Anzeige

Am Puls von Microsoft

Anzeige

Fotosammlung auf OneDrive: Erst kam die Kontosperre, dann der Staatsanwalt

DrWindows

Redaktion
Fotosammlung auf OneDrive: Erst kam die Kontosperre, dann der Staatsanwalt
von Martin Geuß
OneDrive


Wir haben an dieser Stelle schon öfter über die Problematik gesprochen, dass Microsoft-Konten wegen mutmaßlich illegaler Dateien auf OneDrive gesperrt werden. Heute möchte ich euch von einem vor allem für den Betroffenen besonders krassen Fall berichten.

Eine Sache vorweg: Auch wenn in diesem Artikel aus hoffentlich verständlichen Gründen keine Namen genannt und keine Dokumente gezeigt werden können: Ich habe alle wichtigen Unterlagen dazu vorliegen und konnte mich vom Wahrheitsgehalt überzeugen, ansonsten würde ich ein derart sensibles Thema hier gar nicht aufgreifen. Es geht mir auch weniger darum, die Sache zu skandalisieren, vielmehr möchte ich einmal mehr für die Problematik sensibilisieren und die Risiken aufzuzeigen.

Wer die früheren Berichte dazu noch nicht kennt, kann sich die zum Gesamtverständnis teilweise notwendigen „Vorkenntnisse“ hier anlesen:


Nun zum eigentlichen Vorfall. Der Betroffene, von dem ich hier spreche, war einer von inzwischen weit über einhundert Lesern, die sich bei mir meldeten und berichteten, ihr Microsoft-Konto sei scheinbar grundlos gesperrt worden.

Es war im August 2020, als er mir schrieb, dass er seine recht umfangreiche, bereits auf OneDrive liegende Fotosammlung umorganisiert habe, es wurden also neue Ordner angelegt und die Bilder dort einsortiert. Etwa zwei Stunden später erfolgte die Sperre mit den üblichen Konsequenzen: Es war kein Zugriff mehr auf OneDrive möglich, nicht lokal gespeicherte Daten waren also verloren, die Outlook-Mailadresse wurde deaktiviert und Spiele im Wert von über 1.000 Euro, die über das Xbox-Konto gekauft wurden, waren ebenfalls weg.

Auf Nachfrage teilte der Microsoft Kundendienst mit, dass dieses Konto wegen eines schwerwiegenden Verstoßes gegen den Servicevertrag geschlossen wurde. Der Zusammenhang mit OneDrive lag in diesem Fall recht eindeutig auf der Hand, obwohl gar keine neuen Dateien hochgeladen wurden. Offenbar hat das Verschieben der Dateien ausgereicht, um die automatisierte Überprüfung auszulösen.

Ich konnte über meine Kontakte zwar eine Eskalation des Falls bei Microsoft erreichen, der einzige „Erfolg“ war allerdings, dass dem Betroffenen mitgeteilt wurde, dass es sich hier um einen besonders schweren Verstoß handeln würde und eine Reaktivierung des Kontos deshalb endgültig ausgeschlossen sei.

Der Fall war damit zwar nicht gelöst, aber erledigt – so schien es jedenfalls.

Der betroffene Leser hatte die Sache inzwischen auch schon so gut wie vergessen, als ihm über ein Jahr später plötzlich besonders unangenehme Post ins Haus flatterte: Im Oktober 2021 erhielt er eine Vorladung der Kriminalpolizei wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Ich kann mir nur ausmalen, wie es sich anfühlen muss, mit einer solchen Verdächtigung konfrontiert zu werden, der Betroffene berichtete mir jedenfalls, dass es ihn psychisch enorm belastet hat.

Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich einen Zusammenhang mit der OneDrive-Sperre gab. Das Corpus Delicti war ein Foto, auf dem ein Kleinkind aus der Familie des Betroffenen nackt zu sehen war. Dementsprechend folgte auf die Befragung bei der Kripo dann auch die Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft, allerdings nicht ohne den mahnenden Hinweis, dass es im Wiederholungsfall durchaus zu einer Strafverfolgung kommen könnte.

Man kann und muss diese Geschichte von mehreren Seiten betrachten und es gibt sozusagen in jeder einzelnen Stufe des Ablaufs mehrere mögliche Sichtweisen, die man einnehmen kann. Es beginnt damit, dass die verdachtsunabhängige Überprüfung von in der Cloud gespeicherten Dateien durchaus umstritten ist. Die Tatsache, dass Kindesmissbrauch ein besonders abscheuliches Verbrechen ist, kann zu der Ansicht führen, dass keine Maßnahme zur Bekämpfung überzogen ist. Lieber drei Mal zu oft kontrolliert, als einen Täter durchs Netz schlüpfen zu lassen, sagen die einen. Dem wiederum kann man entgegenhalten, dass die Unschuldsvermutung in einem Rechtsstaat heilig ist und Extremfälle nicht als Vorwand genutzt werden dürfen, um diese aufzuweichen. Das ist und bleibt eine schwierige Debatte.

Tatsache ist: Es passiert. Nicht nur Microsoft, sondern alle Anbieter von Cloudspeicher führen solche Scans durch. Dass im Falle eines Verdachts die Daten an die Behörden durchgereicht werden, wie in diesem Fall geschehen, ist dann allerdings nur konsequent. Unverständlich ist für mich allerdings, warum es dann so lange dauert. Wäre unser Leser tatsächlich ein Pädophiler, hätte er mehr als ein Jahr Zeit gehabt, um belastendes Material verschwinden zu lassen.

Aus der Sicht von Microsoft mag in diesem Fall alles korrekt gelaufen sein. Nacktfotos jeder Art sind laut Nutzungsbedingungen verboten. Wenn man allerdings weiß, wie Microsoft die Nutzer dazu animiert, ihre privaten Fotos auf OneDrive zu sichern – bei der Einrichtung von Windows 10 und 11 erfolgt das sogar automatisch, wenn man es nicht aktiv abwählt – dann drängt sich die Frage auf, ob den Anbieter nicht auch eine gewisse Sorgfaltspflicht trifft, die Nutzer vor einer versehentlichen Verletzung der Nutzungsbedingungen zu schützen. Denkbar wäre beispielsweise ein Uploadfilter (böses Wort!), der verhindert, dass solche Dateien überhaupt erst in OneDrive landen.

Wie schon gesagt, es gibt an so vielen Stellen Ansatzpunkte für kontroverse Diskussionen. Ganze Fotosammlungen in die Cloud hochzuladen, ohne jedes einzelne Bild zu überprüfen, ist jedenfalls keine gute Idee, sonst könnte einem das gleiche Schicksal widerfahren wie unserem Leser.


Hinweis: Der Artikel wird möglicherweise nicht vollständig angezeigt, eingebettete Medien sind in dieser Vorschau beispielsweise nicht zu sehen.

Artikel im Blog lesen
 
Anzeige
Aus der Sicht von Microsoft mag in diesem Fall alles korrekt gelaufen sein. Nacktfotos jeder Art sind laut Nutzungsbedingungen verboten. Wenn man allerdings weiß, wie Microsoft die Nutzer dazu animiert, ihre privaten Fotos auf OneDrive zu sichern – bei der Einrichtung von Windows 10 und 11 erfolgt das sogar automatisch, wenn man es nicht aktiv abwählt – dann drängt sich die Frage auf, ob den Anbieter nicht auch eine gewisse Sorgfaltspflicht trifft, die Nutzer vor einer versehentlichen Verletzung der Nutzungsbedingungen zu schützen. Denkbar wäre beispielsweise ein Uploadfilter (böses Wort!), der verhindert, dass solche Dateien überhaupt erst in OneDrive landen.
Du kannst dir sicher sein, dass das gleich den nächsten Skandal herauf beschwören würde. "OMG, Microsoft durchwühlt meine privaten Dateien, und verhindert sogar den Upload!".

Ganz ehrlich, für mich ist das hier schon sehr entscheidend:
Aus der Sicht von Microsoft mag in diesem Fall alles korrekt gelaufen sein. Nacktfotos jeder Art sind laut Nutzungsbedingungen verboten.
Unwissenheit vor dem Gesetz, vor Nutzungsbedingungen, oder ähnlichem, hat noch nie vor der Strafe geschützt. es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich mit den Nutzungsbedingungen auseinander setzen sollte. Natürlich macht es kaum jemand. Ich auch nicht. Aber, ich würde irgendwie auch nicht drauf kommen, auf einem Blderspeicher Nacktfotos hochzuladen.

Kann von daher wirklich nur begrenzt Mitleide mit dem Betroffenen haben. Das mit der Kripo ist natürlich eine harte Nummer. Aber, ich denke auch, dass wir nicht in einer Gesellschaft leben wollen, die diese Dinge verharmlost, und nicht nachverfolgt, weil es ja alles sowieso nur ein großes Missverständnis ist. Zu allermindest ist es mal etwas blauäugig.

Für mich ist das hier einfach so ein exemplarischer Fall: Am Ende stellt sich halt heraus, dass gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen wurde.

Am Ende kann man höchstens darüber streiten, ob so eine automatisierte Suche oder Filter bei sowas bereits anspringen muss. Was absolut zu diskutieren ist. ABER, wenn man halt weiß, dass man bei sowas irre vorsichtig sein muss, dann ist man es besser auch. Heutzutage ist unsere Gesellschaft sensibel wie nie zuvor, was sowas anbetrifft. Ich muss ganz ehrlich sagen, als Mann traue ich mich fast schon nicht mehr, wenn ich mit dem Fahrrad an einem Spielplatz vorbei fahre, mal hinzuschauen, aus Angst, dass das von Müttern bereits als Beweis für irgendetwas gewertet wird. Mag für den ein oder anderen verwunderlich sein, aber, in Zeiten von #metoo, in denen nicht einmal mehr vor Gericht bewiesen werden muss, bevor medial abgestraft wird, ist man besser sehr vorsichtig.

"Zu guter Letzt" finde ich allerdings, dass die Unternehmen einen vernünftigen Weg finden sollte, wie mit dem bezahlten Content der Konten verfahren wird. Es geht nicht an, dass das alles unwiderruflich verloren ist. Eine Entschädigung in Höhe des Kaufpreises halte ich für das Mindeste. Zumindest in Fällen, in denen sich heraus stellt, dass der Verstoß jetzt nicht so schwerwiegend gewesen ist, dass es sich für Microsoft als geschäftsschädigend heraus stellt. Schwierig, ich weiß. Wahrscheinlich wäre es am nötig, dass man die Abteilung, die sich mit solchen Fällen beschäftigt, ausbaut.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es ist wohl weiterhin sinnvoll, Clouddienste insbesondere von US-Anbietern, nur mit lokal verschlüsselten Daten zu bestücken.

Die Regelungen der prüden US-Anbieter sind knallhart und grad Microsoft ist da wohl ganz weit vorn dabei. Dass man jemandem wegen einem einzelnen Verstoß gegen die EULA gleich den kompletten Account dauerhaft sperrt und ihm so einen Schaden im vierstelligen Bereich verursacht, ist ein bescheidenes Geschäftsgebahren.

Entsprechende Daten zu sperren wäre ja kein Thema. Aber sowas?
 
Meine MS-Mailadresse ist meine Hauptadresse, was da alles dranhängt und zusammenläuft. Kein Passwort ersetzen mehr möglich und die Synchronisation von Edge ist dann auch weg mit allen Passwörtern. Das fängt bei einem einfachen Stromvertrag an und endet bei wichtigen beruflichen Daten und Zugängen. Dazu alle Käufe von Filmen, Apps und Spielen. Kann einem schon Angst machen, vor allem wo gefühlt von Jahr zu Jahr mehr in die Cloud verlagert wird.
Ich bin definitiv dafür das meine Daten überprüft werden und auch das ggf. eine Autorisierte Peron meine Daten einsieht bei einem Verdacht. Keine Frage es muss hart und klar Strafverfolgung erfolgen, jedoch ist das die Aufgabe der Polizei. Da muss der Gesetzgeber dringend dran, kann nicht sein das Unternehmen so eine Große macht über meine Daten haben dürfen.
 
Ich frage mich, warum WhatsApp sowas nicht einführt. Ich habe so viele schon mit sexistischen/ rassistischen Filmchen und Fotos auf WhatsApp angetroffen. Sowas ist bei WhatsApp schon zur allgemeinen Belustigung geworden.
Durch sowas entsteht unter den Normalanwendern der Eindruck, man könnte sich sowas bei jedem Anbieter erlauben.
 
@skalar Bei WhatsApp macht man sich eigentlich schon strafbar, wenn man strafrechtlich relevantes Bild- oder Videomaterial zugeschickt bekommt und dieses durch den automatischen Download von Medien direkt und ohne zutun des Anwenders (!) auf dem persönlichen Gerät landet. Hierbei handelt es sich (glaub ich) um eine Standard-Einstellung.

Seit den Artikeln und Fällen, welche hier aufgekreuzt sind, überlege ich ganz genau, was ich in die Cloud hochlade und was nicht. Bilder habe ich dann nochmal in einer separaten Cloud von einem anderen Anbieter. Der automatische Upload von Medien sollte ebenfalls keinesfalls konfiguriert sein.
 
Keine Frage es muss hart und klar Strafverfolgung erfolgen, jedoch ist das die Aufgabe der Polizei. Da muss der Gesetzgeber dringend dran, kann nicht sein das Unternehmen so eine Große macht über meine Daten haben dürfen.
Das ist leider falsch!
MS hat zunächst das "Hausrecht" und es ist dann auch die Aufgabe von MS den Behörden das zu melden.
MS hat sich dazu selbst schriftlich geäußert und die automatische Überprüfung verteidigt.
MS wolle aus negativen Erfahrungen in der Vergangenheit die psychische Gesundheit seiner Mitarbeiter schützen.

Bei WhatsApp macht man sich eigentlich schon strafbar, wenn man strafrechtlich relevantes Bild- oder Videomaterial zugeschickt bekommt und dieses durch den automatischen Download von Medien direkt und ohne zutun des Anwenders (!) auf dem persönlichen Gerät landet.
So, so. Die alltägliche Praxis sieht bei WhatsApp jedoch ganz anders aus...
 
Zwei Punkte finde ich besonders heikel bei solchen Fällen, wie ja auch schon im Artikel von Martin erwähnt:

1. Scheinbar keine Möglichkeit, den Sachverhalt evtl. aufzuklären und das Konto damit wieder zu entsperren.
2. Das fast schon unsanfte Drängen von Microsoft, doch bitte gleich alles automatisiert und immer auf OneDrive hochzuladen. Sehr, sehr viele Nutzer*innen werden sich darüber keine großen Gedanken machen und dem zustimmen, was ich ihnen nicht einmal vorwerfen kann.

Diese beiden Punkte in der Kombination stoßen mir besonders auf.
 
MS hat sich dazu selbst schriftlich geäußert und die automatische Überprüfung verteidigt.
Das finde ich auch total in Ordnung, dass eine automatisierte Überprüfung stattfindet. Die Massen an Daten die heute und in Zukunft hin und hergeschoben werden können überhaupt nicht Manuel Überprüft werden. Allerdings greifen derartige Dienste so stark in unser Leben hinein, dass es nach meiner Auffassung, nicht sein kann, das MS (sowie alle anderen Anbieter) meine komplette Kommunikation und Geschäftsfähigkeit ausschalten dürfen.
 
Allerdings greifen derartige Dienste so stark in unser Leben hinein, dass es nach meiner Auffassung, nicht sein kann, das MS (sowie alle anderen Anbieter) meine komplette Kommunikation und Geschäftsfähigkeit ausschalten dürfen.
Solche Fragen muss der Betroffene dem Staatsanwalt stellen...

Wir leben in einer zunehmend aggressiver werdenden Welt ("Wir schaffen das"). Das ist nicht nur gefühlt so, sondern wird von den jeweiligen lokalen Behörden (hauptsächlich in den Ballungsräumen) bestätigt.
 
2. Das fast schon unsanfte Drängen von Microsoft, doch bitte gleich alles automatisiert und immer auf OneDrive hochzuladen. Sehr, sehr viele Nutzer*innen werden sich darüber keine großen Gedanken machen und dem zustimmen, was ich ihnen nicht einmal vorwerfen kann.
Zumal bei der Einrichtung der Microsoft Cloud sehr schnell das Problem entsteht das Plötzlich Sämtliche Daten in die Cloud Synchronisiert/Verschoben werden.
Ist auch mir im Januar Passiert, neben Microsoft Office speichern dort auch andere Programme Daten ab, die durchaus wichtig sind.

Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich einen Zusammenhang mit der OneDrive-Sperre gab. Das Corpus Delicti war ein Foto, auf dem ein Kleinkind aus der Familie des Betroffenen nackt zu sehen war.
Das scheint wohl mit einer der häufigsten Probleme zu sein, so ein Fall kenne ich auch von einer Bekannten, einmal Eingerichtet macht man sich nicht mehr viele Gedanken darüber was da für Fotos und Texte in die Cloud wandern und wie Häufig passiert es das man beim Verschieben eines Ordners das Falsche ziel wählt.
 
So, so. Die alltägliche Praxis sieht bei WhatsApp jedoch ganz anders aus...
Richtig. Wie bei Telegram.
Schreibe da gerade unter das heutige Walulis Video einen Kommentar, da Telegram eventuell in Deutschland per Geoblock (wie in China) gesperrt werden soll, weil ein paar wenige Idioten dummes Geschwurbel von sich geben und damit die friedliche Nutzerschaft in Misskredit bringen.

Da ich seit sieben Jahren Telegram und seit drei Jahren nur noch Telegram nutze, wäre das fatal.
Zu DSGVO-Ignoranten aus dem Metaversium gehe ich aus Prinzip nicht und Threema, Viber als auch Signal nutzt nahezu niemand bei mir.

Bei Telegram sind nahezu alle Freunde, Bekannten und Verwandten.

Wenn Wenige dafür sorgen, dass alle restlichen nicht mehr dürfen, dann könnte man auch gleich die Demonstrationsfreiheit streichen, weil paar Volltrottel in Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen Krawall auf der Straße machen.
🤦
 
...

Unwissenheit vor dem Gesetz, vor Nutzungsbedingungen, oder ähnlichem, hat noch nie vor der Strafe geschützt. ...

Die Aussage stimmt so nicht ganz. In Fällen, wo gut begründet werden kann, dass der Unwissende selbst mit aller Anstrengung als Laie nicht zur Erkenntnis des Rechtsverstoß kommen kann, geht er ein Mal straflos aus.

Das nennt man Tatbestandsirrtum.

Solmecke auf YouTube hat dazu Videos gemacht, aber auch sonst bei Anwälten ist das nachzulesen:

 
In diesem Fall zieht das nicht, weil du selbst aktiv den Nutzungsbedingungen zustimmst, wenn du dich bei dem Dienst anmeldest. Das bezieht das Lesen derselbigen mit ein.

Mal abgesehen davon, dass wir sicher auch nichts von "im Einzelfall kann eventuell dies oder jenes sein" haben. Es ist nun einmal so, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Ich kann dir nicht in den Kopf schießen, und mich dann auf meine Unkenntnis der Gesetzeslage stützen. Sorry für das platte Beispiel. Mir fällt gerade nichts besseres ein. ;)
 
Oben