Frage: Diverses: Alternativen zu MS-Produkten und co.

ProfessorWindo

treuer Stammgast
Hallo zusammen,
meine Frage trifft auf einige Forenbereiche zu, daher war ich mir nicht ganz schlüssig, wo ich meine Frage stellen kann.

Über folgendes denke ich in letzter Zeit nach; Gibt es eine Option, zumindest im privaten Bereich, so gut wie auf die klassischen Produkte von MS (Office und co), zu verzichten und Open-Source-Lösungen zu verwenden?

Von klein auf bin ich mit z.B. Office 97, Google als Suchmaschine etc, groß geworden und habe mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, warum ich die Produkte für bares Geld kaufe, wenn es kostenlose Alternativen gibt.

Einige Zeitlang habe ich mich mit Lotus beschäftigt, aber Lotus ist schon lange eingestampft. Open Office hat mir nicht wirklich zugesagt, jedoch LibreOffice. Mit LibreOffice habe ich ein wenig gearbeitet, es nach paar Monaten wieder belassen, da mir der "Aufwand" mich dort reinzufuchsen, "einfach" zu groß war. (Gewohnheitsmensch...).

In den letzten Tagen kam mir das wieder in den Kopf, dass ich mich so gut es möglich ist, mich von den MS-Produkten zu lösen, um mich mehr mit Open-Source-Produkten zu beschäftigen.
D.h. MS-Office habe ich durch Libre Office ersetzt, statt Outlook nutze ich Thunderbird, wobei Thunderbird mir auch nicht wirklich zusagt. Gibt es zu Thunderbird einen weiteren Mailclient?

Abgesehen vom Betriebssystem Windows selbst, wobei ein Wechsel zu Linux noch ansteht und den klassischen Suchmaschinen, wie Google und Bing, wobei auch hier ich auf einer Suche nach einer Alternative bin, möchte ich mich versuchen von den klassischen Produkten zu lösen, wenn es überhaupt möglich ist.

Daher meine Frage an euch bzw. an diejenigen, die andere Produkte nutzen;
Welche benutzt ihr so? Eventuell gibt es welche, die ich so gar nicht kannte.

LG
Prof.
 
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.Bernd

gehört zum Inventar
Statt TB kann ich dir "em Client" empfehlen eM Client | Das beste Mail-Programm fur Windows und Mac
TheBat wäre auch noch eine Option. Zu MailBird kann ich dir nichts sagen, ist aber ähnlich wie em Client.

Wenn Office, dann SoftMaker, aber das hatten wir schon.

Für Unterwegs nutze ich Google-Dienste, vor allem den Kalender, den ich unterschiedlich füttern kann, auch mit meiner TV-App. Funktioniert aber auch vieles ohne Google, man muss nur wollen.

Vermutlich werden die Antworten wieder so zahlreich wie zu jeder gesuchten Alternative sein, eine Fragen - drölf Antworten :D
 

MSFreak

gehört zum Inventar
Gibt es eine Option, zumindest im privaten Bereich, so gut wie auf die klassischen Produkte von MS (Office und co), zu verzichten und Open-Source-Lösungen zu verwenden?
... definitiv ja.
Welche benutzt ihr so? Eventuell gibt es welche, die ich so gar nicht kannte.
Ich benutze in den Systemen Windows, macOS und Linux
Firefox
Chromium
Thunderbird
FreeOffice 2018
FreeCommander (nur Windows)
 
Zuletzt bearbeitet:

Kevin Kozuszek

Moderator
Teammitglied
Letztlich hängt das auch sehr von deinen eigenen Bedürfnissen ab, was du konkret von Microsoft durch OpenSource-Lösungen ersetzen möchtest und wie viel sich davon auf Windows und dann doch auf Linux abspielen soll. Ich bewege mich ja nun, seit ich denken kann, in beiden Welten und haben entsprechende Erfahrungswerte, aber ohne genauere Angaben rate ich da auch mehr oder weniger nur ins Blaue. Grundsätzlich kann man aber folgende Sachen festhalten:

Browser
Unter Windows gibt es eigentlich nur noch zwei quelloffene Browser, die man ernst nehmen kann und die eine gewisse Massentauglichkeit besitzen: Firefox und Brave. Vom reinrassigen Chromium rate ich persönlich immer ab, weil das mehr eine Entwicklerplattform ist und die Installationspakete hier eher durch inoffizielle Betreuer erstellt werden. Ein guter Kompromiss für Windows und Linux wäre Vivaldi, unter Linux gäbe es mit Epiphany (alias Gnome Web) noch eine dritte quelloffene Option, die du dir anschauen kannst.

Mailclients
Unter Windows ist Thunderbird der einzige ernstzunehmende Kandidat aus dem quelloffenen Lager, daneben gibt es nur noch Randerscheinungen wie Claws Mail oder Trojita. Unter Linux hast du ein paar mehr Optionen, wobei ich am ehesten Evolution und Geary empfehlen würde. K-Mail gibt es auch noch, aber das ist eher ein fleischgewordener Albtraum als alles andere.

Messenger
Wenn es ein klassischer Messenger sein soll, um Skype zu ersetzen, sind Signal und Wire eigentlich diejenigen mit dem leichtesten Einstieg. Ich persönlich habe aber eine klare Präferenz zum Signal Messenger, weil er auch mehrfach überprüft wurde und mit Axolotl (ja, das heißt wirklich so...) das aktuell beste Verschlüsselungsprotokoll nutzt. Außerdem kann er unter Android auch als SMS-App eingesetzt werden. Telegram hat zwar quelloffene Clients, aber versagt bei der Verschlüsselung. Wenn man Geld investieren möchte, wäre Threema, was bald auch quelloffen wird, auch noch eine Option. Von föderalen Ansätzen wie XMPP und Matrix wurde ich im privaten Bereich aber die Finger lassen.

Office
Offen gesagt: Sämtliche quelloffenen Bürosuiten haben irgendwo ihre Probleme, und das trifft ganz besonders auf LibreOffice zu, weil da noch Unmengen an altem Code unter der Haube schlummern. Die beste Option wäre wahrscheinlich, das Geld für SoftMaker Office in die Hand zu nehmen. Selbst das Abo tut da mit 2,99 € pro Monat auch nicht sonderlich weh.

Notizen
Wenn du OneNote als Notizbuch ersetzen möchtest, stehst du im FOSS-Bereich vor einer schweren Aufgabe. Die meisten Programme sind auf Markdown ausgerichtet und die mit normaler Eingabe haben deutlich weniger Funktionen. Generell kommen SimpleNote und Standard Notes aber noch am Ehesten an OneNote heran.

Aufgabenlisten
In dem Punkt hatte ich im FOSS-Bereich immer schon klare Präferenzen. Unter Windows habe ich früher TaskCoach intensiv genutzt, unter Linux gilt Planner derzeit als der beste Vertreter hierfür.

Multimedia
Das ist ein weiter Bereich, aber hier kommt es letztlich auf die eigenen Vorlieben an. Generell würde ich um VLC weitestgehend einen Bogen machen und nur in Ausnahmefällen verwenden, zumindest bis die Version 4.0 mal veröffentlicht wurde. Für Videos würde ich unter Windows klar auf den Media Player Classic setzen (die Variante MPC-BE wird hier noch sehr aktiv entwickelt und ist auch besser ausgestattet als die halboffizielle Weiterführung vom MPC-HC), unter Linux sind mpv-basierte Player wie zum Beispiel Celluloid eigentlich die beste Wahl. Was Musikplayer angeht, gibt es bei den Playlist-basierten mit Audacious und Strawberry zwei gute Vertreter unter Windows, bei richtigen Musiksammlungen wäre Quod Libet z.B. eine Option. Unter Linux haben mir bei richtigen Sammlungen Rhythmbox und Lollipop am Besten gefallen. Zum Taggen, was MP3Tag unter Windows macht, kannst du unter Linux zum Beispiel Kid3 verwenden, das ist sehr ähnlich aufgebaut.

Bildbetrachter
Unter Windows sind wahrscheinlich ImageGlass und Nomacs die besten FOSS-Vertreter, unter Linux wäre das fast egal. Nahezu alle wie Gwenview, Pix, Ristretto oder gThumb bringen da einen guten Funktionsumfang mit.

Das ist jetzt erstmal so ganz grob das, was mir dazu einfällt. Natürlich kann man das noch weiter auf die kleineren Werkzeuge wie Packer oder Texteditoren ausdehnen, aber das wäre eh Standardwerk. Wenn du auf Linux (teilweise) wechseln möchtest und du den Arbeitsablauf von Windows gewohnt bist, solltest du aber auf die Desktopumgebungen ein größeres Augenmerk legen. Generell kommen LXQt (Windows 2000 und früher als Stil), XFCE (Windows XP-Stil mit dem Whisker-Menu) und Cinnamon (Windows 7-Stil) da nahe dran, aber auch Mate und Budgie sind unter bestimmten Umständen gute Kandidaten. KDE Plasma erschlägt einen schon fast wieder mit seinen vielen Konfigurationsmöglichkeiten.

Gute Linux-Distributionen für einfache Nutzer sind zum Beispiel Linux Mint (Ubuntu), Ubuntu Mate, MX Linux (Debian), Linux Lite (Ubuntu) und mit Abstrichen auch das klassische Debian. Generell lege ich Einsteigern, die von Windows kommen, aber immer noch Linux Mint ans Herz, die ja Cinnamon, MATE und XFCE als Desktops anbieten.

Hoffe, ich konnte damit ein wenig helfen...
 

PeteM92

gehört zum Inventar
in der c´t 19 2020 (aktuelles Heft) gibt es hierzu auch noch Informationen unter der Überschrift "Digitale Souveränität". Lesenswert für jeden, der Überlegungen zur Abkehr von Microsoft anstellt.
 
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