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Redaktion
EU-Mitarbeiter: Wechsel von Teams auf Element löst gemischte Reaktionen aus
von Kevin Kozuszek
Ähnlich wie in den Mitgliedsstaaten bemüht sich auch die EU selbst um eine stärkere Unabhängigkeit von US-amerikanischen Unternehmen im digitalen Sektor. Wie ComputerBase unter Berufung auf Politico und den ORF berichtet, sind die Rückmeldungen unter EU-Mitarbeitern bezüglich Element Pro als Teams-Ersatz derzeit ziemlich durchwachsen. Während die einen auf eine größtmögliche Kontrolle verweisen, zweifeln andere den Mehrwert an oder verfluchen die Software gleich als Ganzes.
Element Pro wird in Brüssel und anderen EU-Standorten aktuell im Parallelbetrieb mit Microsoft Teams eingesetzt, um im Notfall einen schnellen Wechsel vollziehen zu können. Anders als Länder wie Deutschland, wo Matrix als Protokoll in Gesamtkonzepte wie openDesk eingebettet ist und für die Behörden angepasste Clients entwickelt werden, hat sich die EU vorerst für einen direkten Zukauf beim Mutterunternehmen Element aus Großbritannien entschieden.
Nur eine Frage der Zeit
Wenn man Element selbst schon über Jahre verwendet hat, wundert man sich auch eher darüber, dass der Wechsel bisher so geräuschlos geblieben ist. Persönlich habe ich Element vor Jahren schon verwendet, um damit auch die Verbindung zu IRC zu überbrücken, und wegen der Matrix-Instanz von Mozilla habe ich es ohnehin wieder im Auge. Unabhängig davon, dass Matrix genau wie XMPP, ActivityPub und Atmosphere (Bluesky) zu den dezentralen bzw. föderierten Protokollen gehört und sich konzeptionell damit ohnehin unterscheidet, hat besonders Element seine Tücken.
Element und Matrix sind dabei per se keine schlechte Software, aber es gibt vor allem zwei Fallstricke, von denen ich persönlich berichten kann. Einerseits ist Element nicht unbedingt der übersichtlichste und zuverlässigste Matrix-Client unter der Sonne, den man sich vorstellen kann, obwohl er direkt vom Mutterunternehmen kommt. Worüber aber manche stolpern dürften, sind die Erstellung und hinterher die Verwaltung der Schlüsselpaare, die bei Matrix zur Kommunikation notwendig sind. Element kann da eine ziemliche Zicke sein.
Während Synapse als Serverkomponente zwingend ist, lässt sich der Client zumindest flexibel austauschen. Element ist hier nur die Referenzimplementierung. Mit Gnome und KDE haben die beiden großen Player im FOSS-Umfeld schon länger reagiert und mit Fractal bzw. NeoChat eigene Apps rausgebracht. Auch sonst gibt es weitere Matrix-Clients, die für alle möglichen Plattformen zur Verfügung stehen.
Von Thunderbird sollte man die Finger lassen, da dessen Implementierung rudimentär ist und die Entwickler die Chatkomponente seit Jahren nicht wirklich beachten. Aber auch sonst gibt es mit Projekten wie Cinny noch genug Auswahl. Falls ihr also irgendwie mit Matrix in Kontakt kommt und die Freiheit habt, gebt euch nicht unbedingt gleich mit Element als erstbester Lösung zufrieden.
Ginge es weniger schmerzhaft?
Ob es für Matrix als Plattform allerdings andere kurzfristige Alternativen gäbe, auch wenn man es selbst hosten kann, ist eine spannende Frage. Mattermost als eine der ältesten Alternativen ist ein reines US-Unternehmen und sitzt in Palo Alto in unmittelbarer Nähe zu Meta. Mögliche Sanktionen aus Washington würden hier also theoretisch ziemlich schnell durchschlagen. Bei anderen Plattformen ist es differenzierter.
Zulip ist ein direkter Slack-Klon und wurde einst durch eine Übernahme seitens Dropbox bekannt. Mittlerweile hat das Projekt die identische Organisationsstruktur von Mozilla übernommen, wo die Zulip Foundation als Mutterorganisation das kommerzielle Tochterunternehmen Kendra Labs überwacht. Das Risiko ist hier ähnlich wie bei Mozilla selbst gelagert, wenn man Firefox und Thunderbird einbezieht, als freie Software ist sie aber resilienter.
Ähnlich sieht es bei RocketChat aus. Aus steuerrechtlichen Gründen sitzt das Unternehmen in Delaware, die komplette Entwicklung und Führung wird aber aus Brasilien heraus geleitet. Möchte man gänzlich ohne US-Verbindungen auskommen, wäre Jami die wahrscheinlich beste Wahl. Jami kommt aus dem direkten Dunstkreis des GNU-Projekts und wird in Kanada entwickelt, für öffentliche und kommerzielle Kunden gibt es eine eigene Variante.
Was man nehmen sollte, sei jedem selbst überlassen. Persönlich habe ich abgesehen davon, dass ich immer noch eher ein XMPP-Fan gegenüber Matrix bin, immer ein Herz für Zulip und Jami gehabt und würde beide gerne, wenn es sinnvoll wäre, irgendwann für eigene Projekte bei mir integrieren, aber was ihr hieraus lest, müsst ihr selbst entscheiden.
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Ähnlich wie in den Mitgliedsstaaten bemüht sich auch die EU selbst um eine stärkere Unabhängigkeit von US-amerikanischen Unternehmen im digitalen Sektor. Wie ComputerBase unter Berufung auf Politico und den ORF berichtet, sind die Rückmeldungen unter EU-Mitarbeitern bezüglich Element Pro als Teams-Ersatz derzeit ziemlich durchwachsen. Während die einen auf eine größtmögliche Kontrolle verweisen, zweifeln andere den Mehrwert an oder verfluchen die Software gleich als Ganzes.
Element Pro wird in Brüssel und anderen EU-Standorten aktuell im Parallelbetrieb mit Microsoft Teams eingesetzt, um im Notfall einen schnellen Wechsel vollziehen zu können. Anders als Länder wie Deutschland, wo Matrix als Protokoll in Gesamtkonzepte wie openDesk eingebettet ist und für die Behörden angepasste Clients entwickelt werden, hat sich die EU vorerst für einen direkten Zukauf beim Mutterunternehmen Element aus Großbritannien entschieden.
Nur eine Frage der Zeit
Wenn man Element selbst schon über Jahre verwendet hat, wundert man sich auch eher darüber, dass der Wechsel bisher so geräuschlos geblieben ist. Persönlich habe ich Element vor Jahren schon verwendet, um damit auch die Verbindung zu IRC zu überbrücken, und wegen der Matrix-Instanz von Mozilla habe ich es ohnehin wieder im Auge. Unabhängig davon, dass Matrix genau wie XMPP, ActivityPub und Atmosphere (Bluesky) zu den dezentralen bzw. föderierten Protokollen gehört und sich konzeptionell damit ohnehin unterscheidet, hat besonders Element seine Tücken.
Element und Matrix sind dabei per se keine schlechte Software, aber es gibt vor allem zwei Fallstricke, von denen ich persönlich berichten kann. Einerseits ist Element nicht unbedingt der übersichtlichste und zuverlässigste Matrix-Client unter der Sonne, den man sich vorstellen kann, obwohl er direkt vom Mutterunternehmen kommt. Worüber aber manche stolpern dürften, sind die Erstellung und hinterher die Verwaltung der Schlüsselpaare, die bei Matrix zur Kommunikation notwendig sind. Element kann da eine ziemliche Zicke sein.
Während Synapse als Serverkomponente zwingend ist, lässt sich der Client zumindest flexibel austauschen. Element ist hier nur die Referenzimplementierung. Mit Gnome und KDE haben die beiden großen Player im FOSS-Umfeld schon länger reagiert und mit Fractal bzw. NeoChat eigene Apps rausgebracht. Auch sonst gibt es weitere Matrix-Clients, die für alle möglichen Plattformen zur Verfügung stehen.
Von Thunderbird sollte man die Finger lassen, da dessen Implementierung rudimentär ist und die Entwickler die Chatkomponente seit Jahren nicht wirklich beachten. Aber auch sonst gibt es mit Projekten wie Cinny noch genug Auswahl. Falls ihr also irgendwie mit Matrix in Kontakt kommt und die Freiheit habt, gebt euch nicht unbedingt gleich mit Element als erstbester Lösung zufrieden.
Ginge es weniger schmerzhaft?
Ob es für Matrix als Plattform allerdings andere kurzfristige Alternativen gäbe, auch wenn man es selbst hosten kann, ist eine spannende Frage. Mattermost als eine der ältesten Alternativen ist ein reines US-Unternehmen und sitzt in Palo Alto in unmittelbarer Nähe zu Meta. Mögliche Sanktionen aus Washington würden hier also theoretisch ziemlich schnell durchschlagen. Bei anderen Plattformen ist es differenzierter.
Zulip ist ein direkter Slack-Klon und wurde einst durch eine Übernahme seitens Dropbox bekannt. Mittlerweile hat das Projekt die identische Organisationsstruktur von Mozilla übernommen, wo die Zulip Foundation als Mutterorganisation das kommerzielle Tochterunternehmen Kendra Labs überwacht. Das Risiko ist hier ähnlich wie bei Mozilla selbst gelagert, wenn man Firefox und Thunderbird einbezieht, als freie Software ist sie aber resilienter.
Ähnlich sieht es bei RocketChat aus. Aus steuerrechtlichen Gründen sitzt das Unternehmen in Delaware, die komplette Entwicklung und Führung wird aber aus Brasilien heraus geleitet. Möchte man gänzlich ohne US-Verbindungen auskommen, wäre Jami die wahrscheinlich beste Wahl. Jami kommt aus dem direkten Dunstkreis des GNU-Projekts und wird in Kanada entwickelt, für öffentliche und kommerzielle Kunden gibt es eine eigene Variante.
Was man nehmen sollte, sei jedem selbst überlassen. Persönlich habe ich abgesehen davon, dass ich immer noch eher ein XMPP-Fan gegenüber Matrix bin, immer ein Herz für Zulip und Jami gehabt und würde beide gerne, wenn es sinnvoll wäre, irgendwann für eigene Projekte bei mir integrieren, aber was ihr hieraus lest, müsst ihr selbst entscheiden.
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