Homeoffice Koller - die Gefahr ist real

DrWindows

Redaktion
Als die Corona Pandemie im Frühling ihren Anfang nahm und Homeoffice über Nacht zum Buzzword wurde, habe ich noch gescherzt: "Für mich ändert sich eigentlich gar nichts." Ich habe mich furchtbar geirrt. Und dabei hatte ich mich sozusagen sogar selbst...

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prinblac

Moderator
Teammitglied
Ganz starker, offener & sehr ehrlicher Beitrag, Martin!
musste mich seit Juli 2019 auch auf sehr viel mehr Home Office umstellen, viele Hardware Vorbereitungen von zu Hause aus...
Und übe immer noch, die Balance zu finden...
war der ähnlichen Meinung wie Du, doch ich merke, dass trotz allen Kanälen die man online zur Verfügung hat, ist es mir sehr wichtig mich mit Freunden... und sei es an der frischen Luft, zu treffen, uns auszutauschen.
Tja, die Tücken "of a new aera" ;)
 

Micha_LE77

bekommt Übersicht
Lieber Martin! Ich kann das alles sehr gut nachempfinden und danke dir für deine offenen Worte. Das macht das besondere an dieser Seite aus - es geht zwar um Technik, es sind aber Menschen, die dahinter stecken. Das merkt man und das macht es unverwechselbar. Ich wünsche uns allen, dass wir gut durch die nun anstehende Zeit kommen, die ja sowieso schon eher dunkel und kalt ist. Schön, dass es dieses Forum gibt und gut, dass wir uns alle gewiss sein können, dass wir mit unseren kleinen und großen Problemen ganz sicher nicht alleine sind. Alles Gute!
 

skalar

nicht mehr wegzudenken
Martin, so lange du auf einen Ball kein Gesicht malst und dich beginnst mit dem Ball zu unterhalten, so lange ist noch alles gut...
 

Tobias Mayr

treuer Stammgast
Kann da sehr gut mit dir mitfühlen.

Bei mir gibt es seit 2018 aber gar kein Büro, bei dem man bei Bedarf Offline-Kontakt pflegen kann, wenn der Akku leer ist.. Der Akku für persönliche Interaktion.

Nicht nur deshalb gibt es Bestrebungen diesen Einzelkämpfer-Modus teilweise gegen Team auszutauschen. Auch meine Versuch mich hier einzubringen gehen klar auf das zurück, was du beschreibst.
 

OldBoneLess

nicht mehr wegzudenken
Meine Frau ist Psychologin in der Kinder und Jugendpsychiatrie und ich arbeite in einer besonderen Wohnform für psychisch kranke Menschen als Sozialarbeiter. Das Arbeitsleben ist für uns stressiger unter den aktuellen Umständen geworden, sonst ändert sich im Arbeitsumfeld nichts. - Leider ,,durften" wir in der Zeit vom 15.03. bis nach den Sommerferien nicht zu Hause bleiben und unsere Kinder betreuen, die weder in die Schule noch in die KiTa gehen konnten. - Natürlich hätten wir sie in die Notbetreuung bringen können, unsere Tätigkeiten waren dafür vorgesehen, jedoch war uns das Risiko zu groß COVID-19 in die Einrichtungen zu tragen.
Soziale Kontakte hatten wir nur noch am Arbeitsplatz und unsere Kinder hatten ab dem späten Nachmittag genervte Eltern zu Hause. - Diese freuten sich ja eigentlich, dass wir nach Hause kommen, jedoch blieb im Laufe der Zeit einfach keine Kraft mehr unsererseits übrig. Bis Anfang August hatte gefühlt jeder zu Hause einen Dachschaden. Die Kinder schliefen nicht mehr, weinten nur noch klagten uns an man würde sie nicht mehr lieben usw. - Dann hatten wir ,,Gott sei Dank" unseren Jahresurlaub, drei Wochen. - Das hat wieder irgendwie Normalität in unser Leben gebracht.
Ich hoffe einfach, dass Schulen und Kindergärten in den nächsten Monaten weitestgehend geöffnet bleiben damit die Kinder ein möglichst normales Leben haben können.
Und falls wieder alles den Bach runtergeht, schicken wir sie auch in die Notbetreuung. - Die seelische Belastung für alle ist einfach zu hoch. - Wir versuchen auf jeden Fall uns den Umständen entsprechend zu Verhalten...

(Weiß gar nicht warum ich das Schreibe, aber ich denke zur Zeit ist alles Sch...!)
 

SvenSch

nicht mehr wegzudenken
Ich vermisse weniger die Kollegen (die machen eh nur MEINE Systeme kaputt!), ich vermisse viel mehr die 20 jährige Routine.
Aufstehen, Duschen, Frühstücken, fertig machen, zum Auto trotten, Jeden zweiten Tag beim Bäcker für das gemeinsame Frühstück halten, arbeiten, Pause, arbeiten, heim fahren....

Da ich mich noch nicht eingelebt habe sieht es eher so aus:
Wecker klingeln lassen denn man hat ja 45 Minuten mehr Zeit, Duschen zum wach werden, arbeiten, frühstücken, arbeiten, Mittag, arbeiten, Kinder begrüßen, arbeiten, panisch raus rennen weil ich noch keinen Pokestop gedreht habe, essen, arbeiten...

Was mir hilft sind meine eisernen Eheregeln: Nie gemeinsam mit meiner Frau aufstehen, nie ungeduscht den Kindern gegenüber treten und das wichtigste, niemals auch nur das kleinste bisschen in mich rein fressen. Eheleute sind dafür da, dass man sich auch mal richtig anschreien kann :)
 

MichaR

treuer Stammgast
Ich tippe ja, dass Martins Persönlichkeitsprofil auf ca. 75% der hier anwesenden Zielgruppe zutrifft :_) Ich bin jedenfalls auch dabei.
Ja, wer die Ursache des Problems der zunehmenden Home-Muffelei erkannt hat, ist schon einen entscheidenden Schritt weiter (Problem erkannt - Gefahr gebannt).
Das Umsetzen der Lösung ist dann auch Organisation und Selbstdisziplin.
Da bei uns in der Firma seit Sommer nun Teams flächig im Einsatz ist, bietet das schonmal eine bessere Basis für stimmungshebendes Gelaber als nur Mail oder Telefon.
Und dann: viel rausgehen. Wo das Wetter nun schön schlechter wird, ist es ein Reizklima und das ist gut für alles, Körper und Geist.
Bei uns wohnen keine Kinder mehr und Frau geht täglich ins Büro, weil sie ihre GIS-Datenmengen nicht hier aufs Dorf geschaufelt bekommt. Das hilft schon, wenn zumindest einer von beiden noch Input von "draußen" mitbringt. Insofern kann ich nicht klagen zumal mir Alleinsein auch nichts ausmacht.
An alle: Kopf hoch, Brust raus (s.o.) und Arschbacken zusammengekniffen, es wird auch wieder besser. Ob es jemals wieder richtig gut wird, bei allen anstehenden Problemen von denen C. nur eines ist, weiß ich nicht. Aber "gut" ist auch nur eine Gewohnheitssache bzw. Definitionsfrage.
 

HOLLYJONES

treuer Stammgast
Habe lange gewartet um hier einen Kommentar zu schreiben, aber jetzt muss es raus. Ja ich glaube so geht es einigen die immer im Büro arbeiten und nicht raus kommen. Aber es gibt immer Zwei Seiten der Medaille dazu gehöre ich . Als Anlagenmechaniker der Fachrichtung..Heizung Sanitär Gas und Lüftung muss ich sagen seit März wo alles anfing hat sich für mich nichts geändert. Home Office gibt es für Handwerker nicht also immer Kunden konntak und das IMMER ohne Maske .Überall hört man was alles so toll ist im Home Office und die Helden der Nation..Applaus...Applaus aber was machen die ohne Handwerker? Der Strom fällt aus ? Die Heizung geht nicht? Kein Wasser? Wenn rufe ich da ..na ! Ohne Handwerker keine Helden.
 

Dosenbit

treuer Stammgast
Ach Martin, in Teilen kann ich mit dir (und den anderen), als Single, mitfühlen. Ohne Menschen geht es nicht und mit ihnen fangen die Probleme erst an. Eine alte orientalische Weisheit zum Schluss:
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein' sei.
 

SandyB

treuer Stammgast
Das ist Jammern auf unangenehmen Niveau!

Versetz dich mal in die Lage von Produktionsmitarbeitern, Handwerkern, Krankenschwestern, etc. etc. etc.
Diese riskieren täglich ihre Gesundheit sowohl bei der Arbeit, und auf dem Weg dorthin in vollen Bussen und Zügen. Diese Kollegen würden liebend gerne mit dir tauschen!

Ich kenne auch Kollegen, die vom Arbeitgeber eine Homeoffice-Entschädigung für den Mehrverbrauch von Strom, Wasser und Klopapier erwarten. Am Besten auf Kosten derjenigen, die an ihrem Arbeitsplatz erscheinen müssen.

Vielleicht hilft ja ein Gedanke an 5 köpfige Familien, die auf 60 qm leben, etwas gegen "Vereinsamung".
 

MichaR

treuer Stammgast
Wer spricht denn hier von "Helden" im Homeoffice? Wir reden von Menschen, die dort im Zusammenhang mit der Pandemie ihre spezifischen Probleme haben.
Menschen in anderen Berufen und an anderen Orten oder im Erdbebengebiet der Türkei oder in den Kriegsgebieten dieser Welt haben andere Probleme. Und die meisten dieser Probleme sind wiederum größer als die eines auf Maske verzichtenden Monteurs im Außendienst.
Niemand schreibt hier im Anspruch einer Vollkommenheit oder allumfassenden Wahrheit.
 

Xlix

gehört zum Inventar
Also ich allein habe kein Problem zu Hause zu bleiben. Beschäftigen kann ich mich drin. Also ich muss nicht unbedingt jeden Tag jemanden sehen. Ok ab und zu muss ich auch mal raus, aber das ist ja auch erlaubt, nur kein Gruppenkuscheln^^

Schwerer sehe ich das bei 5 Köpfiger Familie, je nach wie groß die Bude ist, kann man sich auch auf dem Sack gehen, Home Office wird da bestimmt auch nicht einfach.

Kurz gesagt, bei jeden eh anders und man muss gucken wie das bei einem gut machbar ist.
 

Held vom Feld

gehört zum Inventar
Also ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich bin Selbständiger Handwerker, wenn ich nur zwei Tage an meinen Schreibtisch sitzen muß, krieg ich schon die Krise. Ohne den täglichen Kundenkontakt am Telefon oder Vorort würde ich kaputt gehen. Ich kann dem Homeoffice sogar was gutes abgewinnen. Die Terminplanung war noch nie so einfach, da immer jemand zu Hause ist, Dank Homeoffice...
 

marypoppins

kennt sich schon aus
@SandyB
Ich habe kein Jammern erkannt. Und seinen Artikeln zufolge scheint er auch nicht dazu zu neigen. Martin hat beschrieben, wie er persönlich die Situation wahrgenommen und sich dabei teils neu kennengelernt hat. Mir scheint er eher etwas schockiert gewesen. Es ist doch gut wenn jemand offen über seine Gefühle spricht. Mitforisten haben ja entsprechendes Feedback gegeben.
Der fünfköpfigen Familie auf 60m² geht es sicher wesentlich besser als der fünfköpfigen Familie auf 20m² in Thailand. Das könnte man immer so weiter führen... Ich denke schon, dass sich Martin dessen bewusst ist.
 
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