Herstellertreiber? Windows-Treiber oder Hardwarehersteller-Treiber?

Anwender123

treuer Stammgast
Hallo,

kürzlich habe ich mir ein Acer-Notebook gekauft. Bei Acer finde ich auf deren Updateseite eine Vielzahl von Treibern für das Gerät, die alle auf den 30.11.2020 datiert sind. Habe sie alle heruntergeladen und wollte sie der Reihe nach installieren. Bereits beim ersten zeigte sich, dass er älter ist als der bereits vorhandene. Ich muss dazu ergänzen, dass ich zuvor das installierte Win 1909 auf 2004 20H2 mittels MCT upgedatet habe. Das Notebook fand nur Updates für die Version 1909 und bot nicht die 2004 an. Nachdem die 20H2 installiert war, lud sich Windows etliche Treiber des Notebooks herunter.
Zurück: Also die Treiber bei Acer sind durch die Bank älter als das, was Windows aufgespielt hat, das Bereitstellungsdatum bei Acer trügt also.
Sollte ich also lieber Windows die Treiber wählen lassen oder beim Hardwarehersteller nach aktuelleren Treibern suchen?


Zudem bin ich überrascht, dass die vorinstallierte Software, wie "AMD RADEON Software" nicht läuft. Starte ich das Programm, kommt die Meldung, dass die Software veraltet sei. Eine andere App: "AMD Radeon Radeon Settings Lite", die vorinstalliert ist, lässt sich gar nicht starten.

Kann man die Software dann bedenkenlos deinstallieren oder funktioniert dann die Radeon GPU des AMD 4500U nicht mehr sauber? Gibt es für die Software Updates und welche Funktion hat dieses Software überhaupt?
 
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PeteM92

gehört zum Inventar
kürzlich habe ich mir ein Acer-Notebook gekauft
Du hättest besser die genaue Herstellerbezeichnung Deines Acer-Notebooks angegeben.

Wenn da Win 1909 drauf war, stammt das Notebook möglicherweise aus einem älteren Modelljahr, da kann es tatsächlich sein, daß Windows aktuellere Treiber mitbringt.

Deine Angabe
Zudem bin ich überrascht, dass die vorinstallierte Software, wie "AMD RADEON Software" nicht läuft.
deutet darauf hin, daß das ein gebrauchtes Notebook ist. Da würde ich Dir sowieso empfehlen, Windows 20H2 nochmal komplett neu zu installieren (mit Löschen aller Festplattenpartitionen zu Beginn der Installation).
Ich denke, Windows wird danach problemlos laufen, sodaß Du Dir die Suche nach Treibern sparen kannst.

Nachtrag:
Du solltest vor der Windows-Installation überprüfen, ob die neueste BIOS-Version installiert ist und danach, ob es eine neuere Version der Chipset-Treiber auf der Acer-Seite gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:

tkmopped

gehört zum Inventar
Die aktuellen AMD-Treiber sind im Paket Adrenalin zusammengefaßt. Letztes Jahr (?) hießen die noch Crimson und davor Catalyst. Wenn jetzt ein neuerer Grafiktreiber installiert wurde (der kommt automatisch aus 2020) funktioniert der auf alle Fälle nicht mehr mit den veralteten Einstellungen der Vorversionen. Der Grafiktreiber wurde aktualisiert, die Einstellungssoftware aber nicht!
Grafiktreiber (auch für Notebooks) sind am aktuellsten immer von AMD selber. Diese aktuellsten Treiber werden aber beim Systemsetup nicht installiert sondern es werden die verwendet, die bei Win Update hinterlegt sind. Das gilt auch analog für den AMD-Chipsatztreiber.
Alte Treiber und aktuelles Windows - auch keine gute Idee.

Beim Setup werden generell Treibert installiert, die ein grundsätzliches Funktionieren der Hardware gewährleisten. Die volle Funktionalität und Leistung der Hardware kann man dagegen nur mit den aktuellen Herstellertreibern ausnutzen. Auch bei Intel, ab Skylake aufwärts, kann man das System auf die Treiber von Intel selber umstellen und muß nicht mehr die modifizierten der Gerätehersteller verwenden. Es kostet nämlich Geld ständig neue Intel Treiber auf die Hardware wiederholt anzupassen. Deshalb gibt es bei Notebooks u.ä. nur Aktualisierungen in homöopatischen Dosen.
 

Anwender123

treuer Stammgast
Vielen Dank für eure Antworten.

Kann ich dann die neuen AMD-Readon-Treiber gefahrlos installieren - ich befürchte nämlich, dass Acer seine Treiber so angepasst hat, dass die Laufzeit des Notebooks und die Geräuschentwicklung des Lüfters optimal eingestellt sind. Wenn ich nun die AMD-Treiber draufziehe, könnten diese Vorteile verloren gehen. Die AMD Adrenalin-Software bietet mir nämlich 6 verschiedene Treiber an, die es aktualisieren will. Bis dato habe ich den Updateprozess aber nicht durchgeführt.

Und noch eine andere Frage: Ich kann in unserer Firma unser Notebook nicht via HDMI an ein Whiteboard anschließen. Wir haben dort HDMI 2.0-Ports, die in Tischen eingebaut sind. Schließe ich das Notebook an, passiert nichts. Nur wenn ich das Notebook (Acer Swift 3 413-42 - AMD-Version) direkt ans Board anschließe (HDMI 1.4-Anschluss) geht es - das ist allerdings nicht praktikabel. Das Acer-Notebook, das übrigens nagelneu, d.h. 2020 produziert worden ist, hat aber nur einen HDMI 1.4b-Anschluss. Kollidiert dieser mit dem HDMI 2.0-Anschluss? Mein uraltes Acer 5740G funktionierte aber via HDMI einwandfrei, was mich sehr wundert, da es vermutlich noch einen älteren HDMI-Ausgang hatte.

Auch kann ich das Acer Notebook nicht via eines MiraCast-HDMI-Dongles mit dem Board verbinden. Das Swift 3 findet den MiraCast, kann aber keine Verbindung herstellen. Könnten die ganzen HDMI/Miracast-Probleme mit den neuen AMD-Treibern Geschichte sein?
 
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tkmopped

gehört zum Inventar
Alle AMD-Grafiktreiber, auch die Mobilen, laufen auf jeder Hardware. Extra Einstellungen um Laufzeiten verlängern zu können, die nur der Hersteller vorschreibt, gibt es nur bei Intel. Auch dort kann man ab Skylake aufwärts auf den Inteltreiber umstellen. Geht nicht von alleine!
Auch alle Laptophersteller bieten generell nur den Standard AMD-Treiber auf der Supportseite an. Angepaßt wird der nicht. Energieeinstellungen für Ryzen gibt es als Profil nur im Chipsatztreiber - Paket. Auch das ist Global für alle Plattformen.

Das dein Miracast nicht geht liegt nicht an AMD sondern an Microsoft. Das ist deren Baustelle. Weiterentwickelt wird das allerdings schon seit Jahren nicht mehr.

HDMI-Verkabelung - spezifiziert ist HDMI 2 für 2-3 Meter Kabellänge ohne Zwischenstecker und andere Schwachstellen der Verkabelungen. Alles darüber kann funktionieren, muß aber nicht. Bei mir läuft ein teures HDMI Kabel über 15 Meter (1080P) zum Beamer. Das ist allerdings nicht HDMI 2!
Wie die Verkabelung bei dir ist und was da alles zwischengeschaltet sein sollte, kann Niemand wirklich ohne alles durchzumessen herausfinden. HDCP-Fehler steigen mit wachsender Komplexität exponentiell an. Ich vermute mal , viel Geld bezahlt für wenig Nutzen. Das mag elektrisch funktionieren, aber mit Störfrequenzen und Einstrahlungen von Außerhalb wird das nicht stabil mit HDMI 2 laufen können. HDMI 1.4 wohl genauso. Eine "schwache" Steckverbindung reicht da schon um einen HDCP Handshake zu verhindern. Wenn es nicht schon durch die Kabellänge ausgebremst ist. Koppel das direkt ans Whiteboard , alles andere ist Bastelkram.
HDMI 2 Kabel, die nach HDCP 2.2 spezifiziert sind - richtig teurer Kram!!! Alleine die sind idR. schon 1,5 - 2 Meter lang.
 

Anwender123

treuer Stammgast
@tkmopped:

Das AMD-Treiberpaket haterfreulicherweise einen "Energie"-Modus. Den habe ich aktiviert, was gefühlt genauso lange Arbeitszeiten ermöglicht wie früher.

Zum MS Wireless Display Adapter: Läuft nun auch. Ich konnte ihn leider nie Updaten, da ich nur Android-Geräte hatte, mit deinen einer Verbindung möglich war. Da sich meine Frau ein neues NB gekauft hat, dessen Hardware relativ einfach ist, klappte damit die Verbindung und ich konnte seine Firmware updaten. Seitdem klappt die Verbindung in Sekundenbruchteilen und insgesamt läuft der Stick viel gemschmeidiger.

Vielen Dank für deine Erläuterungen zum HDMI-2-Standard. Erlaube mir noch eine Anschlussfrage: Kann das auch ein Board-Software-Problem sein, denn mein uralt Acer, der schon 10 Jahre auf dem Buckel hat, kommt mit dem HDMI-2-Anschluss zurecht, nur nicht der nagelneue Acer. Das Softwareupdate des MS Wireless Adapters hat ja Wunder bewirkt. Werden die HDMI-Anschlüsse eigentlich vom Notebook mit Strom versorgt und wenn ja, liegt vll. beim neuen Acer weniger Strom an als beim alten, sodass es mit dem alten klappt, nicht aber mit dem neuen?
 

Mark O.

gehört zum Inventar
das Acer Gerät soll wohl eher Acer Swift 3 314-42 und nicht Acer Swift 3 413-42 heißen oder?

Ein aktives HDMI-Gerät (wie etwa ein aktiver Switch, ein Splitter oder ein Repeater) sollte einen Anschluss für eine externe Spannungsversorgung haben, um einwandfrei funktionieren zu können. Hier ergibt sich der Unterschied zwischen „aktiven“ Komponenten, welche über elektrische Bauteile verfügen und „passiven“ Komponenten wie einige mechanische Switches.

Aktive Geräte können die benötigte Spannung auch aus der 5V Ader der HDMI-Leitung entnehmen. Laut HDMI Spezifikationen müssen alle HDMI-Quellen mindestens 55mA auf der 5V Ader liefern, um die EDID-Informationen eines Displays auslesen zu können. Da 55mA ein zu niedriger Strom ist, um die meisten HDMI-Zusatzgeräte zu betreiben (diese brauchen etwa 100 bis 150mA), liefern die meisten Geräte eine höhere Stromstärke, als die HDMI-Spezifikationen fordern.

Trotzdem sollten Geräte wie Splitter oder Repeater von den Herstellern mit einem externen Netzteil versehen werden und Sie als Kunde sollten darauf achten, solche Geräte zu erwerben.

Quelle: FAQ-HDMI | RadioStore.de

die jeweiligen Port Spezifikationen (auch HDMI) zu den Acer Geräten sollten in den entsprechenden Service Guides zu finden sein
 

tkmopped

gehört zum Inventar
Es ist der HDCP-Handshake über die gesamte Signalkette, der gewährleistet sein muß. Dabei setzt HDMI 2 die Meßlatte um einiges höheran als das alte HDMI 1 , das für FHD 1080P ausreichend wäre. Dabei kommt es intern auch auf zusätzliche Microcontroller an, die PlayReady gewährleisten. Der intern IME genannte Controller käme dafür in Frage.
Einfach mal "Ich stöpsel das mal zusammen und ab geht der Fisch!" geht bei direkten Verbindungen und der entsprechenden Kabelqualität. Je komplexer so eine Installation aufgefächert ist steigt nicht nur der Komfort wenn es funktioniert sondern auch die Anzahl möglicher Fehlerquellen. Es reicht ein Fehler für einen abgebrochenen HDCP-Handshake aus und man sieht kein Bild. HDMI 1.x ist dabei weniger Anfällig und kann auch längere Kabel zum arbeiten "überreden". HDMI 2.0 a und b und aktuell HDMI 2.1 macht alles viel komplizierter. Wenn das alte ACER nur HDMI 1 kann ist das wohl der Grund das dieses einfachere Protokoll funktioniert. Software ist dabei im Sinne von Treibern nicht betroffen. HDMI (HDCP-Version) ist in Hardware verbaut.
Lies hier:
HDMI 2.1 - Was Sie uber den neuen HDMI-Standard wissen mussen - HIFI-REGLER
Alles was man uber HDMI 2.0, 2.0a, 2.0b und 2.1 wissen muss
 

Anwender123

treuer Stammgast
Vielen Dank euch beiden!

Mein Acer Swift 3 hat einen HDMI 1.4b-Ausgang, eigentlich müsste es dann doch wie das Alt-Acer mit HDMI 1.4a sauber mit dem HDMI 2.0-Eingang des Boards kommunizieren. Muss ich in Erwägung ziehen, dass der HDMI-Ausgang meines Swift 3 einen Defekt hat? Allerdings funktioniert es ja direkt am Board und auch am heimischen 4k-Fernseher, nur nicht am HDMI-Eingang am Präsentationstisch.

Gibt es für die Microcontroller, die du ansprichst, Treiber, die eventuell veraltet sind und daher den Handshake zwischen Swift3 und Board verhindern. Das Board erkennt, dass ein Gerät via HDMI verbunden ist, wechselt man den Input-Kanal am Board, wird das Geräte aber nicht angezeigt. Nutze ich übrigens einen Microsoft Wireless Adapter, den ich am Präsentationstisch anschließe, läuft es einwandfrei. Am HDMI-Kabel vom Notebook zum HDMI 2.0-Eingang liegts nicht. Da funktionieren andere Notebooks einwandfrei, nur eben mein Acer Swift 3 nicht, ist aber auch das einzige, das ich getestet habe, das eine Auflösung von 1920 x 1080 hat, die anderen liegen etwas drunter.
 
Zuletzt bearbeitet:

tkmopped

gehört zum Inventar
Updates der IME gibt es , wenn überhaupt , vom Gerätehersteller. Bei Motherboards evtl von Intel selber. Mußt du schauen. Es sind auch keine Treiber , die in Windows eingebunden werden sondern Firmwareupdaters für den Microcontroller selber. Der läuft mit einem eigenen OS , auf einem Mini Linux (zB. Minix) basierend. Für alte Systeme hat MS Softwareupdates über Win Update (für Workarounds) bereitgestellt. Das Thema ist insgesamt nicht nur komplex sondern auch ziemlich unübersichtlich.
Ferndiagnose bei HDMI oder HDCP-Problemen (die mit Play Ready Signalkette von der IME abhängen) - schwierig bis unmöglich. "Geht nicht" ist als Fehlerbeschreibung zu global.
 

Anwender123

treuer Stammgast
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Wie komplex das Thema ist, zeigt sich auch darin, dass der Hersteller meint, in meinem Acer Swift 3 sei ein HDMI 1.4b verbaut, so zumindest die Hotline. Nun habe ich einen Screenshot aus dem ServiceGuide des Notebooks im Internet gesehen, auf dem stand, es sei ein HDMI 2.1-Ausgang vorhanden. Letztendlich weiß ich nicht einmal sicher, welche HDMI-Version mein Gerät hat. Vll. liegt das Problem auch daran, dass der HDMI 2.1-Ausgang nicht mit dem 2.0 - Eingang.

Leider konnte ich den ServiceGuide für den Acer SF 314-42 nicht im Internet finden, um weitere Informationen herauszulesen. (@Mark O.)

Ich habe das Ganze nun über einen Workaround gelöst mit einem MS Wireless Adapter, der interessanterweise an dem HDMI-Eingang am Präsentationspult funktioniert und die FullHD-Auflösung des Swift 3 sauber darstellt.
 
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