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Microsoft Teams: Rechtliche Schritte in der EU werden wahrscheinlicher

DrWindows

Redaktion
Microsoft Teams: Rechtliche Schritte in der EU werden wahrscheinlicher
von Kevin Kozuszek
Microsoft Teams Titelbild


Zuletzt hatte Microsoft noch die weltweite Entbündelung von Teams und Microsoft 365 angekündigt, um für alle Kunden Klarheit zu schaffen, aber auch das scheint der EU-Kommission nicht auszureichen, um von einem Antitrust-Verfahren gegen die Redmonder abzusehen. Das zumindest legt ein neuer Bericht der Financial Times nahe, aus dem die Kollegen von Thurrott zitieren.

Bereits in den nächsten Wochen könnten die Verantwortlichen in Brüssel eine offizielle Kartellklage gegen Microsoft erheben, dann drohen den Redmondern saftige Geldstrafen von bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes. Noch in dieser Woche sollen sich die Konkurrenten mit der Kommission zu Gesprächen treffen. Vor allem zwei Punkte bereiten diesen weiterhin Sorgen. Mangelnde Datenportabilität soll einen Umstieg von Teams auf andere Dienste erschweren, zudem besteht die Befürchtung, dass Microsoft seine eigene Software mit Teams kompatibler laufen lässt als mit denen der Konkurrenz.

Weder Microsoft noch die Verantwortlichen in Brüssel wollten sich zu den aktuellen Berichten äußern.


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Sollten wir irgendwann Regeln bekommen, die sich auswirken auf alle Anbieter, dann könnte das ein Gewinn sein, wenn tatsächlich funktioniert, das Einhegen der Nutzer in einem Ökosystem zu unterbinden.
 
" Es besteht die Befürchtung..."
Man kann ja vieles befürchten, wenn das dann schon für eine Klage ausreicht.
 
Mir fällt nur eines ein... Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise... Tro##tel... Gut gemeint, aber wie so oft wird das Gegenteil für uns Verbraucher erreicht...
 
Die Europäische Kommission untersucht Microsofts Kopplung von Office und Teams, nachdem die Salesforce-Tochter Slack im Sommer 2020 Wettbewerbsbeschwerde bei der EU eingelegt hat. Der Vorwurf: Microsoft handele illegal und wettbewerbswidrig, indem Teams in die Microsoft-365-Dienste eingebunden werde. Der deutsche Anbieter von Videokonferenzsystemen Alfaview beschwerte sich im Juli vergangenen Jahres ebenfalls bei der EU-Kommission. Um eine mögliche EU-Kartellstrafe abzuwenden, begann Microsoft daraufhin ab Oktober letzten Jahres, Teams in der EU und der Schweiz getrennt von Microsoft 365 und Office 365 zu verkaufen. Ende März folgte die Entflechtung im Rest der Welt.

Die mit dem Vorgang vertrauten Personen sagten gegenüber Financial Times jedoch, dass innerhalb der EU-Kommission weiterhin Sorge bestünde, dass Microsoft "nicht weit genug gehe, um Fairness auf dem Markt zu ermöglichen". Die Microsoft-Konkurrenten befürchten demnach, dass Microsoft Teams mit der eigenen Software kompatibler machen wird als mit der anderer Anwendungen. Ein weiteres Problem sei die fehlende Übertragbarkeit von Daten, was es Teams-Nutzerinnen und -Nutzern erschwere, zu alternativen Angeboten zu wechseln.
So schreibt das heise.de

Ich finde das durchaus berechtigt, zumal hat sich die EU lange genug zurückgehalten, ich hätte es erst gar nicht so weit kommen lassen, dass Microsoft so mächtig wird und es anderen Anbietern von Videokonferenzsystemen so erschwert. Im Übrigen brauche ich kein Teams auch wenn ich M365 nutze und so machen es alle anderen auch und ich hab mittlerweile 5 unterschiedliche Videokonferenzsysteme auf dem Rechner installiert und nur um mit ein paar Leuten in Kontakt zu bleiben.
 
MSFT ist im Dialog mit der EU und hat bereits einiges bzgl. der anhänglichen Beschwerden im Rahmen diese Dialog unternommen und zwar über die EU hinaus!
Die Tatsache, dass sich weder MSFT noch Brüssel zu entsprechenden Berichten äußern, ist erstmal positiv zu sehen.
Das ist sicher ein Indiz, dafür, dass man weiterhin im Dialog ist.

Wenn man in die Analysen und Statements der DMA-Kommision aus Brüssel schaut, die im September 2023 veröffentlicht wurden, und die festlegen welche Produkte und Dienstleistungen als Gatekeeper im Kontext des DMA festgelegt wurden, wird Teams in dem entsprechenden Dokument nicht mal erwähnt.

List of Gatekeepers

Microsoft ist derzeit nur DMA Gatekeeper im Kontext von Windows Client und LinkedIn. Das entlastet Microsoft zwar nicht im Rahmen der kartellrechtlichen Beschwerden zeigt aber, dass Teams im Kontext von DMA bisher trotz der vorherigen Beschwerden keine Relevanz hatte. Der DMA wurde von der EU als ein Regelwerk geschaffen, um Kartelle innerhalb von Konzernen zu kontrollieren, zu verhindern oder aufzubrechen.

Warum wurde Teams unter diesen Voraussetzungen nicht auf die Liste der Gatekeeper gesetzt?

Die Frage wird noch absurder, da Heise schreibt:
Laut dem Bericht, der sich auf drei nicht genannte Personen beruft, die mit dem Vorgang vertraut sind, treibt die EU-Kommission eine formale Anklage gegen Microsoft voran, weil sie befürchtet, dass der Software-Riese den Wettbewerb in der Europäischen Union (EU) einschränkt.
Die mit dem Vorgang vertrauten Personen sagten gegenüber Financial Times jedoch, dass innerhalb der EU-Kommission weiterhin Sorge bestünde, dass Microsoft "nicht weit genug gehe, um Fairness auf dem Markt zu ermöglichen".

Leider ist die Financial Time Quelle hinter einer Pay-Wall und sowohl Thurott als auch die FT sitzen in den USA, und berichten bzgl. nicht so ganz neutral über Dinge, die insbesondere US-Konzerne und die EU betreffen.
Heise als weitere Quelle ist, insbesondere was Microsoft betrifft, auch alles andere als neutral und macht auch gerne mal Stimmung gegen MSFT.

Außerdem bringt Thurott (oder FT?) da wahrscheinlich ein paar Dinge durcheinander und andere schreiben ab:
There’s still a possibility that Microsoft could make more concessions and convince the Commission to drop its charges. Otherwise, the tech giant could face fines of up to 10% of its global annual turnover.
Die Strafen mit bis zu 10% des globalen Jahresumsatz sind gemäß Verstößen gegen GDPR als auch DMA durch die EU als mögliche Sanktion definiert.
Es wird aber "nur" von Kartellverfahren und nicht einem DMA, den es in Bezug auf Teams an sich nicht geben kann berichtet.

Die vom DMA unabhängige Strafe, gegen die Apple sich noch versucht zu wehren, wegen der Beschwerde von Spotify wurde unabhängig von der maximalen DMA-Quote festgelegt und, damit es mehr weh tut, noch heraufgesetzt. Diese Strafe liegt zwar noch unter 10% global turnover aber im regulären Kartellrecht gelten Bemessungsgrundlagen bezogen auf den Fall aber auch höhere Prozentsätze.
Für Apple wurde in dem Fall diese Regelung angewendet
Und es soll weh tun!
Press corner
In addition, the Commission decided to add to the basic amount of the fine an additional lump sum of €1.8 billion to ensure that the overall fine imposed on Apple is sufficiently deterrent.

Das Verfahren, das auf Beschwerde von Slack aus 2020 angestoßen wurde, läuft übrigens schon seit September 2023
Press corner

Vielleicht sind das weitere Gründe, warum sich weder EU noch MSFT dazu äußern.
 
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