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hoermals Gedanken - Wir brauchen einen europäischen Technologiekonzern

DrWindows

Redaktion
Für Huawei und Huawei Kunden beginnt die neue Woche mit schlechten Nachrichten, aber nicht für die direkt Betroffenen, sondern für uns alle, die gerne mit aktueller Technik unterwegs sind, ist die Entscheidung Googles (auf Druck der US Regierung) Huawei zukünftig...

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Als Besitzer eines Huawei Mate 20 x, für mich das fast perfekte Smartphone, bin ich natürlich direkt betroffen und ehrlich gesagt schockiert. Je nachdem wie weitreichend diese Entscheidung ist habe ich vielleicht in naher Zukunft statt eines tollen Smartphones nur noch Elektroschrott.
Um so mehr kann ich die Forderung verstehen und unterstütze diese auch das wir in Europa dringenst eine Technologie Konzern brauchen der den ausländischen Giganten das Wasser reichen kann. Ich wäre sogar bereit dafür Apple Preise zu akzeptieren.
 
Die Blacklist selbst ist nicht neu, das ist die gleiche Liste, auf der seinerzeit auch Kaspersky und ZTE gelandet sind. ZTE selbst kam damals erst nach umfangreichen Zugeständnissen da wieder runter.

Generell wird das große Problem dann auftreten, wenn sich der Handelskrieg auf die Zulieferer und Auftragsfertiger auswirken wird. China hat die größten Vorkommen für seltene Erden und auch viele Zulieferer wie Foxconn haben ihren Sitz in China. Man darf da getrost von ausgehen, dass Xi Jinping sehr genau weiß, wie er den Westen hart treffen kann. Für die Chinesen selbst wäre das im Übrigen kein großes Problem. Selbst wenn sie auf Linux umschwenken müssten (sie haben mit Deepin eine der größeren Distributionen in petto), könnten sie im Grunde alles inländisch umstellen. Das Office kommt mit WPS von Kingsoft, das Antivirus von Qihoo 360, der Browser von Maxthon oder Opera (da steckt ja auch ein chinesisches Konsortium hinter), die Suchmaschine von Baidu, der Messenger von QQ oder WeeChat, die Games von Tencent und seinen Beteiligungen wie bei Epic, das Smartphone-OS von Huawei, Xiaomi usw. und den Rest kriegt man mit FOSS irgendwie aufgefangen. Peking wird alleine schon aufgrund seiner Abschottung mit der Great Firewall nicht besonders betroffen sein. Im Westen sieht das anders aus, weil China hier ein extrem wichtiger Absatzmarkt ist. Man denke nur mal an die Autoindustrie, die mit Apple CarPlay oder Android Auto entsprechende Systeme in ihre Modelle integrieren. Soviel dazu....

Was Europa angeht: Es ist ja nicht so, dass wir keine Schwergewichte hervorgebracht haben. Streng genommen sind Spotify, SAP, Skype (Estland), Soundcloud, SUSE, Opera oder die Telekom Beispiele für hiesige Größe, auch bei den Smartphones könnten wir mit Herstellern wie BQ aus Spanien oder Trekstor bei uns etwas mehr Unabhängigkeit erreichen. Das große Problem ist aber, dass die nationale sowie europäische Gesetzgebung hierfür weder ausgelegt ist noch ausgelegt wird. Wir würgen das eigene Innovationspotenzial einfach ab. Die Möglichkeiten, mehr Unabhängigkeit zu erreichen, haben wir im Grunde schon lange. Nur nutzen tun wirs nicht. Und dass es Länder gibt wie Estland, die zeigen, wie es laufen könnte, das ist nunmal Fakt.

Was Bestandskunden von Huawei und Honor angeht, muss man eben abwarten. Nach derzeitigen Meldungen wird die Grundversorgung durch Google mit Google Play Protect und den Google Play Services sichergestellt sein, wenn man ein aktuelles Modell schon in Verwendung hat, auch alle anderen Dienste sollen ja erhalten bleiben. Was ausbleiben wird, sind allgemeine Sicherheits- und Versionsupdates und die Apps von Huawei dürften auch aus dem Google Play Store verschwinden. Ob das noch weitere Auswirkungen hat, müssen wir abwarten, das wäre aktuell reine Spekulation.
 
Gerade kommt die Eilmeldung bei n-tv: Huawei steigt komplett von Android auf Windows 10 Mobile um.
 
Leider wird sich so schnell kein toller, neuer Technologiekonzern hier gründen. Oder sagen wir: Zumindest nicht auf deutschem Boden. Wie Frank Thelen schon seit Jahren sagt liegt das unter anderem daran, dass hier das Programmieren viel zu sehr vernachlässigt wird.
Programmieren wird immer mehr zur Kerndisziplin für so ziemlich alle neuen Dinge, ganz egal aus welchem Sektor. Solange diese Disziplin nicht ein Großteil der Bevölkerung beherrscht und solange nicht ein Großteil der Bevölkerung gutes Englisch spricht, sehe ich da zumindest für Deutschland einfach schwarz.
Dazu kommen die extrem hohen Hürden, auch im Arbeitsschutz. Ich möchte als Arbeitnehmer nichts gegen unseren Arbeitsschutz sagen, aber ein neues, aufstrebendes Unternehmen wie bspw. Tesla wäre hier bereits an solchen Hürden gescheitert. Denn um heute ein Global Player zu werden benötigt es einfach viele Leute, die ihr Leben für eine solche Sache opfern.
Okay, das ist jetzt sehr stark auf Deutschland ausgelegt, aber ich denke, dass es in vielen anderen europäischen Ländern ähnlich aussehen wird was Regularien angeht.
 
@Smidgy:
Da siehst Du mal wieder was für eine Kacke n-tv verbreitet.
Google als Ami-Konzern streicht (angeblich) die Segel, MS als Ami-Konzern steigt ein mit einem nicht existenten Betriebssystem.
Eyey, Dummheit ist wirklich grenzenlos.
 
Auf den Gedanken, daß sich die Europäer (allen voran u.a. die deutschen Firmen) viel zu schnell und eifrig dem Diktat der Amis unterworfen haben sind schon andere bekommen, u.a. die Gründer-Ingenieure meiner zwei früheren Arbeitgeber.

Jetzt, nachdem wirklich fähige, begeisterungsfähige Leute inzwischen Mangelware sind soll ein europäischer Technologiekonzern wie Phönix aus der Asche entstehen?
Habt ihr euch schon mal das Geschwurbel der jüngeren Generation aus Technologiekonzernen wie Bosch und Porsche angehört? Wenn ja, wisst ihr was ich meine.
Abgesehen davon müssten Politiker und Führungskräfte in der Wirtschaft wieder Qualitäten aufweisen die weder auf Flugmeilen noch in Pensionsansprüchen noch in Gehältern jenseits von Anstand und Moral gründen.
Airbus als gelungenes europäisches Technologieunternehmen zu bezeichnen ähnelt dem berühmten Tunnelblick.
 
Was passiert wohl, wenn die Europäische Union den Iran Atomdeal nicht aufkündigt und weiterhin Beziehungen aufrechterhält?
Gar nichts, denn anders als der chinesische Markt der Endverbraucher ist der europäische viel zu wichtig für die US-Unternehmen, als daß man wegen dem Iran hier Marktanteile möglicherweise an Chinesen abgeben würde. Außerdem bestraft man seitens der USA Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zum Iran schon seit Jahren nur sehr selektiv. Geschäfte mit dem Iran machten und machen viele Unternehmen in den USA und Europa ohne jemals dafür bestraft worden zu sein. Auch dort gibt es schließlich einen Markt, der bedient werden soll.
 
Im Prinzip sagt der Artikel viele richtige Dinge, leider ist der letzte Absatz besonders entscheidend: Einen europäisches Gegengewicht, welches auch nur annährend an Google, Facebook, Apple, Microsoft & Co. heranreichen würde, halte ich für nicht umsetzbar. Wir können es uns wünschen, für richtig halten, ich sehe das auch so, aber eben leider auch nicht realistisch umsetzbar. Die genannten Unternehmen bleiben ja nicht stehen und warten auf einen europäischen Technologiekonzern, bis der zu ihnen aufgeschlossen hat.
 
Würde ich auch meinen....

Bezüglich Unabhängigkeit... Die Fokussierung auf die USA ist zu kurz, die Abhängigkeit von China bzw. Asien generell ist meiner Meinung nach mindestens so kritisch zu sehen. China ist nach wie vor ein totalitärer Staat.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Siemens ist kein europäischer Technologie-Konzern? Aber auch nur aus der Consumer-Brille. Klar, Kommunikation und insbesondere Mobiltelefone sind weg, aber sonst ist der Konzern quickfidel und entsorgt aktuell nur "legacy" Technologien wie Gasturbinen. Alles andere wird auf Digitalisierung getrimmt.

Aber ich weiß worauf der Kommentar hinaus will... aber auf dem Weg war Siemens auch früher nie. ;)
 
Es gibt schon europäische Technologie Konzerne - Siemens, BMW, Philipps, SAP, VW, Daimler, Ericson usw. usf.

Und die Forderung "Es muss Aufgabe der EU sein, die Rahmenbedingungen für einen europäischen Technologiekonzern zu schaffen." ist völliger Quatsch. Die Politik soll sich da mal schön raushalten, sobald die sich einmischen gibt es nur noch Verschlimmbesserungen. Nicht zuletzt ging die Siemens Telekommunikationssparte wegen Einmischung der Politik den Bach runter - bei der Siemens Handy Sparte waren es andere Gründe.

Und was meinst du überhaupt mit diesen Rahmenbedingungen:
So wie in China, wo Huawei u.a. vom Staat protegiert und mit Milliarden subventioniert wird?
So wie z.Z. in USA, mit Protektionismus - Europa first?
So wie im Kommunismus, wo der Staat alles an sich reist?

Politiker sind ganz bestimmt nicht die besseren Unternehmer. Es wäre schon sehr viel geholfen, wenn sie endlich dafür sorgen würden das die großen US Unternehmen in Europa ihren fairen Anteil an Steuern zahlen würden. Aber da Lamentieren Europas Politiker seit Jahren nur rum, kriegen nichts, aber schon rein gar nichts gebacken.
 
Das große Problem ist aber, dass die nationale sowie europäische Gesetzgebung hierfür weder ausgelegt ist noch ausgelegt wird. Wir würgen das eigene Innovationspotenzial einfach ab.
Dazu kam heute Mittag ein Bericht auf tagesschau24. Europa bildet die Leute aus, die wandern aber aus, weil hier der EU-Amtsschimmel denen nur Steine in den Weg legt. zB 6 Monate Bearbeitungszeit für Startups. Bestes Beispiel für diesen Blödsinn ist und bleibt der Transrapid.
 
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