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Microsoft Scout: Satya Nadella gibt sich unwissend über mögliche Suchtvorhaben

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Redaktion
Microsoft Scout: Satya Nadella gibt sich unwissend über mögliche Suchtvorhaben
von Kevin Kozuszek
Microsoft CEO Satya Nadella


Erst gestern hatten wir über das interne Strategiepapier von Microsoft zum neuen KI-Agenten Scout berichtet, welches mit ziemlich problematischen Aussagen über Sucht und völlige Abhängigkeit der Nutzer daher kommt. Nach dem Bericht von 404 Media haben die Kollegen von The Information (Paywall, via Golem) eine Anfrage an Microsoft gestellt und, um Gegensatz zu 404 Media, tatsächlich eine Antwort von Satya Nadella höchstpersönlich bekommen.

Der Microsoft-Chef gibt sich betont unwissend über das Strategiepapier. Einerseits sei eine Sucht oder Abhängigkeit von Scout nicht das Ziel und man wolle damit eher das Gegenteil erreichen. Vor allem bestreitet Nadella aber, das Dokument zu kennen und er sich nicht vorstellen kann, wer so einen Unsinn schreibt und in die Öffentlichkeit bringt. Indirekt fordert er die Verfasser auf, sich lieber einen neuen Job zu suchen.

Dass das glaubwürdig ist, kann bezweifelt werden. Die Verfasser der Strategie sind mit den Microsoft-Managern Omar Shahine und Jakob Werner bekannt, Shahine hatte über Monate auch mit seiner Arbeit an Microsoft Scout in den sozialen Netzwerken geschrieben. Angesichts dessen, dass das Papier also von Managern der höheren Führungsebene stammt und 404 Media auch berichtete, dass Nadella selbst bereits Scout nutze und in den intensiven Vorabtest direkt eingebunden war, macht diese Äußerung also mindestens unglücklich.

Microsoft wird hier noch Einiges erklären und sich aus diesem Schlamassel befreien oder winden müssen. Wie sie das machen wollen, wird spannend. Kommunikation und Marketing waren bekanntlich nie große Stärken in Redmond.

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Wenn er das Dokument tatsächlich nicht kannte und die darin enthaltenen Aussagen für Unsinn hält, dann wäre die naheliegende Reaktion gewesen, sich klar vom Inhalt zu distanzieren und aufzuklären, wie so etwas überhaupt entstehen konnte.
Stattdessen sollen sich die Verfasser "lieber einen neuen Job suchen"?
Wer Mitarbeiter öffentlich auffordert, sich einen neuen Job zu suchen, weil sie unbequeme Dinge aufgeschrieben haben, setzt ein fatales Signal.
 
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