem ein Limit von 3000 Euro.
Heise - Widerstand und Chancen: Der digitale Euro spaltet das EU-Parlament
Siehe auch Heise - Digitaler Euro: Klassische Banken fühlen sich ausgebootet
 
@Seven2758 danke, das war mal eine verständliche Erklärung. 👍
Da bin ich allerdings dann doch eher bei den Banken. Von irgendwas müssen sie ja leben. Ok, sie müssten eigentlich auch vernünftig die Zinssätze für Soll und Haben anpassen, aber das ist ein anderes Thema.
Das mit den Offline ist wahrlich ein Vorteil. Und die 0,55% sind halt das Geschaftsmodel und die Einnahmequelle von WERO, die müssen ja auch irgendwie bezahlt werden.
Aber ich glaube, das ist nicht mehr oder sogar weniger als andere verlangen.
Also, wie man sieht, ich weiß es auch nicht genau. Für mich als privat Person ist es allerdings ein sehr gut funktionierendes System, wenn man es halt im privaten Nutzt.
Beim Rest lasse ich mich überraschen
 
Ich verstehe das mit dem anonym immer nicht. Der Einzige, der wirklich anonym sein will, ist der der Schwarzgeld bezahlt oder erhält oder illegale Tätigkeiten vornimmt. Ansonsten gibt es keinen Grund Angst zu haben. Was soll passieren? Dass das Finanzamt weiß wofür ich mein geld ausgebe? Dass auffällt wenn eigenartige Geldbewegungen auf meinem Konto stattfinden und ich gewarnt werde?
Sorry aber mit diesem "dann bin ich nicht mehr anonym" kann ich nichts anfangen.
 
@Thomas.g.8235:
Anonymität hilft Dir auch deinen Schufa-Score hochzuhalten. Da fließt ja auch ein, wo (in welcher Gegend) Du Bargeld abhebst. Und das bekommen die Banken über den Giralgeldtransfer mit.
 
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