Am Puls von Microsoft

Für drei Tage pro Woche: Microsoft ordert Belegschaft ins Büro zurück

DrWindows

Redaktion
Für drei Tage pro Woche: Microsoft ordert Belegschaft ins Büro zurück
von Martin Geuß
Microsoft Logo Titelbild


Microsoft holt seine Belegschaft zurück ins Büro. Ab 2026 erwartet man von den Mitarbeitern, mindestens drei Tage pro Woche vor Ort zu erscheinen. Es soll allerdings auch Ausnahmen geben.

Mit Beginn der Corona-Pandemie vor dreieinhalb Jahren hat sich bei vielen Firmen der Arbeitsort verlagert. Vielerorts arbeitet man jetzt primär von zu Hause, Präsenz im Büro ist eher die Ausnahme. Immer mehr Firmen drehen das Rad jetzt allerdings wieder zurück. Manche langsamer, manche schneller.

Dieser Entwicklung schließt sich jetzt auch Microsoft an. Personalchefin Amy Coleman hat diesen Schritt in einem Rundschreiben an die Belegschaft angekündigt. Alle Beschäftigten, die in einem Radius von 50 Meilen um ihren jeweiligen Bürostandort wohnen, müssen ab 2026 wieder für drei Tage pro Woche im Büro erscheinen. Wer gute Gründe vorbringen kann, die dagegen sprechen, kann über seine Führungskraft eine Ausnahme von dieser Regelung beantragen.

Begründet wird der Schritt mit den gleichen Argumenten wie in anderen Unternehmen auch: Präsenzarbeit und persönliche Zusammenarbeit machen produktiver und sorgen für mehr Effizienz. Ob das wirklich so ist, darüber streiten sich weiterhin die Gelehrten, eine allgemeingültige Formel dafür gibt es meiner Meinung nach aber nicht.

Zunächst erfolgt die Rückkehr ins Büro in den USA, danach sollen die internationalen Standorte folgen. Soweit ich mich noch richtig entsinne, ändert sich für die Mitarbeiter von Microsoft Deutschland aber nichts, denn dort galt schon lange vor der Pandemie das Modell „Vertrauensarbeitszeit und -Ort“. An den deutschen Standorten hat Microsoft sehr viel mehr Mitarbeiter als physische Arbeitsplätze.



Der Beitrag Für drei Tage pro Woche: Microsoft ordert Belegschaft ins Büro zurück erschien zuerst auf Dr. Windows.


Hinweis: Der Artikel wird möglicherweise nicht vollständig angezeigt, eingebettete Medien sind in dieser Vorschau beispielsweise nicht zu sehen.

Artikel im Blog lesen
 
Deutscher Mittelstand hängt sowas von in der Vergangenheit fest.
Gut möglich, doch ausnahmslos jede Entwicklung zu akzeptieren und mitzumachen, sollte auch überlegt sein. Stichwort: KI um jeden Preis.

Wer nach 8 anfängt, leistet nichts, HO dient nur zum Faulenzen, bezahlen wollen wir Fachkräfte auch nicht gut, aber rumjammern wegen Fachkräftemangel und nach Staatshilfen schreien.
Glaubst Du wirklich, dass man diese Punkte verallgemeinern kann? Die Argumente haben bestimmt ihre Begründung. Das Verhalten von Mitarbeitern zu Hause ist sicherlich nicht mit jenem am Arbeitsplatz gleichzusetzen. Die Versuchung zu den im Zitat genannten Tätigkeiten bzw. Unterlassungen ist sicherlich im Home Office ungleich größer als am Arbeitsplatz.
 
ist sicherlich im Home Office ungleich größer als am Arbeitsplatz.
Glaubst Du, dass Du das verallgemeinern kannst? Wer nicht will, der arbeitet sowohl im HO als such im Büro langsam, wenig oder gsr nicht. Ich kann auch im Büro unproduktiv sein, mit Kollegen quatschen, aus dem Fenster gucken oder sowas.

Glaubst Du wirklich, dass man diese Punkte verallgemeinern kann?
Ja, nach 30 Jahren im Berufsleben uns mehreren Mittelständlern kann ich das beurteilen. Die meisten meinem mit dem Obstkorb des Grauens machen sie genug um MA zu halten.
 
Deutscher Mittelstand hängt sowas von in der Vergangenheit fest. Wer nach 8 anfängt, leistet nichts, HO dient nur zum Faulenzen, bezahlen wollen wir Fachkräfte auch nicht gut, aber rumjammern wegen Fachkräftemangel und nach Staatshilfen schreien.
Es ging hier um die Mitarbeiter der Deutschen Microsoft Standorte.
 
Es ging hier um die Mitarbeiter der Deutschen Microsoft Standorte.
Korrekt. Es gibt eine Betriebsvereinbarung zum Thema Vertrauensarbeitsort, die den Mitarbeitern freie Wahl beim Arbeitsort überlässt. Zudem wurden an allen Standorten die Flächen nach einem Schlüssel reduziert, der einem solchen Ansturm nicht standhalten würde.
 
Es gibt halt so unglaublich viele Faktoren, die da reinspielen. Überall da, wo die Zusammenarbeit knifflig ist, man also öfter mal kontrovers diskutieren muss, um am Ende ein gutes Ergebnis zu haben, sollte man das so oft wie möglich "Face to Face" tun. Aber selbst dafür braucht es keine festen Regeln, das kann ein gutes Team selbst organisieren. Da trifft man sich eventuell zwei Wochen lang jeden Tag im Büro und dann wieder drei Wochen überhaupt nicht.

Faule Mitarbeiter bleiben auch im Homeoffice faul, fleißige hingegen sind in fast allen Fällen noch fleißiger, von daher sollte diese Rechnung für den Arbeitgeber immer aufgehen. Der Faule hält im Homeoffice wenigstens nicht auch noch andere von der Arbeit ab.

Wir haben uns auf einen Präsenztag pro Woche geeinigt, an dem dann alle da sind, um die menschliche Verbindung aufrechtzuerhalten. Wir haben aber schon mehrfach übereinstimmend festgestellt, dass dieser Tag in aller Regel der unproduktivste ist. Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass unser Team mehr oder weniger eine Ansammlung von Einzelkämpfern ist. Jeder hat sein eigenes Arbeitsgebiet und quasi keine Berührungspunkte oder Überschneidungen mit dem Job der Kolleginnen und Kollegen.
 
Es gibt halt so unglaublich viele Faktoren, die da reinspielen. Überall da, wo die Zusammenarbeit knifflig ist, man also öfter mal kontrovers diskutieren muss, um am Ende ein gutes Ergebnis zu haben, sollte man das so oft wie möglich "Face to Face" tun. Aber selbst dafür braucht es keine festen Regeln, das kann ein gutes Team selbst organisieren. Da trifft man sich eventuell zwei Wochen lang jeden Tag im Büro und dann wieder drei Wochen überhaupt nicht.
Solche Punkte kann man auf der einen Seite zwar nicht abstreiten, aber sie werden überall spätestens dann schwierig, sobald man in irgendeiner Form entweder über Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder über Inklusion reden muss. Im Grunde beschreibst du hier genau die Diskrepanz, die auch der Eingliederungshilfe bei mir ja aufgefallen ist. Arbeitsrechtlich hatte die Bundesagentur für Arbeit, was die bis heute geltenden Gesetze betrifft, bei mir 2010 korrekt gehandelt, als sie meinte, ich bin wegen meiner Angststörung voll erwerbsgemindert. Neue Gesetze wie das Bundesteilhabegesetz, das Onlinezugangsgesetz oder das PsychVVG, die mir heute meine Chance ermöglichen, gab es damals so auch noch nicht, die wurden erst ab Herbst 2016 nach und nach verabschiedet.

Gleichzeitig hat denen nicht zuletzt auch Dr. Windows gezeigt, zu was ich eigentlich in der Lage wäre, wenn man mir inklusive Lösungen mit einem hohen HO-Anteil ermöglichen würde. Die ganze Zusammenarbeit in der Assistenz und mit der EGH läuft bis auf den Präsenztermin in der Woche ja auch komplett remote und die sind vollends zufrieden mit mir.

Das sind alles so Bereiche, wo der Gesetzgeber noch einige dicke Bretter durchbohren muss. Alleine bei der Inklusion, wenn man jetzt mal ein Beispiel wie mich nimmt, würden mir so manche Sachen einfallen, die man gesetzlich besser machen könnte und die auch nicht mal wirklich teuer werden, dafür aber bürokratische und gesellschaftliche Hürden abbauen würden:

  • Wir reden all die Jahre schon darüber, dass es eine gesetzliche Regelung für das Homeoffice geben soll, passiert ist aber bisher nichts. Das ist grundfalsch, weil man damit einerseits der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einer Zeit, wo Betreuungsplätze für Kinder oder Pflegebedürftige weiterhin knapp oder kaum finanzierbar sind, einen Bärendienst erweist, und zum anderen damit die Inklusion hemmt. Damit meine ich nicht nur Fälle wie mich, die längerfristig gehemmt sind, sondern auch die, wo eine schrittweise Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell angestrebt wird und der Beruf so eine Regelung auch zulassen würde.
  • Man müsste sich über den Begriff, was eine teilweise Erwerbsminderung bedeutet, wirklich nochmal Gedanken machen. Das Sozialrecht kennt heute eigentlich nur weiße Fälle nach dem SGB II, die über das Bürgergeld weiter erwerbsfähig und eigentlich vermittelbar wären, und schwarze Fälle nach dem SGB XII, die über die Grundsicherung sehr langfristig abgesichert werden müssen. Fälle in der Grauzone, so wie ich heute eher eingeschätzt werde, werden gar nicht richtig abgebildet, obwohl sie mit den richtigen inklusiven Maßnahmen durchaus vorankommen könnten und denen heute bei den Zuverdienstmöglichkeiten oder der Weiterbildung (Stichwort Ausschlussklausel im Studium als Beispiel) ziemliche Steine in den Weg geschmissen werden. Dass solche Menschen dann noch unter das Kindergeld fallen, wenn die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr festgestellt wurde, ist diskriminierend obendrein und sichert zudem nur dann zusätzlich ab, wenn man die Fallstricke im Sozialrecht kennt und weiß, dass es in bestimmten Konstellationen auf die Grundsicherung oder zumindest das Pflegegeld angerechnet wird. Fairer wäre bei einer teilweisen Erwerbsminderung eine Zwischenstufe, die mehr Rücksicht und Schutz gibt als das Bürgergeld, aber den Leuten auch mehr zutraut als über die Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung.
  • Die Sachen mit den WfbM und den Ausgleichsabgaben muss man sich auch dringend nochmal ansehen. Die Werkstätten sind ja nun nicht Klein-Bangladesch, wo sich die Unternehmen billigste Produktionskapazitäten sichern können und sich ansonsten mit symbolischen Kleckerbeträgen aus der Verantwortung stehlen sollen, sondern die haben gesetzlich gesehen eine vorbereitende Aufgabe für den regulären Arbeitsmarkt. Wenn nur 1 % der Betroffenen wirklich den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen, funktionieren einerseits unsere Inklusionssysteme nicht richtig und zum anderen tut es den Unternehmen auch nicht weh, wenn sie es ausnutzen. Man müsste da vielleicht eher in die Richtung gehen, dass statt der Ausgleichabgabe direkt wie auf EU-Ebene bei Kartellverfahren bis zu 5 % vom Jahresumsatz eingezogen werden können und die Vorstände in den Unternehmen auch strafrechtliche Konsequenzen fürchten müssen, indem eine solche Ausnutzung zumindest als Vergehen eingestuft wird und hierauf dann auch Freiheitsstrafen zum Beispiel von 3 Monaten bis 3 Jahren stehen würden. Ansonsten hört der Mist hier nie auf.
  • Helfen würde es auch noch, wenn man das Schwerbehindertenrecht nochmal modernisiert. Digitale Möglichkeiten wie der elektronische Personalausweis, der ohnehin allen offen steht, werden im zuständigen SGB IX als digitale Hilfsmittel tatsächlich noch gar nicht berücksichtigt. Die HO-Regelung hatte ich bereits erwähnt, wo Inklusion zumindest darüber ermöglicht werden sollte, dass man im Arbeitsvertrag oder in Tarifverträgen ohne lange Verhandlungen direkt die Option für eine hybride Verfahrensweise festschreiben kann, wenn es krankheitsbedingt notwendig und berufsbedingt möglich ist.
Sind jetzt nur mal vier Gedankengänge, über die ich auch mit der EGH und den beteiligten Leuten immer mal wieder spreche und die letztlich auch nicht abstreiten, dass manche diese Sachen wirklich sinnvoll wären. Was ich letztlich vor allem sagen möchte, ist, dass es in vielen dieser Fälle auch um Teilhabe geht und wo das nicht pauschalisiert werden kann, weil es hier oft individuelle Lösungen braucht, die für den Betrieb trotzdem verträglich wären. Wenn man sowas nicht hinkriegen würde, hätte man letzten Endes in meinen Augen auch kein Recht mehr, sich über Dinge wie den Fachkräftemangel zu beschweren.

Ich habe erst vor zwei Tagen ein Video über eine Familie gesehen, deren Arbeit ich richtig gefeiert habe. Die haben die Geschichte, wo unser System derzeit noch mehr oder weniger "versagt", in die eigenen Hände genommen und schaffen für ihre Kinder, die besondere Bedürfnisse haben, und anderen Menschen eine Zukunft, die voll in die Gesellschaft inkludiert und integriert ist.

 
Zuletzt bearbeitet:
Wer nicht will, der arbeitet sowohl im HO als such im Büro langsam, wenig oder gsr nicht. Ich kann auch im Büro unproduktiv sein, mit Kollegen quatschen, aus dem Fenster gucken oder sowas.
Du vergisst aber einer. Im Büro bekommen es andere mit, wenn einer den ganzen Tag zum Fenster rausschaut oder an der Kaffee Maschine steht.

Aber die ganze Diskussion geht finde ich auch in die falsche Richtung. Home Office ist grundsätzlich eine gute Sache, da sind die meisten von uns wohl der gleichen Meinung. Ich finde allerdings, dass man da eine gesunde Mischung finden muss. Wir haben bei uns Kollegen, die habe ich gefühlt schon ein Jahr nicht mehr gesehen. Die labern dann davon, was für eine geiles Team wir sind bla bla blub. Zu einem guten Team gehört aber ein bisschen mehr als sich einmal pro Woche in einem gemeinsamen virtuellen Meeting zu treffen.

Wenn du denen dann erzählst, warum sie die Anwendung X oder Y nicht nutzen, schauen sie dich mit großen Augen an. Weil sie nicht mitbekommen haben, dass da schon vor ein paar Monaten was neues eingeführt wurde. Die koppeln sich komplett ab und arbeiten nur noch in ihrer eigene Blase, lesen auch eine Mitteilungen usw.

Was ich damit sagen will, eine für das jeweilige Team angemessene Regelung zu Home Hoffice sollte schon gefunden werden. Ein oder zwei Anwesenheitstage in der Woche sollten für jeden möglich und zumutbar sein. Klar, gibt es auch immer Sonderregelungen, für Mitarbeiter, die sehr weit entfernt wohnen oder, keine Ahnung, kranke Familienmitglieder pflegen müssen usw. Aber das manche Mitarbeiter gar nicht mehr oder nur alle Schaltjahre ins Büro kommen, finde ich die falsche Entwicklung. Eine gesunde Mischung macht es aus.
 
Ich persönlich kann sagen, dass ich im Büro viel unproduktiver wäre als im Home Office, da mich andere Leute (die sogenannte persönliche Zusammenarbeit) nur ablenken und nicht produktiver machen würde. Das war schon in der Schule so und hat sich bisher nicht geändert. Ich rede hier also von eigenen Erfahrungen und auch wenn jemand andere Erfahrungen hat, wird das an meinen nichts ändern.
 
Oben