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OpenAI: Sam Altman ist zurück

DrWindows

Redaktion
OpenAI: Sam Altman ist zurück
von Martin Geuß
OpenAI Logo


Am Freitag wurde Sam Altman als CEO von OpenAI vom Hof gejagt, am Montag nahm ihn Microsoft mit offenen Armen auf. Nun ist Altman zurück auf dem Chefsessel von OpenAI, den ihm nun wohl nie wieder jemand streitig machen wird.

Es hatte sich schon abgezeichnet, dass Altman bei OpenAI ein Comeback feiern könnte, zumal zwischenzeitlich die Mehrheit der Belegschaft angekündigt hatte, ihm zu Microsoft folgen zu wollen.

Der Verwaltungsrat, der Altman am Freitag die Kündigung überreichte, wird folgerichtig umgebaut. Auf der Plattform X teilt OpenAI mit:

Wir haben eine grundsätzliche Einigung erzielt, dass Sam Altman als CEO zu OpenAI zurückkehrt, mit einem neuen Vorstand, der aus Bret Taylor (Vorsitzender), Larry Summers und Adam D’Angelo besteht.

Sam Altman geht aus dieser Geschichte zweifellos als der große Sieger hervor, es wird sich wohl nie wieder jemand trauen, an seinem Stuhl zu sägen. Er ist jetzt der uneingeschränkte Alleinherrscher bei OpenAI und das ist mutmaßlich keine gute Entwicklung.

Einen großen Verlierer gibt es auch, der heißt Microsoft und in Person Satya Nadella. Wie gnadenlos abhängig Microsoft mit seiner KI-Strategie von OpenAI ist, wurde in den vergangenen Tagen überdeutlich. Zuerst begrüßte man am Freitag die neue Chefin Mira Murati. Als diese am Montag wieder abgesägt und durch Emmett Shear ersetzt wurde, freute man sich öffentlich auf diesen, gleichzeitig bot man Sam Altman einen Job an, nur damit dieser keinesfalls ein neues Unternehmen gründet.

Zwischendurch betonte man immer wieder, an der Partnerschaft mit OpenAI festhalten zu wollen. Und auch das Comeback von Altman auf den OpenAI-Thron wird Satya Nadella vorhersehbar als fantastische Lösung bezeichnen. Er war in dieser Zirkusvorstellung der Tanzbär, für den man nicht einmal einen Nasenring brauchte, damit er seinem Dompteur auch ohne Leine demütig folgt.

Der Einfluss von Microsoft auf OpenAI dürfte jetzt zwar größer geworden sein, aber man sollte in Redmond jetzt begriffen haben, dass man dringend einen Plan B benötigt.


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Sorry aber das ist Kasperletheater
Kein unternehmerisches Ruhmesblatt
Vorbild künstlicher Intelligenz, die angeblich besser sein soll als natürliche?

Die Rückkehr hier bereits erkennbar. Die Überlegungen sind und bleiben aktuell

Nur mal so als Beispiel: Wenn es ihnen wirklich ernst wäre mit der "Eigenverantwortung" müssten die Hersteller großer Sprachmodelle sich zusammentun, um endlich Wege zu finden, die Halluzinationen der Modelle zu kontrollieren und zu unterbinden. Denn erst dann lassen sich diese Modelle wirklich produktiv einsetzen. Stattdessen machen sie sich gegenseitig bei der Vermarktung von KI-Assistenzsoftware Konkurrenz. Dass sich an dieser Situation wirklich etwas ändert, wenn Sam Altman zu Microsoft geht, wage ich sehr zu bezweifeln. Es wird aber wahrscheinlich auch dann nicht besser werden, wenn er wieder zu OpenAI zurückkommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wirklich ein Kasperltheater. Im Grunde aber ein kapitaler Bock des Boards, der die Lage innerhalb von OpenAI völlig falsch einschätzte, mal abgesehen davon, dass ich ja zuerst einmal den CEO ermahne oder Ultimaten stelle, bevor ich ihn von heute auf morgen rausschmeiße. Ich gehe davon aus, wenn es das gegeben hätte, wäre es a) an die Öffentlichkeit gelangt, und b) wäre Sam Altman nicht so überrumpelt gewesen. Anscheinend gab es da schon länger Funkstille zwischen Board und Altman.
Sam Altman ist sicher der große Gewinner, aber Microsoft der Verlierer? Ich denke die Bindung zwischen beiden Unternehmen ist durch diese Chaostage noch enger geworden. Microsoft kann nicht ohne OpenAI, aber OpenAI kann eben auch nicht mehr so einfach ohne Microsoft. Und die zentrale Figur in diesem Machtspiel namens Sam Altman weiß, dass er seinem "Buddy" Nadella vertrauen kann.

Das Einzige, was Microsoft zum Verhängnis werden kann, könnten zukünftige Alleingänge Sam Altmans werden, dem es vor allem darum geht, sein eigenes Ding voranzutreiben. Was, wenn er eines Tages, OpenAI aus freien Stücken verlassen wird, weil er was ganz Neues ausprobieren möchte - gerade nach seinen jüngsten Erfahrungen mit solchen unsicheren Boardstrukturen.
 
Open AI war 2015 von Altman und anderen KI-Enthusiasten als Non-Profit-Organisation gegründet worden - mit der erklärtem Mission, künstliche Intelligenz im Interesse aller Menschen zu entwickeln. Als jedoch klar wurde, dass mit Spenden die nötigen Milliarden-Investitionen nicht aufzutreiben wären, wurde zusätzlich eine gewinnorientierte Firma mit Altman an der Spitze gebildet. Er holte unter anderem Microsoft als Investor in das Unternehmen und sicherte Open AI damit den Zugang zu viel Geld und der nötigen Rechenleistung, mit der sich hochmoderne selbstlernende Software trainieren lässt.
Von der hehren Absicht ist nichts geblieben. Es geht wie bei den anderen Google&Co nur noch um Knete.

Altman hat den Salto vom idealistischen Weltbesserer zum simplen Kapitalisten mit Absprunghilfe eines dilettantischen Board und daraus folgender erzwungener Hilfestellung von Microsoft glänzend aufs Parkett gelegt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur so als Randbemerkung oder Frage:

Haben die in den USA bei Technikern/Forschern keine Konkurrenzklauseln? Also ich glaub nicht, dass das
für Microsoft so einfach gewesen wäre/ist, da 100e Leute aufzunehmen, die in derselben Branche die
komplett selbe Technologie sofort weiterentwickeln. Auch wenn Microsoft Hauptaktionär sein sollte
gehört Ihnen die Firma ja noch nicht.

Das wäre eher eine herbe Gerichtsschlacht geworden.
 
Von der hehren Absicht ist nichts geblieben. Es geht wie bei den anderen Google & Co nur noch um Knete.
Altman hat den Salto vom idealistischen Weltbesserer zum simplen Kapitalisten mit Absprunghilfe eines dilettantischen Board und daraus folgender erzwungener Hilfestellung von Microsoft glänzend aufs Parkett gelegt.
Das mag sein, ist aber letztlich eine normale Entwicklung, die man gerade aus den USA kennt. Damit müsste man sich jetzt nicht unbedingt an OpenAI aufreiben. Mozilla ist für sowas das Paradebeispiel. Netscape war damals fast pleite und Mozilla war zu der Zeit ein Projekt innerhalb des Unternehmens, womit nachher als letzte Rettungsmaßnahme der Quellcode des Browsers ausgegliedert und quelloffen gemacht wurde. Mit der Zeit entstanden dann Sachen wie die Mozilla Foundation und das Mozilla Manifesto, die auch solche Ziele formulieren und daran arbeiten, aber die einzelnen Produkte wie Firefox, Pocket oder - entfernter - Thunderbird sind immer noch kommerziell und werden von kommerziellen Tochterunternehmen wie der Mozilla Corporation entwickelt. Am Ende ist Mozilla eben auch nicht die Wohlfahrt.

Das kann man jetzt auf endlose andere Dinge ausdehnen. Es gibt ganz viele Stiftungen und Non-Profits wie die Linux Foundation, in denen sich aber vor allem die großen Unternehmen wie Microsoft, Oracle, IBM und Google zusammengeschlossen haben. Dann gibt es Unternehmen wie Telegram, die heute Abos verkaufen, früher aber mal wie hier als Non-Profit-Unternehmen in Berlin angesiedelt waren. Und dann hast du Projekte wie Fedora oder die The Document Foundation mit LibreOffice, die sind zwar frei und verfolgen gemeinnützige Ziele, aber sie sind zwingend auf Beiträge jeglicher Art, ob finanziell oder materiell, von großen Unternehmen angewiesen. Bei Fedora wäre es IBM, bei LibreOffice sind es Unternehmen wie Collabora. Und so dreht sich das dann weiter.

Dass Microsoft eine unheimliche Abhängigkeit von OpenAI hat, stimmt ohne Zweifel. Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass mehrere andere Unternehmen - auch größerer Natur - auch diese Verbindung eingegangen sind. Zum Beispiel bauen Aria von Opera und Leo von Brave auch auf dem gleichen Modell auf.
 
Na ja, mit dem fast schon religiös anmutenden Ziel und Versprechen der Weltverbesserung ist bisher noch keines der genannten non profit Unternehmen aufgetreten. Anscheinend hat Altman seine eigene Befürchtung, dass es eher den Untergang näher bringt, dazu gebracht es vorher noch gewinnbringend zu vermarkten. .

Heute stehn wir am Abgrund , morgen sind wir einen Schritt weiter....



Das Lachnummer bleibt einem im Hals stecken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit mir bekannt, gibt es nur ein soziales Konstrukt, das sich Wohlfahrt und Gemeinnützigkeit leisten kann, nämlich Staaten oder vergleichbare Ordnungen, weil die eine Währung legitimieren und herausgeben können, denn sie haben Zugriff auf die Ressourcen einer Region (Autorität, Macht, Einfluss, Gewalt).

Jedes Unternehmen dagegen muss sich den Bedingungen des Marktes anpassen, kann nicht eine Währung selber herausgeben, und Gutscheine des Unternehmens sind nicht so weit einsetzbar wie Gutscheine des Staates auf Steuern (das legale Zahlungsmittel). Ausnahme: es würde Autorität, Macht, Einfluss und Gewalt so sehr ansammeln können wie Staaten oder vergleichbare Ordnungen, was aber vermutlich weit vorher unterbunden würde.

@Martin
Genau, das meinte ich auch vor Monaten mit "neuer Entwicklung", dass Unternehmen nicht mehr alte Traditionen vertreten wie Neoliberale, die Staat und Markt als Konkurrenz sehen, viel mehr lohnt sich, wenn sich ein Unternehmen so an Staaten bindet, dass sie quasi adoptiert oder hofiert werden.
 
Hier kann man ihn mal in Natura hören

https://edition.cnn.com/2023/11/22/tech/openai-altman-returns-hnk-intl/index.html

Sam Altman returns to OpenAI in a bizarre reversal of fortunes

https://edition.cnn.com/2023/10/31/tech/sam-altman-ai-risk-taker/index.html

Sam Altman warns AI could kill us all. But he still wants the world to use it

Übersetzung schrieb:
Sam Altman warnt davor, dass KI uns alle umbringen könnte. Aber er möchte immer noch, dass die Welt es einsetzt
Ein bißchen schizophren
 
Wie schon gesagt, die Kernaussage solcher Botschaften ist "nur meine KI ist sicher". Es geht einfach nur darum, in einem neuen Markt die Führung haben zu wollen.
 
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