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Geekom MiniAir 11 im Alltagstest: Kleiner PC mit großer Aufgabe

DrWindows

Redaktion
Geekom MiniAir 11 im Alltagstest: Kleiner PC mit großer Aufgabe
von Claus Ludewig
Test zum Mini-PC Geekom Mini Air 11.


Im DrWindows-Blog bin ich eigentlich für Euch mit verschiedenen Autos unterwegs und berichte zu Elektroautos und Connected Cars. Seit Juli testen Jürgen und ich jedoch einen Mini-PC, sodass ich nun auch mal aus meinen heiligen Hallen berichte.

Die Firma Geekom hatte nachgefragt, ob ich Interesse daran hätte, mal einen neuen Mini-PC auf Herz und Nieren zu testen. Hierbei handelt es sich um das neue Modell namens MiniAir 11. Zwar wird größtenteils auf ein Gehäuse aus Plastik gesetzt, doch die mit vier Schrauben befestigte Bodenplatte ist aus Metall gefertigt. Auf einer Breite von 112 mm, einer Tiefe von 117 mm und einer Höhe von 34,2 mm findet ein vollwertiger Windows PC Platz.

Geekom Mini Air 11 (Quelle: Claus Ludewig). Lieferumfang beim Geekom Mini Air 11 (Quelle: Jürgen Gieseke). Windows 11 skaliert am LG-TV (65 Zoll UHD) automatisch auf 300% (Quelle: Claus Ludewig). Vordere Anschlüsse beim Geekom Mini Air 11 (Quelle: Jürgen Gieseke). Hintere Anschlüsse beim Geekom Mini Air 11 (Quelle: Jürgen Gieseke). M.2-2280-SSD lässt sich austauschen. Zudem kann der DDR4-2666-RAM ausgetauscht oder auf bis zu 32 Gigabyte erweitert werden beim Geekom Mini Air 11.
Im Lieferumfang ist eine Aufbewahrungstasche sowie eine VESA-Halterung samt Schrauben. Wer möchte, kann den kleinen Rechner so auch elegant hinten an einem Monitor verstecken.

Gar nicht verstecken muss sich die Anschlussvielfalt, die der Hersteller aus Taiwan offeriert. An der I-/O-Blende gibt es einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headsets, einen USB-Typ-A-Anschluss und einen USB-C-Port. An der linken Seite befindet sich ein SD-Kartenleser, der wahlweise vollwertige SD-Karten oder microSD-Speicherkarten lesen kann. Auf der rechten Seite sitzt ein Kensington-Sicherheitsschloss.

Auf der Rückseite gibt es gleich mehrere Anschlüsse. Ein Lob verdient sich Geekom, weil alle Anschlüsse beschriftet sind. So weiß der Nutzer etwa immer, wie schnell der verwendete USB-Port ist. Gerade beim USB-Chaos rund um USB 3.x und USB-C ist eine derartige Beschriftung sinnvoll, doch nur wenige PC-Hersteller bieten eine solche Beschriftung am Gehäuse an. Praktisch ist, dass Geekom das 65-Watt-Netzteil extern angebunden und nicht mit ins Gehäuse gezwängt hat. Schließlich kostet ein integriertes Netzteil nicht nur wertvollen Platz, sondern erwärmt das Innere eines PC. Zudem kann man so auch mal das Netzteil – etwa bei einem Defekt – schnell und unkompliziert tauschen.

Nachhaltigkeit: Was lässt sich beim Mini-PC tauschen?


Apropos tauschen. Wer möchte, kann den Mini-PC aufschrauben und so nicht nur den Lüfter reinigen, sondern auch den Speicher tauschen oder erweitern. Als RAM kommt das Testmodell mit der Einstiegskonfiguration von acht Gigabyte DDR4-RAM von Kingston daher. Laut Geekom sollen bis zu 32 Gigabyte Dual-Channel-RAM verbaubar sein, der Intel-Chipsatz unterstützt maximal 16 Gigabyte Arbeitsspeicher pro RAM-Riegel. Neben dem RAM ist auch die SSD tauschbar. Im Testmodell steckt eine M.2-2280-SSD mit 256 Gigabyte Speicherplatz von Kingston. Maximal lässt sich eine SSD mit einem Terabyte Speicherplatz verbauen.

Leider gibt es keinen Steckplatz für eine 2,5- oder 3,5-Zoll-Festplatte, sodass man immer nur eine M.2-2280-SSD im Mini Air 11 nutzen kann. Zudem ist bedauerlicherweise das WLAN-/Bluetooth-Modul ebenso wie der Prozessor fest auf dem Mainboard verlötet und kann daher nicht getauscht werden. Immerhin ist ein Intel-Chip mit Bluetooth 4.2 und Wi-Fi 5 verbaut. Geekom setzt hierbei auf den Intel-AC 7265, wobei dieser WLAN-Chip Dualband unterstützt. So wird eine schnelle drahtlose Verbindung zu Kopfhörern oder ins Internet geboten, vorausgesetzt es ist auch das 5-GHz-Frequenzband aktiviert.

Technische Daten des Geekom Mini Air 11

  • Abmessungen: 112 x 117 x 34,2 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
  • Gewicht: 498 Gramm
  • Netzteil: Externes Netzteil mit 65 Watt
  • Prozessor: Intel Celeron N5095, Quad-Core-CPU mit bis zu 2,9 GHz, 4 MB Cache, TDP: 15 Watt.
  • Grafik: Intel UHD Graphics 605 mit 16 EUs und einem Takt von bis zu 750 MHz.
  • Arbeitsspeicher: 8 GB DDR4-2666-RAM von Kingston, tauschbar und aufrüstbar bis zu 32 Gigabyte Dual-Channel-2933-RAM.
  • Speicher: 256 Gigabyte M.2-SSD von Kingston, tauschbar
  • WLAN-/Bluetooth: Intel Dualband-Wireless-AC 7265 mit Wi-Fi 5 und Bluetooth 4.2
  • Anschlüsse:
    • Vorne: 1x USB-Typ-A-3.1, 1x USB-Typ-C-3.0, 1x 3,5-mm-Audio-Klinkenbuchse, 1x Ein-/Aus-Schalter.
    • Hinten: 1x Netzteilanschluss, 1x Mini-Displayport, 1x Gigabit-LAN-Port, 1x HDMI 1.4, 1x USB-Typ-C-3.1 (10 Gbit/s) plus Displayport-Funktion, 2x USB-Typ-A-3.0
    • Seite: Speicherkartenleser für SD- & microSD-Karten, Kensington-Sicherheitsschloss

Welche Performance bietet ein Intel Celeron im Geekom Mini Air 11?


Als Antrieb dient beim rund 300 Euro teuren Mini Air 11 ein Intel Celeron N5095. Hierbei handelt es sich um eine Quad-Core-CPU auf der Jasper-Lake-Plattform. Der Prozessor wird bei Intel im 10 nm Prozess gefertigt.

Im Gegensatz zu so manchen Prozessoren in günstigen Office-PCs beträgt die TDP 15 Watt und nicht, wie etwa bei Atom-CPUs 7,5 Watt. Folglich kann der seit dem Jahr 2021 angebotene Celeron eine passable Leistung liefern. Die 11. Generation Intel Celeron kommt mit einer iGPU Intel UHD Graphics 605 daher, die über 16 EUs und eine Taktrate von bis zu 750 MHz verfügt.

Wer über das WLAN-Modul Internetvideos in UHD inklusive erweitertem Farbraum HDR streamt, lastet die GPU und CPU – zeitweise – zu 100 % aus, doch die Videowiedergabe verläuft flüssig. Hier hatte ich also andere Erfahrung gesammelt als mein Kollege Jürgen. Zumindest konnte ich keine Mikroruckler sehen, wenn man währenddessen keine weiteren Programme auf dem PC laufen hatte. Wer Videos in hoher Auflösung abspielt, sollte darauf verzichten, nebenbei noch andere Programme geöffnet zu haben.

Falls man die Auflösung bei Videostreams auf FullHD einstellt, liegt die Auslastung bei maximal 35 %. In diesem Fall verhält sich auch der integrierte Lüfter komplett ruhig. Bei UltraHD inklusive HDR hingegen springt der Lüfter an, wird dabei aber nicht aufdringlich und wird maximal 46 Dezibel laut. Die gemessenen Temperaturen bleiben unter der kritischen Marke von 100 Grad Celsius und liegen maximal bei um die 70 Grad Celsius. Leider liefert Geekom keine Software zur komfortablen Lüftersteuerung mit. Im Gegenzug bekommt man ein nacktes Windows 11 Pro, also ohne Bloatware. Einige Verknüpfungen, z. B. zur Facebook-App, sind zwar vorinstalliert, stammen jedoch von Microsoft. Mit zwei Klicks lassen sich diese Apps jedoch schnell deinstallieren.

Der verbaute Intel Celeron N5095 schafft Youtube-Videos in Full-HD mit einer Auslastung von max. 35% (Quelle: Claus Ludewig). Hardware vom Geekom Mini Air 11 (Quelle: Jürgen Gieseke). Der PC-Hersteller aus Taiwan verbaut eine Intel Dualband-AC-WLAN-Karte AC 7265 mit einer Datenrate von 650 MBit/s im Test (Quelle: Claus Ludewig). Auslastung bei einem Youtube-Video in 4k-UHD liegt - ab und zu - bei 100% (Quelle: Claus Ludewig). Im Benchmark PC Mark 10 erreicht der Geekom Mini Air 11 nur 2.148 Punkte (Quelle: Jürgen Gieseke).
In Sachen Videowiedergabe lässt der kompakte Mini Air 11 also nichts anbrennen, doch natürlich merkt man dem System seine Grenzen an. Umfangreiche Programme, etwa ein Adobe Photoshop, benötigen schon etwas länger zum Laden und erfordern Geduld bei der Bedienung. Hier muss der Celeron-Prozessor einfach viel arbeiten.

So bin ich mir mit Jürgen einig, dass der Mini Air 11 nur etwas für Office- und Multimedia-Nutzer ist. Für PC-Spiele ist der Geekom Mini Air 11 dagegen kaum zu gebrauchen. Allenfalls alte und einfache Casual Games ala Solitaire und Co. laufen problemlos, sobald man aktuelle PC-Spiele spielen will, kommt die Intel-Grafik an ihre Grenzen.

Aufgrund der kompakten Abmessungen und des Talents in Sachen Videowiedergabe musste sich der Mini Air 11 auch am Wohnzimmer-TV beweisen. Windows 11 skaliert automatisch auf 300 %, wenn man den Mini-PC an einen UHD-TV mit 65 Zoll anschließt, sodass Startmenü, Einstellungen, Datei-Explorer etc. gut bedienbar sind. Bei einem Abstand von mehr als einem Meter lassen sich Videos in UHD ansehen, ohne dass man dabei den Lüfter hört. Folglich eignet sich der Mini Air 11 auch als Wohnzimmer-PC. Mit dem sparsamen Intel Celeron und dem 65 Watt-Netzteil lässt sich auch einiges an Energie sparen im Vergleich zu einem herkömmlichen Desktop-PC.

Fazit


Ich kann meinem Kollegen Jürgen in vielerlei Hinsicht nur zustimmen. Der Mini Air 11 macht seine Sache erstaunlich gut. Gerade die Videowiedergabe inklusive leisem Lüfter sorgt für viel Freude. Für die normale Büroarbeit ist die Leistung absolut ausreichend, zumal man den DDR4-RAM von 8 auf 16 Gigabyte erweitern und somit das Multitasking verbessern kann. Löblich ist auch die Anschlussausstattung, die – in Anbetracht der Abmessungen – keine Wünsche offen lässt. Für PC-Spiele ist der Geekom Mini Air 11 allerdings kaum zu gebrauchen, da der Intel Celeron N5095 samt Intel-Grafik dafür zu wenig Performance bietet. Wer jedoch einen kompakten PC fürs Homeoffice sucht, der sich einfach erweitern lässt, sollte sich den Geekom Mini Air 11 mal ansehen, zumal er nur rund 300 Euro kostet.

Disclaimer: Das hier besprochene Produkt wurde uns vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.


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Die Intel UHD-Grafik ist eben der Schwachpunkt der Mini-PCs. Die GPU ist eigentlich bereits mit einem angeschlossenen 4K-Monitor überfordert, so dass es öfter ruckelt und nicht wirklich flüssig läuft (ich spreche aus Erfahrung). Ich hätte auch kein gutes Gefühl, wenn ich die Grafik immer an ihre Grenzen bringen müsste. Daher führt kein Weg an einem Mac mini mit M1 vorbei, die 8-Core GPU kommt mit solchen Anforderungen mühelos zurecht, und der mini bleibt dabei jederzeit absolut lautlos. Das muss man erstmal nachmachen.
 
In der Tat. Ich habe mir einen Mac mini M1 mit 16GB RAM und 1 TB SSD zugelegt. Leise und gut verarbeitet ist das Teil. Auch so etwas wie die Grafikausgabe auf den TV spiegeln oder die Anzeige auf dem Monitor, um die Anzeige auf ein iPad auszudehnen funktioniert nicht schlecht. Auch von AirPrint war ich beeindruckt. Sowohl der Mac mini wie auch das iPad drucken darüber wirklich gut. Es nervt mich allerdings das altbackene Design des MacOS und die doch recht gewöhnungsbedürftige Bedienung des Betriebssystems. Das wird wohl noch einige Monate dauern bis der Mac mini meinen Windows PC ersetzten kann.
 
Es geht auch weniger um den Preis, sondern wie @Screensaver bereits geschrieben hat, dass Apple mit dem M1 in der Lage ist, kleine, leistungsfähige und stromsparende Computer zu bauen. Mit den Parametern gleichzuziehen dürfte das x86-Lager durchaus Probleme haben.
Ich hätte ehrlich gesagt gerne einen Mac mini mit M1 auf dem ganz offiziell Windows läuft. Ein Traum, mehr aber auch nicht, leider.
 
Natürlich geht es dabei um den Preis. Man kann doch in einer Diskussion über ein Produkt nicht ein anderes Produkt ins Gespräch bringen, das mehr als Doppelte kostet, und dann so tun, als sei das vergleichbar.
Es gibt übrigens auch Intel NUCs mit i7 oder i9-CPU. Wenn hier also jemand bei der Leistungsfähigkeit "nachziehen" muss, dann ist es Apple. Und jetzt bitte nicht mit dem Einwand kommen, dass die dann teurer sind ;).
Der Mac mini ist zweifellos ein feines Teil und der M1 eine fantastische CPU, aber ich verstehe nicht, woher bei Apple immer sofort der Drang kommt, so zu tun, als würden sie irgendwelche Wunder vollbringen.
In einer nicht allzu fernen Zukunft, in der wir uns nicht mehr einfach so alles leisten können, wird man sich nicht mehr so oft fragen, welche Leistung ein Gerät bietet, sondern viel eher, welche Leistung man tatsächlich braucht.
Und wenn so ein 300-Euro-Teil ausreicht, wäre es völlig sinnlos, mehr als das Doppelte auszugeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Natürlich geht es immer um den Preis. Allerdings ist es auch interessant einfach nur die Technik zu vergleichen. Wie du selbst in einem Beitrag schon geschrieben hast, können weder Microsoft noch andere derzeit dem M1 etwas entgegensetzen. Nimm man für einen Mini-PC einen i7 oder i9 darf man davon ausgehen, dass das Gerät im Vergleich zum M1 deutlich mehr Strom verbrauch und sicherlich auch nicht gerade lautlos läuft. Das ist die Leistung von Apple, auch wenn ich den Joker lieber im x86-Lager sehen würde.
 
Mein Mac mini mit 265GB SSD und 8GB RAM hat 799 € gekostet. In Betracht kam für mich auch der Dell OptiPlex 3000 Micro Form Faktor, ebenfalls 265GB SSD und 8GB RAM zum gleichen Preis. Allerdings hat der eben nur die schwache Intel UHD Grafik an Bord. Und in Sachen Monitor bin ich anspruchsvoll, es muss schon 4K sein. Damit stand für mich die Entscheidung fest. Windows 11 läuft gelegentlich in Parallels Desktop, mit erstaunlich guter Performance. Ich behalte allerdings weiter im Blick, ob Intel zukünftig leistungsfähigere GPUs vorstellt, denn das Konzept Mini-PC hat mich wohl dauerhaft für sich eingenommen. Ich will keinen großen Tower mehr unter dem Tisch stehen haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Screensaver: Auch ich habe mich über die Jahre aus Richtung Big-Tower, über Midi-Tower bis zum Mini-PC durchgerungen. :)
Da ich auch einen Mac-Mini M1 mein eigenen nenne, habe ich ein oder zwei Fragen:
Ich möchte mir auch Parallels bei Gelegenheit zulegen. Da ich einen M1 habe läuft wohl "nur" Windows on ARM"? X86 wird nicht emuliert unter einem M1. Das stimmt doch so?
Kann man bei Microsoft Windows on ARM herunterladen?
Ich hoffe, dass mein alter Windows 7-Key dann noch funktioniert.
 
So, jetzt habe ich vom Mac so langsam die Schnauze voll. Da habe ich mich wohl doch von der Hardware blenden lassen. Die Bedienung des Mac ist wirklich unter jeder Sau. Gestern hat er mir alle MP3s auf dem NAS gelöscht und nachdem ich sie vom Backup zurückgespielt habe, hat er mir sie heute komplett umformatiert und in Ordner verschoben. Seit mehreren Tagen suche ich verzweifelt einen Mediaplayer im App-Store der auch nur annähernd an die Windows-App "Medienwiedergabe" herankommt. Keine Chance. Langsam reicht es mir. Das war wirklich ein teurer Ausflug. So ein Mist. Bin eben richtig geladen. Wenn das Teil nicht über 1600€ gekostet hätte, würde ich am liebsten mit der Axt drauflosgehen.
 
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