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DuoBahn, das Entwicklertagebuch, Teil 5: Alles ohne Google wieder auf Anfang

DrWindows

Redaktion
DuoBahn, das Entwicklertagebuch, Teil 5: Alles ohne Google wieder auf Anfang
von Tobias Scholze
Duobahn


DuoBahn (GitHub), also unser Projekt für das Microsoft Surface Duo, das die öffentlichen Daten rund um deutsche Autobahnen mehr greifbar machen soll, sorgt für Spaß, aber auch mehr graue Haare als alles, was wir hier sonst bisher gebastelt habe. Wieso nun auch noch eine weitere Komplexitätsebene hinzukommt und was genau ihr, also alle Technikinteressierten, damit zu tun hat, versuche ich im folgenden Artikel zu erklären.

Für alle, denen diese Artikelreihe noch unbekannt ist: Das habt ihr bislang verpasst, könnt euch aber natürlich nachträglich einlesen:

Wieso, weshalb, warum?​


Die allermeisten meiner Beiträge hier auf Dr. Windows handeln von positiven Entwicklungen, erfolgreichen Projekten oder der Spaß an ebendiesen.

Dieses Mal ist es etwas anders. Mit DuoBahn habe ich mir zuviel auf einmal zugemutet. Dies wird mir jetzt klar. Diese Überforderung führte zu einem zeitweisen Verdruss, was die Weiterentwicklung der App anbelangt. Niemand fühlt sich gern überfordert oder nicht in der Lage etwas zu erreichen – was die Person auf eine gewisse Art und Weise versprochen hat.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, noch mal auf einer grünen Wieso anzufangen. Alles das, was ich nicht wirklich zu hundert Prozent verstehe, nicht zu nutzen – auch auf die Gefahr, dass dadurch die App erstmal sehr langweilig sein wird. Dieses Vorgehen schließt nicht aus, dass ich Features nachlege, sobald mein Wissensstand mehr zu lässt.

Danke für eure Geduld und Verständnis.



Diese Tickets wurden abgearbeitet​


DuoBahn wird aktiv auf für alle einsehbar auf GitHub langsam dennoch stetig weiterentwickelt. Um im Vergleich zu unseren anderen Surface Duo Projekten wie der damaligen #rTsd-App mehr Transparenz zu schaffen, versuche ich anhand von Tickets zu arbeiten. Im Zeitraum seit dem letzten Artikel zur Autobahn App wurden folgende Tickets erfolgreich umgesetzt.

#25 Move navigation from rail / bottom bar to Floating Action Buttons

Der Hauptteil meiner Arbeit vor dem großen Reset war es, zwei unterschiedliche Navigationsoberflächen in die App zu integrieren. Einerseits die altbekannte „BottomBar“, also eine Leiste mit Navigationspunkten am unteren Ende des Bildschirms, als auch auf größeren Geräten eine so genannte „NavigationRail“. Diese Komponente befindet sich an der linken Seite des linken Bildschirms und nutzt somit das Mehr an Breite aus.

Nach reichlicher Recherche und Rückfragen an das Microsoft Surface Duo SDK Team kam ich allerdings zu dem Entschluss, dass all dieser Aufwand und Komplexität nicht nötig und gar falsch am Platz nach UX-Design Pattern waren. In Zukunft muss ich darauf achten, nicht Features einbauen zu wollen, weil ich sie großartig finde, sondern auch, dass diese zu mindestens etwas Sinn ergeben. Mal sehen, ob das funktioniert.

#23 Remove Google Play Services

Dieser Schritt war nie geplant. Allerdings wurde dieser erforderlich, nachdem ich bemerkt habe, dass der Surface Duo 1 / 2 Emulator von Microsoft keine Google Play Services unterstützt. Da ein Hauptanliegen dieser App jedoch auf der Darstellung einer Karte mit Markern als auch auf der Prämisse das jeder Mensch mittels des Emulators mit der App experimentieren kann liegt, musste ich diesen Punkt angehen.

Nach vielen Versuchen mit Kartenanbietern wie MapBox, Here Maps oder auch OpenStreetMap habe ich mich für Microsoft Bing Maps entschieden.

Dank einem Tipp aus dem DX Team von Microsoft konnte ich einen Wrapper, welcher Bing Maps trotz einer fehlenden, offiziellen Jetpack Compose Komponente für mich nutzbar macht, ausfindig machen.

An Schönheit und Übersichtlichkeit nehmen sich all diese Anbieter nichts. Bing Maps setzt hier aber noch mal einen drauf. Wäre ich nicht doppelt sichergegangen, dass es sich um keine Phishing Seite gehandelt hat, wäre das Browserfenster sofort geschlossen worden.



Nichtsdestotrotz konnte ich trotz einer etwas angestaubten Anleitung alles Erforderliche einbinden und zum Laufen bekommen. Man soll auch das Positive an Dingen sehen, welche einem in der Freizeit doch das ein oder andere graue Haar beschere.

Somit ist nun DuoBahn auch auf dem offiziellen Emulator von Microsoft ausführbar. Eine potenzielle Chance gibt es hierzu auch, dass die App unter Umständen in den Amazon Android Store gestellt werden könnte, um mit dem WSA, Windows Subsystem for Android, auch unter Windows 11 genutzt werden zu können.

Dies bedeutet aber auch, dass in Zukunft genau evaluiert werden muss, welche etwaigen neuen Funktionen der App eigentlich nur mit Google Play Services nutzbar wären. Ein Beispiel hierfür waren Push-Benachrichtigungen oder auf Machine Learning basierende Dinge.

Was ist nun geplant?​


In den letzten Beiträgen wusste ich schon, was in den anstehenden Wochen alles auf dem Plan steht. Durch den vollzogenen Neustart als auch durch meine beschränkte Freizeit möchte ich hier keine nicht einhaltbaren Versprechen geben.

Eines ist aber auf jeden Fall sicher. Auch wenn die App scheinbar für den ein oder anderen eingeschlafen ist, ist sie auf keinen Fall für mich gescheitert oder abgeschrieben.

Somit kann man grob die Themen Theming, Ortsbestimmung und natürlich die Darstellung der einzelnen Arten von Map-Markern für die kommenden Wochen und Monaten anpeilen.

Dies alles, zuzüglich unsortierter Ideen für die Zukunft, sammle ich im GitHub Projects zur DuoBahn App. In dieser Ansicht kann auch gut der Fortschritt einzelner Features verfolgt werden. Bei Issues mit dem grünen Label „help wanted“ suche ich Unterstützung für die Konzeptionierung als auch für die Implementierung.

Dies bedeutet, wer Lust und Zeit hat, an der App mitzuentwickeln, sei es als Fingerübung oder weil man in die Softwareentwicklung hinein schnuppern möchte, ist herzlich eingeladen sich ein Issue mit diesem Label herauszusuchen welches noch niemanden zugeordnet („assigned“) und mit Spaß an der Sache loszulegen!

Bei offenen Fragen rund um das Mitwirken an der App mailt mir an [email protected] oder schreibt mir auf Twitter an @tobonaut.

Einen großen Dank an Alle, welche bereits mitgeholfen haben! Ohne die Hilfe von Marcel, Gina oder auch Klaus wäre ich noch nicht so weit gekommen. Eine volle Auflistung findet ihr in der Readme-Datei zum Projekt.

Lasst uns weiterhin gemeinsam dieses interessante App Idee weiterführen. Vielen Dank für eures stetes Interesse an unseren Bastelprojekten hier auf Dr. Windows.


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Artikel im Blog lesen
 
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ntoskrnl

gehört zum Inventar
Die Abhängigkeit von den PlayServices zu entfernen ist immer eine gute Idee :) 👍 .

Karten einbinden ist tricky. Die meisten wollen Geld sehen wenn es um mehr als einzelne Nutzer geht.
Ist das bei Bing anders?
 

MathiasS

treuer Stammgast
Das mit den GPS unterstütze ich zu 100%.Gerade als Nutzer eines alternativen, Google-freiem Telefon danke ich dem Herrn und den jeweiligen Programmierern für jede einzelne App, die nicht zwingend auf den GPS aufsetzt.

Bezüglich Deines Projektes beneide ich Dich nicht! Da hast Du Dir wohl einen ziemlichen Brocken aufgeladen. Respekt!
 

PeterK

eben noch da
Früher gab es so Faltbahre Papiere da waren auch Straßen drauf, nur gedruckt, die funktionierten auch ohne Akku.
 

Tobias Scholze

Dr. Windows Schreiberling und Entwickler
Teammitglied
@ntoskrnl
hm auch BING kostet Geld. Dennoch genau wie Google Maps sind meine Apps noch locker im kostenfreien Quota :)

@MathiasS
Merci. Was für ein System nutzt du? Ja, hätte mir was kleineres aussuchen solle.

@PeterK
da kann man schlecht Daten aktualisieren :)
 

MathiasS

treuer Stammgast
@Tobias: Ich nutze mit sehr hoher Zufriedenheit ein Fairphone 3+ mit dem e/OS System. Das ist eine freie Android Distribution, schon mit (den umstrittenen) MicroG Diensten vorinstalliert und somit gleich für doofe User wie mich vorkonfiguriert. Sehr praktisch.

Es funktioniert mit Hilfe von MicroG eigentlich fast alles. Aber alles, was per InApp-Abo gekauft werden muss (z. B. das von mir heiß geliebte Motorrad-Navi "Kurviger.de" funktioniert halt eben nicht. 😠
 
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