Anzeige

Am Puls von Microsoft

Anzeige

OpenAI vs. New York Times: Die haben uns gehackt

DrWindows

Redaktion
OpenAI vs. New York Times: Die haben uns gehackt
von Martin Geuß
Ein Hacker mit einer Zeitung


Die New York Times hat OpenAI und Microsoft verklagt, weil die Zeitung der Ansicht ist, ihre Artikel seien unrechtmäßig für das Training von KI-Sprachmodellen verwendet worden. Die erste Reaktion von OpenAI darauf war schon – naja, sagen wir mal interessant. In der offiziellen Klageerwiderung wird es jetzt so richtig bizarr.

Ich möchte die ganze Geschichte an dieser Stelle nicht neu aufrollen. Wer bisher noch nichts von dem Fall gehört hat, kann hier im Detail nachlesen, worum es geht und warum ich dieses Verfahren für eine gute Sache halte: KI: Die Klage der New York Times gegen Microsoft und OpenAI ist gut und wichtig.

In einer Stellungnahme hatte OpenAI wenige Tage nach Klageeinreichung behauptet, die New York Times hätte ChatGPT “missbraucht”, um Material für seine Klage zu sammeln. Man selbst habe bei der Verarbeitung der von der Zeitung bereitgestellten Inhalte das Prinzip der fairen Nutzung angewendet.

Die Klageerwiderung bei Gericht fährt jetzt so richtig dicke Geschütze auf: OpenAI behauptet, die New York Times habe jemanden dafür bezahlt, ChatGPT zu hacken. Es seien zehntausende Versuche notwendig gewesen, um mit bösartigen und manipulativen Prompts abnormale Antworten von ChatGPT zu erzwingen. Möglich sei das überhaupt nur durch einen Bug in ChatGPT gewesen, den man mittlerweile adressiert habe.

Die Reaktion der Times ließ nicht lange auf sich warten:

Was OpenAI in bizarrer Weise als ‘Hacking’ bezeichnet, ist die Verwendung der Produkte von OpenAI, um nach Beweisen dafür zu suchen, dass sie das urheberrechtlich geschützte Werk der Times gestohlen und reproduziert haben“, sagte der Anwalt der Zeitung, Ian Crosby.

Der Antrag von OpenAI lautet wenig überraschend, die Klage in weiten Teilen abzuweisen. Von Microsoft, die in diesem Fall ebenfalls Beklagtenpartei sind, gibt es bislang noch keine Erwiderung.

Wir werden in diesem Fall noch einige interessante Stellungnahmen hören, die man auch nicht zu bierernst nehmen sollte. Das ist juristischer Geschützdonner, maßlose Übertreibung zur Untermauerung des eigenen Standpunkts gehört einfach dazu.


Hinweis: Der Artikel wird möglicherweise nicht vollständig angezeigt, eingebettete Medien sind in dieser Vorschau beispielsweise nicht zu sehen.

Artikel im Blog lesen
 
Anzeige
Nun ja, es ist ja gängige Praxis etlicher Zeitungsverlage, aufwendigere Inhalte und Reportagen hinter eine Paywall zu packen, den Crawlern der Suchmaschinen jedoch Zugriff zu gewähren (vermutlich basierend auf bekannter IP-Adresse etc, User Agents ließen sich zu leicht fälschen), damit die Paywall-Artikel auch mittels Volltextsuche bei Google und co möglichst weit oben landen.
Einfach nur die Überschriften auffindbar zu machen ist den Verlagen zu wenig. Jedenfalls sehe ich sehr häufig in den Google-Ergebnissen Textschnipsel, die ich dann wenn ich auf das Ergebnis klicke nicht sehe weil sie schon hinter der Paywall sind.
Das ist ganz bewusstes Marketing und es wird gezielt interessanter Text in die Suchmaschinen gehievt, damit der User zum Kauf des Artikels ermuntert wird.

Was die Verlage jetzt ja im Prinzip gerne hätten, ist, dass Google, Bing und co schön weiterhin den Volltext von Bezahlartikeln auswerten, um darüber die Publicity in den Suchergebnissen zu generieren, jedoch jede darüber hinausgehende Verarbeitung sorgsam vermeiden, weil man natürlich nicht will, dass der gesamte Inhalt ohne Bezahlung konsumiert werden kann.

Aus meiner Sicht ist das ein bisschen wie jemand anderem Arbeit/Verantwortung aufzudrücken und sich zu beklagen wenn es nicht den eigenen Vorstellungen nach erledigt wird.
Als würde ich als Verlag Zeitungen in Cafés etc auslegen, und dann deren Besitzer verklagen wenn sie die Leute zu viel davon lesen lassen ohne die Zeitung zu bezahlen.

Wenn die NY Times nicht will, dass Google und Bing ihre bezahlten Artikel in das KI-Training einfließen lassen, dann müssen sie halt deren Crawler genauso in die Paywall laufen lassen wie jeden 0815-Nutzer auch. Dann kriegen die höchstens die Überschrift des Artikels und die ersten zwei Sätze und fertig.
 
Es ist, soweit ich das nachvollziehen kann, nicht Inhalt der Klage, dass OpenAI nicht die paar $ für die Paywall bezahlt hätte, sondern dass sie mit den Inhalten ihre KI trainiert hätten.
Daraus resultiert ein Mehrwert, der mit den üblichen Gebühren für eine Paywall nicht abgedeckt ist. Die übliche Nutzung einer Zeitung ist lesen durch den Menschen, lächeln, nicken, kopfschütteln und wieder vergessen.
Schon das Kopieren und Weiterverwenden von Inhalten geht darüber hinaus und ist nicht erlaubt, max. das Zitieren von Ausschnitten unter vollständiger Quellenangabe.
 
@MichaR
Das trifft es.

--

Ich muss aber sagen, auch wenn der Geschützdonner "dazugehört", dass der Vorgang so immer mehr zu einer Karikatur seiner selbst wird.
Einige scheinen den Job ernsthaft machen zu wollen, Andere umarmen die Karikatur und gehen voll auf in der Satire.

Na schauen wir mal und hoffen, dass es vernünftige Regelungen dereinst geben wird; kreative Leute sollten die Chance zum bezahlten Spielen ebenso behalten wie sterile Leute.
 
Genau: warum gehört Geschützdonner vor Gericht dort dazu? Vor Gericht ist jeder gehalten die Wahrheit zu sagen und nichts als die Wahrheit. Sonst kann man diese Institution auch wieder abschaffen und im Streitfall direkt zu echtem Geschützdonner übergehen.
Irgendwie verkommt bei den Amis alles zur Show. Wenn das der Trend ist, schönen Dank.
 
@MichaR da musst Du nicht bis in die USA reisen, das ist hierzulande nicht anders. Wer einmal das "Glück" hatte, in einen harten Rechtsstreit verwickelt zu sein, wird das bestätigen können. Man darf zwar in seinen Schriftsätzen nicht lügen, aber so ziemlich jeden Unsinn behaupten, der sich nicht objektiv überprüfen lässt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anzeige
Oben