Fazit zum Samsung Galaxy S21 Ultra: Flaggschiff ahoi!

DrWindows

Redaktion
Fazit zum Samsung Galaxy S21 Ultra: Flaggschiff ahoi!
Samsung Galaxy S21 Serie


Lange Zeit konnte ich mich für Smartphone-Flaggschiffe nicht mehr so richtig begeistern. Das änderte sich im dreiwöchigen Alltagstest mit dem Galaxy S21 Ultra. Samsung ist hier ein Sprung gelungen, den ich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Das S21 Ultra hat viele Stärken und kaum Schwächen. Wer bereit ist, unvernünftig viel Geld für ein Smartphone auszugeben, erhält ein Flaggschiff, das seinem Namen alle Ehre macht.

Bevor wir aber über das S21 Ultra reden, muss ich noch etwas zurechtrücken, und zwar meinen eigenen Fokus – und vielleicht auch euren: In letzter Zeit haben mich Smartphone-Präsentationen zunehmend gelangweilt und ich habe dieser Langeweile oft Ausdruck verliehen, wenn ich darüber geschrieben habe. Zu gering waren die Fortschritte gegenüber den jeweiligen Vorgängern.

Obwohl im S21 Ultra wie oben angedeutet viel Fortschritt steckt, wurde mir während des Tests klar, dass der Vorgänger-Nachfolger Vergleich nicht mehr angebracht ist. Wer sich heute ein aktuelles Smartphone kauft, kann es ganz locker drei, vier oder mehr Jahre nutzen, ohne dass es deshalb zum alten Eisen gehört. Es gibt zwar immer noch die Geeks, die jedes Jahr das neueste Modell kaufen, mehrheitlich steigt man aber nicht vom S20 auf das S21 um, sondern eher vom S8 oder S9 (ich bleibe für diesen Vergleich in der Samsung-Welt, für andere Hersteller gilt das selbstverständlich analog). Vergleicht man die aktuellen Modelle mit ihren Vor-Vor-Vorgängern, dann gibt es auch sehr viel Neues zu entdecken. Kritik an einem neuen Modell wegen zu geringer Unterschiede zum Vorgänger geht daher ins Leere, weil sie für die meisten Käufer nicht relevant ist.

Kommen wir aber nun endlich zum Galaxy S21 Ultra und starten mit einem schlimmen Fauxpas: Ich habe es versäumt, meine Beispielfotos zu sichern, bevor ich das Gerät zurückgesetzt habe. Glücklicherweise gibt es massenweise Testberichte zu diesem Gerät und dort findet ihr jede Menge Fotos. Ich kann in den Chor der anderen Tester einstimmen und bestätigen, dass im S21 Ultra eine wirklich hervorragende Kamera steckt, die mit ihren Möglichkeiten fast schon überfordert. Wer sich allerdings nicht weiter damit auseinandersetzen möchte, der kann einfach drauflos knipsen und bekommt zu jeder Tages- und Nachtzeit tolle Fotos. Geblieben sind mir leider nur wenige und kaum aussagekräftige Schnappschüsse sowie die Beispielfotos zu den außergewöhnlichen Zoom-Fähigkeiten, die ich im Artikel Die ersten Eindrücke vom Galaxy S21 Ultra sind prima veröffentlicht habe.

Die Kamera trägt immer noch sehr dick auf, den Samsung-Designern ist es allerdings gelungen, diese deutlich besser ins Gehäuse zu integrieren.

Samsung Galaxy S21 Ultra

Das Display des Galaxy S21 Ultra ist eine einzige Freude. Die theoretisch mögliche Auflösung von 1.440 x 3.200 Pixel wird in der Standardeinstellung nicht ausgereizt, von Haus aus läuft es mit 1.080 x 2.040 Pixel. Ich hatte allerdings zu keinem Zeitpunkt das Verlangen, die Auflösung zu erhöhen. Die 120 Hz hatte ich zunächst für reines Marketing gehalten, im direkten Vergleich mit dem Note 10+ zeigte sich aber, wie groß der Fortschritt ist und wie sehr das S21 Ultra in allen Belangen überlegen ist.

Die niedrigere Auflösung schont außerdem den Akku, und damit kommen wir direkt zum nächsten erfreulichen Punkt.

Die Akkulaufzeit war bei Samsung traditionell ein Sorgenkind. Mit dem Note 10+ kann ich mich meist – wenn überhaupt – gerade so über den Tag retten, obwohl der Akku mit 4.300 mAh durchaus großzügig bemessen ist. Der Akku im S21 Ultra hat 5.000 mAh, in der Praxis wirkt sich der Unterschied aber noch signifikanter aus. Nur nach wirklich anstrengenden Tagen fiel der Ladestand am späten Abend unter 50 Prozent. Pandemiebedingt handelt es sich dabei überwiegend um Laufzeiten, die zuhause gemessen wurden, insofern ist das nicht unbedingt repräsentativ, aber auch da habe ich den direkten Vergleich mit dem Note 10+ und bin deshalb zuversichtlich, dass das S21 Ultra auch im mobilen Einsatz ausreichend Reserven hat.

Möglicherweise liegt das auch am Exynos 2100, der dem S21 Ultra eine tolle Performance beschert. Wie viel schneller die neue CPU ist, fiel mir erst auf, als ich das S21 zurückgegeben hatte und wieder das Note nutzte. Es kam mir plötzlich wie eine lahme Gurke vor, was es aber eigentlich nicht ist.

Man muss beim S21 allerdings auch Abstriche machen: Die Unterstützung für eine Speichererweiterung per MicroSD-Karte ist entfallen. Dem Karton liegen weder ein Kopfhörer noch ein Netzteil noch eine Schutzhülle bei, dafür der Preis gesenkt. Die UVP, die bei 1.249 Euro startet, setzt allerdings weiterhin voraus, dass man die Kaufentscheidung nicht aus rationalen Gründen trifft. Das muss man einfach ausgeben wollen, einen logischen Grund, so viel Geld für ein Smartphone hinzulegen, gibt es nicht.

(Das soll jetzt kein moralischer Zeigefinger sein, ich bin so ziemlich der Letzte, der Geldverschwendung für Technikspielzeug an den Pranger stellen darf. Es gehört halt aber einfach dazu, dass man sich dieses Unsinns bewusst ist).

Die fehlende Hülle gab mir die Gelegenheit herauszufinden, wie gut und sicher das S21 Ultra auch ohne eine solche in der Hand liegt, die meisten Geräte fühlen sich ja ziemlich „fischig“ an, man muss ständig aufpassen, dass sie einem nicht durch die Finger gleiten. Das ist hier nicht der Fall.

Das S21 Ultra unterstützt erstmals den S Pen, der dafür gedachte passive Stift war zum Test allerdings noch nicht lieferbar. Die Stifte von meinem Note 10+ und vom Galaxy Tab S6 funktionierten allerdings ebenso einwandfrei.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass sich der tolle erste Eindruck, den ich von den Lautsprechern hatte, im Test bestätigt hat. Im S21 Ultra stecken definitiv die besten Smartphone-Lautsprecher, die ich bisher gehört habe.

Der Fingerabdruck-Sensor ist im Vergleich zum Note 10+, das hier immer wieder als Referenz herhalten musste, weil es eben mein privates Alltagsgerät ist, deutlich größer, schneller und zuverlässiger geworden. Spätestens mit der nächsten Generation werde ich mich wohl damit arrangiert haben.

Fazit: Wen der Preis nicht stört, der bekommt mit dem Galaxy S21 Ultra 5G ein Flaggschiff, das diese Bezeichnung in jeder seiner Eigenschaften verdient und mit dem man wieder für einige Jahre bestens ausgerüstet ist.

Disclaimer: Das Testgerät wurde von Samsung leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung eines Testberichts gab es nicht, auch eine Einflussnahme auf die Berichterstattung fand nicht statt.


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skalar

gehört zum Inventar
Vom Duo seine Fotos hast du bisher auch nur gesprochen gehabt. Vielleichst machst du einen direkten Vergleich. Wer die Fotos kritisiert, der muss auch Beweise liefern im direktem Vergleich.
 

shrike

treuer Stammgast
Wenn man so ein Flaggschiff möchte sollte man ein Jahr warten und dann zuschlagen. Habe mein Mate20 Pro günstig bekommen nachdem das Mate30 Pro raus kam.
Wobei diejenigen die da heiß drauf sind eh nicht warten können :)

Fotos vom Duo würden mich auch interessieren. Aber kommen sicher noch :)
 

Hedonist

nicht mehr wegzudenken
In letzter Zeit haben mich Smartphone-Präsentationen zunehmend gelangweilt und ich habe dieser Langeweile oft Ausdruck verliehen, wenn ich darüber geschrieben habe. Zu gering waren die Fortschritte gegenüber den jeweiligen Vorgängern.

Bitte nicht falsch verstehen, aber was genau sind die Fortschritte, welche die besagte Langeweile (ist bei mir leider auch so) beendet haben?

- Schnellere CPU ?
Ist jedes Jahr dasselbe Spiel bei allen Herstellern; so auch bei diesem Modell

- Kamera?
Welcher Handy-Snapshot Fotograph braucht denn 120MP mit x-fach Zoom etc. Jetzt mal Hand aufs Herz. Was macht ihr mit all diesen Fotos? Um sie im Social-Media hochzuladen, reichen einfache Kameras völlig aus. Wer macht mit Handy-Kamera 4K oder gar 8K Fotos und Videos? Und wozu? Profis brauchen andere Optionen, die aufgrund der Ausmaße eines Handies einfach nicht machbar sind.

- Höhere Auflösung?
Ich weiß ja nicht wie es mit Euch ist, aber i.d.R. brauchen wir im Ältere Menschen ab einer Lebenszeit eine Lesebrille. Was zum Teufel soll ich bei 5-6 Zoll Bildschirm mit einer 4K Auflösung? Um den Text halbwegs lesen zu können, muss ich die Skalierung auf x-100% stellen. Dann lieber eine geringere Auflösung, dass dann auch noch weniger Strom verbraucht und weniger flimmert. Auf meinem iPhone habe ich die Text-Skalierung aktuell auf 150% und muss dennoch die Lesebrille aufsetzen um darauf was erkennen zu können.

- Festplatte/Speicher?
Ich habe alle Fotos der letzten 10 Jahre (müßten mittlerweile über 10K sein), die ich im Urlaub oder sonst wo mache sowie ca. 2500 Songs und dazu dann noch etliche eBooks auf meinem Handy und brauche grade mal knapp 200 GB ! Mit dieser Menge an Daten - insbesondere die 10K Fotos - bin ich schon total überfordert; selbt mit allen möglichen Hilfsmitteln bezüglich Organisation der Daten. Was bringt es, wenn ich 1TB an Daten auf dem Handy mit mir rumtrage. Und dann gibt es ja auch noch die Cloud-Technologie, welche die Notwendigkeit von lokaler Speicherung überflüssig macht. Ja jetzt kommen die Bedenkenträger vonwegen Datenschutz und Verfügbarkeit etc.; ist sicherlich richtig, aber die Technologie und die Verfügbarkeit sowie die Datensicherheit machen ja fortschritte.


- Arbeitsspeicher?
Wenn die App und OS Hersteller ihr Software besser optimieren würden und ihren Entwicklern beibringen würden, darauf zu achten und nicht einfach nur den "Garbage-Collector" einem hinterherräumen zu lassen, dann würden wenige GB RAM völlig ausreichen. Aber die heutigen Entwickler, welche direkt aus der Uni kommen, haben ja noch nie was von Speicheroptimierung gehört; denn RAM gibt es ja im Überfluss nicht wie zu meiner Entwicklerzeit, als man noch mit 640K Hauptspeicher auskommen musste und sich genau überlegen musste, welche Daten wann und wo im Speicher sein sollten. Als ich letztens mal ein Stück Code von einem Praktikanten, der kurz vor der Diplom-Prüfung steht, angeschaut habe, haben sich alle meine verbliebenen Haare ..... ! Es wurden wild Objekte erstellt aber ich habe kein einziges Mal ein Dispose, Finalise oder ähnliches genutzt.


- Batterie?
Das wäre dann das einzige innovative, wenn man endlich mal eine Batterie einbauen würde, welche auch bei maximaler Last mehrere Tage durchhalten würde. Aber das wird ja oft gespart, um das Handy dünner zu machen.

- Stift?
Wer will ein Handy mit Stift bedienen? Dafür gibt es Tablets? Handy sagt schon der Name quasi. Es soll einfach mit einer Hand zu bedienen sein und nicht als Ersatz für das Notebook/Tablet dienen. Aber ist ja nur meine Meinung.

Vielleicht sollte man sich die Frage stelle, was denn "Flaggshiff" bedeuten soll? Einfach nur schneller, dünner, mehr Auflösung, etc. oder aber "Innovation"?

Daher ist auch dieses gerät m.E. nach wieder nur etwas aufgemotzte Version; aber keine Innovation.
 
Zuletzt bearbeitet:

bx33

gehört zum Inventar
@Hedonist: ich hätte gern wieder etwas mehr Auflösung beim Foto bzw. mindestens die Qualität, die das 950iger hatte.
Aber lieber wie damals beim 1020, bei dem ich nachhinein den Bildausschnitt -ohne wesentlichen Verlust- und damit das Thema des Bildes verändern kann.
Ich weiß nicht, ob das beim S21 (normales Modell) jetzt schon so gut funktioniert. Nach meiner Info ist die hohe Auflösung ja nur beim Zoom. Da würde ich noch warten. Plus und Ultra ist mir ohnehin zu groß, schwer und ggf sogar ein klein bisschen zu teuer in relation zur Leistung und Lebensdauer solcher Dinger.
 

Sonnschein

gehört zum Inventar
groß, schwer und ggf sogar ein klein bisschen zu teuer in relation zur Leistung und Lebensdauer solcher Dinger.
Und da wären wir wieder beim Huawei P30...
Kostet aktuell unter 400,-€ Akku hält knapp 2 Tage bei normaler Nutzung, die Kamera macht gute Fotos und das P30 wird noch durch Google unterstützt.. Sprich einmal im Monat gibt es ein Update 👍

So eine richtige Alternative zum Huawei habe ich auch noch nicht gefunden...
 

Rot-Runner

gehört zum Inventar
Irgendwie gibt's jedes mal die gleiche sinnfreie Diskussion bezüglich der Kamera...

Es gilt wie immer: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.
Wer keinen Wert drauf legt, wird mit den meisten Smartphones glücklich. Wer perfekte Bilder will, wird mit dem Smartphone nie glücklich.
Wer aber Wert auf gute Bilder legt, nicht aber jedes Mal n Möbel rumschleppen will und zum perfekten Bild Abstriche machen kann, ist also durchaus interessiert daran, was so ein Gerät kann - und da gibt es nunmal noch immer Unterschiede.
 

Robin87

kennt sich schon aus
Smartphone muss Smartphone können... für 2022 wäre es ja mal schön (so schwer kann das nicht sein) ein Kopfhöreranschluss (Analog) hinzubekommen. Dual Sim plus Micro SD-Karte .... Regelmäßige Updates (Sicherheitspatches von Google, nächste Android Version) Akkulaufzeit (Innovation mit Austauschbaren Akku einfach Dekel auf Akku getauscht fertig).. USB-C Bluetooth NFC können sowieso viele vernünftige Hersteller ...
Meine Erfahrung gerade im Bekanntenkreis ist das 95% von denen die ein Flagship phone haben egal Welcher Hersteller nicht das notwendige Technische Know-how haben die Möglichkeiten auch nur ansatzweise auszuschöpfen... Beispiel Telefonnummer... ja hier ist meine Vcard ... Was... halt das einfach an dein Telefon ran (NFC-Karte)... nee das mach ich nicht ... Ok dreh um scan den QR-Code .... nee .... OK kann ich dir meine Nummer ansagen und du tippst oder brauchst du dafür Zettel und Stift ?

Warum sollten Hersteller ein SD Slot verbauen? Wenn sie für doppelt so großen Speicher gleich 100-200€ mehr verlangen können und die Mehrheit der Kunden das bezahlt ...

Die Technik hat unsere Kognitiven Fähigkeiten (in der Masse) schon lange überholt ...
Und was mit etwas Köpfchen schon mit Smartphones in der Range 200€ möglich ist da kommen Besitzer von Smartphones besonders restriktiver Hersteller nicht ran
 

Sonnschein

gehört zum Inventar
Und was mit etwas Köpfchen schon mit Smartphones in der Range 200€ möglich ist

Das Problem, was ich in der unter 200,-€klasse sehe ist, daß die heiß geliebte Kamera nicht so dolle ist.
Wenn es einem nur ums Telefonieren geht und einen Massenger, kann man mittlerweile irgend ein Handy kaufen....
 

bx33

gehört zum Inventar
Und da wären wir wieder beim Huawei P30...
P30pro haben wir hier. Ich glaube, in meinem Fall würde sogar ein einfaches P40 gehen, weil ich immer weniger Googlekrams nutze. Selbst der PlayStore -ist zwar komfortabel- aber ich muss mal nachsehen, ob ich die Anwendungen die ich nutze nicht auch so finden würde. Beim s10e nutze ich bereits mehr Sachen von Samsung oder Drittanbietern.
EDIT: kein Qi, das war und bleibt das Problem der beiden Modelle. Samsung ist da vollständiger.
 

Balu82

kennt sich schon aus
Für mich steht fest das ich mir kein Samsung Smartphone mehr hole. Der Grund ist folgender, Samsung hat die Funktion des Verschiebens von Apps von Internen Speicher auf eine SD Card rausgenommen. Da habe ich keine Lust mehr drauf.
 

Simulato

kennt sich schon aus
Das Samsung ist sicher ein tolles Gerät. Allerdings bin ich mir fast sicher, dass es gegen das neue Xiaomi MI 11 Pro den Kürzeren zieht und dass in so ziemlich jeder Disziplin. Ganz mal abgesehen vom wesentlich günstigeren Preis.
 
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