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Office.eu – Europäische Alternative zu Microsoft 365 bringt sich in Stellung

DrWindows

Redaktion
Office.eu – Europäische Alternative zu Microsoft 365 bringt sich in Stellung
von Martin Geuß
Office.eu - europäische Alternative zu Microsoft 365 und Google Docs


Cloud-basierte Produktivitätsdienste wie Microsoft 365 oder Google Docs sollen mit office.eu einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommen. Alle Daten bleiben auf europäischem Boden und der gesamte Betrieb unterliegt europäischem Recht. Das Hauptquartier befindet sich in Den Haag.

Office.eu umfasst Cloudspeicher, klassische Office-Programme wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Präsentationen sowie eine E-Mail- und Konferenzlösung. Die Namen der einzelnen Komponenten lauten beispielsweise „EU Drive“, „EU Docs“ oder „EU Talk“, um den europäischen Bezug zu betonen. Neben klassischen stationären Clients sind auch mobile Apps geplant. Eine vollständige Online-Nutzung im Browser ist ebenfalls möglich.

Buchen kann man das Angebot bislang nicht, über die Webseite von office.eu können sich Interessierte jedoch in eine Warteliste eintragen, um eine Einladung für einen Testzugang zu erhalten. Preise stehen ebenfalls noch nicht fest. Wenn der offizielle Start erfolgt, soll office.eu sowohl für Firmen als auch für Privatkunden zur Verfügung stehen. Eine kostenlose Basisversion ist ebenfalls geplant.

Ein neues Angebot mit alten Bekannten​


Office.eu ist keine Neuentwicklung, sondern bringt bereits existierende Open-Source-Lösungen zusammen. Die Basis bildet eine gehostete Instanz von Nextcloud Hub, der Office-Teil stammt mutmaßlich von Collabora Online, welches wiederum auf LibreOffice basiert. Erst kürzlich hatte LibreOffice bekannt gegeben, wieder verstärkt an einer Online-Version zu arbeiten.

Was die Macher versprechen – und was nicht​


Auf der Webseite von office.eu finden sich Vergleiche mit Microsoft 365 und Google Workspace. Dabei stehen Datenschutz und Privatsphäre an oberster Stelle. Alle Komponenten basieren auf Open Source, die Daten sind vor dem Zugriff durch US-Behörden geschützt, europäische Gesetze wie die DSGVO werden vollumfänglich eingehalten. Ebenso verspricht office.eu keinen „Vendor Lock-in“. Alle Daten lassen sich jederzeit exportieren und zu einem anderen Anbieter mitnehmen.

Funktional glaubt man ebenfalls mithalten zu können. Die Kompatibilität mit den MS Office-Dateiformaten ist gegeben, Online-Zusammenarbeit an Dokumenten ist ebenfalls möglich. Man achtet allerdings darauf, den Mund nicht allzu voll zu nehmen. Stattdessen schreibt man in den FAQ ganz offen, dass die volle Kompatibilität entscheidend davon abhängt, wie komplex die Dateien sind.

In der Zusammenfassung schreibt man, dass Angebote wie Microsoft 365 einen größeren Funktionsumfang haben und deshalb für viele Firmen erste Wahl sind.

Alle, die auf der Suche nach einer europäischen Alternative sind und ihre Abhängigkeit von US-Unternehmen reduzieren wollen, lädt man aber herzlich ein, office.eu auszuprobieren. Die fehlende Komplexität versucht man dabei auch als Vorteil zu sehen.

„Diskutieren Sie nicht lange herum. Probieren Sie office.eu einfach mit einer kleinen Gruppe aus, testen Sie ihre realen Arbeitsabläufe. Validieren Sie das Ergebnis und entscheiden Sie dann“, heißt es auf der Webseite.

Der Beitrag Office.eu – Europäische Alternative zu Microsoft 365 bringt sich in Stellung erschien zuerst auf Dr. Windows.


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Das ist ein hochinteressanter Ansatz: Open Source, EU-Recht, DSGVO. Und, Tusch!, kein Copilot!

MSOffice mag ja "mächtiger" sein, aber mal ehrlich: In welcher Umgebung werden die Features von Programm-Monstern wie MSWord & Co. wirklich ausgereizt? Hier auf Arbeit jedenfalls nicht. Und Consumer werden wohl auch nur selten Referenzierungen, automatische Literaturverzeichnisse und Echtzeit-Co-Authoring bei den Briefen an Tante Gertrud vermissen.
 
Irgendwie finde ich diese Aktion sympathisch. Es gibt zwar schon ähnliche Möglichkeiten aber diese ..., nur so'n Bauchgefühl. (Am Besten finde ich es, dass das keine Deutsches Ding ist. Bei diesen vielen individualistischen Insellösungen, die auch oft genug zu teuer erscheinen, braucht es Alternativen.)
 
@Mauersegler
Wobei das aber natürlich so ist, dass das bereits eingepreist ist! Die Preise für eine Office-Suite (egal ob MS Office oder die Bezahlversion eines Mitbewerbers) berücksichtigen, dass die Nutzer nur einen (kleinen) Teil des gesamten Funktionsumfang wirklich benötigen.
Wäre es anders und würde der durchschnittliche Office-Käufer den Funktionsumfang voll ausreizen, würde eine Office-Lizenz wohl 1000€ oder mehr kosten.
Die gängigen Preise hingegen gibt es eben gerade nur wegen der Briefe an Tante Gertrud. Das ist eine Mischkalkulation, die den Bruchteil der Features bepreist, den die Leute im Schnitt verwenden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@mh0001
Das mag ja sein, aber darum ging es mir nicht. Der geringere Funktionsumfang von Office.eu dürfte in den meisten Fällen nicht gegen das Programm sprechen.
 
Das hört sich grundsätzlich schon mal gut an, hab mir gerade die Seite genauer angeschaut.
Mein erstes Problem: Eine EU-Seite, für die EU - Länder, nur in Englisch. Hmm, ok. Automatischer Übersetzer aktiviert.
Kein Impressum, nur ein einfacher Hinweis, man sitzt in den Niederlanden, hmm...
 
Das hört sich grundsätzlich schon mal gut an, hab mir gerade die Seite genauer angeschaut.
Mein erstes Problem: Eine EU-Seite, für die EU - Länder, nur in Englisch. Hmm, ok. Automatischer Übersetzer aktiviert.
Kein Impressum, nur ein einfacher Hinweis, man sitzt in den Niederlanden, hmm...
Es soll wohl irgendwie der Eindruck erweckt werden, das sei ein offizielles Projekt der EU. Da ist eher der Wunsch der Vater des Gedanken angesichts der Top-Level-Domain .eu. Dabei ist das wohl nur ein weiterer Hoster einer Nextcloud-Collabora-Kombination wie IONOS und etliche andere. Daran ist nichts schlecht, aber es ist eben auch nicht so groß, wie es auf den ersten Blick scheint.
 
Kein Impressum, nur ein einfacher Hinweis, man sitzt in den Niederlanden, hmm...
Ja, das stimmt. In der ersten Begeisterung habe ich gar nicht darauf geachtet. Wer steckt eigentlich dahinter? Der Bericht hier half mir auch nicht weiter:

In der Zusammenfassung schreibt man, dass Angebote wie Microsoft 365 einen größeren Funktionsumfang haben und deshalb für viele Firmen erste Wahl sind.

Alle, die auf der Suche nach einer europäischen Alternative sind und ihre Abhängigkeit von US-Unternehmen reduzieren wollen, lädt man aber herzlich ein, office.eu auszuprobieren.
Aber wer ist "man"?
Im Netz fand ich nur das hier:
"I checked it out and I’m being suspicious… No mention who this is from, no references, no names whoever is developing this , no business address or phone number, no contact details except an entry form and an email, no licensing infos (is it based on open source? Is it proprietary? Online only?), no costs mentioned, no roadmap."
 
Zuletzt bearbeitet:
Über den Button "Kontakt" unter Office EU - Europe's Open-Source Productivity Suite ist auf dieser Unterseite am Ende eine Anforderung möglich, um eine Einladung zu erhalten.

Für die nicht näher beschriebene Einladung ist wie immer üblich die Angabe der eigenen Mail-Adresse notwendig.
Vor dem Abschicken und Bestätigen der Datenschutzvereinbarung sollten sich Interessenten zuvor die englischsprachige PDF-Datei zur Datenschutzerklärung herunterladen und durchlesen.

Hier erfährt man erst unter Punkt 8 dieser Datei, die Kontaktdaten des Anbieters bestehend aus Name, Anschrift sowie Registernummer der zuständigen Handelskammer in den Niederlanden.
Das ist nicht unbedingt die feine Art, solche Angaben in einer Datei zu verstecken.


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Zuletzt bearbeitet:
Der Thread wandert jetzt leider etwas in Richtung "Was LibreOffice alles so kann und was nicht". Ich denke jedoch, wir sollten das Wesentliche nicht vergessen. Zur Erinnerung: die in dem Blog-Beitrag genannte Website hat kein Impressum. Die Firma, die hinter dem Projekt steckt, ist nur mit Mühen (danke @Alice ) verifizierbar.

Da kommt mir nun doch ein wenig der Verdacht, dass da eine mehr oder weniger vertrauenswürdige Firma versucht, mit an sich kostenloser Open-Source-Software einen schnellen Euro zu machen. Ich würde auf deren Website keine persönlichen Daten hinterlassen und auch keine Mailadresse angeben. Vielleicht tue ich dieser Firma auch Unrecht, aber wenn sie nicht einmal in der Lage ist, die Essentialen der Transparenz einzuhalten, möchte ich ihr nicht meine Daten anvertrauen oder ihr gar noch Geld überweisen.
 
@Mauersegler
Danke für den Hinweis. Bei näherer Durchsicht der Posts in diesem Kommentar-Thread verdient das Thema "Vor- und Nachteile der Office-Alternativen" einen eigenen Thread. Sämtliche Posts, welche spezifisch sind und nicht mit Office.eu korrespondieren, sind nun hier zu finden.
 
Das Misstrauen bezüglich der fehlenden Transparenz ist gerechtfertigt. Allzu kritisch sehe ich das im Moment aber noch nicht, denn noch wollen sie ja nichts verkaufen. Ich habe übrigens über den Medien-Link Kontakt aufgenommen und um weitere Informationen sowie einen Testzugang gebeten.

Dass da jemand versucht, mit Open-Source-Lösungen, die im Grunde kostenlos sind, Geld zu verdienen, sehe ich aber kein bisschen kritisch. Wenn jemand aus diesen Lösungen ein freies und unabhängiges Ökosystem erschafft und mir die Arbeit abnimmt, die einzelnen Komponenten selbst zusammenzusuchen und diese miteinander zu verbinden, dann soll er für diese Arbeit auch gut bezahlt werden.
 
@Martin
Herzlichen Dank für deine Einschätzung.
Dann warte ich mal ab, bis du ausführlichere Informationen erhalten und darüber berichten kannst.
 
Da kommt mir nun doch ein wenig der Verdacht, dass da eine mehr oder weniger vertrauenswürdige Firma versucht, mit an sich kostenloser Open-Source-Software einen schnellen Euro zu machen.

Dass da jemand versucht, mit Open-Source-Lösungen, die im Grunde kostenlos sind, Geld zu verdienen, sehe ich aber kein bisschen kritisch

Da sehe ich auch kein Problem; eher darin, dass viele glauben: OpenSource=kostenlos, sonst unanständig.

Tatsächlich ist es üblich und nachvollziehbar, dass Lösungen, die eine Infrastruktur mit Servern, Load Balancern, ein HPB (High Performance Backend für Nextcloud Talk, da sonst nur max. 4-5 Konferenzteilnehmer), vielleicht individuelle Anpassungen und Support enthalten, selbstverständlich etwas kosten. Das ist bei keinem Anbieter, der ein Nextcloud/Collabora-Paket als kommerziellen Cloud-Service bereitstellt, anders.

Außerdem geht es hier ziemlich sicher um das reguläre Collabora Online, das man als Einzelnutzer nicht nur nicht kostenlos, sondern in der Regel überhaupt nicht bekommt. Die Version zum selbst hosten (und kostenlos) ist Collabora CODE.

Seltsam ist hier nur die fehlende Transparenz vom Impressum bis zur Preisgestaltung. Das wirkt(!) zunächst einmal wenig seriös, gerade im Vergleich zu anderen Anbietern ähnlicher Pakete wie IONOS oder mailbox.org.

Ich habe auch mal einen Testzugang geordert und werde auch einen direkten Kontakt versuchen; vielleicht tut man den Betreibern ja Unrecht und sie sind nur vorschnell und ungeschickt.
 
Da sehe ich auch kein Problem; eher darin, dass viele glauben: OpenSource=kostenlos, sonst unanständig.
Falls du mich meinst: Ähmm, nee. Der Spruch von Richard Stallman ist mir durchaus geläufig. Aber wahrscheinlich habe ich mich ungelenk ausgedrückt: Natürlich kann Open Source, bzw. Freie Software Geld kosten, wenn ein akzeptabler Mehrwert geboten wird. Ich assoziierte das Angebot von office.eu jedoch wegen der Intransparenz und nach meinem Empfinden recht diffusen Leistungsbeschreibung mit diesen Produkten, bei denen z. B. einfach OpenOffice in ne Pappschachtel gepackt und dann verkauft wurde.

Vielleicht tue ich dieser niederländischen Firma Unrecht und es besteht wirklich der von @Martin beschriebene Mehrwert. Wir werden sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Falls du mich meinst: Ähmm, nee.
Sorry, das war nicht gegen Dich gerichtet; ist aber so eine Art Reflex bei mir geworden bei dem Thema :)

Es ist ja nicht Nextcloud oder LibreOffice/Collabora, wofür solche Anbieter Geld verlangen, sondern Infrastruktur (Server, Anbindung, Speicherplatz), Support usw. Jede Managed Nextcloud kostet ja auch Geld, unmanaged Server bei einem Provider ebenfalls.
Mal abwarten, was wirklich dahintersteckt. Wenn es wie die Lösung von IONOS Workspace ist, gibt es noch genug zu meckern :)
 
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